Wirtschaft
Schweiz

SBB-Auftrag: Wenig Unterstützung an Siemens in der Bevölkerung

Vergabe von SBB-Auftrag an Siemens findet wenig Unterstützung

03.12.2025, 08:0603.12.2025, 08:06

Der SBB-Auftrag an Siemens findet in der Bevölkerung wenig Unterstützung. In einer Befragung gaben 65 Prozent von rund 11'000 Schweizerinnen und Schweizern an, die Vergabe des milliardenschweren Auftrags an Siemens «nicht» oder «eher nicht» zu unterstützen.

Der neue Doppelstockzug von Siemens Mobility.
Der neue Doppelstockzug von Siemens Mobility.bild: sbb

Nur 28 Prozent sagten auf die Frage, ob sie die Vergabe des Auftrags an Siemens unterstützen, «Ja» oder «eher Ja», wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage von Tamedia und «20 Minuten» hervorgeht. Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 27. bis 30. November in Zusammenarbeit mit dem Institut Leewas durchgeführt.

Die SBB hatten am 7. November die Bestellung für 116 Doppelstockzüge für die Zürcher S-Bahn und die Westschweiz an Siemens vergeben. Der Auftrag hat ein Volumen von 2,1 Milliarden Franken. Hinzu kommt eine Option auf 84 weitere Züge, womit der Rahmenvertrag 200 Doppelstöcker im hochgerechneten Wert von 3,6 Milliarden Franken umfasst.

Stadler Rail lässt diese Niederlage nicht auf sich sitzen. Der Ostschweizer Konzern hat beim Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen Rekurs gegen die Vergabe des Riesenauftrags an den deutschen Konkurrenten eingelegt.

So soll es im Innenbereich aussehen.
So soll es im Innenbereich aussehen. bild: sbb

Man könne die Bewertung der SBB auch nach vertiefter Analyse der Unterlagen nicht nachvollziehen, schrieb der Zughersteller am vergangenen Freitag in einem Communiqué. Eine unabhängige Überprüfung der Vergabe sei angebracht.

Die SBB wiesen die Vorwürfe allerdings zurück: Siemens habe mit grossem Vorsprung gewonnen. Siemens erklärte in einer Stellungnahme, den Rekurs von Stadler zur Kenntnis genommen zu haben.

Wie lange die Beschaffung der 116 Doppelstockzüge durch die Beschwerde verzögert werde, könne zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden, hiess es von der SBB. Eigentlich sollten die neuen Züge ab 2031 fahren. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
5-Stunden-Gespräch: US-Unterhändler plaudern mit Putin
1 / 11
5-Stunden-Gespräch: US-Unterhändler plaudern mit Putin

Eine US-Delegation um Unterhändler Steve Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner traf im Kreml die russische Regierung, um über Friedensbedingungen für den Ukraine-Krieg zu sprechen.

quelle: keystone / alexander kazakov / sputnik / kr
Auf Facebook teilenAuf X teilen
HIV-Positiver im Fragenbot
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
161 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
hasepi
03.12.2025 08:18registriert September 2025
Warum genau gab es hierzu eine Umfrage? Als könnte das irgendjemand beurteilen... wir waren alle bei der Ausschreibung nicht dabei.
2299
Melden
Zum Kommentar
avatar
fidget
03.12.2025 08:43registriert Dezember 2018
Unnötige Umfrage. So eine Vergabe nach WTO-Richtlinien braucht in der Bevölkerung keine Unterstützung.
1898
Melden
Zum Kommentar
avatar
skater83
03.12.2025 08:43registriert November 2018
zum glück ist die 20 minuten leserschaft ja ausschlaggebend für die vergabe von aufträgen von firmen...

...man könnte jetzt sagen ich bin voreingenommen, da ich einer der 6000 schweizer siemens mitarbeiter bin (stadler hat meines wissens ca. 5400 wie man medial lesen kann)...
14710
Melden
Zum Kommentar
161
Vogelgrippe im Tessin bei Uhu und Kuhreiher nachgewiesen
Im Tessin ist bei zwei Wildvögeln das Vogelgrippe-Virus H5N1 nachgewiesen worden. Betroffen waren ein Uhu in Magadino und ein Kuhreiher in Melano.
Zur Story