«Ich vertrete das Recht und nicht die einzelnen Taten» – Strafverteidigerin erzählt
Wenn ein Strafverfahren ansteht, dann ist Rechtsanwältin Sine Selman die Frau, die für die Beschuldigten einsteht. Sie verteidigt Menschen, denen unterschiedlichste Delikte zur Last gelegt werden – von simplen Parkbussen bis hin zu Wirtschafts- oder gar Tötungsdelikten.
Seit über sechs Jahren arbeitet sie als Rechtsanwältin in einer Zürcher Kanzlei und unterrichtet nebenbei Strafrecht an der Universität St. Gallen.
An ihrem Beruf schätzt sie besonders, dass sie dadurch Einblicke in verschiedene soziale Hintergründe und individuelle Lebensgeschichten erhält.
Doch schnell stellt sich die Frage: Macht die Strafverteidigung nicht manchmal Täter zu Opfern? Für Selman ist klar: In einem Rechtsstaat muss der Staat die Schuld beweisen – nicht die Verteidigung die Unschuld.
Wie sie es schafft, die Taten ihrer Mandantinnen und Mandanten mit ihren eigenen Werten zu vereinbaren, erzählt sie im Fragenbot.
