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Matt Macduff Loop of Doom

Matt Macduff fliegt aus 12 Metern aus dem «Loop of Doom» auf den harten Boden.
bild: loopofdoom

Ist das der schlimmste MTB-Unfall aller Zeiten? Das sagt Macduff nach seinem Monster-Loop-Crash

Matt Macduff wollte im März einen 12 Meter hohen Looping mit seinem Bike bezwingen. Er fabrizierte den vielleicht schlimmsten Mountainbike-Sturz aller Zeiten. Jetzt spricht er über seine Zukunft und warum er das völlig kranke Risiko einging.



Diavolo war 1900 ein wilder Typ. Heute würde man ihn Stuntman nennen. Er «besiegte» mit seinem Velo zweimal einen 7,5 Meter hohen Looping. Das sah dann so aus:

Diavolo 1900 Matt Macduff

Diavolo bei einem seiner Looping-Stunts.
bild: clickamericana.com

Über 100 Jahre später versuchte Matt Macduff einen ähnlichen Stunt. Allerdings war der Looping 12 Meter hoch. Drei Jahre dauerte die Vorbereitung, am 19. März war es im Garden Route Trail Park in Südafrika soweit. Ein Testlauf mit einem 6-Meter-Looping klappte zuvor.

Zehn Brüche – alleine in der rechten Hand

«Ich dachte, wenn Diavolo 1900 7,5 Meter schafft, sollten heute auch 12 möglich sein», blickt Macduff heute auf seine Idee zurück. Dazwischen liegt ein Horror-Sturz, den viele als «schlimmsten in der Mountainbike-Szene» bezeichnen.

Denn Macduffs Versuch im März scheiterte. Er prallte aus zwölf Metern auf den Boden. Jetzt hat er ein Video des Sturzes auf YouTube hochgeladen:

Mit zehn Brüchen im rechten Handgelenk und drei im Knöchel wurde er ins Spital eingeliefert. Seine Gefühlslage war dabei anscheinend wider Erwarten gut.

Drei Wochen nach der Operation sah Macduff dann bereits so aus:

Wer auch wirklich üble Bilder von zusammengeflickten Händen sehen kann, dem sei an dieser Stelle der Instagram-Account Macduffs empfohlen.

«Es war geisteskrank»

Ein Jahr soll die Reha dauern, Macduff hofft aber, dass er schon im September wieder aufs Bike kann. Jetzt spricht er erstmals ausführlich über seine Erfahrungen (das ganze Interview auf Englisch gibt es hier).

«Das Risiko war unvernünftig», sagt Macduff im Rückblick, «es war gar geisteskrank.» Denn eigentlich wussten er und sein Team: Aufgrund des Wetters war ein optimaler Versuch nur morgens zwischen 5 und 6 Uhr möglich. Da sich aber der Aufbau verzögerte und das Geld ausging, war an diesem 19. März die letzte Möglichkeit. «Viele hatten Flüge, die sie schon verschoben hatten und erwischen mussten», erzählt Macduff. Spät Abends am Vortag war der Looping fertig gebaut, nach Mitternacht ging Macduff ins Bett. 

Matt Macduff

Da klappte es noch: Training im 6-Meter-Looping.
bild: the-rise.com

Doch als die Crew-Mitglieder um 5 Uhr aufstanden und sich bereit machten, fing es zu regnen an. «Das dauerte bis 15 Uhr, um 19 Uhr konnte ich es wagen», erzählt der Extremsportler. Verschieben war aus erwähnten Gründen keine Option: «Es nicht versucht zu haben, hätte ich mein Leben lang bereut.»

«Wie ein Sprung von einer Klippe. Einfach ohne Wasser.»

So fuhr Macduff los und spürte schnell unglaubliche G-Kräfte. «Ich wusste gar nicht, dass es solche gibt», gesteht er und plötzlich sei er in der Luft gewesen.

«Ich dachte, jetzt werde ich sterben. Aber zum Glück hatte ich bei diesem hohen Fall genügend Zeit, mich auf die Landung vorzubereiten. Es war wie ein Sprung von einer Klippe. Einfach ohne Wasser.»

Ein Wimpernschlag bevor Macduff aus dem Ungetüm geschleudert wird.

Unglücklicherweise landete er in der Anlaufspur, welche extrem hart angedrückt wurde. «Wäre ich auf die Wiese daneben geflogen, hätte ich mir vielleicht nichts gebrochen», mutmasst Macduff. So aber lag er da und spuckte Blut. Die inneren Verletzungen waren aber nicht schlimm und der Biker sagt heute: «Ich bin dankbar für diese Erfahrung.»

Man merkt es im Interview gut: Sein Traum vom Looping ist noch nicht gestorben. «Entweder komme ich als besserer Velofahrer zurück oder als schlechterer. So wie vorher wird es aber sicher nicht mehr sein.» Und würde er es wieder tun? «Ich kann im Moment nicht zu weit voraus schauen. Aber wenn mir jemand eine Möglichkeit bietet, ich möchte nicht lügen: Ich würde es zu 100 Prozent wieder versuchen. Denn ich weiss, es ist möglich.»  

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    Alle Leser-Kommentare
  • bangawow 29.06.2016 19:19
    Highlight Highlight Die Eier aus Stahl vermasseln immer alles.
  • Donald 29.06.2016 14:22
    Highlight Highlight Evtl. hätte man das zuerst mal durchrechnen sollen. Aber probieren geht ja über studieren :)
    • Judge Dredd 29.06.2016 16:55
      Highlight Highlight Genau, er hatte, wie gut zu sehen ist, zu wenig Tempo. Hätte er sich mal lieber bei einem Physiker informiert, welche Endgeschwindigkeit beim Einfahren in den Looping nötig gewesen wäre. Ganz offensichtlich fehlte da ne ganze Menge, er hat den Kontakt zur Bahn so wies aussieht schon ca. einen Meter vor dem höchsten Punkt verloren. Und zudem, selbst wenns ganz knapp geklappt hätte, sowas ohne eine Sicherheitsmarge von ein paar km/h zu wagen ist schon sehr dumm.
    • Silas89 30.06.2016 00:20
      Highlight Highlight Woher weisst du, dass das nicht gemacht wurde? Auf mich wirkt das alles sehr professionell.
  • Randy Orton 29.06.2016 14:12
    Highlight Highlight Man sieht auf dem letzten Bild gut, dass er zu weit links fährt. Das nächste Mal würde ich für diesen Fall ein Netz einbauen und vorne über die Einfahrt des Loopings spannen, mit einer kleinen Aussparung um reinzufahren. So kann er, wenn er wieder falsch anfährt, nicht rausgeschleudert werden bzw. fliegt ins Netz.

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