Wirtschaft
Schweiz

Globalisierung: Schweizer profitieren am Stärksten

Globalisierung: Die Schweizer profitieren  – doch wirklich spannend ist, wer nicht

08.06.2018, 05:0808.06.2018, 06:40

Die Bevölkerung in Industrieländern profitiert einer Studie zufolge am stärksten von der Globalisierung. Auf Rang 1 liegt die Schweiz.

Das ist das Ergebnis des diesjährigen Globalisierungsreports, den die deutsche Bertelsmann-Stiftung am Freitag in Gütersloh vorlegte. Bei den Vorteilen globaler Wirtschaftsverflechtungen folgen auf den Plätzen zwei und drei Japan und Finnland. Schlusslicht ist Indien, vorletzter China. Basis sind Zahlen des Jahres 2016.

Auch andere Schwellenländer wie Argentinien und Russland schneiden schlecht ab. Der Report vergleicht 42 Industrie- und Schwellenländer und misst, welche Folgen deren internationalen Vernetzung für den Wohlstand hat.

epa06784105 A Chinese man takes a nap outdoors during hot weather in Beijing, China, 04 June 2018. Parts of Beijing were forecast to hit 35 degrees Celsius on 04 June, with higher temperatures excepte ...
Die Chinesen profitieren erstaunlicherweise nur wenig von der GlobalisierungBild: EPA/EPA

So legte das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in der Schweiz von 1990 bis 2016 dank Globalisierung um 1900 Euro pro Einwohner und Jahr zu. In Indien waren es im gleichen Zeitraum nur 20 Euro. Auch China und Mexiko verzeichnen mit 80 beziehungsweise 120 Euro pro Jahr unterdurchschnittliche Zuwächse.

Kaum Zuwächse in den USA

Die Wirtschaftsmacht USA landet mit 445 Euro nur auf Platz 25 im Mittelfeld. Der Grund dafür laut Studie: «Ausgehend von einem hohen Globalisierungsgrad bauten die USA ihre internationalen Verflechtungen seit 1990 kaum aus. Entsprechend verhalten sind die Zuwächse beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf.»

«Die Globalisierung muss so gestaltet werden, dass der Mensch im Mittelpunkt steht.»
Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung

Da es sich bei der Studie um Durchschnittberechnungen für ganze Länder handelt, zeigen die Zahlen keine einzelnen Globalisierungsverlierer. Grundlage für die Berechnung ist ein Index, den Wirtschaftsforscher der Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung erstellt haben. Die internationalen Verflechtungen fliessen dabei mit wirtschaftlichen, politischen und sozialen Faktoren für jedes Land in die Berechnung ein.

A man holds the hand of an elderly woman and helps her past a waterlogged street in Mumbai, India, Thursday, June 7, 2018. India's commercial capital has been hit by heavy rainfall, disrupting no ...
Ebenso die Inder.Bild: AP/AP

Niederlande und Irland am stärksten globalisiert

Demnach sind die Niederlande und Irland am stärksten globalisiert. Indien und China belegten die Schlussplätze, weil hier die Märkte im Vergleich zu vielen Industrieländern erst später geöffnet worden seien. Noch immer gebe es dort Zugangsschranken zum Markt oder nur der jeweilige Binnenmarkt spiele eine Rolle für die Politik des Landes.

«Der Report zeigt: Globalisierung kann eindeutig Wohlstandsgewinne schaffen. Protektionismus ist der falsche Weg. Doch die Globalisierung muss so gestaltet werden, dass der Mensch im Mittelpunkt steht. Nur so können wir ihr Erfolgsversprechen einlösen», kommentiert Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung, die Ergebnisse.

Sie spielt damit auch auf den internationalen Handelskonflikt unter US-Präsident Donald Trump an, der Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium verhängte. Er hat Freihandel wiederholt als schädlich für sein Land bezeichnet. Die EU reagierte auf die Massnahmen ebenfalls mit Zöllen, etwa auf Whiskey und Motorräder. Ökonomen fürchten eine Eskalation des Streits. (sda/dpa)

Leute, die sich die sich auf Reisen selbst finden wollen …

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