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General view of the construction site of the third-generation European Pressurised Water nuclear reactor (EPR) in Flamanville, north-western France, January 17, 2013. French utility group EDF said it will start discussions with Chinese nuclear firm CGNPC about a partnership for nuclear projects in Britain, a top EDF official said on Thursday.  REUTERS/Charles Platiau   (FRANCE - Tags: ENERGY BUSINESS) - RTR3CKL3

Negative Schlagzeilen ohne Ende: Das französische Pannen-AKW Flamanville. 
Bild: reuters

Fünf Jahre nach Fukushima: Warum die Atomenergie keine Zukunft hat

In verschiedenen Ländern werden neue Atomkraftwerke gebaut. Von einer Renaissance der Technologie kann trotzdem keine Rede sein. Denn wo gebaut wird, gibt es fast nur Probleme.



Die Atomenergie sorgt wieder einmal für Schlagzeilen. Vor genau fünf Jahren ereignete sich vor der japanischen Küste das schwere Seebeben, das einen Tsunami und die Katastrophe im AKW Fukushima Daiichi zur Folge hatte. Diese Woche gelangte zudem ein Strategiepapier an die Öffentlichkeit, das eine PR-Firma im Auftrag des Stromkonzerns Alpiq erstellt hat. Demnach sollen die schweizerischen Atomkraftwerke an eine staatliche Auffanggesellschaft ausgelagert werden.

Nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986 ging bei der Atomenergie lange nichts mehr. Vor einigen Jahren jedoch wurde ihr ein Comeback prophezeit. Die CO2-freie Stromproduktion aus Kernkraftwerken wurde als Wundermittel gegen den Klimawandel propagiert. Die Gefahren der Technologie rückten in den Hintergrund. In diversen Ländern wurden neue Projekte lanciert. So auch in der Schweiz. 2008 präsentierte der Energiekonzern Atel – eine Vorgängerin von Alpiq – Pläne für einen neuen Reaktor auf dem Gelände des AKW Gösgen.

«Die Atomenergie hat in keiner Weise eine Zukunft. Sie wird uns in Form von Altlasten und hohen Entsorgungskosten aber noch lange beschäftigen.»

Rudolf Rechsteiner

Sie dürften Makulatur bleiben. Nach Fukushima forcierte Bundesrätin Doris Leuthard ihre Energiestrategie 2050. Sie sieht den Ausstieg aus der Atomenergie vor, neue Projekte sollen keine Bewilligung erhalten. National- und Ständerat haben beide Punkte abgesegnet. Deutschland will bis 2020 sämtliche Meiler vom Netz nehmen. Andernorts hingegen wird weiter gebaut, vor allem in China. Ist die Kernenergie also ein Auslaufmodell, oder hat sie ihre Zukunft noch vor sich?

Atombombe als Motiv für neue AKW

Der frühere Basler SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner hat eine dezidierte Meinung: «Die Atomenergie hat in keiner Weise eine Zukunft. Sie wird uns in Form von Altlasten und hohen Entsorgungskosten aber noch lange beschäftigen.» Bei den meisten Bauprojekten handle es sich um Ankündigungen, die nie ausgeführt würden. China sei eine Ausnahme, doch selbst dort erlebten Wind- und Solarenergie einen stärkeren Aufschwung, sagt Rechsteiner. Tatsächlich werden Wind- und Solaranlagen laufend billiger, während es bei neuen AKW zu massiven Kostenüberschreitungen kommt.

Als Energieexperte propagierte Rechsteiner die Stromerzeugung durch Wind und Sonne bereits zu einer Zeit, als man dafür belächelt wurde. Heute führt er ein eigenes Beratungsbüro. Er mag nicht ganz unbefangen sein, doch die Fakten sprechen für ihn. Hinter dem Bau neuer Atomkraftwerke stecken meist nicht wirtschaftliche, sondern politische Motive. So in China, Indien oder Russland. Oder es geht um einen «Nebeneffekt»: Die Atombombe. Als Beispiele nennt Rechsteiner Iran, Saudi-Arabien und Ägypten – Länder mit besten Voraussetzungen für Solarenergie.

Andernorts hingegen häufen sich die Probleme:

Japan

Die Katastrophe vom 11. März 2011

Die mit der Strombranche verbandelte Regierung will trotz Fukushima an der Kernenergie festhalten. Nach der Katastrophe wurden alle 48 Reaktoren heruntergefahren. Nur gerade vier sind seither wieder ans Netz gegangen, mehrere sollen stillgelegt werden. Die japanische Bevölkerung ist heute mehrheitlich gegen die Atomenergie.

Schweden

2010 verkündete die Regierung den Ausstieg aus dem Atomausstieg, den das Stimmvolk 1980 beschlossen hatte. Heute ist davon keine Rede mehr, sondern nur noch von der Abschaltung von Reaktoren. Bis 2020 sollen vier vom Netz genommen werden. In Skandinavien herrscht wie im übrigen Europa ein Stromüberschuss mit tiefen Preisen. Atomstrom rentiert nicht mehr.

Finnland

Anders als im Nachbarland will die Regierung die Atomkraft ausbauen, um die Abhängigkeit von russischen Energieimporten zu senken. Bislang allerdings gibt es nur Probleme. Im AKW Olkiluoto begann der französische Konzern Areva 2005 mit dem Bau eines dritten Reaktorblocks. Er sollte 2009 in Betrieb gehen. Inzwischen ist die Rede von 2018. Die Kosten sind aus dem Ruder gelaufen, der Bau eines vierten Reaktors wurde 2015 abgeblasen. Ein weiteres neues AKW soll ausgerechnet von einer russischen Firma gebaut werden und ist entsprechend umstritten.

Frankreich

Mit 75 Prozent Anteil an der Stromversorgung ist Frankreich das AKW-Land par excellence. Die Schweizer Strombranche machte jahrelang glänzende Geschäfte mit der «Umwandlung» von billigem französischem Atomstrom in teure einheimische Wasserkraft. Die goldenen Zeiten aber sind vorbei. Dafür stehen nicht nur die Probleme im ältesten französischen Reaktor in Fessenheim unweit von Basel, wo es 2013 beinahe zum GAU gekommen wäre. Der einstige Vorzeigekonzern Areva etwa ist ein Sanierungsfall.

epa04130684 A protest banner from Greenpeace with text reading 'Stop Risking Europe!' is seen at the Fessenheim nuclear power plant in Fessenheim, France, 18 March 2014. An estimated 50 activists entered the grounds of the nuclear power plant. The environmental organization says it wants to draw attention to the 'danger of aging nuclear power plants in Europe'.  EPA/PATRICK SEEGER

Greenpeace-Protest in Fessenheim, wo es 2013 beinahe zum GAU gekommen wäre.
Bild: PATRICK SEEGER/EPA/KEYSTONE

2015 hat die Regierung beschlossen, den Anteil des Atomstroms von 75 auf 50 Prozent zu senken. Für negative Schlagzeilen sorgt auch der Bau des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Flamanville an der Kanalküste. Er sollte zu einem Exportschlager werden und könnte stattdessen «das Ende der Nuklearentwicklung Made in France einläuten», so das deutsche «Handelsblatt». Die Bauarbeiten sind um Jahre in Verzug, die Kosten haben sich auf neun Milliarden Euro verdreifacht, und zuletzt wurden schwere Mängel am Reaktordruckbehälter entdeckt.

«Eine Wind- oder Solaranlage ist in kurzer Zeit erstellt, im Gegensatz zu Atomkraftwerken. Selbst Erdgas kann da nicht mithalten.»

Rudolf Rechsteiner

Grossbritannien

Die damalige Labour-Regierung genehmigte 2008 den Bau von vier neuen Atomkraftwerken. Doch auch mit diesen Plänen gibt es fast nur Ärger. Der staatlich kontrollierte französische Energieriese EDF will beim bestehenden AKW Hinkley Point zwei EPR-Reaktoren bauen, verlangt dafür aber einen fixen Abnahmepreis von rund 13 Rappen pro Kilowattstunde. Der Marktpreis für Strom beträgt derzeit drei bis vier Rappen. Ein durchaus atomfreundlicher Gastbeitrag in der «Financial Times» fordert die heutige konservative Regierung zu einem Stopp des Projekts auf.

USA

In den Vereinigten Staaten sind 100 Atomreaktoren in Betrieb, so viele wie in keinem anderen Land. Die Regierung Obama wollte die Kernenergie weiter ausbauen, als Massnahme gegen den Klimawandel. Davon ist heute keine Rede mehr. Fünf Reaktoren sind in Bau oder geplant, ob sie je vollendet werden, ist unklar. Das billige Schiefergas setzt dem Atomstrom zu, und auch die Solarenergie erlebt einen Boom, wie das Newsportal Vox schreibt.

Some of the 300,000 computer-controlled mirrors, each about 7 feet high and 10 feet wide, reflect sunlight to boilers that sit on 459-foot towers. The sun's power is used to heat water in the boilers' tubes and make steam, which in turn drives turbines to create electricity Tuesday, Feb. 11, 2014 in Primm, Nev. The Ivanpah Solar Electric Generating System, sprawling across roughly 5 square miles of federal land near the California-Nevada border, will be opened formally Thursday after years of regulatory and legal tangles. (AP Photo/Chris Carlson)

Solarkraftwerk in der Wüste von Nevada.
Bild: Chris Carlson/AP/KEYSTONE

Hinzu kommen Sicherheitsprobleme: Die staatliche Aufsichtsbehörde NRC stellte den AKW zuletzt ein gutes Zeugnis aus. Zu ganz anderen Schlüssen kamen sieben Ingenieure, die für die NRC arbeiten. Sie gingen mit einem Bericht an die Öffentlichkeit, wonach in 99 der 100 US-Reaktoren Sicherheitsmängel vorhanden sind. Die Agentur Bloomberg kam vor einem Jahr zu einem ziemlich ernüchternden Schluss: Die Kernenergie sei in den USA «praktisch tot».

Von einer Renaissance des Atomstroms kann somit zumindest in den westlichen Industrieländern keine Rede sein. Und die Perspektiven sind angesichts der Fortschritte bei den erneuerbaren Energien kaum erfreulicher. Nicht nur werden sie laufend billiger. Rudolf Rechsteiner erwähnt als weiteren Vorteil den Zeitfaktor: «Eine Wind- oder Solaranlage ist in kurzer Zeit erstellt, im Gegensatz zu Atomkraftwerken. Selbst Erdgas kann da nicht mithalten.»

Die Hoffnungen der AKW-Befürworter richten sich deshalb auf Kraftwerke der vierten Generation. Sie sollen sicherer sein und erst noch weniger Abfall produzieren. Selbst das Bundesamt für Energie (BFE) sieht hier ein Potenzial. Ganz im Gegensatz zu Alt-Nationalrat Rechsteiner: «Alle forschen ein wenig herum, aber niemand entwickelt diese Technologie, es fehlt das Geld für eine industrielle Dimension.» Er erinnert an andere vermeintliche Durchbrüche, die sich als Totgeburten entpuppt haben, etwa den Schnellen Brüter.

Die Schweizer AKW

Es ist definitiv zu früh, das Ende des Atomzeitalters auszurufen. Und doch spricht fast alles dafür, dass die Technologie ein Auslaufmodell ist. Eines allerdings, das uns noch sehr lange beschäftigen wird. Die Entsorgung der AKW ist langwierig und teuer. Bis die Ruine in Fukushima beseitigt ist, sollen nicht wie ursprünglich angenommen 40, sondern 70 Jahre vergehen. Vom in den meisten Ländern ungelösten Abfallproblem ganz zu schweigen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • illoOminated 13.03.2016 19:18
    Highlight Highlight "Die Hoffnungen der AKW-Befürworter richten sich deshalb auf Kraftwerke der vierten Generation. Sie sollen sicherer sein und erst noch weniger Abfall produzieren."

    Quatsch mit Sauce! Die Hoffnungen ruhen auf Laufwellenreaktoren, die nicht nur ein hundertfaches effizienter und sicherer sind, sondern auch noch unsere nervigen Atomabfälle zu grossen Teilen entstrahlen können. Allein unsere "Abfälle" bergen noch Energie für 200-300 Jahre Stromproduktion, der Herr Rechsteiner scheint einfach die aktuellste Forschung nicht mit einzubeziehen?

    Wenn selbst die "Experten" schlecht informiert sind...
    • TomTayfun 13.03.2016 22:49
      Highlight Highlight Laufwellenreaktoren - Bisher gelang es noch keinem der vorgenannten Wissenschaftler und Institutionen, einen lauffähigen Laufwellenreaktor zu konstruieren. Der Reaktor arbeitet bei ca. 550 °C (ca. 820 K) mit relativ hohen Kerntemperaturen (vgl. Leichtwasserreaktoren arbeiten bei 330 °C). Dadurch verkürzt sich die Lebensdauer der beteiligten Systeme. Das klingt nicht gerade zukunftsweisend hmmm
    • illoOminated 14.03.2016 10:03
      Highlight Highlight Zwei Links dazu:

      TerraPower - eine stetig wachsende Firma, die, da sie bisher nicht börsenkotiert ist, kaum jemand auf dem Schirm hat:
      www.terrapower.com

      TEDTalk von Bill Gates, warum er hunderte Millionen in genau diese Firma investiert:
      https://www.ted.com/talks/bill_gates?language=en
    • TomTayfun 14.03.2016 10:17
      Highlight Highlight Jeder kann eine Internet Seite haben . . das Bill Kole investiert heisst noch lange nicht dass Die so bald mit einem funktionierenden Reaktor glänzen. Dann braucht der Reaktor auch noch lange halten, wir in der Schweiz haben auch schon gedacht oooh wir sind die besten in Kernreaktor bauen. Biss er dann eine Uups Kernschmelze hatte, dann wars plötzlich vorbei mit Schweizer Kernreaktor Export Traum.
    Weitere Antworten anzeigen
  • simiimi 12.03.2016 21:40
    Highlight Highlight Der Artikel schweigt dreist tot, dass der Strompreis einzig und allein aufgrund des durchsubventionierten Ökostrom so im Keller ist. Rechnet man diesen Effekt hinein ist Atomstrom immer noch unschlagbar billig. Denke mittelfristig wirds nochmals 1-2 AKWs bei uns geben bis dann die Kernfusionen die ätzenden Diskussionen rund um das Thema für immer beenden wird
    • TomTayfun 13.03.2016 22:52
      Highlight Highlight Ahahahahahahhhhhaaaaa Kernfusion genau . . alle bisherigen Testbauten solcher Reaktoren endeten in einem naja Desaster und man weiss dass so hohe Temperaturen unmöglich längerfristig zu bändigen sind . . hmmm
    • illoOminated 14.03.2016 10:15
      Highlight Highlight @TomTayfun:

      Was ist mit ITER? Was mit Wendelstein 7-X?
      Keiner der beiden endete in "einem naja Desaster" und beide verfolgen unter anderem genau das Ziel, die notwendigen Temperaturen so niedrig wie möglich zu halten.
  • Hexentanz 12.03.2016 17:22
    Highlight Highlight Das Wind und Solar nur bei bestimmten Bedingungen funktioniert vergessen wir... Das Silizium das in PV Panels steckt.. Vergessen wir... Die einzig ökologisch sinnvolle Technologie ist noch nicht fertig entwickelt : Fusionsreaktoren. Alles andere ist öko aktivismus.
    • Evan 12.03.2016 19:06
      Highlight Highlight Gut wäre wenn man die vorhandenen Technologien, zB. Solar mal so weit fördern dass sie auf den meisten Dächern vorhanden ist und dann weiterschauen.
    • Hexentanz 12.03.2016 20:27
      Highlight Highlight Evan, letzten Sommer hat PV bereits in Deutschland 79% der Nutzlast gedeckt.. Das ist zu viel... Wenn die Sonne untergeht, können die AKW nicht direkt ans Netz geschaltet werden, also nimmt man Kohle Kraftwerke, da diese schneller am grid sind.. PV Anlagen sind extrem heikel für die netzregulierung (immer gleich viel input wie Bedarf) .
    • d_yannick_ 13.03.2016 15:42
      Highlight Highlight wenn es kein flachdach ist sehen solarpanels einfach hässlich aus Es gibt in Deutschland Dörfer voll von Häusern mit Solarpanels. und warum jetzt in sowas investieren wenn wir in ein paar jahren etwas viel besseres haben können? (fusionsenergie)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schizo 12.03.2016 16:49
    Highlight Highlight Leider werden durch dieses Abwenden vom "Atomstrom" auch die, aus meiner Sicht sehr vielversprechenden, Fusionsreaktoren verunnmöglicht. In diesem Bereich müsste mehr investiert und geforscht werden! Und zwar mit Unterstützung vom Staat.
  • Moelal 12.03.2016 16:00
    Highlight Highlight 5 Jahre nach Fukushima, einem unendlichen (auch was den zeitlichen Rahmen betrifft) Desaster, die Kernkraft hochzuloben als einzige Lösung, wie es viele der Kommentar-Schreiber tun, ist purer Sarkasmus! Dieses "bei nach kann so was nicht passieren" ist nur dumm und einfältig! Sollen doch die unbelehrbaren Befürworter der AKW's die Millionen Tonnen Schutt nach dem Rückbau bei sich im Keller und Garten vergraben.
    • TomTayfun 13.03.2016 22:59
      Highlight Highlight Jep genau . . hab ich meine Nachbarn auch mal gefragt . . da wollte plötzlich niemand mehr was von Atomaltlasten wissen . . ich nein ich doch nicht . . .
  • Maria B. 12.03.2016 15:49
    Highlight Highlight Der sagenumwobene schnelle Brüter würde wohl die ganze Situation magistral verändern. Doch die Umsetzung lässt leider seit Jahren noch immer auf sich warten.
    • TomTayfun 13.03.2016 23:01
      Highlight Highlight Das sind nicht nur Jahre das werden Jahrzehnte bis Jahrhunderte sein . . und gefährlich sind die ja nicht neee warum auch . . (sarkasm)
  • Kookaburra 12.03.2016 14:04
    Highlight Highlight Ich wünschte, dass wir vielleicht endlich mal ein paar Millarden in andere Richtung verlochen könnten. Zum Beispiel:

    Eine Mrd pro Jahr (weniger würde wohl kaum Sinn machen) für

    -Die Thoriumsache. oder/und

    -Kalte-Fusion

    Wir haben den Standort (Cern, Paul Scherrer Institut...), sehr gute Forscher und das Kapital.

    Kernenergie hat durchaus Potential und wir beteiligen uns ja u.a. auch an den grossen Fusionsprojekten.

    Klar kann kein Resultat garantiert werden, aber ich glaube, dass z.b. bei der kalten Fusion tatsächlich "etwas" da ist.
  • Kookaburra 12.03.2016 13:46
    • DasSchaffenWir 12.03.2016 15:01
      Highlight Highlight Soviel dazu: Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

      Kurt Marti war früher Beirat (bis Januar 2012), Geschäftsleiter (bis 1996) und Redaktor (bis 2003) der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES)
    • Kookaburra 12.03.2016 17:03
      Highlight Highlight Ich finde auch, dass er über eine ausergewöhnlich gute Expertise, Kenntnisse des Marktes und Umfelds und Insiderwissen verfügt und sein Wort dadurch grosse Glaubwürdigkeit und Gewicht haben sollte. :)
  • DasSchaffenWir 12.03.2016 13:35
    Highlight Highlight Problem Nr. 2: Stellt bitte mal die realen Kosten nebeneinander: 22Mrd € Subventionen für ein Stromvolumen aus erneuererbarer Energien mit Marktwert von 1.5Mrd€. Preise für CO2 Zertifikate am Boden. Was bitte soll noch alles subventioniert werden? Es werden leider immer noch Äpfel mit Birnen verglichen. Merkel, Merkel, Merkel, wann merkt ihrs endlich mal? Der Mix machts!
    • stadtzuercher 12.03.2016 13:42
      Highlight Highlight und mit wievielen milliarden CHF werden unsere AKW subventioniert worden sein, wenn man dereinst nach dem rückbau eine bilanz erstellen wird? atomkraft dürfte die weltweit höchstsubventionierte energieerzeugung sein.
    • Maett 12.03.2016 14:26
      Highlight Highlight @stadtzuercher: erst mal geht es darum genügend Strom in den Netzen zu haben, Zufallsenergieerzeuger wie Solarkraft und Windkraft sind dazu nicht geeignet (oder nur in Kombination mit noch nicht existierenden effizienten Speicherungsmöglichkeiten).

      Bleiben Gaskombi- und Kohlekraftwerke übrig (nebst AKW), da die Wasserkraft in der Schweiz nicht beliebig ausbaubar ist. Man verbrennt also grosse Volumen an Rohstoffen, die beide zur Neige gehen, was nur auf das Uran nicht zutrifft, welches erst noch klimafreundlich ist.

      Langfristig gibt's also keine Alternative zu AKWs, ungeachtet der Kosten.
    • Turi 12.03.2016 18:24
      Highlight Highlight Maett, Wasserkraft hat deutliche Vorteile gegenüber Atomkraft. Atomkraft kann nur kontinuierlich erzeugt werden, einen Meiler abzustellen ist kurzfristig unmöglich. Wasserkraft mit Alternativen Energien ist erheblich flexibler zu produzieren, als AKW. Was passiert eigentlich mit dem Strom der AKWs in der Nacht? Muss damit Wasser in die Speicherseen hochgepumpt werden, da ihn ansonsten niemand will, den AKW Strom in der Nacht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • DasSchaffenWir 12.03.2016 13:35
    Highlight Highlight Rechsteiner, Rechsteiner, Rechsteiner. Ein bisl einseitiger Beitrag. Problem Nr. 1: Ein Blick auf die EEX Börse am letzten Dienstag 12h zeigt die Fakten und Problematik in Zahlen, für DE und nicht CH, notabene! Photovoltaik: 0.8Gw, Wind off- und onshore nahezu 0, Konv. Produktion: 55Gw, d.h. Kohle, Gas und Kernkraft.
  • Caesar_16 12.03.2016 13:32
    Highlight Highlight Der Watson Journalist hat also einen SP-Politiker und bekannten Atomenergiegegner gefragt, ob Atomenergie eine Zukunft hat. Und die Antwort ist genauso überraschend wie neu.
    Dass Deutschland nach der milliardenteueren Energiewende mehr CO2 ausstösst als zuvor, weil die Sonnen- und Windenergie doch nicht ausreichen und Kohlekraftwerke anstelle von Atomkraftwerken Strom liefern, bleibt dabei unerwähnt.
    Ohne Atomenergie wird sich die Klimaerwärmung ganz sicher beschleunigen und dann wird nicht nur eine Energieform weltweit keine Zukunft mehr haben sondern die ganze Menschheit.
  • kliby 12.03.2016 13:30
    Highlight Highlight Wenn der Steuerzahler die Risikokosten und die Entsorgung übernimmt, dann sind AKW hochrentabel.
  • Toerpe Zwerg 12.03.2016 13:10
    Highlight Highlight Totgesagte leben möglicherweise auch hier länger ... das "Erfordernis" der spaltbaren Nebenprodukte zwecks Bombenbau hat die Atomergie in eine falsche Richtung geführt. Es gibt wesentlich effizientere Technologien, welche viel weniger und viel kürzernstrahlenden Abfall produzieren und den bestehenden Abfall als Energiequelle nutzen können. Sie sind intrinsich auf viel höherem Sicherheitslevel und ihr Brennsstoff ist in enormen Mengen verfügbar. Man sollte diese Technologie nicht leichtfertig aufgeben. Und falls die Fusion geschafft wird, erübrigt sich alles andere schlagartig.
    • Sapere Aude 12.03.2016 13:26
      Highlight Highlight Ich glaube, dass Geld für die Weiterentwicklung neuer Kernspaltungsreaktoren wäre besser eingesetzt in der Entwicklung von Fusionsreaktoren. Warum eine Technologie weiter fördern, die weder wirklich effizient, noch nachhaltig? Das wäre etwa so, wie wenn man weiter in Zip Laufwerke investieren würde, während sich DVD bereits durchgesetzt hat und die Entwicklung eines 1 TB USB Sticks kurz vor dem Abschluss ist. Ich bin Grundsätzlich gegen ein Technologieverbot. Technologien weiter zu unterstützen, die teuer, wenig effizient und in der Theorie bereits Unterlegen ist, ist jedoch unvernünftig.
    • Toerpe Zwerg 12.03.2016 18:45
      Highlight Highlight Hier bin ich gespalten. Lftr haben derart krasse systemische Vorteile, dass ich geneigt bin, sie zu akzeptieren, bis die alle Energieprobleme für immer lösende Fusionstechnick nutzbar sein wird. M.E. dauert das noch 100+ Jahre. Klar ist hingegen, dass die aktuell al Zukunft gepriesenen Ernteverfahren mittels Kinetik und Kalorik die eigentlichen Übergangstechnologien sein werden. Viel zu gering die Energiedichte, viel zu hoch die Kosten. Sobald Entsalzung von Meerwasser wirtschaftlich wird, sind alle Ernährungsprobleme ein für alle mal erkedigt.
  • Sapere Aude 12.03.2016 13:08
    Highlight Highlight Ich stimme bezüglich den meisten Aussagen dieses Textes zu, finde es jedoch schade, dass die Kernfusion als andere Möglichkeit der Verwendung der Kernenergie in keiner Weise erwähnt wird. Zwar sind wir technisch noch nicht in der Lage, einen wirtschaftlich rentablen Reaktor zu bauen. Die Technologie wäre aber aufgrund unterschiedlichen Punkte, die Hauptlast der der Energieversorgung zu tragen. Nicht würden sie eine umweltverträgliche Stromproduktion ermöglichen, die Kraftwerke wären um einiges sicherer als AKWs und einiges unabhängiger von Umwelteinflüssen als Solar oder Windenergie.
    • Toerpe Zwerg 12.03.2016 18:48
      Highlight Highlight Die Fusion würde ALLE Energiefragen für immer totschlagen. Brauchst Du Wasser? Hast Du Wasser?
  • iNDone 12.03.2016 13:03
    Highlight Highlight Wo bleibt die Fusionstechnologie?
    • Schmiedrich 12.03.2016 13:06
      Highlight Highlight Ich nehme an, dass dies noch einige Jahre geht, welche man mit Silicium und Organischen Solarzellen und Pumpspeicherkraftwerken überbrücken sollte.
    • Maett 12.03.2016 13:13
      Highlight Highlight @Schmiedrich: das ist ja das Problem; Solarenergie kann man nur grossflächig nutzen, wenn man sie speichern kann (in Pumpspeicherseen z.B.), man will ja auch Strom, wenn die Sonne nicht scheint. Nur: wo soll man die bauen? Wir haben gerade mal drei davon (und die sind nicht gerade bedeutend im Vergleich zur Leistung der restlichen Wasserkraftwerke in der Schweiz), und das Potenzial liegt gem. Bund bei exakt Null.

      Entweder baut man Gaskombikraftwerke oder neue AKWs. Ausser diesen (und Kohlekraftwerken) kann nebst den Wasserkraftwerken nichts zuverlässig und stabil Strom liefern.
    • Sapere Aude 12.03.2016 13:14
      Highlight Highlight Meines Wissens aufgrund der technischen Hürden mindestens bis 2050, bis einen funktionstüchtiger Reaktor gibt, der einen grösseren Output als Input hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jol Bear 12.03.2016 12:59
    Highlight Highlight Atomenergie war wegen des radioaktiven Abfalles schon immer ein Auslaufmodell resp. eine Übergangslösung. Deshalb hätte die Politik schon vor Jahrzehnten eine langfristige Energiestrategie fahren müssen, mit Ersatz der Atomenergie in kleinen Schritten und gleichzeitiger Entwicklung von Alternativen. Aber man gewöhnte sich daran, denkt als Politiker nur in 4-Jahres-Zyklen. Besonders peinlich war der überhastete "Atomausstieg" nach dem Fukushima-Seebeben. Dilettantisch aufgegleist, konzeptlos und populistisch motiviert, mit dem Ergebnis, dass CO2-Emissionen und Energiepreise ansteigen.
    • Herr Schibli 12.03.2016 13:49
      Highlight Highlight Nun die Energiepreise steigen nicht an, im Gegenteil. Strom ist so billig geworden, dass die Alpiq ihre Waserkraftwerke verscherbeln will. Und Oel wird, aus wohl geopolitischen Gründen, so tief gehandelt wie schon lange nicht mehr. Solar- und Windtechnologie eignen sich schlecht für eine konstante und nutzungsabhängige Stromversorgung. Diese Technologien lassen sich nur mittels Speicherung, z.B. in Speicherseen realistisch nutzen. In DE bräuchte man dazu etwa 1000 davon. Suchen Sie unter Youtube nach "Energiewende ins Nichts".
  • HansDampf_CH 12.03.2016 12:32
    Highlight Highlight Heute gibt es rund 440 AKW weltweit. In den nächsten 5-10 Jahren haben rund 1/3 ihre Laufzeit erreicht und gehen vom Netz.
    Es müsste jeden Monat 1 AKW weltweit ans Netz gehen um den heutigen Produktionsumfang nur zu halten.

    Sie wird immer unwichtiger und das ist gut und richtig so.

    Wer noch auf diese Karte setzt, wird verlieren...
  • Maett 12.03.2016 12:25
    Highlight Highlight Spätestens wenn die letzten Kubikmeter Kohle, Erdgas und Erdöl verfeuert sind, werden AKWs wieder attraktiv. Bis heute gibt es ausser den vier genannten nur noch Holz-, Biogas- und Wasser-KW, die konstant und zuverlässig genug Energie erzeugen können, letztere haben allerdings ein viel zu geringes Potenzial um alle Menschen mit Energie zu versorgen.

    Somit sind AKW wohl auch die Zukunft, zurzeit ist es aber günstiger, das Gas brachial aus der Erde zu erbeuten, erst wenn das auch alle ist, wird man wieder zum Uran zurückkehren. Bis es soweit ist, wird die Erderwärmung aber weiter zunehmen.

Autobahn der Zukunft: Schweiz unterstützt Solar-Highway-Projekt in Österreich

Das Energiepotenzial ist immens: Mit Solarzellen überdachte Autobahnen könnten in der Schweiz ganze AKWs ersetzen. Das Bundesamt für Strassen unterstützt ein entsprechendes Forschungsprojekt in Österreich. Im Wallis kommt derweil eine geplante Teststrecke nicht vom Fleck.

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