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Zuckerberg toleriert Holocaust-Leugner auf Facebook – und wird scharf kritisiert



Nach Ansicht von Facebook-Chef Mark Zuckerberg sollen Holocaust-Leugner in dem sozialen Netzwerk nicht gesperrt werden. Ziel seines Netzwerks sei nicht, User davon abzuhalten, etwas Unwahres zu sagen, sondern die Verbreitung von Falschnachrichten zu stoppen.

FILE - In this April 10, 2018, file photo, Facebook CEO Mark Zuckerberg testifies before a joint hearing of the Commerce and Judiciary Committees on Capitol Hill in Washington about the use of Facebook data to target American voters in the 2016 election. Zuckerberg will kick off F8, the company's annual conference for software developers, Tuesday, May 1, in San Jose, California, having a fresh opportunity to apologize for Facebook's privacy scandal and to sketch out Facebook's future. (AP Photo/Alex Brandon)

Bild: AP/AP

Er finde die Leugnung des Völkermords an europäischen Juden im Zweiten Weltkrieg zwar «tief beleidigend», sagte Zuckerberg in einem Interview mit dem Technikblog «Recode». Inhalte auf seiner Plattform sollten aber lediglich verboten werden, wenn sie für den Angriff auf jemanden verwendet würden oder Schaden erzeugten. Zuckerberg ist Jude.

In dem Gespräch erklärte er, es gebe seiner Meinung nach Dinge, die unterschiedliche Leute falsch verstehen würden, ohne aber die Absicht dazu zu haben. Redakteurin Kara Swisher entgegnete darauf, im Falle von Holocaust-Leugnern sei wahrscheinlich doch möglich, dass sie absichtlich Falsches verbreiteten.

In einem auf das Interview folgenden Nachtrag stellte Zuckerberg klar, Holocaust-Leugner nicht verteidigen zu wollen. Ziel seines Netzwerks sei aber nicht, User davon abzuhalten, etwas Unwahres zu sagen – sondern die Verbreitung von Falschnachrichten und falschen Informationen über Facebook zu stoppen.

Hier versucht sich Mark Zuckerberg nach dem Interview zu rechtfertigen. 

Heftige Kritik auf Twitter

Zuckerbergs erste Anmerkungen hatten für Kritik gesorgt. Unter anderem beklagte die Bürgerrechtsorganisation Anti-Defamation League, Facebook habe eine «moralische und ethische Verpflichtung», Nutzern die Verbreitung der Holocaustleugnung zu verbieten.

«Also, lass mich das klarstellen, Mark Zuckerberg. Wenn man auf Facebook in Frage stellt, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, wird man als Fanatiker abgestempelt und gesperrt. Aber die Millionen von getöteten Juden zu leugnen, ist völlig okay? Ja, das macht verdammt Sinn für mich.»

«Heilige Scheisse! Mark Zuckerberg verteidigt Holocaustleugner, weil sie Leute nicht absichtlich in die Irre führen...?»

«Um es klarzustellen, Zuckerberg findet das Leugnen des Holocaust beleidigend, ist aber mehr als glücklich, Gewinn aus den Daten jener (Leugner ) und deren Follower zu machen.»

(sda/ap/vom)

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Geophage 19.07.2018 10:42
    Highlight Highlight Unsere Realität und damit auch was wir als Wahrheit oder Lüge empfinden, entsteht durch äussere Eindrücke und Erlebtes. Wir erleben vieles nur noch durch das Kästchen in der Hand, umso wichtiger ist das Plopen in der Hosentasche. Ein Algorithmus entscheidet was für uns wichtig ist. Durch die Menge an Informationen, verliert jede einzelne Nachricht an Gewicht. Kaum ist sie gelesen, kommt schon die Nächste, mit ähnlichem Inhalt. Wir nehmen nur noch eine Tendenz wahr. Daher ist jede einzelne Nachricht so schlimm wie das Resultat.

    Facebook schützt nur sich selbst und die Benutzerzahlen.

  • banda69 19.07.2018 10:25
    Highlight Highlight Es gibt Argumente, die für Zuckerberg und solche, die dagegen sprechen.

    Bietet man Holocaust-Leugnern eine Plattform, kann sich diese Lüge verbreiten und so auch in den Köpfen von nicht judenfeindlichen Menschen einnisten.

    Wie man eine Verharmlosung von Nichtsagbaren in die Köpfe der Menschen bringt, hat die SVP (mit kräftiger Unterstützung zahlreicher Medien) in den letzten Jahren beispielhaft vorgemacht.

    https://www.blick.ch/news/politik/hitler-verharmlosung-durch-bdp-biedermann-das-unsaegliche-breitet-sich-aus-id8627931.html
  • Triple 19.07.2018 10:18
    Highlight Highlight Irgendetwas auf Facebook zu sperren macht doch gar keinen Sinn, warum soll die Veröffentlichung verboten werden? Viel mehr müssen doch die Urheber solcher Beiträge, falls es dafür eine rechtliche Grundlage gibt, in ihren jeweiligen Ländern zur Rechenschaft gezogen werden.
  • Menel 19.07.2018 09:22
    Highlight Highlight Es ist ein schwieriges Feld. Auf der einen Seite sollte Meinungsfreiheit absolut verteidigt werden (dazu zähle ich nicht die Hetze gegen andere Menschen) aber auf der anderen Seite haben wir FB mit seinen Algorithmen, die einen in Filterbubbles abdriften lässt. Verschiedene Meinungen müssen aber diskutiert werden können, damit ein Konsens und eine differenzierte Meinungsbildung überhaupt möglich ist. So lange aber FB diese Algorithmen beibehält (vor allem um gezielt Werbungen schalten zu können) ist eine freie Meinungsäusserung auf FB gefährlich; es radikalisiert die Leute.
  • Eine_win_ig 19.07.2018 08:46
    Highlight Highlight Man muss bedenken, dass in den USA "freedom of speech" unglaublich höher gewertet wird als in Europa. Man kann dort ja ohne Probleme analog Westboro Baptist Church mit Schildern "Death to gays" und "we are happy for every dead soldier" etc. an Beerdigungen gehen. Holocaustleugnen ist in den USA keine Straftat.
    Aufgrund der historischen Erfahrung hat sich die USA anders entwickelt als Europa. Man schaue nur ihre Waffemrechte als zweites Bsp. an...
  • My Senf 19.07.2018 07:39
    Highlight Highlight Er versucht ja nur sein Geschäftsmodell zu verteidigen!
    Wenn auf fb nicht mehr gemotzt werden darf dann ist ja fertig mit fb!
    Das er es ja besser wissen sollte zeigt ja wie viel wichtiger Business für ihn ist als seine Grosseltern zu schützen
    • derEchteElch 19.07.2018 19:35
      Highlight Highlight Inwiefern muss er seine Grosseltern vor etwas beschützen? Die sind tot, die interessierts faktisch gar nicht ob sie beschützt werden oder nicht..
  • Ökonometriker 19.07.2018 06:28
    Highlight Highlight Private Firmen sollen in einer Demokratie nicht entscheiden, was wahr und was unwahr ist. Auch wenn manche Ideen ziemlich abstrus sind. Ich finde es positiv, dass Zuckerberg hier Verantwortung für das Funktionieren der gesellschaftlichen Debatten übernimmt und nicht einfach unliebsame Ideen zensiert. Man würde sonst die entsprechenden Leute nur wieder in den Untergrund drängen, wo sie sich radikalisieren...

    Zudem: Auch die Geheimdienste danken es; man findet so die Nazis und ihre Freunde einfacher, damit lassen sich Terroranschläge verhindern.
    • Füdlifingerfritz 19.07.2018 06:54
      Highlight Highlight Exakt. Würde mich interessieren wie viele Leute auf Facebook z.B den Völkermord an den Armeniern leugnen. Solche User müssten dann ja auch gesperrt werden. Aber das ist der empörten Meute wahrscheinlich wiederum egal. Dieses Meinungsverbot gilt ja immer nur bei dem einen Verbrechen. Und bevor mich jemand falsch versteht: Den Holocaust zu leugnen zeugt von grosser Dummheit. Aber Dummheit kann man nunmal leider nicht verbieten.
    • Dubio 19.07.2018 09:32
      Highlight Highlight Ich wäre mit dieser Meinung einverstanden, wenn er mit allen "problematischen" Fällen so vorgehen würde. Tut fb aber nicht, sie sind sehr selektiv darin, "grosszügig" zu sein. So wird alles, was ein klein bisschen sexuell angehaucht ist gleich zensiert (inkl. jahrhunderte alte Kunstgemälde).

      Wegen diesen doppelten Standard wird fb zurecht kritisiert.
  • derEchteElch 19.07.2018 06:00
    Highlight Highlight „Facebook habe eine moralische und ethische Verpflichtung“

    Leider ist es aber so, dass Ethik und Moral bei unterschiedlichen Menschen ziehmlich unterschiedlich ausgerichtet sind.

    Ich sehe eine gefährliche Richtung, nämlich, dass die Ethik und Moral immer mehr als sog. „gesetztes Recht“ angesehen wird. Das ist es nicht (zum Glück)..

    Ich verstehe auch, dass Zuckerberg diese nicht sperren will. Sonst wird foch jeder gesperrt werden müssen, denn alle haben eine unterschieiche Ethik und Moral und anderseits kann er kein Geld verdienen..
    • ingmarbergman 19.07.2018 10:10
      Highlight Highlight Den Holocaust leugnen ist keine Meinung! Wer Nazis mit schwurbligen Argumenten verteidigt ist selber gefährlich nahe dran..
    • Füdlifingerfritz 19.07.2018 17:10
      Highlight Highlight Doch, es ist eine Meinung. Eine die sich widerlegen lässt, aber gleichwohl ist es eine Meinung. Aus dieser These lässt sich nämlich ein Meinungssatz ableiten, etwa: "Meiner Meinung nach hat es den Holocaust nicht gebeben." Genau wie es eine Meinung sein kann, dass der Himmel grün ist oder Bier keinen Alokohol enthält. Lässt sich alles relativ einfach widerlegen und ich kann alle drei Meinungen nicht nachvollziehen; es bleibt aber eine Meinung. Auch Ansichten die dir nicht gefallen und evt. falsch sind, sind Meinungen. Bitte merken.
  • Therealmonti 19.07.2018 04:15
    Highlight Highlight Je doofer, desto Facebook - mit dieser Tatsache verdient Zuckerberg Milliarden.
    • andrew1 19.07.2018 06:53
      Highlight Highlight Dafür ist das ein intelligenter, sachlicher komentar mit viel inhalt und ohne stammtisch-charakter.
    • Therealmonti 19.07.2018 14:20
      Highlight Highlight Tia Andrew. Es ist ganz simpel meine Meinung. Und Kommentar schreibt man übrigens mit zwei m

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