Wirtschaft
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Mehr Wunsch als Realität: Mit dem Laptop selbstständige Unternehmerin sein. bild: shutterstock

Die selbstgefällige Klasse – oder wie wir uns selbst ins Elend matchen

Von wegen Gig Economy und Multikulti-Leistungsgesellschaft: Der Ökonom Tyler Cowen widerlegt die Lebenslügen der digitalen Gesellschaft.



Wir arbeiten nicht mehr zu festen Arbeitszeiten an festen Arbeitsplätzen, sondern sind mit Laptop und Internet auf dem ganzen Globus tätig. Wir sind keine angestellten Arbeitssklaven mehr, sondern nehmen unser Schicksal als empowerte Selbstständige selbst in die Hand. Wir pfeifen auf die Sicherheit eines Grosskonzerns und hangeln uns von Startup zu Startup durch; und wenn wir dabei nicht Milliardäre werden, so haben wir wenigstens Spass gehabt.  

Arbeitnehmer sind keine Rockstars

So ungefähr wird die Arbeitswelt in der digitalisierten Gesellschaft geschildert – und dafür gibt es selbstverständlich auch schon einen Begriff: Gig Economy. Er stammt aus der Rockszene, wo ein Auftritt einer Band Gig genannt wird. So wie Rockmusiker von Gig zu Gig wandern, bewegt sich der moderne Mensch in der digitalen Arbeitswelt: mobil, flexibel und selbstständig.  

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Tylor Cowen ist Professor an der George Mason University. Am 29. Mai wird er am Gottlieb Duttwiler Institut in Rüschlikon auftreten. Mehr erfährst du hier.

Vergesst es! In seinem neuen Buch «The Complacent Class» widerlegt Tylor Cowen diese rosige Utopie brutal. Er ist Professor an der George Mason University bei Washington und gehört derzeit zu den angesagtesten US-Ökonomen. Cowen schreibt:

«Heutzutage wechseln die Amerikaner ihren Job und ihren Wohnort weniger als früher, und öfters verlassen sie heute nicht einmal ihre Wohnung. [...] Die Anzahl der Startups in Prozenten aller Unternehmen hat seit den 1990er Jahren abgenommen. Es gibt weniger «Einhorn-Wunder» [Startups mit einem Börsenwert von mindestens einer Milliarde Dollar, Anm. der Red.], weniger Unternehmen gehen unter und die Marktkonzentration nimmt zu. Der durchschnittliche Amerikaner ist älter denn je und das trifft auch für die Unternehmen zu.»

Cowen beschreibt amerikanische Verhältnisse, doch bei uns dürfte es ähnlich aussehen. Der Grund für seinen Befund liegt nämlich im so genannten Matching. Darunter versteht man das Phänomen, dass wir unsere Bedürfnisse immer häufiger mit immer raffinierteren Algorithmen abgleichen, bis wir genau das erhalten und ja kein Risiko mehr eingehen.  

Die Magie des Matching

Matching ist allgegenwärtig geworden. «Match.com gleicht unsere Bedürfnisse in der Liebe ab, Spotify und Pandora unseren Musikgeschmack», schreibt Cowen. «Software matcht unsere Zimmerkollegen in der Uni, LinkedIn Vorgesetzte und Angestellte, Facebook verbindet uns mit unserer Vergangenheit – unsere alten Nachbarn und Freunde – und serviert uns massgeschneiderte News und Werbung, oder mindestens was wir dafür halten.»

Auf den ersten Blick ist Matching wunderbar: Wir werden von Musik verschont, die wir nicht hören wollen. Wir finden den Partner oder die Partnerin, die unseren intellektuellen, ästhetischen und sexuellen Vorlieben entspricht. Wir arbeiten in einem Betrieb mit coolen Chefs und gleichgesinnten Kolleginnen und Kollegen. Kurz: Alles, was unseren Alltag mühsam macht, lässt sich mit Matching ausmerzen. Das ist zwar bequem, aber auch langweilig.

«Die Millenials sind im Begriff, die am wenigsten unternehmenslustige Generation der jüngeren Vergangenheit zu werden.»

Tylor Cowen

 «No Risk, no Fun» gilt nicht mehr in der Matching-Gesellschaft. Homosexualität lockt keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Die Kriminalitätsrate ist markant gesunken. Gewalttätige Demonstrationen kennen wir noch von den Heldenepen der 68er Generation. Protestaktionen sind heute so gematcht, dass kaum mehr schlimme Dinge passieren können. In den USA gibt es heute auf Demos spezialisierte Eventmanager, die den Anlass organisieren wie eine Hochzeit.  

Wer will, kann heute wochenlang sein Haus nicht verlassen. Die Informationen kommen per Internet, die Lieblingsserie streamt uns Netflix ins Wohnzimmer und die Lebensmittel lassen wir uns vom Onlineshop liefern. Sich für eine Karriere abmühen, das war gestern. «Die Millenials sind im Begriff, die am wenigsten unternehmenslustige Generation der jüngeren Vergangenheit zu werden», so Cowen.  

Gleich und Gleich gesellt sich

Das Matching macht das Leben für alle bequemer, aber es macht nicht alle gleich. Im Gegenteil, es führt zu einer neuen Klassengesellschaft. Cowen spricht von einer «selbstgefälligen Klasse» (complacent class). Das Sprichwort «Gleich und Gleich gesellt sich gern» wird auf die Spitze getrieben. Die Zeiten, in denen der Arzt die Krankenschwester und der Manager seine Sekretärin geheiratet haben, sind vorbei. In der Matching-Gesellschaft paart sich, wer die gleichen Schulen besucht, die gleiche Arbeit, die gleichen Hobbys, den gleichen IQ und das gleiche Einkommen hat.  

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Die Lockerheit beim Coworking trügt. bild: shutterstock

Auf diese Weise wird die Gesellschaft in immer kleinere Segmente aufgeteilt, die sich voneinander abkapseln. Die Reichen und Kreativen blieben unter sich. «Ironischerweise sind es die Begüterten, die Gebildeten und die Kreativen, die sich oft am heftigsten über Ungleichheit und die Segregation beklagen», so Cowen.

Störefriede unerwünscht

Oberflächlich gesehen ist die moderne Gesellschaft tolerant. In einem coolen Betrieb arbeiten heute Menschen aller Hautfarben, Religionen und sexuellen Vorlieben einträchtig zusammen. Dafür haben die Matching-Algorithmen gesorgt. Ungebildete, störrische oder gar destruktive Kolleginnen und Kollegen sind zuvor von ihnen aussortiert worden.

Deshalb kann man sich auch einen lockeren Umgang erlauben. Der Krawattenzwang für Chefs fällt weg. Doch der lockere Umgang muss hart erarbeitet werden. «Die Kultur des Informellen ist eine Kultur von Menschen, die etwas erreicht haben und es auch beweisen können», so Cowen.  

Zerstört die Kriminalität das Internet?

Die selbstgefällige Klasse wird nicht von Dauer sein. Die Spannungen in der Gesellschaft werden wieder zunehmen. In den Rassenunruhen von Ferguson und dem Wahlsieg von Donald Trump sieht Cowen die Vorzeichen einer neuen unruhigen Ära. Die Kriminalität wird wieder zunehmen. «Die nächste Kriminalitätswelle wird das Internet zerbrechen, oder zumindest wichtige Teile davon», prophezeit Cowen.  

Auch die Demokratie ist in Gefahr. «Die selbstgefällige Klasse hat aufgehört, an die selbstheilenden Kräfte der Welt, in der wir leben, zu glauben», so Cowens düsteres Fazit. «Deshalb werden die Armen gegen die Reichen rebellieren. Die Gesellschaft hat auf allen Ebenen den Glauben an das System verloren.»

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53Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 14.04.2017 03:46
    Highlight Highlight Gut verdienende Leute wie Philipp Löpfe haben keine Ahnung mehr, wie es in den unteren Schichten zu und her geht. Darum erzählen sie nur noch irgendwelchen theoretischen Unsinn.

    Ich bemühe mich immer, meine Kommentare anständig zu formulieren, damit sie aufgeschaltet werden. Die Realität ist aber nur noch unanständig brutal. Aber das sehen die gutverdienenden Journalisten nicht mehr.
  • Dimchs 10.04.2017 08:21
    Highlight Highlight Die Segregation der Gesellschaft ist seit eh und je eine Tatsache (man denke nur an die Bourgeoisie) und dem kapitalistischen System geschuldet das schon seit hunderten Jahren für wenige Gewinner und zu viele Verlierer sorgt. Das Traurige heute ist, dass wir inzwischen alle sehen und wissen könnten, dass das System ungerecht und zerstörerisch ist. Aber es nicht auf die Reihe kriegen Widerstand zu leisten und Alternativen zu finden.
  • Gohts? 09.04.2017 20:24
    Highlight Highlight Toller Artikel.

    Und schön, dass doch noch Menschen existieren, die sich nicht von den Oberflächlichkeiten blenden lassen.
  • stadtzuercher 09.04.2017 17:48
    Highlight Highlight "Die Zeiten, in denen der Arzt die Krankenschwester und der Manager seine Sekretärin geheiratet haben, sind vorbei"

    Das ist doch fantastisch. Männer wollen jetzt auch auf Augenhöhe daten, wollen kein Huscheli mehr. Vermeidet nebenbei Ärger beim Sorgerecht und Unterhaltszahlungen. Und Frauen wollten eh nie nach unten daten. Das ist also die feministische Traumvorstellung einer emanzipierten Gesellschaft. Jetzt bitte nicht jammern, habt ihr SP-WählerInnen ja so gewollt.
    • Mephista87 10.04.2017 17:35
      Highlight Highlight "Und Frauen wollten eh nie nach unten daten." Würd ich als Frau nicht unterschreiben. Dumm fickt gut.
  • Tschedai 09.04.2017 14:58
    Highlight Highlight Die Gig-Economy ist in vielen Teilen ein "Race to the bottom". Man sieht es an Uber, Leute, die das schnelle Geld nebenbei lockt, nehmen es in Kauf, dass Uber keine Sozialversicherungsbeiträge leistet. Aber wenn diese Leute mal alt sind und ihnen das Geld zum Leben fehlt, soll der Staat wieder einspringen. Irgendwo wird diese Entwicklung nicht aufgehen. Hoffentlich merkt man es früh genug.
  • Karl33 09.04.2017 14:00
    Highlight Highlight "Die Gesellschaft hat auf allen Ebenen den Glauben an das System verloren."
    Systeme, die die Mehrheit der Bevölkerung zu Verlierern machen, muss man entsorgen. Das haben die im Ostblock vor 25 Jahren auch gemacht. Wie haben uns die Gewinnler unseres heutigen Systems die letzten 2 Jahrzehnte glauben machen wollen, dass das (EU, PFZ, Globalisierung) das Beste für uns alle sei. Langsam werden ideologische Propaganda und Lügen entlarvt.
    • who cares? 09.04.2017 17:17
      Highlight Highlight Uns geht es besser, denn je.
      Wir müssen nicht um unser Essen kämpfen, Löhne sind hoch, alle haben ein Dach über dem Kopf, Frauen dürfen sich auch einbringen.
      Die Armut weltweit ist gesunken.
      Aber früher war ja alles besser.
    • Karl33 09.04.2017 17:39
      Highlight Highlight jaja, die svp rechnet uns auch immer vor, dass es in der schweiz keine armut gibt, weil verglichen mit den slums in indien habens bei uns ja alle blendend. armut kann man vorzüglich relativieren.
    • seventhinkingsteps 09.04.2017 21:09
      Highlight Highlight @who cares?

      Wie ich unter einem anderen Kommentar erklärt habe:

      "Das Primäreinkommen der reichsten 20% der Bevölkerung ist je nach Jahr zwischen 19- und 33-mal
      so hoch wie dasjenige der ärmsten 20%, das verfügbare Einkommen ist dagegen nur zwischen 3,8-
      und 4,7-mal so hoch."

      Die Ungerechtigkeit der Primäreinkommen wird in der Schweiz durch staatliche Umverteilung kompensiert. In Staaten, in denen diese Gegenmassnahmen fehlen, siehts düsterer aus.

      Ausserdem ist unser Wohlstand abhängig vom Elend anderer Nationen. Schweizer Lebenskosten würden massiv steigen, erhielten Chinesen mehr Lohn
  • FranzFerdinand 09.04.2017 13:08
    Highlight Highlight You're a dreamer du !
  • koks 09.04.2017 12:46
    Highlight Highlight vor einem halben jahr hat man noch trump verurteilt, den brexit verdammt etc. langsam scheint sich aber die selbstgefällige elite (inkl. der autor löpfe) damit anzufreunden, dass der freie markt und die entwicklungen des letzten jahrzehnts nicht 'alternativlos' sind.
    • seventhinkingsteps 09.04.2017 14:43
      Highlight Highlight Beides Falsch. Trump ist die Konsequenz
    • Karl33 09.04.2017 15:04
      Highlight Highlight Ich schätze, Trump oder May oder Le Pen kommen nur an die Macht, wenn die Leute genug unzufrieden sind. Schon vergessen, dass die Hauptmotivation der Menschen Trump zu wählen die war, dass man einfach einen Change wollte? Alles andere lieber als weiter wie bisher.
    • rodolofo 09.04.2017 15:20
      Highlight Highlight Eine Alternative wäre auch, weniger zu nörgeln und einfach munter drauflos zu leben und zu experimentieren, nach Lust und Laune.
      Kreativ sein können alle und nicht nur diejenigen, die versiert mit Handy und Laptop umgehen können!
      In dieser Hinsicht können Slums in 3.Welt-Metropolen durchaus vorbildlich sein für eine Lebenshaltung, die in jeder Situation versucht, "etwas draus zu machen".
      Die basteln ihre Behausungen aus Abfällen zusammen, die sie auftreiben können.
      Wir haben wesentlich mehr "Teile" zur Verfügung, können also entsprechend grössere "Kreationen performen" und zusammenbasteln!
    Weitere Antworten anzeigen
  • eulach 09.04.2017 12:42
    Highlight Highlight Arbeite selbst für ein Jungunternehmen im Bereich des digitalen Marketings. Meine Arbeitsutensilien bestehen aus Laptop, Bleistift und Notizblock; entlöhnt wird das ausgelieferte Produkt und nicht die investierte Zeit. Wo ich arbeite, kümmert niemanden – der obige Text hat mich im Fadenkreuz.

    Wo der Artikel Recht hat: wir machen's uns zu einfach. Gehen zu selten auf fremde Menschen zu und verlassen unsere kleine Filterblase praktisch nie. Mehr Wagemut und Offenheit hilft, und die Lust, sich mal wieder zu verirren – ohne Google Maps als Nothelfer.
    • Tschedai 09.04.2017 14:56
      Highlight Highlight Entlöhnung basirend auf dem Produkt, das verrechnet werden kann ist an und für sich nichts neues. Versicherungsvertreter arbeiten seit jeher so. Wenn man jedoch in einer Firma so arbeiten muss, wo man selbst nicht die Akquise in der Hand hat, also ausgeliefert ist, wenns mal nicht genügend Kunden hat, ist eine Entwicklung, die eher Besorgnis erregt als cool ist. Für die Firma ists natürlich gut, kein Risiko mit dem Personal.
  • Gummibär 09.04.2017 12:41
    Highlight Highlight Tylor Cowen beschreibt die Lemminge.
    Im alten Rom wurden sie mit Brot und Spielen ruhiggestellt. Heute mit Sozialversorgung und IT (und hier mit der Möglichkeit alle und alles zu blitzen).
    Die Macher standen damals schon und stehen heute noch am Ufer und schauen dem trüben Fluss zu der vorbeiströmt. Und fischen darin.

  • ladinam 09.04.2017 12:38
    Highlight Highlight Der derzeit zu den "angesagtesten" US-Ökonomen gehörende Cowen ist auch noch Direktor des von den Koch-Brüdern gesponserten Think-Tanks Mecatus Center. " Wikipedia: «Die Amerikanistin Eva Schweitzer sieht das Hauptanliegen des Mercatus Centers darin, den „schädlichen Einfluss“ von Umweltschutzgesetzen auf die Wirtschaft nachzuweisen.» Ich erlaube mir dazu auf den gestern auf Watson veröffentlichten Kommentar von Marko Kovic zu verweisen: Herzlich willkommen im Zeitalter des Bullshits.

    http://www.watson.ch/International/Kommentar/974804024-Herzlich-willkommen-im-Zeitalter-des-Bullshits
  • dmark 09.04.2017 12:36
    Highlight Highlight Kompliment, Her Löpfe.
    Ja, es ist u.a. die Bestimmung nach Kompatibilität innerhalb der jeweiligen Ebene, welche die Menschheit zu trägen Mutanten verändern wird. Dank der Digitalisierung werden wir immer mehr in verschiedene Kasten gedrängt, um dann darin zu verweilen. Die Komplexität des Lebens wird vorab gefiltert und schön häppchenweise, mundgerecht serviert. Die Gefahr dabei ist, dass die Menschheit irgend wann aufhören wird selbstständig zu denken und somit auch nicht mehr ein eigenes, unabhängiges Leben aufbauen kann.
  • Karoon 09.04.2017 12:24
    Highlight Highlight Na gut, wenn konstant gegen Markt und Wirtschaft gebasht wird, wie dies in den letzten Jahren immer getan wurde, muss man sich nicht wundern, wenn das freie Unternehmertum an Bedeutung verliert und weniger Menschen beispielsweise eine Firma gründen. Allgemein gewinnen ja konservative Werte wieder an Bedeutung: Heiraten, Kinderkriegen, Karriere verfolgen. Dazu passt auch, dass man Angestellter ist und sich firmenintern hocharbeitet. Selber ein Risiko eingehen und etwas versuchen, passt nicht zu selbstgefälligem Verhalten. Die Gesellschaft ist langweiliger geworden (ups, jetzt wird gebasht :-))
    • alessandro 09.04.2017 14:33
      Highlight Highlight Du vermischst mir dinge die nicht zusammengehören. Der markt wird gebasht, da die doktrine "gewinne privatisieren, verluste verstaatlichen" doch auch von anderen als nur gutmenschen erkannt wurde. Das asoziale verhalten und die konzentration von macht von grossfirmen hat die lust auf ein start-up verdorben. Entweder ist der wirtschaftszweig neu oder ein nischenprodukt, ansonsten hat man als neueinsteiger keine chance, denn da ist sicher ein grosskonzert der das ding für einen viertel des preises herstellt.
    • seventhinkingsteps 09.04.2017 14:39
      Highlight Highlight Wenn sich die Einkommensschere immer weiter öffnet und hochrangige Wirtschaftsvertreter und Wirtschaftspolitiker mit einer unglaublichen Arroganz auftreten und uns noch mehr Deregulierung und Steuererleichterungen als das Heilmittel verkaufen muss man sich auch nicht wundern dass gegen Wirtschaft und Unternehmertum gebasht wird
    • Karoon 09.04.2017 14:52
      Highlight Highlight Da würde ich jetzt gerne Beispiele hören. Mir kommt nur die UBS in den Sinn, und das ist auch schon ein paar Jahre her. Zudem war das für die Bundeskasse ein sehr gutes Geschäft. Es kommt drauf an, wie man die Sache sieht. Aus deinem Post kommt eine gewisse Opferrolle ("man kann ja eh nichts tun"). Opfer sind hilflos. Und das macht es einfach, weil man als Opfer definitionsgemäss nicht handeln muss/kann. 99% der Firmen sind KMUs, nur mal so zum sagen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • pun 09.04.2017 12:03
    Highlight Highlight Die Marktgläubigen haben uns immer erzählt, mit dem Wachstum und technologischem Fortschritt würde sich auch kontinuierlich der Zustand der Welt und derjenige der Verlierer und Armen verbessern. Das geschieht jedoch viel zu unzureichend oder nicht, sodass die heutige junge Generation im Westen entweder in zynischen Egoismus verfällt oder effektiv auf einen Zusammenbruch des ganzen hofft. Derweil die junge Generation der armen Länder weiterhin auf eine Möglichkeit der Einwanderung in ein reiches Land hofft, um wenigstens einen Krümel des Kuchen, der ihnen geraubt wurde, zurückzuerhalten.
    • seventhinkingsteps 09.04.2017 14:36
      Highlight Highlight Engagierst du dich irgendwo, dein Kommentar liest sich so als hättest du Erfahrung im Schreiben linker Kampfschriften ;)
    • Karoon 09.04.2017 14:57
      Highlight Highlight Ich glaube niemand hofft auf einen Zusammenbruch und zynischer als die Vorgängergeneration ist die jetztige meiner Meinung nach auch nicht. Zudem lohnt sich ein Blick auf die Fakten: Die extreme Armut geht zurück, die Lesefähigkeit steigt, die Kindersterblichkeit sinkt, der Welthunger geht zurück. Obwohl sicher noch nicht am Ziel, ist die Situation viel weniger schlimm, als oft (mit Posts wie deinem ;-)) suggeriert wird.
    • pun 09.04.2017 15:34
      Highlight Highlight Ich befinde mich gerade an einem Ort, wo die Ungerechtigkeit unserer (Grenz-)Gesetze und das Privileg des richtigen Passes extrem spürbar sind. Den vielen Menschen deren Biografie dadurch zerstört wird, nützt die Statistik halt einen Feuchten. Und die ungerechte Vermögensverteilung nahm seit der Krise zu!

      (Und ja, ich engagiere mich, linke Kampfschriften habe ich aber vor allem gelesen statt (abgesehen von der Forumstätigkeit hier) selbst geschrieben.) ;-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 09.04.2017 11:36
    Highlight Highlight Meine Studienkollegen aus der Bachelorzeit hatten auch die Vorstellung, das sie so alle 4 Jahre den Job wechseln weil man dann mehr Lohn kriegt usw. - Sie hatten aber nicht bedacht, das man dann ja auch ständig den Wohnort wechseln muss etc.

    Ich selbst bin jetzt bei einem grossen Konzern welcher nun beschlossenen hat ins Digital Business einzusteigen mit E-Comerce, BigData, Cloud Computing und mein Job ist es die Organisation darum herum aufzubauen. Wenn ich das so anschaue dann sehe ich arbeit für die nächsten 10-15 Jahren. Wozu also den Drang zu Gigs haben?
    • ben_fliggo 09.04.2017 12:52
      Highlight Highlight Sprechen wir in 5 Jahren nochmals darüber ;-)
    • Scaros_2 09.04.2017 13:43
      Highlight Highlight Mit wem über was soll ich ihn 5 jahren nochmals sprechen?
    • Scaros_2 09.04.2017 15:19
      Highlight Highlight Woher willst du das wissen? Arbeitest du auch im Master Data Management? Bitte erzähl mir mehr. Die ganze Branche steht vor den Toren dieser Trends und arbeitet darauf hin. Wir reden hier nicht von simplen Projekten sondern von Projekten die im Rahmen von Geschäftsstrategien darauf ausgelegt sind Langläufer zu sein. Und tut mir Leid aber wenn ein Unternehmen das 35 Mrd. Umsatz macht von irgendein Statrup abgegrabt wird, dann hat das Unternehmen generell Fehler gemacht. Im Schlimmsten Fall kaufen wir das Start-Up dann halt auf XD.
  • Gigi,Gigi 09.04.2017 11:27
    Highlight Highlight Wahre Worte, danke für den Artikel Herr Löpfe. Bin mal gespannt, ob auch hier eine Diskussion stattfindet? Wohl eher nicht.
    • pamayer 09.04.2017 12:09
      Highlight Highlight Warum nicht?
    • Tschedai 09.04.2017 15:01
      Highlight Highlight Wieso so negativ?
  • Herbert Anneler 09.04.2017 11:25
    Highlight Highlight Die selbstgefällige Klasse hat uns längst im Griff: es sind diejenigen im Silicon Valley, die die Compi-Algorithmen in ihren Händen haben. Sie singen uns das Loblied einer wunderbaren digitalen Welt voller künstlicher Intelligenz, unfehlbarer als jedes menschliche Wesen. Wir haben längst vergessen, dass Compis nichts anderes als High speed-Idioten sind und bleiben. Aber diese digitalen, scheinbar wertfreien Visionen sind bloss der Vorhang, hinter dem sich knallharte Elite-Ideogen verstecken, die uns zu Sklaven 4.0ff degradieren - für sie sind nur total berechenbare Menschen "gute" "Menschen".
    • malu 64 09.04.2017 12:05
      Highlight Highlight Nur gut solange die Download Geschwindigkeit stimmt. Sonst werden wir zu Bestien!
  • Pitsch Matter 09.04.2017 11:24
    Highlight Highlight Die Welt wird sich in den nächsten Jahren/Jahrzente so dermassen Verändern, unser Horizont ist zu knapp, um eine Vorhersage zu treffen. Ich freue mich.
    • ben_fliggo 09.04.2017 13:08
      Highlight Highlight True. Ich persönlich sehe, dass die grossen, alten Schiffe zunehmend Mühe haben, zu manövrieren, geschweige denn, den Pace zu halten. Dies könnte auch bei uns für eine verstärkte Gig-Economy sprechen.
    • Tschedai 09.04.2017 15:00
      Highlight Highlight Die Gig Economy funktioniert gut für Leute, die ein grosses Netzwerk haben. Es gibt aber viele Leute in der Gesellschaft, die eher introvertiert sind und nicht einfach Akquirieren können. Für die Leute wäre eine Etablierung der Gig Economy fatal. Dazu kommt, dass das Sozialsystem immer weiter ausgehölt wird (siehe Uber, wo "Arbeitgeber" keine Sozialabgaben entrichtet und relativ wenig Gehalt bezahlt).
  • malu 64 09.04.2017 11:21
    Highlight Highlight Es wird Zeit, dass sich gegen diesen organisierten, langweiligen Leerlauf, Wiederstand organisiert!
  • seventhinkingsteps 09.04.2017 11:16
    Highlight Highlight «Deshalb werden die Armen gegen die Reichen rebellieren. Die Gesellschaft hat auf allen Ebenen den Glauben an das System verloren.»

    Ich stimme dem Rest zu und ich glaube auch an den letzten Satz, weil ich selbst den Glauben an das System verloren habe, aber ich sehe nicht ganz die Verbindung zwischen dieser "complacent class" und erneuten sozialen Unruhen bzw. einem Klassenkampf
    • ben_fliggo 09.04.2017 13:06
      Highlight Highlight In der Theorie macht das durchaus Sinn. Aber in der Praxis muss man sich fragen, wie ein solcher Klassenkampf in der digitalen Welt von 2020 aussieht. Anyone?
    • seventhinkingsteps 09.04.2017 14:46
      Highlight Highlight Hackerangriffe auf Grosskonzerne zum Beispiel. Gabs ja schon paarmal. In der simplesten Form sind das Ddos Attacken mit Erpressung. Die Ideologie dahinter lässt sich ja beliebig austauschen.

Die Romandie hat mich nicht auf die vielen nackten Frauen hier vorbereitet

Seit ich in der Deutschschweiz wohne, habe ich viele füdliblutte Menschen gesehen.

Bravo, liebe User. Ihr seid weniger prüde als die Romands!

Welche weiteren Unterschiede gibt es zwischen West- und Deutschschweizern? :) Schreib es uns in die Kommentare.

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