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Olympia 2022

Olympia 2022: Beat Feuz will bei der Abfahrt in Peking um Gold mitfahren

Beat Feuz of Switzerland competes in men's downhill training at the at the 2022 Olympic Winter Games in Yanqing, China, on Friday, February 4, 2022. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)..
Beat Feuz in Yanqing unterwegs während seiner zweiten Trainingsfahrt.Bild: keystone

Beat Feuz und der Traum von Olympia-Gold: «Habe oft gezeigt, dass ich am Tag X bereit bin»

Beat Feuz relativiert den Stellenwert eines Olympiasieges. Trotzdem würde sich mit Gold an Winterspielen auch für ihn ein Traum erfüllen.
05.02.2022, 15:13
David Bernold, yanqing / Keystone-SDA
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In einer Woche wird Feuz 35 Jahre alt. Er wird deshalb am Sonntag wohl die letzte Möglichkeit bekommen, seine Erfolgsbilanz mit Olympia-Gold in der Abfahrt zu veredeln. So jedenfalls ist die Ausgangslage für den Emmentaler in der allgemeinen Wahrnehmung.

epaselect epa08962491 Beat Feuz of Switzerland poses for photographs with his Gams trophies after winning the two men's Downhill races of the FIS Alpine Skiing World Cup event in Kitzbuehel, Aust ...
Für Feuz genauso wichtig wie ein Olympia-Sieg: Seine goldenen Gämse von Kitzbühel. Bild: keystone

Veredeln? Komplettieren? Feuz selber sieht das etwas pragmatischer. Seine Sichtweise ist eine andere. Für ihn hat anderes Priorität. Am Lauberhorn in Wengen, auf der Streif in Kitzbühel, dort hat er vor allem gewinnen wollen – und es mittlerweile auch je dreimal geschafft. Die Welt würde für ihn nicht untergehen, sollte es am Sonntag mit dem Sieg nicht klappen.

Trotzdem lässt Olympia Feuz natürlich nicht kalt. Selbstverständlich wäre es auch für ihn ein Traum, Gold zu holen. Silber und Bronze hat er schon. Vor vier Jahren in Pyeongchang in Südkorea wurde er Zweiter im Super-G und Dritter in der Abfahrt. Im Super-G fehlten ihm 13 Hundertstel zum Titel, in der Abfahrt 18 Hundertstel. «Klar will auch ich Olympiasieger werden. Aber es ist kein Wunschkonzert. Alle anderen wollen das auch. Es ist ein Eintagesrennen, das von vielen Faktoren abhängt. Ich habe in den letzten vier Jahren jedoch oft gezeigt, dass ich am Tag X bereit bin.»

Silber - und Bronze - Medaillengewinner Beat Feuz (Abfahrt, Super G) wird am Flughafen ZuericH von Fans und Freunden empfangen, fotografiert am Samstag, 17. Februar 2018, am Flughafen Zuerich. (KEYSTO ...
Beat Feuz reiste mit zwei Medaillen aus Pyeongchang ab, Gold fehlt ihm aber noch. Bild: KEYSTONE

Ein bisschen Schwärmen

Grossveranstaltungen in Ländern ohne Wintersport-Tradition sind nicht nach dem Geschmack von Feuz. Auch mit seiner Meinung zu Winterspielen in China hat er nie zurückgehalten. Er hat stets betont, seinen Aufenthalt in Fernost so kurz wie möglich zu gestalten, und sich deswegen die Freiheit genommen, zwei Tage nach seinen Teamkollegen nach Peking zu fliegen. Er hat es vorgezogen, länger bei seiner Familie zu bleiben, zu der seit knapp drei Wochen auch sein zweites Töchterchen Luisa gehört.

Mit den Gegebenheiten vor Ort in Yanqing, wo die Alpinen und die Bobfahrer ihre Wettkämpfe austragen, hat sich Feuz schnell angefreundet. «Es ist ja in Zeiten mit Corona nicht viel anders als im Weltcup. Auch da verbringen wir viel Zeit allein im Zimmer. Es passt so.» Für Feuz passt es nicht nur neben, sondern auch auf der neuen Abfahrtsstrecke. Da gerät er sogar etwas ins Schwärmen. Es tönt nach Zuversicht mit Blick auf den Sonntag. «Die Piste ist hart und kompakt, und auch in Bezug auf die Streckenführung gibt es nicht viel Schöneres.»

Die Zuversicht ist auch deshalb gross, weil Feuz beim Saisonhöhepunkt ohne körperliche Defizite antreten kann. Das mehrfach operierte linke Knie bereitet ihm keine Sorgen mehr. Die Probleme, die Mitte Dezember bei den Rennen in Val Gardena begonnen und ihm danach auch in Bormio und teilweise in Wengen zu schaffen gemacht haben, sind nicht mehr. «In Kitzbühel ist es wieder einen Schritt nach vorne gegangen. Ich hoffe, dass ich vor weiteren Rückschlägen verschont bleibe.»

Ein bisschen Statistik

Mit den perfekten Bedingungen und der Gesundheit ist es selbstredend nicht getan. Feuz weiss, dass es am Sonntag für Gold die perfekte Fahrt braucht. Die breite Spitze in der Abfahrt verzeiht keine Fehler. Für Halbwertiges ist die Konkurrenz zu gross, wie ein Blick in die Statistik im aktuellen Weltcup zeigt. In den neun Rennen gab es sechs verschiedene Gewinner. Einziger Mehrfach-Sieger ist Aleksander Kilde. Der von einem Kreuzbandriss genesene Norweger dominierte gleich dreimal.

Aleksander Aamodt Kilde of Norway makes a jump during men's downhill training at the 2022 Winter Olympics, Friday, Feb. 4, 2022, in the Yanqing district of Beijing. (AP Photo/Robert F. Bukaty)
Aleksander Kilde ist einer der grossen Favoriten auf die Goldmedaille. Bild: keystone

Feuz seinerseits ist mit fünf Klassierungen unter den ersten drei der Konstanteste im Kreis der Besten, in dem sich in diesem Winter auch Niels Hintermann und Marco Odermatt etabliert haben. Der Zürcher wurde zweimal Dritter, der Nidwaldner dreimal Zweiter. Es sind Leistungsausweise, die auch sie zu Medaillenkandidaten machen. (dab/sda)

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