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USA: Wird Trump Präsident, könnten diese Unternehmen profitieren

Republican presidential candidate former President Donald Trump wraps up a campaign rally, Saturday, July 27, 2024, in St. Cloud, Minn. (AP Photo/Alex Brandon)
Donald Trump
Donald Trump will zum zweiten Mal Präsident der USA werden.Bild: keystone

Wenn Trump Präsident wird, dann könnten diese Unternehmen profitieren

Diese Aktien und Sektoren könnten von einem möglichen Comeback Trumps als US-Präsident profitieren. Andere könnten zu den Verlierern gehören.
29.07.2024, 22:59
Leon Bensch / t-online
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t-online

Nach dem überraschenden Ausstieg von Joe Biden aus dem Präsidentschaftsrennen in den USA, bleibt die Frage offen, wer das Rennen um das Weisse Haus gewinnen wird. Die Demokraten setzen nun ihre Hoffnungen auf Vizepräsidentin Kamala Harris, die als Favoritin für die Nominierung gilt.

Ihre Chancen gegen den republikanischen Kandidaten Donald Trump bei den Wahlen im November zu bestehen, sind bisher nicht abzusehen. Der Wahlausgang wird voraussichtlich grosse Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Insbesondere Aktien aus dem Banken- und Energiesektor könnten betroffen sein, da diese Branchen stark von der Politik der amtierenden Regierung beeinflusst werden.

Darum im Folgenden eine (lange) Liste mit (fast) 10 Punkten, was passieren und wer profitieren könnte, wenn Trump eine zweite Amtszeit als Präsident antreten sollte:

Banken

Nach Analysen der UBS könnten Bankaktien wie JPMorgan Chase, Bank of America und Wells Fargo bei einem Wahlsieg von Donald Trump profitieren. Die Experten erwarten eine Erleichterung der Finanzregulierungen, was dem Sektor zugutekommen dürfte.

Sie prognostizieren ein Ansteigen des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) vergleichbar mit der Entwicklung nach den Wahlen 2016. Unter Präsident Biden wurden die Regelungen für Finanzinstitute verschärft, auch Kryptounternehmen waren betroffen. Analysten vermuten, dass eine mögliche Präsidentin Harris diesen straffen Regulierungskurs beibehalten könnte.

Krypto

Investitionen in Kryptowährungen und Unternehmen, die mit der Blockchain-Technologie verbunden sind, könnten von einer möglichen Rückkehr Donald Trumps ins Präsidentenamt profitieren. Börsenexperten wie Timo Emden von Emden Research prognostizieren eine Erleichterung des regulatorischen Drucks auf den Sektor in den USA, sollte Trump wieder an die Macht kommen.

Der Ex-Präsident wird in Finanzkreisen als Unterstützer der Kryptobranche angesehen. Laut Emden könnte dies Amerikas führende Rolle im Kryptomarkt weiter stärken. Aktien von Kryptounternehmen wie Coinbase, Marathon Digital und Riot Platforms verzeichneten nach einem gescheiterten Anschlag auf Trump Mitte Juli einen deutlichen Kursanstieg. Marktteilnehmer spekulieren, dass dieser Vorfall Trumps Chancen auf eine Wiederwahl verbessert haben könnte.

Erneuerbare Energien

Präsident Joe Biden hat den Umweltschutz als ein Kernthema seiner ökonomischen Agenda gemacht. Mit der Verabschiedung des Inflation Reduction Act im Jahr 2022, einem milliardenschweren Förderpaket, kündigte die USA an, in über 40 neue Anlagen für Solartechnik zu investieren. Unternehmen wie First Solar profitieren bereits von diesen staatlichen Anreizen.

Analysten der Commerzbank äusserten jedoch, dass eine potenzielle Trump-Regierung die Fördermittel für Erneuerbare Energien möglicherweise stark reduzieren könnte, auch wenn republikanische Wahlprogramm verspricht, den «sozialistischen Green Deal» zu beenden. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass insbesondere republikanisch geführte Staaten wie Texas von dieser Politik profitierten, heisst es in einem Analysten-Kommentar.

Öl- und Erdgas

Bei einer möglichen Rückkehr von Donald Trump ins Weisse Haus könnten fossile Brennstoffe wieder in den Mittelpunkt der US-Energiepolitik rücken. Dies ist die Einschätzung von Analysten der Investmentbank JP Morgan. Sie prognostizieren, dass eine zweite Amtszeit Trumps für Energiekonzerne wie Exxon Mobil, Cheniere Energy und ConocoPhillips dank höherer Investitionen in Öl- und Erdgas einen Schub bedeuten könnte.

Im Gegensatz dazu erwarten Analysten der Schweizer Bank UBS unter einer Demokratischen Führung eine Förderung der Elektrifizierung und sauberer Kraftstoffproduktion. Unternehmen, die in diesen Bereichen tätig sind – darunter Tesla, Quanta Services oder Air Product and Chemicals – könnten von einer solchen Politik profitieren und entsprechenden Auftrieb an den Aktienmärkten erleben.

Zölle

Sowohl unter der Führung von Joe Biden als auch während der Amtszeit von Donald Trump hat die USA vermehrt auf Zölle zurückgegriffen, um die einheimische Industrie zu schützen. Experten prognostizieren, dass eine mögliche zweite Amtszeit Trumps eine noch stärkere protektionistische Ausrichtung mit sich bringen könnte.

Der ehemalige Präsident und Republikaner machte bereits Vorschläge für extrem hohe Zolltarife, darunter 60 Prozent oder mehr auf sämtliche Importe aus China sowie die Idee eines allgemeinen Zolls von mindestens zehn Prozent. Analysten der UBS sehen vor allem den Sektor der zyklischen Konsumgüter als anfällig für solche Massnahmen an.

Positive Effekte könnten allerdings die US-Autobauer wie Ford und General Motors sowie Stahlproduzenten wie Nucor und Steel Dynamics von den Zöllen auf chinesische Einfuhren haben. In der hart umkämpften Halbleiter-Branche erwarten die Fachleute von der UBS zudem, dass eine Regierung unter Trump verstärkt heimische Unternehmen wie Applied Materials, KLA Corp, Intel und Texas Instruments unterstützen würde.

Trumps eigene Firmen

Sollte Trump das Rennen um das Weisse Haus für sich entscheiden, dürften die Aktien der mit ihm verbundenen Unternehmen nach Expertenansicht zulegen. Besonders die Anteilsscheine seiner eigenen Medienfirma Trump Media & Technology und der Softwareentwickler Phunware, der bereits 2020 mit der Entwicklung einer App für Trumps Wahlkampagne betraut wurde, könnten deutliche Kursgewinne verzeichnen. Auch Rumble, eine bei amerikanischen Konservativen beliebte Video-Sharing-Plattform, könnten von einem «Trump 2.0» profitieren und im Wert steigen.

Gefängnisaktien

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat im Zuge seiner möglichen Wiederwahl angekündigt, hart gegen illegale Einwanderung vorzugehen und die Verbrechensbekämpfung zu intensivieren. Dies lässt Anleger auf steigende Kurse von US-Gefängnisbetreibern wie Geo Group und CoreCivic spekulieren. Marktbeobachter rechnen bei einem Wahlsieg Trumps mit einem erhöhten Bedarf an Haftplätzen.

Pharmaindustrie und Versicherungen

Eine republikanisch geführte Regierung könnte laut Einschätzungen der UBS positive Auswirkungen für die Pharmaindustrie und private Krankenversicherer haben. So wird ein vermindertes Risiko von staatlichen Eingriffen in die Preisgestaltung für Arzneimittel erwartet. Experten sehen dies als Vorteil für Pharmaunternehmen wie Eli Lilly und Merck.

Gleichzeitig dürfte eine stärkere Einbeziehung privater Versicherungsanbieter in staatliche Gesundheitsprogramme den Krankenversicherern Humana und UnitedHealth zugutekommen. Die politische Ausrichtung könnte also wichtige Auswirkungen auf den Gesundheitssektor haben.

Landwirtschaft

Vor dem Hintergrund einer möglichen Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China unter der Präsidentschaft von Donald Trump erwarten Börsenexperten zusätzliche staatliche Hilfen für amerikanische Landwirte. Im Falle eines Handelskrieges könnten solche Unterstützungsmassnahmen eingeführt werden. UBS-Analysten prognostizieren, dass solch eine staatliche Förderung den Herstellern und Zulieferern von Landmaschinen, wie Deere und Tractor Supply Company zugutekommen könnten. (lyn)

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41 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Rhabarber
30.07.2024 00:48registriert Dezember 2023
Was für eine lächerliche Nation, in der alle vier bis acht Jahre ein Präsident die Erlasse des vorhergehenden Präsidenten wieder umkippt. Instabil. Vertrauensunwürdig. Lachhaft.
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Nix sagen
29.07.2024 23:53registriert August 2020
Nicht überraschend wer profitiert und wer nicht. Für die Umwelt und normale Menschen ein Desaster.
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Däneler
30.07.2024 00:29registriert Juli 2015
Der Abschnitt 3 Erneuerbare Energien erklärt überhaupt nicht, wie die Erneuerbare Energien durch Trump profitieren sollen.
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