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Olympia 2026: Tränen bei Skicrosser Regez: «Unsportlich von mir»

Ryan Regez war nach Skicross-Aus im Halbfinal bitter enttäuscht.
Ryan Regez war nach Skicross-Aus im Halbfinal bitter enttäuscht.Bild: screenshot srf

Skicrosser Regez mit tränenreichem Interview: «Das war unsportlich von mir»

21.02.2026, 16:0021.02.2026, 16:34

Ryan Regez war mit grossen Zielen zu den Olympischen Spielen gekommen. Vor vier Jahren gewann der Skicrosser in Peking Gold, im letzten Jahr wurde er Weltmeister. Obwohl er seit dem Olympiasieg 2022 nur ein Weltcuprennen gewonnen hat und auch in dieser Saison schwächelt, wusste er also, was bei Grossanlässen möglich gewesen wäre. «Ich weiss genau, dass ich hier den Titel hätte verteidigen können», sagte der 33-Jährige nach dem Wettbewerb in Livigno beim SRF.

Regez scheiterte jedoch im Halbfinal. Obwohl er gut gestartet war, verhinderte ein Fehler die Qualifikation für den Final. «Ich bin so gut gefahren, die Ski sind gut gelaufen, daran lag es nicht», bilanzierte Regez. Es sei von Fahrt zu Fahrt langsamer geworden und sehr anstrengend gewesen, aber auch das war nicht der Grund für das Halbfinal-Aus. «Es war am Ende einfach ein Fehler zu viel, dann reicht es halt nicht für Edelmetall», sagte Regez, während ihm Tränen in die Augen schossen.

Ein Sprung von Regez geriet zu kurz, weshalb er es nicht ganz über die nächste Welle schaffte. Dies kostete ihn viel Tempo. Dass er dann auch noch dem Deutschen Tim Hronek schadete, tat Regez im Nachhinein sichtlich leid: «Ich komme etwas zu spät, verhänge mich mit dem Deutschen und nehme ihn aus dem Rennen. Das war unsportlich von mir und nicht sauber. Wenn ich es zurücknehmen könnte, würde ich.»

Doch in Bezug auf das unsportliche Verhalten, für das er dann vom kleinen Final ausgeschlossen wurde, gilt wie bei seinem Fehler: «Es ist, wie es ist. Ich kann es leider nicht mehr anders machen.» Immer wieder wird Regez von seinen Emotionen übermannt. Erst recht, als er auf seine Familie, die ebenfalls dabei war, angesprochen wurde. «Es ist unglücklich, so emotionale Themen zu haben, wenn man die Kamera und das Mikrofon im Gesicht hat», sagte der Berner Oberländer. «Ich wollte liefern für sie, für mich, für unser Land und unser Skicross-Team. Ich hätte es besser gekonnt, aber ich bin mega froh, dass sie jetzt da sind», so Regez.

Etwas Trost fand der Weltmeister von 2025 darin, dass die Schweiz sich dennoch über zwei Skicross-Medaillen freuen durfte: Silber für Fanny Smith am gestrigen Samstag und nun Alex Fivas Bronze. «Es ist unglaublich schön für Alex. Ich freue mich sehr für ihn und auch für Fanny», so Regez, der anfügte: «Trotzdem tut es noch ein bisschen weh … ein bisschen sehr fest.» (nih)

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Doppelpass
21.02.2026 16:36registriert Februar 2014
Grossartiges Interview!
100% autentisch, ehrlich!
Grossartiger Sportler!
Heldenhaft!
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Laggoss
21.02.2026 16:19registriert Januar 2021
Es ist schon krass für diejenigen, welche Sportarten betreiben, die eigentlich nur an den Olympischen Spielen wirklich ein Schaufenster erhalten: Vier Jahre darauf hingearbeitet und ein Fehler kann dann das angestrebte Ergebnis kosten.
Kopf hoch, Ryan Regez hat alles gegeben und muss sich kein Vorwurf machen. Das Rencontre mit Tim Hronek ist natürlich unglücklich, aber das gehört auch zum Skicross dazu.
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