«Danach ist es vielleicht vorbei»: Odermatt spricht über seine Riesenslalom-Zukunft
Nach 34 Rennsekunden schied Marco Odermatt im Riesenslalom aus und muss nun im Kampf um die kleine Kristallkugel auf einen grossen Fehler von Lucas Pinheiro Braathen hoffen. Allerdings sagt Odermatt im Interview mit ORF: «Eine Kugel mit viel Glück zu gewinnen, wäre wohl nicht das gleiche Gefühl.» Wenige Stunden später ist klar: Pinheiro Braathen hielt dem Druck stand und ist somit der beste Riesenslalomfahrer der Saison.
Der Schweizer eröffnete den ersten Lauf in Hafjell und wollte voll auf Sieg fahren, auch wenn ein dritter Platz für die kleine Kugel gereicht hätte. «Ich wollte nicht einfach herunterhöseln mit der Startnummer eins. Das habe ich in Kranjska Gora gemacht und war dann weit zurück. Ich habe das Risiko genommen, aber es ging heute nicht auf», erklärte Odi und stellte gegenüber SRF klar: «Der Kugelkampf spielte während des Rennens keine Rolle. Ich wollte auf Sieg fahren und nicht Punkte zusammensammeln. Mir ging es um das Rennen, welches ich wie jedes andere auch gewinnen wollte.»
Der Nidwaldner stellte klar, dass er den Disziplinenweltcup gewinnen wollte und auch jede Kugel etwas Besonderes ist für den Dominator der letzten Jahre. Während Odermatt vor zwei Jahren im Riesenslalom noch allen davonfuhr, werden die Speeddisziplinen immer mehr zu seiner Spezialität. In der Abfahrt und im Super-G war er in diesem Winter der beste Athlet und konnte sich die jeweiligen Kristallkugeln bereits vor dem letzten Rennen sichern. Dies sieht auch Odermatt selbst ein: «Der Riesenslalom war mal meine Hauptdisziplin und ich gewann dort auch meine erste Kugel. Vielleicht ist es das gewisse Etwas, welches mir mittlerweile im Riesen fehlt. Dies sicher auch, weil sich bei mir der Fokus geändert hat.»
Trotzdem möchte der 5-fache Gesamtweltcupsieger auch im nächsten Winter weiterhin im Riesenslalom an den Start gehen. Er ist sich sicher, dass er weiterhin um die Kristallkugel fahren kann und auch die Heim-WM in Crans-Montana ist ein grosses Ziel für Odermatt. Aber er sagt auch: «Danach ist es vielleicht vorbei.» Bereits nach den Olympischen Spielen kündigte Odi an, dass er nicht mehr lange voll auf alle drei Disziplinen setzen wird.
Bereits bei den letzten Speedrennen der Saison konnte Odermatt am vergangenen Wochenende nicht mit den Besten mithalten und verpasste im Super-G gar die Punkte. «In Kvitfjell war die Spannung sicher nicht mehr so da. Mein Körper hat im Unterbewusstsein wohl ein bisschen im Blick auf den Riesenslalom rausgenommen», gestand Odermatt.
