Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Displays of meat, Trump branded wines and water are shown near the podium before U.S. Republican presidential candidate Donald Trump was scheduled to appear at a media event at his Trump National Golf Club in Jupiter, Florida, March 8, 2016. REUTERS/Joe Skipper

Selbst ein leeres Rednerpult, an dem Donald Trump auftreten wird, ist für die Medien News geworden.
Bild: JOE SKIPPER/REUTERS

Donald Trump rettet die US-Medien – und was ist mit Roger Köppel bei uns?

Ob CNN oder «New York Times»: Für die angeschlagenen US-Medien ist Donald Trump ein Sechser im Lotto. Für die Politik eine Katastrophe. Ein ähnliches Schmierentheater erleben wir derzeit mit der Entköppelung.



«Wenn ich an eine dieser TV-Shows gehe, dann verdoppeln, ja verdreifachen sich die Einschaltquoten – und das gibt mir Macht», erklärte Donald Trump jüngst bei einem Besuch auf der Redaktion der «New York Times».

Die verhängnisvolle Verstrickung von Populismus und Medien

Tatsächlich ist The Donald nicht nur der lebendige Beweis für die Dekadenz der aktuellen Politik. Er zeigt auch exemplarisch die verhängnisvolle Verstrickung von angeschlagenen Medien und Populismus in seiner Reinkultur auf.  

«Das Geld strömt einfach herein, und das macht Spass.»

Lieslie Mooves, CEO von CBS

Beispiel CBS: Das ehemalige Vorzeige TV-Netzwerk litt wie alle traditionellen Medien unter akuter Ertragsschwäche – bis das Phänomen Trump auftauchte. An einer Investoren-Konferenz machte CBS-CEO Leslie Mooves keinen Hehl daraus, was dies für ihn bedeutet: «Das Geld strömt einfach herein, und das macht Spass», erklärte er.  

Steaks and chops described as

Anstatt für Themen macht Trump Werbung für seine Steaks und seinen Champagner. 
Bild: JOE SKIPPER/REUTERS

Die tumultuösen Duelle der republikanischen Präsidentschaftskandidaten – früher eine langweilige Pflicht – sind zu Quotenrennern geworden. Nochmals Mooves: «Dabei sprechen die nicht einmal über Themen. Sie bewerfen sich bloss gegenseitig mit Dreckbomben, und die Werbung reflektiert das. Für uns wird das ein sehr gutes Jahr werden. Sorry, ich weiss, das zu sagen ist schrecklich, aber: Mach weiter, Donald.»  

CNN hat seine Quote um 170 Prozent gesteigert

Für CNN ist Trump zur Überlebensgarantie geworden. Die Einschaltquoten waren noch im letzten Jahr auf einem Tiefpunkt angelangt und an der Wall Street wurde bereits über den Tod des News-Channels spekuliert. «Mit den CNN-Debatten und der massiven Berichterstattung über Trump hat der Sender seine Einschaltquoten um 170 Prozent steigern können», meldet die «New York Times».

Host Megyn Kelly prepares for her Fox News Channel show 'The Kelly File' in New York September 23, 2015. Republican presidential hopeful Donald Trump has announced in a tweet Wednesday morning that he has decided not to appear on Fox shows in the

Kann sich als Einzige leisten, Trump zu ignorieren: Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly.
Bild: BRENDAN MCDERMID/REUTERS

Kein Wunder also, jubiliert CNN-Präsident Jeff Zucker ähnlich wie Mooves: «Die Zahlen sind verrückt, einfach verrückt», erklärt er. Das ist nicht übertrieben. Ein während der Debattern mit Trump ausgestrahlter Werbespot kostete rund 40 Mal mehr als sonst üblich.

«Die Zahlen sind verrückt, einfach verrückt.»

Jeff Zucker, Präsident CNN

Zwischen Trump und den US-Medien hat sich eine unheilige Allianz gebildet. Die Abhängigkeit vom Donald hat bei TV-Stationen ein absurdes Ausmass angenommen. So werden inzwischen minutenlang Einstellungen auf ein leeres Rednerpult gezeigt, an dem Trump bald erscheinen wird, oder leere Landepisten, auf denen der Trump-Jet bald aufsetzen wird.

Auch die seriöse Presse zieht mit

Die Trump-Mania hat selbst die seriöse Presse erfasst. Als Trump sich einmal mehr auf ein Twitter-Duell mit der Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly einliess, wurde dies umgehend sowohl von der «Times» wie auch von der «Washington Post» prominent vermeldet. «Dabei war es bloss eine Flut von abschätzigen Bemerkungen, nicht wirklich News», bekennt Jim Rutenberg, Media-Redaktor bei der «New York Times», selbstkritisch.

AfD-Chefin Petry will an der Grenze «notfalls» auf Flüchtlinge schiessen lassen — die Reaktion der anderen Parteien so: Spinnt die jetzt völlig?
die dumme kuh bewundert köppel und da gemeinsamkeiten verbinden,er sie wohl auch.

Keine Talkshow ohne Köppel: Hier bei Maischberger.

Trump selbst hingegen profitiert extrem von dieser Konstellation. Die Agentur mediaQuant hat ausgerechnet, dass er bis Mitte März eine Berichterstattung im Wert von 1,9 Milliarden Dollar erfahren hat. Zum Vergleich: Sein Rivale Ted Cruz kommt bloss auf 300 Millionen Dollar, Hillary Clinton auf 750 Millionen Dollar. Trump kann deshalb bisher locker auf einen hunderte von Millionen schweren Werbefonds verzichten.

Entköppelung und kein Ende

Typisch amerikanisch, ist man einmal mehr versucht zu sagen. Wirklich? Rund um den Globus bricht das Geschäftsmodell der traditionellen Medien ein, auch in der Schweiz. Populisten sorgen auch hierzulande für Quoten. Christoph Blocher mag inzwischen langsam ausgelutscht sein. Sein gesalbter Nachfolger Roger Köppel ist jedoch gefragter denn je und darf bald in keiner Talkshow mehr fehlen. So hat der serbelnde «Tages-Anzeiger» bisher mehr als 20 Artikel über die absolut sinnfreie Entköppelung im Theater Neumarkt publiziert – und ein Ende ist nicht absehbar.

Mehr zu Donald Trump gibts hier:

Worst of Donald Trump: Die irrsten Sprüche des künftigen (?) US-Präsidenten

Link zum Artikel

Hat Donald Trump da wirklich gerade 9/11 mit 7/11 verwechselt?

Link zum Artikel

Doofer Wahlwerbespot: Jetzt hat Trump auch die Russen wütend gemacht

Link zum Artikel

16 Jahre alte Folge: Wie die Simpsons den Trump-Wahnsinn vorhersahen

Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Das sind die besten Rekruten der besten Armee der Welt

Link zum Artikel

9 «Ratschlag»-Klassiker, die du dir in Zukunft einfach mal sparen kannst

Link zum Artikel

Christian Wasserfallen nicht mehr FDP-Vize – wegen der Klimafrage?

Link zum Artikel

Heute wird es noch heisser ++ Spitäler bereiten sich auf Ansturm vor

Link zum Artikel

Das gab's noch nie: Schweizer Mathe-Genie startet als 15-Jähriger mit Master-Studium

Link zum Artikel

Fans raten GNTM-Gewinnerin Stefanie Giesinger zu grösseren Brüsten – aber ihr Konter sitzt

Link zum Artikel

«Die Schweiz ist eine Gold-Weltmacht – ein enormes Risiko»

Link zum Artikel

Turbo Jens ist alles, was du heute gesehen haben musst (wer hat den Typen eingestellt?)

Link zum Artikel

YouTuberin verwandelt Teslas Model 3 in Pick-up – und das Resultat ist grandios

Link zum Artikel

«Ab 30 kann Mann keine kurzen Hosen mehr tragen!» – watson-Chef klärt uns auf 🙄

Link zum Artikel

Diese Schweizer Fussballer haben noch keinen Vertrag für nächste Saison

Link zum Artikel

Herr Matthes, wie gross ist die Schadenfreude bei Nokia über Huaweis Trump-Schlamassel?

Link zum Artikel

Ein Streik kommt selten allein – so wollen die Frauen weitermachen

Link zum Artikel

Nach 27 Jahren kommt der Nachfolger der SMS – das musst du über RCS wissen

Link zum Artikel

Merkel beginnt bei Staatsbesuch plötzlich zu zittern – Entwarnung folgt kurz darauf

Link zum Artikel

Wegen Song: SRF-Ombudsmann rügt Radio SRF 3 

Link zum Artikel

Ohrfeige für Bundesanwalt vom Bundesstrafgericht – Lauber ist im FIFA-Fall befangen

Link zum Artikel

40 Millionen Liter Trinkwasser verschwunden? Das Rätsel von Tägerig ist gelöst

Link zum Artikel

OMG – wir haben Knoblauch unser ganzes Leben lang falsch geschält

Link zum Artikel

Warum Donald Trump 2020 wiedergewählt wird – und warum nicht

Link zum Artikel

Ein 3-jähriges Mädchen zerstört eine Fliege – das macht dann 56'000 Franken

Link zum Artikel

«Kann man sich in einen guten Freund verlieben?»

Link zum Artikel

79-Jährige mit zwei Promille auf Felgen unterwegs

Link zum Artikel

Federer vor Halle-Auftakt: «Rasen hat seine eigenen Regeln – vor allem für mich»

Link zum Artikel

We will always love you – vor 60 Jahren veröffentlichte Dolly ihre erste Single

Link zum Artikel

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

19
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chaose 24.03.2016 21:01
    Highlight Highlight Mehr eine Korrekturanmerkung als ein Kommentar: der CBS-Chef heisst Leslie MooNves, nicht Leslie Mooves oder gar Lieslie Mooves. Lieber Gruss vom Ami in mir ;-)
  • Luca Brasi 23.03.2016 19:08
    Highlight Highlight Und trotzdem lese ich jeden Trump-Artikel auf watson und lasse mich gleichzeitig von Werbung einlullen. Capitalism - a love story. ;)
  • Hierundjetzt 23.03.2016 18:33
    Highlight Highlight Ich hoffe schwer Herr Löpfe hat mit der betriebswirtschaftlichen Einschätzung bez. Tagi-Flaggschiff unrecht. Es braucht zwingend Leitmedien mit Tiefgang in der Schweiz. Ob einen nun die Zeitung passt oder nicht.
  • Linus Luchs 23.03.2016 16:24
    Highlight Highlight Die neoliberale Wirtschaft hat Politik und Medien fest im Griff. Das gilt für die USA, für die Schweiz und viele andere Länder. Die Unterwerfung unter die Gesetze des ökonomischen Wettbewerbs, bei welcher nichts mehr wichtiger ist als die Monetarisierung der Nachfrage, drängt die Medien in die Sinnentleerung. Wer noch tief gehende Fragen zu Machtstrukturen in Politik und Gesellschaft stellt, wird mittels Entzug von Werbegeldern abgestraft.
    Für die Wirtschaftselite ist die Verblödung kein Versehen, kein Mangelzustand, sondern gewollt und zweckdienlich. Ich empfehle dazu Georg Schramm:
    Play Icon
    • Kookaburra 23.03.2016 18:07
      Highlight Highlight Wohl gesprochen! (Schramm schau ich später. Vielleicht.)
    • Tsunami90 23.03.2016 18:08
      Highlight Highlight Der Moderne Feudalismus eben... Aber alles hat ein Ende :)
    • FrancoL 23.03.2016 20:46
      Highlight Highlight Grundsätzlich haben Sie recht.
      Die Tatsache dass aber doch ein Teil (nicht die Mehrheit) der Bevölkerung selbständig denken kann lässt hoffen das diese aus dem gebotenen Brei auch noch was lesbares herauspicken können.

      Zudem gibt es heute unzählige Nebenkanäle die die eine oder andere Wahrheit verbreiten können.

      In der Vergangenheit waren wir da mehr als aufgeschmissen, denn da war der Einheits(Lügen)Brei auch schon am kochen ohne viele Nebenkanäle.
    Weitere Antworten anzeigen
  • bokl 23.03.2016 16:02
    Highlight Highlight Da sind doch die Medien selber Schuld. Es wird bald mehr über die Reaktionen in den "sozialen" Medien nach einer Debatte berichtet als über die Debatte selber. Ist halt auch einfacher und billiger. Tweets / FB-Post lassen sich einfach und günstig einbinden und irgendein "Spinner" postet sicher etwas, dass sich als skandalöser Aufhänger für den Titel eignet. Damit fördert man aber natürlich auch die Nutzer dazu, möglichst extreme Tweets / Post abzusetzen. Nur so kommt man zu den 15 Minuten Ruhm durch eine Verlinkung bei CNN, NYT, Watson :), usw.
  • Herbert Anneler 23.03.2016 15:55
    Highlight Highlight Skandalisierung der Politik und Ökonomisierung der Medien sind wichtige Faktoren, die der SVP zu 29% Stimmenanteil bei den letzten Parlamentswahlen gebracht haben. Die "seriösen" Medien stürzen sich zunächst auf die Skandale und geisseln die political incorrectness, derweil die SVP skandalöse Einzelfälle, die der Blick aufgreift, zum Allgemeinfall deklarieren und Initiativen starten, die die "seriösen" Medien ihrerseits nicht übergehen können. So instrumentalisiert die SVP die Boulevardmedien, um dann auch die übrigen Medien vor sich hinzutreiben - als Forumsmedien ist man ja offen für alle...
    • Amboss 23.03.2016 21:00
      Highlight Highlight Die typische Argumentation der Verlierer. Gääähn.
      Ein bisschen Jammern, ein bisschen sich in Traurigkeit suhlen und ja nicht die Gründe bei sich selbst suchen.
  • bangawow 23.03.2016 15:51
    Highlight Highlight Kapitalistischer Wahnsinn mit wahnsinnigen Kandidaten für wahnsinnige Wähler. "We're all living in Amerika. Amerika ist wunderbar."
  • Der Kritiker 23.03.2016 15:50
    Highlight Highlight wer ist köppel?
  • Kaspar Floigen 23.03.2016 15:29
    Highlight Highlight Da hat jemand wohl Dailyshow geschaut ;-).
    • Philipp Löpfe 23.03.2016 16:41
      Highlight Highlight Die NYT war zuerst
  • äti 23.03.2016 15:24
    Highlight Highlight und schlagartig wechselt CNN um 180Grad, bei der Demontage von Duck, und die Kassen klimpern nochmals.
  • Angelo C. 23.03.2016 14:56
    Highlight Highlight Trump und Köppel menschlich ernsthaft zu vergleichen, finde ich etwas überrissen 😊!

    Recht haben mag der Autor aber mit dem Hinweis auf die sinnentleerten, doch beachteten Aktionen dieses pseudokünstlerischen Würstchens Ph. Ruch, mit seiner von links bis rechts kritisierten Vodoo-Lachnummer.

    Für diejenigen welche die Sendung nicht gesehen haben sollten : erhellend der Podcast vom vergangenen Montag, wo Schawinski den Wirrkopf, der sich offensichtlich weder intelligent noch nachvollziehbar äussern konnte, regelkonform auseinandergenommen hat.

    Die CH-Presse kann nichts für Ruchs Dachschaden.
    • SanchoPanza 23.03.2016 15:27
      Highlight Highlight zum ersten Punkt: stimmt, Trump kommt zumindest stellenweise sympathisch rüber ;-)
  • Kookaburra 23.03.2016 14:41
    Highlight Highlight Alle Nachrichten sind ja Heute auch gewertet oder parteiisch. Und dadurch immer weniger glaubwürdig.
    Unterhaltung generiert Klicks. Wie ja hier auf watson auch. Je dümmer und aussageschwächer desto mehr.
    Ist sicherer. Für beide Seiten.

    *Debattern? (bei den Kosten Werbespotts)

Der Vaterschaftsurlaub ist viel teurer als gedacht – sagt das Seco

Die Schweiz gehört zu den europäischen Schlusslichtern, wenn es um einen bezahlten Vaterschaftsurlaub geht. Deswegen lancierten 160 Schweizer Organisationen eine Vaterschaftsurlaubs-Initiative, die einen bezahlten Urlaub von vier Wochen fordert. Das würde 420 Millionen Franken jährlich kosten, sagt das Initiativkomitee. Weil die Initiative so viel Zuspruch erhielt, konterte die ständerätliche Sozialkommission mit einem indirekten Gegenvorschlag von zwei Wochen Urlaub. Das würde noch 224 …

Artikel lesen
Link zum Artikel