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Zuckerberg toleriert Holocaust-Leugner auf Facebook

Zuckerberg toleriert Holocaust-Leugner auf Facebook – und wird scharf kritisiert

19.07.2018, 02:0419.07.2018, 11:06

Nach Ansicht von Facebook-Chef Mark Zuckerberg sollen Holocaust-Leugner in dem sozialen Netzwerk nicht gesperrt werden. Ziel seines Netzwerks sei nicht, User davon abzuhalten, etwas Unwahres zu sagen, sondern die Verbreitung von Falschnachrichten zu stoppen.

FILE - In this April 10, 2018, file photo, Facebook CEO Mark Zuckerberg testifies before a joint hearing of the Commerce and Judiciary Committees on Capitol Hill in Washington about the use of Faceboo ...
Bild: AP/AP

Er finde die Leugnung des Völkermords an europäischen Juden im Zweiten Weltkrieg zwar «tief beleidigend», sagte Zuckerberg in einem Interview mit dem Technikblog «Recode». Inhalte auf seiner Plattform sollten aber lediglich verboten werden, wenn sie für den Angriff auf jemanden verwendet würden oder Schaden erzeugten. Zuckerberg ist Jude.

In dem Gespräch erklärte er, es gebe seiner Meinung nach Dinge, die unterschiedliche Leute falsch verstehen würden, ohne aber die Absicht dazu zu haben. Redakteurin Kara Swisher entgegnete darauf, im Falle von Holocaust-Leugnern sei wahrscheinlich doch möglich, dass sie absichtlich Falsches verbreiteten.

In einem auf das Interview folgenden Nachtrag stellte Zuckerberg klar, Holocaust-Leugner nicht verteidigen zu wollen. Ziel seines Netzwerks sei aber nicht, User davon abzuhalten, etwas Unwahres zu sagen – sondern die Verbreitung von Falschnachrichten und falschen Informationen über Facebook zu stoppen.

Heftige Kritik auf Twitter

Zuckerbergs erste Anmerkungen hatten für Kritik gesorgt. Unter anderem beklagte die Bürgerrechtsorganisation Anti-Defamation League, Facebook habe eine «moralische und ethische Verpflichtung», Nutzern die Verbreitung der Holocaustleugnung zu verbieten.

«Also, lass mich das klarstellen, Mark Zuckerberg. Wenn man auf Facebook in Frage stellt, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, wird man als Fanatiker abgestempelt und gesperrt. Aber die Millionen von getöteten Juden zu leugnen, ist völlig okay? Ja, das macht verdammt Sinn für mich.»
«Heilige Scheisse! Mark Zuckerberg verteidigt Holocaustleugner, weil sie Leute nicht absichtlich in die Irre führen...?»
«Um es klarzustellen, Zuckerberg findet das Leugnen des Holocaust beleidigend, ist aber mehr als glücklich, Gewinn aus den Daten jener (Leugner ) und deren Follower zu machen.»

(sda/ap/vom)

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