Der Schweizer Tennisprofi Dominic Stricker (ATP 169) scheitert am US Open bereits in der Startrunde. Der Berner unterliegt dem Argentinier Francisco Comesaña (ATP 108) in vier Sätzen.
Es war eine 1. Runde, die für den letztjährigen Achtelfinalisten absolut zu gewinnen war. Nach einem soliden Start verlor der 22-jährige Berner aber die meisten wichtigen Punkte und damit die Partie 6:4, 3:6, 6:7 (4:7), 3:6. Er wird in der Weltrangliste auf Platz 330 oder noch weiter abrutschen.
Stricker tut sich schwer, seinen Durchbruch vom letzten Jahr zu bestätigen. Die erste Saisonhälfte verpasste der Juniorensieger des French Open 2020 wegen hartnäckiger Rückenprobleme, danach ist er nie richtig in die Gänge gekommen. Letzte Woche zeigte er in Winston-Salem mit dem ersten Sieg in diesem Jahr auf ATP-Stufe zwar Aufwärtstendenz, in New York konnte er diese jedoch nicht bestätigen.
Der ein Jahr ältere Comesaña hat auf Hartplatz noch keine dicken Stricke zerrissen und bestreitet erst sein zweites Grand-Slam-Turnier. In Wimbledon hatte er immerhin den Top-Ten-Spieler Andrej Rublew bezwungen und die 3. Runde erreicht. Stricker kam aber mit den schönen Erinnerungen an 2023 nach Flushing Meadows, als er die Fans mit seiner Lockerheit und einem Sieg gegen Stefanos Tsitsipas begeistert hatte.
Davon ist derzeit nicht mehr viel zu sehen. Stricker hatte genügend Chancen auf ein besseres Ergebnis. Er führte nach dem Gewinn des ersten Satzes auch im zweiten mit einem Break (3:2) und hatte später im dritten Durchgang bei Aufschlag Comesaña einen Satzball zur 2:1-Führung. Im Moment fehlen Stricker in diesen entscheidenden Momenten die Lockerheit und auch das Selbstvertrauen. So war nach etwas über drei Stunden auf dem kleinen Aussenplatz 4 bereits wieder Schluss.
Viktorija Golubic (WTA 73) gelingt auch bei der siebten Teilnahme am US Open kein Sieg. Die 31-jährige Zürcherin unterliegt der Spanierin Paula Badosa in 69 Minuten 0:6, 3:6.
Am Australian Open hatte Golubic Anfang dieses Jahres zum ersten Mal eine Runde im Hauptfeld überstanden, in New York misslang ihr diese Premiere deutlich. Gegen die in New York geborene Badosa gewann sie ihr erstes Game erst nach einer halben Stunde zum 1:0 im zweiten Satz und brachte sie den Service zum 3:5 ein erstes und einziges Mal durch.
Badosa ist nach einem durch Verletzungen geprägten letzten Jahr wieder auf dem Weg an die erweiterte Spitze. Seit Anfang Monat gewann die 26-jährige frühere Weltnummer 2 das 500er-Turnier in Washington DC und stand am WTA-1000-Event in Cincinnati im Halbfinal. Trotzdem wäre für Golubic im zweiten Satz etwas möglich gewesen, weil die Schweizerin Kampfgeist bewies und Badosa bei eigenem Service schwächelte.
Aber bei Golubic läuft es trotz allen Bemühungen seit einigen Wochen nicht rund. Seit dem Sieg in der Startrunde vom French Open gegen die tschechische Wimbledon-Siegerin Barbora Krejcikova hat sie nur noch einen Match auf der WTA Tour gewonnen.
Die beiden Weltnummern 2 erleben einen ruhigen Start ins US Open. Bei den Männern setzt sich Novak Djokovic 6:2, 6:2, 6:4 gegen Radu Albot aus Moldawien durch.
Im Frauenfeld bekundete Aryna Sabalenka beim 6:3, 6:3 gegen Priscilla Hon, wie Albot über die Qualifikation ins Turnier gekommen, ebenfalls keine Probleme.
Die Belarussin strebt nach zwei Australian-Open-Siegen einen ersten Titel in New York an. Djokovic verpasste es in diesem Jahr bisher, mit dem 25. Grand-Slam-Triumph alleiniger Rekordhalter bei den Männern und den Frauen zu werden. Mit dem Olympiasieg in Paris erfüllte er sich aber einen grossen Traum und tankte viel Selbstvertrauen.
Novak covering some ground in the third set! pic.twitter.com/LMoahPdAN7
— US Open Tennis (@usopen) August 27, 2024
Dominic Thiem beendet am US Open seine Karriere auf der grossen Bühne – an der Stätte seines grössten Erfolgs
Dominic Thiems letzte Partie bei einem Grand-Slam-Turnier dauerte nicht ganz zwei Stunden, dann hatte der bald 31-jährige Österreicher in drei Sätzen gegen den letztjährigen Halbfinalisten Ben Shelton verloren. Thiem (ATP 210) profitierte wie Stan Wawrinka, der am Dienstag auf den Qualifikanten Mattia Bellucci trifft, von einer Wildcard und kam so noch einmal zu einem Auftritt im riesigen Arthur Ashe Stadium.
Hier hatte er vor vier Jahren seinen einzigen Grand-Slam-Titel gewonnen, nun sagte er nach 111 Matches (75 Siege) Servus. Seinen definitiven Abschied gibt Thiem im Herbst beim Heimturnier in Wien. (dab/sda)