Immer mehr Erreger sind gegen Antibiotika resistent đ€
Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat vor zunehmender Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika gewarnt. Die WiderstandsfĂ€higkeit der Krankheitserreger stelle eine «ernsthafte Bedrohung fĂŒr Mensch und Tier» dar.
In der EU sterben jĂ€hrlich etwa 25'000 Menschen an den Folgen einer von resistenten Bakterien ausgelösten Infektion, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Besonders widerstandsfĂ€hig sind demnach Salmonellen. Die von ihnen ausgelöste Salmonellose gilt als zweithĂ€ufigste unter den ĂŒber Lebensmittel ĂŒbertragenen Erkrankungen in der EU.
Regionale Unterschiede
Erstmals wiesen die Forscher auch Resistenzen gegen das Antibiotikum Carbapenem in der EU nach, das ĂŒblicherweise als letzte mögliche Behandlungsmethode in schweren FĂ€llen von Salmonellose angewandt wird. Dennoch bleibe die WiderstandsfĂ€higkeit der Bakterien gegenĂŒber diesem Antibiotikum gering, die Erfolgschancen auf eine Genesung sei also hoch.
In dem Bericht wurde zudem deutlich, dass die WiderstandsfĂ€higkeit der Bakterien regional variiert. Im Norden und Westen Europas ist sie demzufolge geringer als im SĂŒden und Osten. Die Forscher fĂŒhren dies vor allem auf eine unterschiedlich starke Anwendung von Antibiotika zurĂŒck.
In LĂ€ndern, in denen die Verschreibung der antimikrobiellen Medizin zurĂŒckgefahren wurde, wiesen Bakterien eine geringere Resistenz auf. Das EuropĂ€ische Zentrum fĂŒr die PrĂ€vention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) fordert deshalb einen «zurĂŒckhaltenden» Einsatz der Medikamente.
Auch in der Schweiz nehmen Antibiotikaresistenzen zu und jÀhrlich sterben tausende Menschen, weil gefÀhrliche Bakterien nicht mehr auf Antibiotika reagieren. Ende 2015 lancierte der Bund daher die «Strategie Antibiotikaresistenz» (StAR). Diese verfolgt unter anderem das Ziel, den Gebrauch von Antibiotika sowohl in der Human- als auch der Tiermedizin auf ein Minimum zu beschrÀnken.
(sda/afp)
