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Beda Klee ist da: Im Schweizer Langlauf tut sich nach Cologna wieder was

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Beda Klee im Rahmen des Tour-Sprints in Davos.Bild: www.imago-images.de

Im Schweizer Langlauf tut sich nach Colognas Abgang (endlich) etwas

Beda Klee ist der Durchbruch gelungen. Der Toggenburger ist mit Platz 5 in der Gesamtwertung die Entdeckung aus Schweizer Sicht bei der Tour de Ski – auch wenn ihm Cyril Fähndrich mit einem überraschenden Podestplatz die Show stiehlt.
08.01.2024, 19:17
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Nach langen Jahren als Nachwuchshoffnung legt Beda Klee dieses Etikett endlich ab. Bereits zum Saisonauftakt in Kuusamo hatte der 27-jährige Toggenburger angedeutet, in welche Richtung es künftig gehen soll. Mit dem 10. Rang im Massenstart-Rennen über 20 km Skating gelang ihm im Weltcup endlich der ersehnte Top-Ten-Platz.

Nun biss er sich an der Tour de Ski in dieser Ranglisten-Region fest: zweimal Sechster, einmal Siebter sowie Achter im happigen Schlussanstieg zur Alpe Cermis. Dies ergab den 5. Rang in der Endabrechnung, obwohl Klee im Sprint keine Bonussekunden holte.

Einen Top-Ten-Rang an der Tour de Ski, die den besten Allrounder auszeichnet, hat für die Schweizer Männer in nunmehr 18 Austragungen neben Dario Cologna einzig Curdin Perl als Vierter 2011 geschafft.

Zwar gab es krankheitsbedingt einige Abwesende, allen voran den Favoriten Johannes Hösflot Klaebo. Dazu fehlen die starken Russen weiterhin. Aber Platz 5 ist nicht «gestohlen». Immerhin 100 Athleten gingen beim Saisonhöhepunkt der Langläufer, Titelkämpfe finden heuer keine statt, an den Start.

Vieles umgestellt

Schon vor Saisonbeginn strahlte der Jus-Student im Fernstudium Zuversicht aus. «Ich hatte einen guten Sommer», betonte Klee Anfang November. Er kam ohne Verletzungen, Erkältungen oder Krankheiten durch die Vorbereitung. Im Kraftraum konnte er mehr Gewicht stemmen als zuvor, die Intervall-Einheiten brachten ihn weniger schnell an den Anschlag.

Der Wattwiler, der in Davos lebt, schwärmte auch von Rollski-Einheiten am legendären Mont Ventoux, von Krafttrainingseinheiten mit Schwinger- und Eishockeykollegen oder von der Höhensimulation im eigenen Zimmer – ein Generator saugt ein Teil des Sauerstoffs ab.

Klee ist wieder voll motiviert am Werk, nachdem er sich vor zwei Jahren nach verpasster Olympia-Qualifikation die Sinnfrage gestellt hat. Als Konsequenz auf die Enttäuschung passte der Ostschweizer das Training an: Neuer Ansatz im Krafttraining, mehr und längere Grundlageneinheiten und insgesamt bewussteres und strukturierteres Üben.

Die Anpassungen zeitigen Wirkung. Das Resultat lässt sich auch an der Kletterei zur Alpe Cermis ablesen. In früheren Jahren hatte Klee auf diesem Teilstück die Plätze 32, 36 und 30 belegt. Nun wurde er Achter, der Rückstand auf den Sieger betrug nur 45 Sekunden.

Das Material funktioniert

Klees Fortschritte in der Physis treffen in der ersten Saison mit Fluor-Verbot auf hervorragendes Material. Platz 5 dient nicht nur dem Athleten, sondern auch Swiss-Ski und den Serviceleuten als Bestätigung. Der Verband hat die Hausaufgaben mit dem Forschungszentrum in Altstätten sehr gut gelöst. Jetzt, da der Langlauf-Tross in die Alpenregion disloziert und oft nassen Schnee vorfindet, verfügt das Schweizer Team über Top-Material.

Diese Plus hebt auch Cyril Fähndrich hervor, der am Samstag in Cavalese im Massenstart-Rennen über 15 km klassisch dank «Raketen» unter den Füssen völlig überraschend Dritter wurde. Er bezeichnete seine Ski als «abartig»schnell. Den Verfolgern im Windschatten war es nicht möglich, ihn in der Abfahrt zum Ziel zu überholen.

Podestplätze als nächster Schritt

Mit dem Essen kommt der Appetit. Nun hofft natürlich auch Klee, dass er den Sprung aufs Treppchen noch machen kann.

Die Anzahl an Podestplätzen von Schweizer Männern ist – lässt man die Ausnahmeerscheinung Cologna und Staffel-Ergebnisse ausser Acht – immer noch überschaubar: Als Sieger im Weltcup liessen sich Christoph Eigenmann am 31. Dezember 2006 in München bei der ersten Tour-de-Ski-Etappe überhaupt sowie Toni Livers 2007 in Davos feiern.

Mit Fähndrich am Samstag und Janik Riebli vor einem Jahr im Sprint von Livigno schaute zweimal ein 3. Rang heraus. Tages-Dritter wurde auch Perl 2011 beim Anstieg zur Alpe Cermis.

Weiter kommen hinzu: Platz 3 von Remo Fischer 2008 beim Fünfziger in Oslo, Rang 2 von Eigenmann im März 2006 in China, Plätze 2 von Reto Burgermeister 2004 und 2003, Rang 3 von Patrick Mächler 1998 in Engelberg sowie in den Achtzigerjahren Rang 2 von Giachem Guidon und Platz 3 von Andy Grünenfelder. (ram/sda)

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