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epa04482688 A general view of the O2 Arena shows Britain's Andy Murray (L) returns to Japan's Kei Nishikori during the ATP World Tour Finals mens tennis tournament at the O2 Arena in London, Britain, 09 November 2014.  EPA/ANDY RAIN

Die O2 Arena ist längst nicht dauerhaft voll – vor allem dann nicht, wenn Roger Federer nicht spielt. Bild: EPA/EPA

Immer mehr leere Plätze – die ATP-Finals und die Angst vor der Zeit ohne Federer und Nadal

Die Tenniswelt nach der Ära der grossen Fünf: Die ATP Finals bekommen diese Woche einen Vorgeschmack darauf. Und es ist kein schönes Bild. Nie blieben in der O2 Arena so viele Plätze leer.



Novak Djokovic ist in London omnipräsent. Zumindest, wenn man mit der U-Bahn in der O2 Arena ankommt. Gleich dutzendfach wirbt Lacoste mit seinem Konterfei an Wänden, Decken und Rolltreppen. «Christmas Crocodiles» nennt sich die Kampagne in Anlehnung an das Logo der französischen Traditionsmarke. In der Realität fehlt Djokovic an den ATP Finals, nachdem der fünffache Masters-Champion seine Saison nach Wimbledon abbrechen musste. Genauso wie Titelverteidiger Andy Murray, Stan Wawrinka, Kei Nishikori, Milos Raonic und seit Montag auch Rafael Nadal. Auf die Zuschauerzahlen wirkt sich das deutlich aus.

Djokovic spielt in LA statt London Tennis:

Noch immer ist die Halle stets zu mindestens rund 85 Prozent voll, dennoch waren in der riesigen O2 Arena noch nie so viele leere Plätze auszumachen wie in diesem Jahr. Zumindest dann, wenn Roger Federer nicht spielt. Bereits vor zwölf Monaten, als Federer und Nadal fehlten, gingen die Zuschauerzahlen deutlich zurück. Zu drei Sessions – es werden jeweils separate Tickets für die Nachmittags- und Abendspiele (je ein Einzel und Doppel) verkauft – waren im letzten Jahr weniger als 16'000 Zuschauer gekommen.

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Dieses Lineup haut wahrlich niemanden aus den Socken. bild: screenshot atp

Zuvor hatte es keine einzige Partie mit weniger als 16'000 Fans gegeben, seit die Arena 2012 auf 17'800 Plätze ausgebaut worden war. Im Gegensatz zur Rekordmarke von 2014 mit insgesamt 263'560 verkauften Tickets kamen letztes Jahr über 11'000 Fans weniger. In diesem Jahr unterboten von bisher acht Sessions bereits vier die Marke von 16'000 Zuschauern, ein Negativrekord ist absehbar. Ausverkauft war die Halle nur zweimal, bei beiden Spielen von Roger Federer. Auch bei Nadals einzigem Auftritt blieben nur ganz wenige Plätze leer.

Es fehlen die Zugpferde

Ein Tag wie am Mittwoch mit Dominic Thiem, Grigor Dimitrov, David Goffin, Pablo Carreño Busta sowie vier Doppelpaaren in Aktion ist hingegen nicht nach dem Geschmack des anspruchsvollen Londoner Publikums. Zudem sorgen stagnierende Löhne und die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen des Brexits dafür, dass viele Engländer die Gürtel enger schnallen.

Die bittere Wahrheit für die ATP ist aber klar: Ohne Federer, Nadal sowie – in etwas geringerem Mass – Djokovic, Murray und Wawrinka fehlen die Zugpferde. Alle fünf sind über 30 Jahre alt und werden über kurz oder lang von der Bühne abtreten. Bis Leute wie Alexander Zverev die Massen in die Stadien holen, dürfte es noch eine Weile dauern – wenn überhaupt.

LONDON, ENGLAND - NOVEMBER 13: In this handout image provided by The Times for ATP, the ATP World Tour finalists standing in order of ranking for the event, 1. Novak Djokovic, 2. Andy Murray, 3. Roger Federer, 4. Stan Wawrinka, 5. Rafael Nadal, 6. Tomas Berdych, 7. David Ferrer and 8. Kei Nishikori pose for a group photograph at City Hall with Tower Bridge and the London skyline as a backdrop on November 13, 2015 in London, England. (Mandatory photo credit: 'The Times Photographer Marc Aspland for ATP')

Das Teilnehmer-Feld der ATP Finals 2015: Ein Traum für die Organisatoren. Bild: Getty Images Europe

ABD0006_20171110 - LONDON - GROSSBRITANNIEN: ++HANDOUT++ (v.l.) David Goffin, Marin Cilic, Roger Federer, Dominic Thiem, Alexander Zverev, Rafael Nadal, Grigor Dimitrow, Jack Sock am Donnerstag, 9. November 2017, wŠhrend eines Fototermins im Rahmen der ATP Finals vor dem Tower of London. - FOTO: APA/WONDERHATCH - ++ WIR WEISEN AUSDR†CKLICH DARAUF HIN, DASS EINE VERWENDUNG DES BILDES AUS MEDIEN- UND/ODER URHEBERRECHTLICHEN GR†NDEN AUSSCHLIESSLICH IM ZUSAMMENHANG MIT DEM ANGEF†HRTEN ZWECK UND REDAKTIONELL ERFOLGEN DARF - VOLLST€NDIGE COPYRIGHTNENNUNG VERPFLICHTEND ++

Das Teilnehmer-Feld der ATP Finals 2017: Mittlerweile ist auch Nadal nicht mehr dabei. Bild: WONDERHATCH

Roger Federer glaubt nicht daran, dass die neue Generation so bald das Zepter übernehmen kann, obwohl er gerade Zverev eine grosse Zukunft prophezeit. «Novak, Murray und Stan sind drei Spieler, von denen ich auf keinen Fall sagen könnte, die kommen nicht mehr richtig zurück», sagt der 36-jährige Basler. «Ich glaube, die Jungen brauchen schon noch etwas Zeit.» Er erwartet zunächst mal eine interessante Zeit, da vor allem Djokovic (aktuell Nummer 12), Murray (16) und Wawrinka (8) erst mal tiefer gesetzt sein werden als üblich.

Federer sieht die vielen Verletzungen nicht so dramatisch: «Die sind eigentlich normal in dem Alter.» Um sie zu verhindern, müsste man «zehn Jahre unseres Alters wegnehmen, dann ginge es uns vermutlich besser», meinte er lachend. «Früher hatten viele Spieler ihre Karriere in dem Alter bereits beendet oder waren kurz davor.» Für die ATP ist es also Fluch und Segen, dass die grossen fünf in ihrem Alter noch dominieren. Die Zukunft wird aber eine gewaltige Herausforderung. (pre/sda)

Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)

Federers Erfolgsrezept – die wissenschaftliche Erklärung

Video: srf

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