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epa06767466 British Britain's Chris Froome poses with the trophy of the Giro d'Italia cycling race after the twenty-first and final stage of the Giro d'Italia cycling race, over 115 km in Rome, Italy, 27 May 2018.  EPA/Daniel Dal Zennaro

Dritter Grand-Tour-Erfolg in Folge: Chris Froome mit der Siegertrophäe des Giro d'Italia in Rom. Bild: EPA/ANSA

Diesen Berg verdrückte Froome zum Zmorge, bevor er am Giro sein Feuerwerk zündete

Die 19. Etappe des Giro d'Italia 2018 war eine fürs Geschichtsbuch. Mit einem begeisternden Solo-Ritt über 80 Kilometer holte Chris Froome den Tagessieg, das Leadertrikot und zwei Tage später die Rundfahrt. Nun enthüllt das Team Sky seinen Plan dazu.



Wenn am Samstag in Noirmoutier-en-l'île in der Vendée die Tour de France gestartet wird, dann ist Chris Froome der grosse Favorit. Die letzten drei Austragungen gewann der Brite, mit dem Sieg im Jahr 2013 bringt er es auf vier Gesamtsiege. Und er hat mit der Tour 2017, der Vuelta 2017 und dem Giro 2018 drei Grand-Tours in Folge gewonnen. Der jüngste Triumph an der Italien-Rundfahrt war besonders eindrücklich herausgefahren.

Freispruch vor Tour-Start

Beim Sieg an der Spanien-Rundfahrt wurde bei Froome im September 2017 ein erhöhter Wert des Asthmamittels Salbutamol festgestellt. Doping stand im Raum, die Tour de France schloss Froome deshalb am Montag vom Rennen aus. Doch am Dienstag erklärte der Rad-Weltverband UCI das Verfahren für beendet und sprach Froome vom Doping-Verdacht frei. Somit kann er nun starten. «Ich bin froh, dass es jetzt vorbei ist, eine grosse Last ist von meinen Schultern gefallen», sagte der 33-Jährige, der in Frankreich von Bodyguards begleitet werden wird.

Drei Minuten und 22 Sekunden liegt Froome vor der 19. Etappe im Gesamtklassement hinter Simon Yates zurück. Zwischen ihm und dem Leader sind auch noch der holländische Vorjahressieger Tom Dumoulin und der Einheimische Domenico Pozzovivo. Doch am Ende von 184 Kilometern knochenharter Arbeit strahlt der schmächtige Froome in der Maglia Rosa und hat sein Landsmann Yates nach einem Einbruch 39 Minuten und damit alle Hoffnungen verloren.

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Die Highlights der legendären Etappe.

400 Gramm Reis und vier Pfannkuchen

Wie war es möglich, dass Chris Froome am Aufstieg zum legendären, teils nicht asphaltierten Colle delle Finestre alle seine Gegner derart abhängen konnte? Und danach alleine dem Ziel entgegen jagte, um dort mit drei Minuten Vorsprung und mehr auf alle anderen anzukommen?

Sein Team Sky hat nun, sechs Wochen später und kurz vor dem Start der Tour de France, der BBC detaillierte Ernährungspläne und Froomes Daten während des Rennens zur Verfügung gestellt. Unter anderem erfahren wir, was Froome vor der legendären 19. Etappe als Zmorge empfohlen wurde: Unter anderem 400 Gramm Reis, ein Omelett aus drei Eiern und vier Pfannkuchen mit Konfitüre.

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Einblick in Chris Froomes Ernährungsplan für den 25. Mai. bild: team sky

Dieser Berg von Lebensmitteln steht im Kontrast dazu, was Froome in der Anfangsphase des Giro zu sich genommen hat. Denn der Sky-Plan sah vor, dass der Fahrer erst während der Rundfahrt auf sein Idealgewicht kommen sollte. Schliesslich ist es bei Profis genau gleich wie bei jedem anderen Menschen: Je leichter man ist, desto einfacher kann man einen Berg hoch kommen.

Ein heikles Unterfangen, denn die Balance musste genau stimmen. Fehler beim Gewichtsmanagement hätten teuer bezahlt werden müssen und sicher nicht mit einem Sieg geendet. Gerade während des Rennens musste sich Froome richtig ernähren, um nicht einen Hungerast zu erleiden und alles zu verlieren.

Tiefer Puls, maximale Kraft

Sky gilt als Team, für das der Radsport auch viel mit Wissenschaft zu tun hat. Entsprechend akkurat wurde die Etappe geplant. Froome wusste, wann er welches Gel zu sich nehmen sollte und er wusste, dass er am Ende noch zwei Raketen zünden konnte. Dieser «Rocket Fuel» klingt indes spektakulärer, als er ist, denn besonders kohlenhydratlastige Getränke-Shots nehmen die meisten Fahrer in der Schlussphase des Rennens zu sich. Besonders am Shot der Sky-Fahrer sei, sagte der Ernährungsberater des Teams, dass er noch einmal deutlich mehr Kohlenhydrate liefere als andere.

epa06763181 British rider Chris Froome of Team Sky celebrates as he crosses the finish line to win  the 19th stage of the Giro d'Italia cycling race, over 185 km from Venaria Reale to Bardonecchia, in Bardonecchia, Italy, 25 May 2018.  EPA/DANIEL DAL ZENNARO

Der Moment des Triumphs: Froome gewinnt die Bergankunft in Bardonecchia. Bild: EPA/ANSA

Froomes Herz schlug vor der 19. Etappe bloss 32 Mal pro Minute. Dieser Ruhepuls ist äusserst bemerkenswert, im Profifeld aber keine Seltenheit. Während der Etappe, das zeigt die Auswertung seiner Daten, hatte Froome einen Maximalpuls von 159. Überaus beeindruckend ist die Kraft, mit welcher der an diesem Tag 68,9 Kilogramm schwere Brite in die Pedalen trat. Bei seinem Angriff am Finestre erreichte er während 16 Sekunden eine durchschnittliche Leistung von 603 Watt – also 8,75 W/kg, dem Vergleichswert für verschieden schwere Fahrer. Während des gesamten, 64 Minuten langen Aufstiegs auf den Colle delle Finestre leistete er durchschnittlich 5,9 W/kg.

French police keep watch as four-time Tour de France cycling race winner Chris Froome of Britain, center rear, answers questions during a TV interview after a press conference in Saint-Mars-la-Reorthe, Vendee region, France, Wednesday, July 4, 2018, ahead of upcoming Saturday's start of the race. (AP Photo/Christophe Ena )

Von Beamten bewacht gibt Froome vor der Tour de France Auskunft. Bild: Ap

«Ich veröffentliche die Daten gerne, damit sie helfen können, unsere Leistungen einzuordnen», sagte Chris Froome zur BBC. Zweifler wird er damit nicht überzeugen können. Aber die Unterlagen zeigen, wie viel der Fahrer und sein Team Sky unternehmen, damit Froome auf dem Velo «nur noch» ausführen muss. Auch ab Samstag, wenn er die 105. Austragung der Tour de France gewinnen und als erster Fahrer seit Marco Pantani 1998 das Double Giro/Tour schaffen will.

Drama am Mont Ventoux: 2016 rennt Froome den Berg hoch

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    Alle Leser-Kommentare
  • Echo der Zeit 05.07.2018 16:51
    Highlight Highlight Die Richtige Doping Mischung wird dann in 5 Jahren nachgereicht.
  • Mova 05.07.2018 14:41
    Highlight Highlight Erzähl das meinem Bürostuhl. Der Sky Shot hat ganz anderes Zeug drin. In einigen Jahren wissen wir mehr.
  • Lester McAllister 05.07.2018 14:27
    Highlight Highlight Und ich Idiot hab bis jetzt tatsächlich geglaubt man könne Pancakes nicht schmelzen und spritzen😥
  • Fruchtzwerg 05.07.2018 14:24
    Highlight Highlight Ich war lange genug selbst Rennfahrer bzw. im Radsport tätig um zu wissen, dass bei Froomes veröffentlichtem Frühstück ein paar wichtige Zutaten fehlen: Blutbeutel mit Eigenblut, Epo, HGH, Testosteron, Salbutamol, diverse Schmerzmittel und weiteres.
    Natürlich alles nur reine Spekulation meinerseits, denn sonst wird mein Kommentar ja sicherlich von Watson gelöscht...
  • N. Y. P. D. 05.07.2018 13:44
    Highlight Highlight P.S.

    Ein Freispruch 2. Klasse

    Ein ungutes Grundgefühl bleibt weiter, vor allem wenn man sich die Vuelta 2017 noch einmal vor Augen führt. Froome verlor in der letzten Woche kontinuierlich Zeit auf seinen härtesten Rivalen Vincenzo Nibali. Froome sah den Sizilianer vornehmlich von hinten.

    Am 7. September, der Tag, an dem die Probe nach dem Rennen genommen wurde, änderten sich aber die Verhältnisse. Froome schien wie ausgewechselt, nahm am gleichen Tag Nibali 21 Sekunden ab, und zwei Tage später am Angliru sogar 34 Sekunden.

    Also, sehr, sehr suspekt.
  • Myk38 05.07.2018 13:18
    Highlight Highlight Maximalpuls 159? Alles klar...
  • Thomas J. aus B. 05.07.2018 13:14
    Highlight Highlight Bemerkenswert, wie Team Sky die Werbetrommel für ihr Aushängeschild rühren muss. Die wissen selber haargenau, wie das nach aussen hin wirkt, was die letzten Monate und mit dem Zutun der UCI diese Woche lief. Welch ein "Zufall", dass das Verfahren kurzum nachdem die ASO Froome ausladen wollte eingestellt wird.
    Der Radsport ist bedeutend sauberer geworden. Schade nur, dass sich die UCI bei diesen Bemühungen gleich selber ins Bein schiesst und der Glaubwürdigkeit des Radsports einen herben Dämpfer verpasst. Einmal mehr sehr verquer, die Ungleichbehandlung im Fahrerfeld.
  • KXXY 05.07.2018 12:35
    Highlight Highlight Der drückt noch ganz Anderes, und zwar vor dem Zmorgen.

    Danach gehts dann ab wie Maradonna ...
    • Astrogator 05.07.2018 13:43
      Highlight Highlight Der eine hat Gottes Hände, der andere dessen Beine. Beschiss ist es allemal.
    • KXXY 06.07.2018 08:51
      Highlight Highlight Bei Froome wohl eher Panzerschokolade, bei Maradonna wars ja das "Juvlipulver" ...
  • pontifex_maximus 05.07.2018 11:53
    Highlight Highlight Jaja, der Reis, das Omelett und die Pfannkuchen werden's wohl ausgemacht haben. Ganz klar.
  • chnobli1896 05.07.2018 11:44
    Highlight Highlight Mit was für Mittelchen hat er das ganze gewürzt?

    Überraschend, dass nach x-monatigen Ernittlungen der Freispruch kommt. Wenige Tage nachdem ihn die Tour Organisatoren wegen des laufenden Verfahrens ausgeschlossen haben.

    Der Radaport tut weiterhin nix für seine Glaubwürdigkeit, ich hoffe die restlichen Fahrer machen es in Form von einem Boykott. Aber es wird wohl wieder um zu viel Geld gehen dafür
  • manhunt 05.07.2018 11:40
    Highlight Highlight eine derartig abgehobene leistung ist nur mit doping möglich. und beinahe all jene, welche in der vergangenheit solche „wundersamen“ leistungen vollbrachten, wurden irgendwann des dopings überführt. der entscheid des UCI liest sich für mich wie ein schlechter witz.
    • ablaze 05.07.2018 12:51
      Highlight Highlight Und was genau war "wundersam" an seinem Auftritt?
    • Thomas J. aus B. 05.07.2018 13:20
      Highlight Highlight In dieser Etappe kumulierten sich diverse Dinge. Zum einen fuhr Froome die ersten zwei Wochen mehr oder weniger, u.a. wegen Sturz vor der ersten Etappe, nur hinterher und hielt den Abstand zum Leader im Rahmen. Und in der besagten Etappe machten die anderen Teams, hauptsächlich Sunweb, Fehler. Und dann brach Pinot mit einer nachträglich diagnostizierten Lungenentzündung ein und Yates zollte für die ersten zwei Wochen Tribut.
      Es führte also das eine zum anderen. Dass es nach etwas anderem aussieht, überrascht aber definitiv nicht. Aber es gibt plausible Erklärungen.

Dieses grosse Spiel zeigt: Niklas Schlegel ist parat für den SC Bern

Wer in Langnau seine Mannschaft zum Sieg zu hexen vermag, ist bereit für den SC Bern. Niklas Schlegel hat mit den ZSC Lions in Langnau 4:3 nach Penaltys gewonnen.

Für einmal ausnahmsweise keine Polemik. Keine tendenziösen Einschätzungen. No Bullshit. Nur Fakten. Nichts als Fakten.

Der SC Bern verliert am 13. Oktober in Langnau 1:3 (0:1, 1:1, 0:1). Leonardo Genoni (32) erreicht bei 19 Schüssen auf sein Tor eine Abwehrquote von 84,21 Prozent. Es ist ein grosses Spiel der Langnauer.

Die ZSC Lions gewinnen am 7. Dezember in Langnau 4:3 (0:2, 2:0, 1:1) nach Penaltys. Niklas Schlegel (24) erreicht bei 25 Schüssen auf sein Tor eine Abwehrquote von 88,00 Prozent. …

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