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Olympia 2026

RTS entfernt wegen Genozid-Debatte dieses Olympia-Video

Israelischer Zweierbob, Cortina, 16. Februar 2026.
Israelischer Zweierbob, Cortina, 16. Februar 2026.image: capture

RTS entfernt Video, das eine internationale Kontroverse ausgelöst hat

RTS missbilligt den Kommentar ihres Journalisten nur zurückhaltend, nachdem er während eines Sportwettkampfs bei den Olympischen Spielen in Cortina-Mailand politische Äusserungen gemacht hatte.
17.02.2026, 17:5817.02.2026, 17:59

Der Kommentar des Sportjournalisten, der den «Genozid in Gaza» anprangerte, blieb am Montag auf dem Sender RTS nicht unbemerkt. Er kritisierte die Teilnahme des israelischen Zweierbobfahrers an den Olympischen Spielen in Cortina-Mailand, der sich «bis ins Mark als Zionist definiert».

Von einigen applaudiert, von anderen kritisiert, hat diese Stellungnahme zu einer der sensibelsten geopolitischen Fragen den sozialen Medien neuen Gesprächsstoff geliefert. Die Europaabgeordnete von La France insoumise, Rima Hassan, verteidigte den RTS-Reporter. Die Abgeordnete der Renaissance-Fraktion in der Nationalversammlung, Caroline Yadan, die den 8. Wahlkreis der im Ausland lebenden Franzosen einschliesslich Israel vertritt, bezeichnete das Vorgehen gegenüber RTS als «würdelos».

«Auf Fakten basierte Information» aber «unangebracht»

In einer kurzen Stellungnahme, die an watson geschickt wurde, reagiert RTS wie folgt auf die Äusserungen ihres Journalisten Stefan Renna, die während des zweiten Laufs des israelischen Zweierbobs ausgestrahlt wurden.

«Unser Journalist wollte die Politik des IOC im Hinblick auf die Äusserungen des betroffenen Athleten hinterfragen. Dennoch ist eine solche Information, obwohl sie auf Fakten basiert, im Rahmen des Sportkommentars wegen ihrer Länge unangemessen. Aus diesem Grund haben wir die Sequenz gestern Abend von unserer Website entfernt.»
Stellungnahme von RTS

Wenn der öffentlich-rechtliche Sender eine Missbilligung ausspricht, fällt diese jedoch nicht allzu hart aus, da er die vom Kommentator gelieferten «Informationen» sogar als «faktenbasiert» einschätzt. In diesem Fall seien sie jedoch fehl am Platz. (amn/fwa)

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quelle: keystone / michael buholzer
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