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Studie zeigt: Snus und Schnupftabak verleiten junge Schweizer zum Rauchen

Keine «gesündere Alternative»: Snus verleitet junge Schweizer zum Rauchen

Die Tabakindustrie will mit angeblich gesünderen Alternativen zur Zigarette Konsumenten bei der Stange halten. Forscher haben untersucht, ob Schnupf- und Oraltabak bei Schweizer Rekruten zu weniger Zigarettenkonsum führen. Fazit: Eher das Gegenteil ist der Fall.
10.10.2017, 08:0810.10.2017, 08:35

Rauchen junge Menschen weniger oder fangen gar nicht erst an, wenn sie stattdessen rauchfreie Alternativen wie Schnupf- oder Oraltabak (Snus) verwenden? Das haben Forschende des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) in einer Studie mit über 5000 Armeerekruten in der Schweiz im Alter von rund 20 Jahren untersucht.

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Wenn Schweizer Rekruten Snus konsumieren, erhöht scih die Wahrscheinlichkeit, dass sie später RauchenBild: shutterstock

Ihr Fazit: Einen positiven Effekt aufs Rauchen haben Schnupftabak und ähnliche Produkte nicht. Sie erhöhen sogar die Wahrscheinlichkeit, dass junge Menschen mit dem Zigarettenrauchen anzufangen.

In Norwegen und Schweden ist der Zigarettenkonsum gesunken, während Snus immer beliebter wurde. Kritiker vermuten jedoch, dass dies weniger auf Snus als auf Anti-Rauch-Kampagnen zurückzuführen sei. In den USA liess sich kein Zusammenhang zwischen steigendem Snus- und sinkendem Zigaretten-Konsum feststellen.

Landesspezifische Studien nötig

Die Forschenden um Gerhard Gmel und Joseph Studer vom CHUV betonen daher in ihrem Fachartikel, dass der Effekt von rauchfreien Alternativen spezifisch untersucht werden müsse, bevor ein Land diese Tabak-Alternativen aufgrund von möglichen Gesundheitsvorteilen gegenüber Zigaretten bewerbe.

In der Schweiz konnten sie einen solchen Vorteil nicht bestätigen, wie sie im Fachblatt «Nicotine & Tobacco Research» berichten. Nur 2.5 Prozent der täglichen Raucher unter den Studienteilnehmern hörte mit dem Rauchen auf, nachdem er mit dem Konsum von Schnupf- oder Oraltabak begonnen hatte.

Negative Effekte

Die umgekehrte Wirkung war indes viel deutlicher: Nichtraucher fingen eher mit dem Rauchen an, wenn sie zu Beginn der Studie die rauchfreien Tabak-Alternativen bereits in geringen Mengen konsumierten oder im weiteren Verlauf damit begannen. Wer zudem bereits zu Beginn rauchte, blieb auch eher dabei, wenn er parallel noch Snus oder Schnupftabak konsumierte.

Diese rauchfreien Alternativen hätten also zumindest bei dieser Altersgruppe in der Schweiz keine positiven Effekte auf den Zigarettenkonsum, schliessen die Forscher im Fachartikel. Sie seien sogar eher schädlich.

Ob es spezielle Umstände gebe, unter denen eine Gruppe von Schnupf- und Oraltabak profitieren könnte, um von Zigaretten loszukommen, muss laut Aussage der Forscher noch weiter untersucht werden. Während Schnupftabak in der Schweiz legal im Handel erhältlich ist, ist Snus hierzulande nicht legal erhältlich. (sda)

Der rauchende Schimpanse

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