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Serena Williams argues with the chair umpire during a match against Naomi Osaka, of Japan, during the women's finals of the U.S. Open tennis tournament at the USTA Billie Jean King National Tennis Center, Saturday, Sept. 8, 2018, in New York. (Photo by Greg Allen/Invision/AP)

US-Open-Final: Williams beschimpft den Schiedsrichter übel. Bild: Greg Allen/Invision

Mann, muskulös, breitbeinig – als sich Serena Williams über eine Lesbe lustig machte

Nach dem US-Open-Final wirft Serena Williams Schiedsrichter Carlos Ramos Sexismus vor und sagt, sie werde diesen weiter bekämpfen. Doch ein zehn Jahre alter Sketch in einer Comedy-Serie zeigt, wie Williams sich über eine lesbische Konkurrentin lustig machte. Darf sie das?

Simon Häring / Aargauer Zeitung



Der Vorwurf, dem sich Schiedsrichter Carlos Ramos nach dem US-Open-Final der Frauen von Serena Williams ausgesetzt sieht, ist gravierend: Sexismus. Doch was ist Sexismus? Die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes schreibt: «Sexismus ist ein weites Feld und betrifft alle Menschen.» Es gehe dabei nicht ausschliesslich um die Diskriminierung eines Geschlechts, sondern vielmehr um die daran geknüpften Verhaltensanforderungen.

ADVANCE FOR WEEKEND EDITIONS, JUNE 21-22 - FILE - In this June 12, 2014, file photo, Andy Murray's new coach Amelie Mauresmo, right, watches him  practice during a training session before his Queen's Club grass court championships tennis match in London. The pairing of defending champion Andy Murray and his new coach, Amelie Mauresmo, was quickly dubbed

Zweifache Grand-Slam-Siegerin und zwischenzeitlich Coach von Andy Murray: Amélie Mauresmo. Bild: AP

Sexismus kann offen sein, aber auch subtil. Das Phänomen ist vielschichtig und beinhaltet auch Erwartungen an die sexuelle Orientierung. Heisst in der Fortsetzung: Wer sich über die sexuelle Orientierung anderer mokiert, ist ein Sexist. Genau das hat Serena Williams, die den Punktabzug im Final der US Open als «sexistisches Statement» bezeichnete, selber mehrfach getan. Im Zentrum stand eine ihrer grössten Rivalinnen, die Französin Amélie Mauresmo.

«Serena Williams rettet den Tag», titelt der englische Boulevard im November 2008 über einen Sketch in der Comedy-Serie «Mad TV». Dabei wird die Amerikanerin als Superheldin inszeniert: Der designierte US-Präsident Barack Obama bittet Williams im Kampf gegen die Russen um Hilfe. Diese hätten Pläne für Waffen gestohlen. Ihre Gegnerin: Alisa Karbelnikov, eine Anlehnung an die ehemalige Tennis-Spielerin Anna Kournikowa.

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Serena Williams im Sketch von «Mad TV». Video: YouTube/myjunkshared

«Ich versohle dir deinen knochigen, blonden Arsch»

Williams schlüpft nun in ein enges Kostüm, verwandelt sich in «Black Racket». Der zuvor hinter ihr als unbeholfener Balljunge wirkende Asiate wird zu ihrem Gehilfen «Ping Pong». Im Hintergrund wehen amerikanische Fahnen. Auf einem Racket fliegen sie nach Russland. Dort fordert Williams: «Gib mir die Pläne, oder ich töte dich.» Es kommt zum Duell auf dem Platz. Williams: «Bist du bereit dafür, dass ich dir deinen knochigen, blonden Arsch versohle?»

Kann man das noch als lustvolles Spiel mit Stereotypen bezeichnen, wird es spätestens ab diesem Moment fragwürdig. Karbelnikov fragt: «Dachtest du wirklich, du spielst gegen mich? Nein, nein. Du spielst gegen die französische Bankdrückerin Amélie Mauresmo.» Ihr Name wird nicht verfremdet. Sie wird gespielt von einem Mann, muskulös, breitbeinig, die Oberweite ist ausstaffiert. Zur Begrüssung zerdrückt sie einen Tennisball zwischen ihren Beinen.

Hingis über Mauresmo: «Ein halber Mann»

Martina Hingis hatte Mauresmo einmal als «halben Mann» bezeichnet und Lindsay Davenport sagte, die Französin spiele wie ein Mann. 1999, im Alter von nur 19 Jahren, outete Mauresmo sich als lesbisch. Später trainierte sie Andy Murray. Williams' Trainer Patrick Mouratoglou sagte damals: «Nichts gegen Frauen, aber es ist komisch für einen Mann, eine Frau anzustellen.» Mauresmo ist heute Captain des französischen Davis-Cup-Teams und zweifache Mutter.

Im Sketch von «Mad TV» zerlegt Williams das Mannsweib nach allen Regeln der Kunst. Selbst eine Handgranate, von der russischen Agentin Karbelnikow zugespielt, retourniert sie gekonnt. Sie hinterlässt ein riesiges Loch im Bauch von «Bankdrückerin Mauresmo». «Game, Set and Match», sagt Williams. Karbelnikow anerkennt, sie spiele so gut, wie sie aussehe. Williams antwortet lasziv: «Und ich schaue verdammt gut aus.» Die Superheldin hat die Mission erfüllt.

Der Sketch spielt in einer Comedy-Serie. Serena Williams ist inzwischen Mutter. Sie kämpft gegen Sexismus, Rassismus und jede Form von Diskriminierung. Sie wurde selber wohl oft genug Opfer von Ausgrenzung und Vorurteilen. Ein russischer Turnierveranstalter nannte sie und ihre Schwester einst «Williams Brothers». Er wurde für ein Jahr gesperrt. Nun sieht sie sich als Opfer einer «Doppelmoral». Im Sketch von «Mad TV» aber ist sie die Täterin.

Serena Williams' Plädoyer nach dem US-Open-Final.

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Video: srf/SDA SRF

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Walser 11.09.2018 20:08
    Highlight Highlight Hätte sie nach dem Match einfach cool die Fake Busse bezahlt und wäre zur Tagesordnung übergegangen, wäre alles ok. Gewesen. Was sie jetzt tut, ist einfach nur sackschwach. SW selbst macht sich schon jahrelang gerne über andere lustig oder beschimpft sie. Der Verband sollte sie ein halbes Jahr sperren.
  • Nevermind 11.09.2018 19:47
    Highlight Highlight Und mit 10 hat sie in der Schule einmal in einer Prüfung gespickt und einem anderen Mädchen die Zunge gezeigt. Das sollte man auch noch erwähnen. Schliesslich sollen alle wissen, dass sie ein durch und durch verdorbener Charakter ist.
  • Chris. 11.09.2018 18:00
    Highlight Highlight Dimitrov 2016 game Abzug bei 0:5 im zweiten Satz, demzufolge match verloren nach der 3. Verwarnung, gibt es auch bei den Männern...
  • Joe Smith 11.09.2018 17:35
    Highlight Highlight Nur eine Verständnisfrage zum Sketch: Ist das nun der typisch amerikanische Humor oder wie muss ich das verstehen?
    • DemonCore 12.09.2018 09:18
      Highlight Highlight Eher eine Karikatur des amerikanischen Humors, der wegen der üblichen Humorlosigkeit in amerikanischen Redaktionen ebenda für echt gehalten wird.
  • MiepMiep 11.09.2018 17:01
    Highlight Highlight Wo wird das enden, wenn jetzt schon Regeln im Tennis nach möglichen Sexismus-Vorwürfen ausgelegt und interpretiert werden müssen?
    Hört doch endlich mal auf, auf dieser Männlein, Weiblein oder was auch immer Debatte rumzureiten und konzentriert euch auf die richtigen & wichtigen Probleme dieser Welt...
  • Diavolino666 11.09.2018 16:13
    Highlight Highlight Der beste Witz in der Geschichte kam immer noch von Serena selber - wenn auch ungewollt... und unbemerkt...
  • PostFinance-Arena 11.09.2018 16:04
    Highlight Highlight Erinnert mich an die Schauspielerin, welche in der Me-too-Debatte an vorderster Front den Mund aufriss, aber Jahre zuvor doch gefährlich nah an der legalen Grenze war...

    Und was ich seit Jahren nicht verstehen kann im Zusammenhang mit Frauen-Tennis: Wieso verdienen die gleich viel wie die Männer?? Sie spielen weniger lange und Frauentennis interessiert definitiv weniger Fans! (dadurch hat es weniger Zuschauer, weniger Sponsoren, weniger Einnahmen für die Turnierorganisatoren...aber die Einnahmen der Spielerinnen muss an GS genau gleich sein wie bei den Männern...ja ne is klar.)
  • Panna cotta 11.09.2018 15:59
    Highlight Highlight Einen zehn Jahre alten Sketch braucht man nicht auszugraben. Waren wir nicht alle vor zehn Jahren hin und wieder genau die Idioten, die wir nicht sein wollen?
    • welefant 11.09.2018 17:10
      Highlight Highlight ja doch aber kommt drauf an wie alt man vor 10 jahren war. ich denke sie war stabil im kopf! deshalb soll sie‘s chillen....
  • die 200 11.09.2018 15:53
    Highlight Highlight ... über Punkt- und Game-Abzug konnte ich jedenfalls mehr lachen als über diesen idiotischen und geschmacklosen Sketch...
    • Pasionaria 11.09.2018 16:24
      Highlight Highlight Eigentlich gibt es weder..... über Punkt- und Game-Abzug noch über den geschmacklosen Sketch etwas zu lachen.
      Ueber letzteren sowieso nicht, aber auch nicht über den beschämenden Vorfall seitens Williams im Final des diesjährigen US-Open.
      Die Dame fühlt sich als über allen stehende Tennisqueen, die Beste (im Tennis ist sie es....), Intelligenteste, geschmackvollste Designerin, Bestaussehendste etc. etc.
      Zum Glück traf sie für einmal auf einen mutigen Schiedsrichter, der endlich die Regeln richtig auslegte und auch nicht vor der besten Tennisspielerin Halt machte. Bravo.
    • die 200 11.09.2018 16:46
      Highlight Highlight ... was glaubst du, wieso mich das ganze so gefreut hat?????

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