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W.G. Grace war ein englischer Cricketspieler, der in Terry Gilliams Animation für «Monty Python and The Holy Grail» den alttestamentarischen Gott spielt.  bild: wikimedia

6 alttestamentarische Grausamkeiten und die Frage, ob Gott eher Psycho- oder Soziopath war



«Ich bin JHWH, dein Gott [...]. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.»

Exodus 20,2-3 

Der alttestamentarische Gott – der Gott der Juden – ist alles andere als liebenswürdig. Zwar hat er das auserwählte Volk aus der ägyptischen Gefangenschaft befreit und ihm Gesetze gegeben. Aber werden diese gebrochen, geht es den Israeliten an den Kragen. 

Die ersten Dreitausend haben seinen Zorn gespürt, als sie um das goldene Kalb herumtanzten, bei dem sie sich frevelhafterweise für ihre Befreiung bedankten. Das sah Gott nicht gern. Und so befahl er seinen standhaften Anhängern, ihre Götzendienst tuenden Brüder auf der Stelle zu erwürgen. 

Merkt euch also: 

Der alttestamentarische Gott erschafft, befiehlt und bestraft ...

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Detail von Michelangelos Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle.  bild: startalkradio

... und das alles mit diesem Gesicht.

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gif: watson

Dem hier ist die Macht Gottes zum Beispiel sehr bewusst.

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bild: startalkradio 

Dem hier weniger. Er spricht sogar seinen Namen aus ... 

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gif: tumblr

... selber schuld. 

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Dann kommt Jesus ins Spiel, der göttliche Sohn – und der Gott der Rache wird im Neuen Testament zum Gott der Gnade. Sanft und voller Verständnis für das Sündenpack. Deshalb hier nochmal seine 6 grausamsten Taten vor seiner Verweichlichung:

Kinder, lacht nie einen Glatzkopf aus! 

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Wenn Gott Bären schickt.
bild: mailstrom

Elias war ein Prophet und Wundertäter, der mit einem Mantel den Jordan spaltete, eine Quelle von ungesundem Wasser reinigte, das Brot vermehrte und einen Aussätzigen heilte. Ein toller Hecht also, nur ein kleiner Makel haftete ihm an: Er war vollkommen kahl oben herum. Und nur weil ein paar Kinder über seinen nackten Schädel lachten, wurden sie auf Gottes Geheiss hin von zwei Bären zerrissen. 

«Und er ging hinauf gen Beth-El. Und als er auf dem Wege hinanging, kamen kleine Knaben zur Stadt heraus und spotteten sein und sprachen zu ihm: ‹Kahlkopf, komm herauf! Kahlkopf, komm herauf!› Und er wandte sich um; und da er sie sah, fluchte er ihnen im Namen des HERRN. Da kamen zwei Bären aus dem Walde und zerrissen der Kinder zweiundvierzig. Von da ging er auf den Berg Karmel und kehrte um von da gen Samaria.»

2. Buch der Könige 2,23-24

Vergewaltige keine Engel. Und schau nicht zurück. 

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Die Flucht Lots und seiner Töchter aus Sodom auf einem Werk Raffaels. Lots Frau ist bereits zur Salzsäule geworden.
bild: wikimedia

Lot, der Neffe Abrahams, hatte das Unglück, im Sündenfpuhl namens Sodom zu wohnen. Gott ist bereits zu Ohren gekommen, dass die Einwohner dieser Stadt aller erdenklicher Laster frönten. Wenn sich aber zehn anständige Männer darin finden liessen, würde er sie verschonen. Und so schickte er zwei Engel in Männergestalt zu Lot. Dieser nahm sie gastfreundlich auf – er nötigt sie gar, in seinem Haus zu nächtigen. Doch die anderen Bürger versammelten sich sofort vor seiner Tür und verlangten deren Auslieferung. Die Sodomiter mochten nämlich keine Fremden. Die Sodomiter wollten sie vergewaltigen. 

«Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, dass wir uns über sie hermachen.»

Genesis 19,5

Lot rückte die Engel nicht raus (fein), stattdessen bot er ihnen seine eigenen, jungfräulichen Töchter an (gar nicht fein) – vergeblich. Lot war nach Ansicht Gottes dennoch der einzige rechtschaffene Mensch Sodoms. Deshalb führte er ihn und seine Familie aus der Stadt heraus, bevor er sie vollends vernichtete:

«Da liess der HERR Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorra und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war.»

Genesis 19, 24-26

Sie dürften einfach nicht zurückschauen, warnte sie ein Engel. Und Lot hielt sich daran, seine Frau nicht. Sie drehte sich um, schaute ein letztes Mal auf ihre brennende Heimat – und erstarrte zur Salzsäule. 

Hässliche Menschen dürfen nicht an den Altar treten.

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Leider nein. Quentin Massys «Eine groteske alte Frau».  bild: wikimedia

Um Gottes Priester zu sein, musst du schon perfekt sein. Weil auch er es ist. Hast du also irgendeinen Fehler, dann wird das leider nichts. Dann sollst du hinter dem Vorhang bleiben. Und dich keinesfalls dem Altar nähern. Gott will keine Bücklinge und schon gar keinen mit unförmigen Hoden da vorne sehen. 

«Denn keiner, an dem ein Fehler ist, soll herzutreten, sei er blind, lahm, mit einer seltsamen Nase, mit ungewöhnlichem Glied, oder der an einem Fuss oder einer Hand gebrechlich ist oder höckerig ist oder ein Fell auf dem Auge hat oder schielt oder den Grind oder Flechten hat oder der verkümmert ist.»

Leviticus 21,17-24

Töte deinen Sohn für mich. Ah nein. Nur Spass. 

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Gemälde von Caravaggio: «Die Opferung Isaaks». bild: wikimedia

Abraham bekam von Gott den Auftrag, seinen einzigen, ihm sehr lieben Sohn Isaak zu opfern. Und weil er ein frommer Mann war, tat er, was sein Herr von ihm verlangte. Die beiden sammelten Holz auf dem Weg zum Altar und Isaak wunderte sich, wo denn das Lamm stecke, das geopfert werden sollte. Und sein Vater antwortete ihm, dass Gott schon dafür sorgen werde. Sarkastischer Sack. 

«Und als sie kamen an die Stätte, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham daselbst einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz und reckte seine Hand aus und fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete.»

Genesis 22,9-10

Doch im allerletzten Moment donnerte die Stimme eines Engels vom Himmel herunter und befahl Abraham, seinem Sohn nichts zu tun. Nun habe er ja bewiesen, dass er gottesfürchtig sei. 

Mach Kinder, wenn Gott es befiehlt. Ja, auch mit deiner Schwägerin 

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Onan soll seinem Bruder Nachkommen zeugen. Aber er will nicht (siehe sein Gesicht). bild: kulturserver

Ein Typ mit dem einfallsreichen Namen Er hat irgendetwas angestellt, was dem alten Rachegott missfiel. Inzwischen wissen wir: Das ist nicht gut.

«Er war böse vor dem HERRN; darum tötete ihn der HERR.»

Genesis 38,7

Sein Bruder Onan (dem wir den Ausdruck Onanie verdanken) wurde gemäss dem jüdischen Gesetz dazu verpflichtet, die Frau seines dahingeschiedenen Bruders zu ehelichen – und ihm vor allem Nachkommen zu schaffen, damit dessen Blutlinie nicht versiege. 

Doch Onan hatte keine Lust. 

Aber da Onan wusste, dass der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn er einging zu seines Bruders Weib, liess er's auf die Erde fallen und verderbte es, auf dass er seinem Bruder nicht Samen gäbe. 

Genesis 38,8-9

Also was genau hat der Onan jetzt Frevlerisches mit seinem Samen getrieben? Der Mann hat den Koitus unterbrochen. Das ist übel – genauso übel wie Onanie –, weil dabei keine Babys entstehen. Deshalb: 

«Da gefiel dem HERRN übel, was er tat, und er tötete ihn auch.»

Genesis 38,10

Gott – Der Massenmörder

Die Vernichtungslust des Herrn scheint keine Grenzen zu kennen: Mit einer Sintflut löschte er die gesamte Erdbevölkerung aus bis auf Noah, dessen Familie und ein paar Tiere, die mit der Arche über die treibenden Leichen der Unseligen schipperten. Denn die ca. 20 Millionen Menschen, die Gott nach seinem Ebenbild geschaffen hatte, waren von Bosheit beherrscht, was ihn tief in seinem Herzen betrübte:

«Denn siehe, ich will eine grosse Flut mit Wasser kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin ein lebendiger Odem ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.»

Genesis 6,17

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Gemälde von Francis Danby: «Flut». bild: wikimedia

Als das Volk Israel sich in ägyptischer Gefangenschaft befand und der Pharao sie trotz Moses Bitten nicht freigab, schickte Gott bei jeder Weigerung eine Plage über das gesamte Land. Anfangs wurde alles Wasser zu Blut. Dann sandte er Frösche, allerlei Geschmeiss und Heuschrecken über Ägypten, schlug Menschen und Vieh mit der Beulenpest, mit schwarzen Blattern, liess alles und jeden verhageln. Drei Tage lang herrschte Finsternis, bis Gott zum letzten, erbarmungslosen Schlag ausholte:

«Und zur Mitternacht schlug der HERR alle Erstgeburt in Ägyptenland von dem ersten Sohn Pharaos an, der auf seinem Stuhl sass, bis auf den ersten Sohn des Gefangenen im Gefängnis und alle Erstgeburt des Viehs. Da stand Pharao auf und alle seine Knechte in derselben Nacht und alle Ägypter, und ward ein grosses Geschrei in Ägypten; denn es war kein Haus, darin nicht ein Toter war.»

Exodus 12,29-30

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Gemälde von Lawrence Alma-Tadema: «Tod des Erstgeborenen des Pharao», 1872.
bild: wikimedia

Kinder und Tiere wurden abgeschlachtet wegen der Starrköpfigkeit eines Königs. Massaker veranstaltete Gott auch in Jerusalem, an denen, die sich von ihm abgewandt hatten: 

«Gehet durch die Stadt und schlaget drein; eure Augen sollen ohne Mitleid blicken und keinen verschonen. Erwürget Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Weiber, alles tot.»

Hesekiel 9,5-6

In Samaria lautete der göttliche Befehl, die jungen Kinder mit dem Schwert zu zerschmettern und die schwangeren Weiber zu zerreissen (Hosea 14,1). Von den feindlichen, weil andersgläubigen Midianitern tötete Moses mit seinem Heer von 12'000 Mann restlos alle bis auf die Jungfrauen. Die galt es zu vergewaltigen (Numeri 31,17-18).

Und selbst zu seinem eigens auserwählten Volk ist dieser Herr nicht eben zimperlich. Vierzig Jahre lang latschten diese Menschen durch die Wüste. In der Hoffnung auf ein besseres Leben, auf ein Land, in dem Honig und Milch fliessen. Doch ihr Problem war nicht allein der Wassermangel, die schwere Reise oder die brennende Hitze. Ihr Problem war vor allem ihr Gott. Ihr jähzorniger, dauerwütender Gott, der ihre Zahl mit seinem Todeszorn fast täglich dezimierte. Vielleicht haben sie den Weg ins gelobte Land allein dadurch gefunden, dass sie seinem roten Kopf gefolgt sind, der zwischen den Wolken so böse hervorblitzte. 

Ihr erinnert euch ...

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gif: watson

Wer den Sabbat entweiht, wird mit dem Tode bestraft. Versteht sich, kann man da sagen. Die eisernen zehn Gebote, an die hatte man sich zu halten. Am Sonntag Holz zu sammeln ist da einfach nicht drin!

«Der Mann soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen draussen vor dem Lager.»

Numeri 15,35-36

Aber nicht nur Gesetzesbrecher waren des Todes. Auch die, die während der vierzigjährigen Wüstenwanderung über die schäbige Brotqualität murrten ...

«Unsre Seele ekelt vor dieser mageren Speise. Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass viel Volks in Israel starb.»

Numeri 21,5-6

... 250 Israeliten, denen die dauernden Befehle Moses auf den Sack gingen, loderten im göttlichen Feuer. Ihr Anführer Korach fuhr mitsamt seiner Sippe, seinem Haus und seiner Habe direkt und lebendig in die Hölle (Numeri 16,31-35).

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In der Hölle ist es nicht lustig. Ausschnitt aus dem Gemälde von Fra Angelico: «Das Jüngste Gericht». bild: malerei-meisterwerke

14'700 Isrealiten folgten ihnen nach, weil sie über die haushohe Mordrate Gottes klagten (Numeri 16,41-50).

24'000 der Auserwählten, die sich schimpflicherweise ein bisschen Sex in der Wüste mit den Moabiterinnen gönnten, wurden durch die Standhafteren der Gemeinde auf Befehl Gottes aufgehängt, mit Speeren durchbohrt oder erwürgt. (Numeri 25,1-9)

50'070 Isrealiten traf der göttliche Todeszorn wiederum, weil sie die Frechheit besassen, in die Bundeslade hineinzuschauen. Vielleicht wollten sie nur noch einmal die in Stein gemeisselten zehn Gebote ihres Gottes verinnerlichen. Aber nichts da. Tschau (1. Samuel 6,19).

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Kupferstich von Jansz Muller: «Der Fall von Jericho», 1585. bild: metmuseum

Und das Berühren der Lade war natürlich noch mehr tabu. Das hat Ussa erfahren dürfen, als er die Lade festhielt, da sie vom Wagen zu krachen drohte (2. Samuel 6,6-7). Das war ...

... falsch.

Fazit 

Insgesamt zählt man in der Bibel (Altes und Neues Testament) 2'821'364 Opfer. Dabei handelt es sich nur um die erwähnten Zahlen. Geschätzt gehen rund 25 Millionen Menschen auf das Konto Gottes. 

Ihr wisst Bescheid ...

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Wer die komplette Todesliste einsehen will, hier entlang

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