Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Switzerland's Fabian Cancellara celebrates on the podium after winning the last stage of the Tirreno Adriatico cycling race, in San Benedetto del Tronto, Italy, Tuesday, March 15, 2016. (Luca Zennaro/ANSA via AP)

Champagner versprühen würde Fabian Cancellara gerne auch nach dem Giro-Auftaktzeitfahren. Bild: AP/ANSA

Cancellara träumt von der Maglia Rosa – Zuversicht vor dem Giro-Start trotz Magenverstimmung 

Fabian Cancellara nimmt erstmals seit 2009 wieder am Giro d'Italia teil. Der Ende Jahr abtretende Berner hat dabei Grosses vor. Mit einem Sieg morgen Freitag im Auftakt-Zeitfahren im niederländischen Apeldoorn möchte er das rosafarbene Leadertrikot erobern.



Die Maglia Rosa ist das einzige Führungstrikot der drei grossen Rundfahrten, das dem 35-Jährigen in seiner Sammlung noch fehlt. Der Entscheid der Organisatoren, die 99. Ausgabe des Giros erstmals seit vier Jahren wieder mit einem Einzelzeitfahren zu beginnen, eröffnet dem vierfachen Zeitfahr-Weltmeister beste Möglichkeiten, nach dem gelben Trikot der Tour de France – das er an nicht weniger als 29 Tagen trug – und dem Leadertrikot der Vuelta, auch dasjenige der Italien-Rundfahrt zu erobern.

Für Cancellara ist die bevorstehende Herausforderung auch eine emotionale Angelegenheit, war doch sein Vater einst aus dem süditalienischen Puglia in die Schweiz ausgewandert. «Da ich ja einen italienischen Background habe, ist es etwas, was mir viel bedeutet», bestätigt der Berner. Allerdings leidet Cancellara seit Mittwoch an Magenproblemen und Fieber. Deshalb war am Donnerstag ein kompletter Ruhetag angesagt. Er bleibe aber positiv eingestellt (für das Auftakt-Zeitfahren), meldete Cancellara auf Twitter.

Haben Radfahrer nicht generell Angst davor, positiv zu sein? (Haha ^^)

Dumoulin als grosser Herausforderer

Cancellaras grösster Widersacher auf dem 9,8 km langen und topfebenen Parcours in der Innenstadt von Apeldoorn heisst Tom Dumoulin. Der Niederländer hatte im letzten Jahr das Zeitfahren an der Tour de Suisse und auch dasjenige der Vuelta gewonnen. Diese Saison wartet der Captain des deutschen Teams Giant-Alpecin allerdings noch auf den ersten Sieg. Seine Formkurve zeigt aber nach oben. In der vergangenen Woche beendete der 25-Jährige an der Tour de Romandie den Prolog in La Chaux-de-Fonds und das Einzelzeitfahren in Sitten jeweils als Zweiter.

Tom Dumoulin from Netherlands of team Giant-Alpecin rides during the third stage, a 15.11 km race against the clock during the 70th Tour de Romandie UCI ProTour cycling race in Sion, Switzerland, Friday, April 29, 2016. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Dumoulin beim Tour-de-Romandie-Zeitfahren im Wallis. Bild: KEYSTONE

«Cancellara ist der Mann, den es zu schlagen gilt», behauptet Dumoulin. «Wenn er die gleich guten Beine hat wie beim Tirreno, dann wird es sehr schwierig für mich, ihn zu schlagen.» Dumoulin meinte Cancellaras überzeugenden Auftritt im Einzelzeitfahren des italienischen Etappenrennens Tirreno-Adriatico, bei dem der Trek-Profi Mitte März auf einem ähnlich langen und flachen Kurs wie am Freitag seinen vierten und bisher letzten Saisonsieg eingefahren hat.

Trotz ausgezeichneter Form waren für Cancellara die anschliessenden Frühjahrsklassiker nicht wunschgemäss verlaufen. Bei Mailand-Sanremo musste er im Schlussspurt einem vor ihm gestürzten Fahrer ausweichen, in der Flandern-Rundfahrt hatte er sich verspekuliert und als Zweiter seinen vierten (Rekord-)Sieg knapp verpasst und bei Paris - Roubaix wiederum brachte ihn ein Sturz um jegliche Siegchancen.

Mit einem Sieg beim Giro-Auftakt würde Cancellaras Abschiedstournee wieder richtig Fahrt aufnehmen und das ohnehin reich bestückte Palmarès des Ausnahmekönners um eine Erfolgsgeschichte erweitert.

Schweizer mit vielen Freiheiten

Mit Stefan Küng, Silvan Dillier (beide BMC) und Marcel Wyss (IAM) stehen in Apeldoorn drei weitere Schweizer am Start. Weil ihre Teams ohne Ambitionen im Gesamtklassement an den Start gehen, müssen sie keine Helferaufgaben verrichten und dürfen ihre Chancen auf einen Etappensieg wahrnehmen. Um optimal vorbereitet zu sein, hat Wyss im März eigens drei Giro-Bergetappen rekognosziert. Für den 29-jährigen Berner vom Westschweizer Team IAM Cycling ist es die dritte Teilnahme am Giro. Das BMC-Duo Küng/Dillier, das mit dem amerikanisch-schweizerischen Rennstall im letzten Herbst an der Strassen-WM in Richmond (USA) Gold im Teamzeitfahren gewonnen hatte, ist nach 2015 erst zum zweiten Mal dabei.

Stefan Kueng, le cycliste suisse de l'equipe BMC pose lors d'un entrainement ce mercredi 22 avril 2015 a Cugy dans le canton de Vaud. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

BMC-Fahrer Stefan Küng nimmt zum zweiten Mal am Giro teil.
Bild: KEYSTONE

Bei Küng sind die Erinnerungen an sein Debüt im Vorjahr jedoch nicht die besten. Der Thurgauer war in der 12. Etappe auf nasser Strasse gestürzt und hatte sich dabei eine Fraktur des neunten Brustwirbels zugezogen. Als wäre das nicht genug, wurde beim 22-Jährigen zum Ende seiner ersten Profi-Saison das Pfeiffersche Drüsenfieber festgestellt. Mittlerweile hat sich Küng vom heimtückischen Virus erholt und bereits wieder einige Rennkilometer in den Beinen. An der Italien-Rundfahrt möchte sich der Bahn-Weltmeister in der Einzelverfolgung (2015) weiter in Form bringen, damit er spätestens für den Saison-Höhepunkt im August topfit ist. Dann nämlich will er mit dem Bahn-Vierer an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro um eine Medaille fahren. (drd/sda)

30.01.2011: «Dummi huere Ruederer» und «Schiiss-Ponys» machen Reporter Hans Jucker zur Legende

Link zum Artikel

14.02.2004: Der Pirat geht von Bord – aber in den Herzen der Fans lebt Marco Pantani ewig

Link zum Artikel

17.06.1981: «Dä Gottfried isch für mich gschtorbe!» – 2 Tage nach dem Zitat seines Lebens fliegt Beat Breu ins Leadertrikot

Link zum Artikel

14.07.2003: Armstrong rettet sich nach dem Horrorsturz von Beloki mit einem Höllenritt querfeldein über das Kornfeld

Link zum Artikel

20.07.2006: Floyd Landis begeistert die Sportwelt mit einer historischen Flucht – und wird kurz nach dem Tour-Sieg als Doper entlarvt

Link zum Artikel

11.10.1998: Ein halbes Jahrhundert nach Ferdy Kübler trägt mit Oscar Camenzind endlich wieder ein Schweizer das Regenbogentrikot

Link zum Artikel

15.10.2011: Für einen Tag schlüpft Oliver Zaugg aus der Rolle als Helfer und feiert den grössten Triumph seiner Karriere

Link zum Artikel

22.07.2001: Sven Montgomery erlebt an der Tour den schönsten Moment seiner Karriere – und nur drei Tage später den schlimmsten

Link zum Artikel

24.04.1993: Järmann schlägt im Sprint Weltmeister Bugno und gewinnt das Amstel Gold Race

Link zum Artikel

13.07.1967: Tom Simpson stirbt am Mont Ventoux – und sein Name wird zu einem Mahnmal für alle Radsport-Profis

Link zum Artikel

09.04.2006: Ein Lenkerbruch und ein Albtraumsturz zerstören den grossen Traum von Armstrongs Edelhelfer

Link zum Artikel

22.03.1995: Du kannst im Fitness-Center strampeln wie du willst – an den durchdrehenden Nüscheler kommt keiner ran

Link zum Artikel

17.07.1992: Der Thurgauer Rolf Järmann bodigt Ex-Gesamtsieger Pedro Delgado und gewinnt die längste Tour-Etappe

Link zum Artikel

21.07.2009: Jens Voigt stürzt fürchterlich und gibt drei Tage später ein obercooles Interview

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Fotograf schiesst DAS Foto der Notre-Dame und muss sich nun gegen Fake-Vorwürfe wehren

Link zum Artikel

Das grösste Verdienst von Tesla sind nicht die eigenen Autos

Link zum Artikel

Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

Link zum Artikel

Vergiss Tinder! Hier erfährst du, welches Potenzial deine Fassade hat 😉

Link zum Artikel

17 katastrophale Tinder-Chats, die definitiv niemanden antörnen

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 9 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Mit diesen 21 Fakten kannst du beim kommenden «Game of Thrones»-Marathon angeben

Link zum Artikel

«SRF Deville» verkündet Pfadi-Putsch in Liechtenstein – diese finden's gar nicht lustig

Link zum Artikel

Brauchen wir einen Green New Deal, um eine Rezession zu vermeiden?

Link zum Artikel

Wie rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke instrumentalisieren

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Schweizermeister! YBs Steigerung von 100 auf 150 Prozent

Im Frühling 2018 sicherten sich die Young Boys mit einem beeindruckenden Solo ihren ersten Meistertitel seit 32 Jahren. Eine Steigerung schien in der neuen Saison kaum möglich zu sein. Aber dem alten und neuen Meister YB ist sie gelungen.

Beim gebeutelten Serienmeister Basel quittierte man letzten Mai die Niederlage mit Geist und witziger Fairness. In Bern sollen sie zum Meisterpokal Sorge tragen, denn schliesslich wolle man ihn in einem Jahr in einwandfreiem Zustand an der nächsten Meisterfeier in Basel zurückbekommen. Die nächste Meisterfeier in Basel dürfte irgendwann wieder stattfinden. Aber 2019 noch nicht.

Letzten Frühling schien es verfrüht zu sein, von einer Wachablösung an der Spitze des Schweizer Fussballs zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel