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Zuckerberg toleriert Holocaust-Leugner auf Facebook – und wird scharf kritisiert

19.07.2018, 02:0419.07.2018, 11:06

Nach Ansicht von Facebook-Chef Mark Zuckerberg sollen Holocaust-Leugner in dem sozialen Netzwerk nicht gesperrt werden. Ziel seines Netzwerks sei nicht, User davon abzuhalten, etwas Unwahres zu sagen, sondern die Verbreitung von Falschnachrichten zu stoppen.

Bild: AP/AP

Er finde die Leugnung des Völkermords an europäischen Juden im Zweiten Weltkrieg zwar «tief beleidigend», sagte Zuckerberg in einem Interview mit dem Technikblog «Recode». Inhalte auf seiner Plattform sollten aber lediglich verboten werden, wenn sie für den Angriff auf jemanden verwendet würden oder Schaden erzeugten. Zuckerberg ist Jude.

In dem Gespräch erklärte er, es gebe seiner Meinung nach Dinge, die unterschiedliche Leute falsch verstehen würden, ohne aber die Absicht dazu zu haben. Redakteurin Kara Swisher entgegnete darauf, im Falle von Holocaust-Leugnern sei wahrscheinlich doch möglich, dass sie absichtlich Falsches verbreiteten.

In einem auf das Interview folgenden Nachtrag stellte Zuckerberg klar, Holocaust-Leugner nicht verteidigen zu wollen. Ziel seines Netzwerks sei aber nicht, User davon abzuhalten, etwas Unwahres zu sagen – sondern die Verbreitung von Falschnachrichten und falschen Informationen über Facebook zu stoppen.

Heftige Kritik auf Twitter

Zuckerbergs erste Anmerkungen hatten für Kritik gesorgt. Unter anderem beklagte die Bürgerrechtsorganisation Anti-Defamation League, Facebook habe eine «moralische und ethische Verpflichtung», Nutzern die Verbreitung der Holocaustleugnung zu verbieten.

«Also, lass mich das klarstellen, Mark Zuckerberg. Wenn man auf Facebook in Frage stellt, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, wird man als Fanatiker abgestempelt und gesperrt. Aber die Millionen von getöteten Juden zu leugnen, ist völlig okay? Ja, das macht verdammt Sinn für mich.»
«Heilige Scheisse! Mark Zuckerberg verteidigt Holocaustleugner, weil sie Leute nicht absichtlich in die Irre führen...?»
«Um es klarzustellen, Zuckerberg findet das Leugnen des Holocaust beleidigend, ist aber mehr als glücklich, Gewinn aus den Daten jener (Leugner ) und deren Follower zu machen.»

(sda/ap/vom)

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ökonometriker
19.07.2018 06:28registriert Januar 2017
Private Firmen sollen in einer Demokratie nicht entscheiden, was wahr und was unwahr ist. Auch wenn manche Ideen ziemlich abstrus sind. Ich finde es positiv, dass Zuckerberg hier Verantwortung für das Funktionieren der gesellschaftlichen Debatten übernimmt und nicht einfach unliebsame Ideen zensiert. Man würde sonst die entsprechenden Leute nur wieder in den Untergrund drängen, wo sie sich radikalisieren...

Zudem: Auch die Geheimdienste danken es; man findet so die Nazis und ihre Freunde einfacher, damit lassen sich Terroranschläge verhindern.
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derEchteElch
19.07.2018 06:00registriert Juni 2017
„Facebook habe eine moralische und ethische Verpflichtung“

Leider ist es aber so, dass Ethik und Moral bei unterschiedlichen Menschen ziehmlich unterschiedlich ausgerichtet sind.

Ich sehe eine gefährliche Richtung, nämlich, dass die Ethik und Moral immer mehr als sog. „gesetztes Recht“ angesehen wird. Das ist es nicht (zum Glück)..

Ich verstehe auch, dass Zuckerberg diese nicht sperren will. Sonst wird foch jeder gesperrt werden müssen, denn alle haben eine unterschieiche Ethik und Moral und anderseits kann er kein Geld verdienen..
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