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Ski: Lucas Braathen tritt mit 23 Jahren überraschend zurück

Norway's Lucas Braathen wipes his tears during a press conference in Soelden, Austria, Friday, Oct. 27, 2023. (AP Photo/Gabriele Facciotti)
Lucas Braathen erklärt in Sölden seinen Rücktritt.Bild: keystone

Paukenschlag vor dem Ski-Winter – Norwegens Star Braathen tritt erst 23-jährig zurück

Der Norweger Lucas Braathen tritt mit erst 23 Jahren per sofort zurück. Das gab der Slalomspezialist unmittelbar vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden bekannt.
27.10.2023, 12:2827.10.2023, 12:52

Als Grund für seinen Entscheid, der ein Paukenschlag ist, nannte Braathen an einer Medienkonferenz die «extrem respektlose Behandlung» durch den norwegischen Skiverband. Er befand sich mit diesem seit längerer Zeit – und wie vor ihm schon andere norwegische Wintersportler – in einem Konflikt über Bildrechte.

Unter anderem trat Braathen in diesem Herbst in der Werbekampagne eines Kleiderherstellers auf, der ein Konkurrent eines Verbandssponsors ist. Er äusserte die Hoffnung, dass durch seinen Rücktritt das Sponsoring-System in Norwegen überdenkt wird.

Norway's Lucas Braathen kisses the alpine ski, men's World Cup slalom discipline trophy, in Soldeu, Andorra, Sunday, March 19, 2023. (AP Photo/Alessandro Trovati)
Sein grösster Erfolg: Der Gewinn der kleinen Kristallkugel für die Slalom-Wertung 2022/23.Bild: keystone

«Ich bin fertig. Zum ersten Mal seit Jahren fühle ich mich frei», sagte er. «Ich höre nicht aus Protest auf oder weil ich rachsüchtig bin. Ich lebe nach dem Motto, dass ich immer das tun sollte, was mich am glücklichsten macht.»

Seine Mannschaftskollegen habe er gestern Abend ins Bild gesetzt, schilderte er. Das sei ein schwieriger Moment gewesen, «es war ätzend». Doch er habe «nichts als Unterstützung» von ihnen bekommen, was er sehr schön finde.

Braathen hatte im vergangenen Winter trotz einer Blinddarm-Operation die kleine Kristallkugel als bester Slalomfahrer geholt. Er feierte zwei seiner fünf Weltcupsiege in der Schweiz: 2022 in Wengen und 2023 in Adelboden gewann er jeweils den Slalom. An der WM im vergangenen Winter in Courchevel/Méribel wurde er in seiner Paradedisziplin Siebter. (nih/ram/sda)

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53 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Marky Mark
27.10.2023 12:33registriert September 2020
Schade für den Ski-Zirkus! Ich fand ihn anfangs etwas überheblich, danach hat er aber gezeigt, dass er wirklich ein absolutes Talent ist und ich habe sowohl für seine sportlichrn Fähigkeiten, als auch für seinen mutigen Auftritt grossen Respekt.
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Nelson Muntz
27.10.2023 12:33registriert Juli 2017
Los, sofort einbürgern!!! 😜

Ernsthaft, den hätte ich gerne bei „uns“. Cooler Junge!
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FrancoL
27.10.2023 12:43registriert November 2015
Respekt für einen Entscheid. Schade dass so ein Talent nicht mehr weiter fährt, aber wenn er damit sein Glück wieder findet ist das viel mehr als viele Weltcup-Pokale.
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