Mond statt Mars: Musk ändert seine SpaceX-Pläne – was dahintersteckt
Strategiewechsel bei SpaceX: Wie Firmenchef Elon Musk auf seinem Kurznachrichtendienst X mitteilt, will sich sein Raumfahrtunternehmen jetzt auf den Mond statt auf den Mars konzentrieren. Zuvor hatte das «Wall Street Journal» (WSJ) über die geänderten Pläne berichtet.
«SpaceX hat seinen Fokus bereits auf den Bau einer sich selbst vergrössernden Stadt auf dem Mond verlagert», teilte Musk mit. Dies sei in den kommenden zehn Jahren möglich. Die Errichtung einer Kolonie auf dem Mars dauere dagegen vermutlich bis zu 20 Jahre.
Was hat den Tech-Milliardär, der in den vergangenen Jahren immer wieder seine Mars-Pläne bekräftigt hatte, zu diesem radikalen Schritt bewogen? Strategisches Kalkül, vermutet das WSJ.
SpaceX bereitet Billionen-Börsengang vor
Zum Hintergrund: In der vergangenen Woche hatte SpaceX Musks KI-Start-up xAI übernommen. Das Unternehmen entwickelt unter anderem den Chatbot Grok. Durch die Fusion wird SpaceX laut Medienberichten mit 1,25 Billionen US-Dollar bewertet. Im Sommer soll das Unternehmen an die Börse gehen und frisches Kapital einbringen.
Im Zuge der Übernahme hatte Musk die Errichtung von KI-gestützten Rechenzentren im All in Aussicht gestellt. Diese könnten sämtliche weiteren Raumfahrtpläne einschliesslich Basen auf dem Mond und Mars finanzieren und ermöglichen, zitiert das WSJ den SpaceX-Chef aus einem Memo.
Mit anderen Worten: Der Multimilliardär hat seine ambitionierten Mars-Pläne vermutlich vorerst zugunsten des Börsengangs und einer höheren Bewertung durch Investoren verschoben.
Musk bezeichnete den Mond als «Ablenkung»
Denn die Aussicht auf schnell zu errichtende Rechenzentren und Mondbasen könnte für Investoren attraktiver sein als die teuren und aufwendigen Reisen zum Mars. Auch wenn noch völlig unklar ist, wie diese Pläne technisch umgesetzt werden sollen, könnten sie die Finanzierung künftiger Missionen sichern.
Noch im vergangenen Jahr hatte Musk den Mond als «Ablenkung» bezeichnet und erklärt, SpaceX fliege «direkt zum Mars». Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wie Musk in seinem X-Post schreibt, strebe sein Unternehmen weiterhin den Bau einer Stadt auf dem Mars an.
Begonnen werden soll damit in etwa fünf bis sieben Jahren. «Doch die oberste Priorität ist die Sicherung der Zukunft der Zivilisation, und der Mond ist schneller zu erreichen», so Musk.

