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Wie aus einer römischen Orgie der Geburtstag von Jesus wurde

Beim Anblick von bunt geschmückten Schaufenstern, dumm grinsenden Samichlaus-Fratzen und an Heiligabend durch Einkaufsstrassen hetzenden Menschen könnte ich kotzen. Doch eigentlich ist das der einzig wahre Sinn des Weihnachtsfests – und das seit über 2000 Jahren.



Puristen verachten das Fest am Ende des letzten Monats im Jahr. «Alles bloss Kommerz, wir feiern unsere eigene Versklavung am Kapitalismus, so 'n Scheiss, dieser Heiligabend!», motzen sie vor sich hin und lehnen den Becher voller Glühwein, der ihr Ticket zur pathetischen Ausgelassenheit sein könnte, kommentarlos ab.

Dem Vorwurf, dass Weihnachten, so wie wir es heute feiern, nur wenig bis gar nichts mehr mit der Huldigung von Jesu Geburt zu tun habe, würden wahrscheinlich sogar Hardcore-Christen zustimmen.

Atheisten feiern Weihnachten eigentlich am ehrlichsten

Nur ist dies nicht der Punkt. Die Geburt des christlichen Messias war nie wirklich der Grund, weshalb wir uns an Heiligabend oder am 25. Dezember Geschenke machen, dekadent essen, Kerzen anzünden und Stechpalmen schmücken.

Das Weihnachtsfest ist ein Kult, der schon seit Jahrtausenden anlässlich der Wintersonnenwende auf der nördlichen Hemisphäre zelebriert wird. Von den Ägyptern über die Babylonier bis zu den Römern, den Germanen und Kelten – sie alle feierten die länger werdenden Tage mit kuriosen Bräuchen. Nur die ersten Christen weigerten sich, dem heidnischen Fest zu frönen.

Die Saturnalien – ein Fest voller Wein und Ungezwungenheit

Die römischen Saturnalien fanden traditionell am 17. Dezember statt. Sie waren ein ausgelassener Anlass, der von einem zunächst auf zwei und später sogar bis auf zehn Tage ausgedehnt wurde.

Weihnachten Geschichte Saturnalien Römer, darum feiern wir Weihnachten

Bild: wikimedia

Männer verkleideten sich als Frauen, Sklaven als Hausherren, es wurde gefressen bis zum umfallen, nackt gesungen und gevögelt, so viel man nur konnte.

Fenster und Plätze waren mit Pflanzen geschmückt. Mehrheitlich mit Lorbeersträuchern, deren rote Beeren an die heute überall verbreiteten Christbaumkugeln erinnern.

Bild

Ein gutes Imitat: Die Christbaumkugeln sind zu Glas gewordene Lorbeeren. bild: shutterstockT/ watson

Die Stände sind aufgehoben – das goldene Zeitalter wird gefeiert

Saturnalien Wikimedia
https://en.wikipedia.org/wiki/Saturnalia#/media/File:Pompeii_-_Osteria_della_Via_di_Mercurio_-_Dice_Players.jpg

Es wird geraucht, gesoffen und um Geld gewürfelt (was eigentlich verboten war). Die Herren haben die Sklaven bedient und man machte sich gegenseitig Geschenke. bild: wikimedia

Auch Richter, Polizisten und Politiker wagten es nicht, während der höchsten Festtage im Jahr zu arbeiten. Sie nahmen am kollektiven «Unsittlich-Sein» teil, sodass über ganz Rom tagelange Anarchie hereinbrach.

Sklaven, Kindern und Schülern war es erlaubt, ihre Vormünder zu beleidigen, sie in kalte Brunnen zu schmeissen oder sie öffentlich nachzuäffen.

Gerechtfertigt wurde das antike To­hu­wa­bo­hu durch den Gott Saturn, Herr über Zeit und Saat. Für die Römer symbolisierte er das goldene Zeitalter, einen Zustand vor der Zivilisation, in dem perfekte Menschen ohne Macht und Habgier in Eintracht mit Natur und Moral lebten.

Weihnachten im Paradies, Geschichte des Weihnachtsfest

Das Goldene Zeitalter. Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, um 1530, Alte Pinakothek, München. Bild: wikimedia

Das Schwelgen im sorgenfreien Naturzustand hatte jedoch seinen Preis: Menschenopfer.

Die Festlichkeiten der Saturnalien begannen traditionell mit der Opferung eines Menschen im Saturntempel auf dem Forum Romanum. Ein besonders schönes Saturn-Fest soll es gegeben haben, wenn das Opfer ein Kind war.

Weihnachten früher und heute, die Geschichte des Weihnachtsfests, Saturnalien, Menschenopfer, Weihnachtsmann

Seh nur ich... Bild: wikimedia

Weihnachten früher und heute, die Geschichte des Weihnachtsfests, Saturnalien, Menschenopfer, Weihnachtsmann

... die Parallelen? Bild: wikimedia

Sol Invictus – der unbesiegte Sonnengott

Im Jahre 274 n. Chr. brachte der römische Kaiser Aurelian den unbesiegten Sonnengott Mithras von seinen Schlachten in Kleinasien nach Hause ins Römische Reich.

Er weihte ihm das pompöse Finale der Saturnalien. Der 25. Dezember, der im julianischen Kalender die Wintersonnenwende datiert, wurde fortan zum Geburtstag der wachsenden Sonne.

Alle fanden's toll oder es war ihnen egal. Denn das Saufgelage und die Orgien wurden unverändert, wenn nicht sogar derber (dem neuen Gott muss schliesslich gebührend Dank demonstriert werden) abgehalten.

Saturnalien
http://bradva.bg/sites/default/files/_SaturnaliaC_0.jpg

bild: bradva

Die Wintersonnenwende war für etliche Kulturen Anlass zum Feiern:

Nur die ersten Christen hatten keinen Bock auf Saufen im Dezember

Lukas 2,8

«In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.»

Beschreibung aus dem Lukas-Evangelium zur Nacht von Jesu Geburt

Auf freiem Feld. Mitten im Winter. Während der palästinensischen Regenzeit. – «Mhm, genau», dachten sich die damaligen Christen mit rollenden Augen und lehnten das Kultfest um die Wintersonnenwende ab.

wikimedia christenverlfgung

Weil sie nicht mitmachen wollten (und in der Minderheit waren) wurden die Christen in Kampfarenen gezwungen, am römischen Kultus zu partizipieren. bild: Eine christliche Dirke, Clemens von Rom

Ihre Sonne war Jesus Christus und über dessen Geburtstermin war gerade mal so viel bekannt, dass der 25. Dezember dafür definitiv nicht in Frage kommt.

Während sich also ganz Rom die Kante gab, blieben die Christen ihrem Heiland treu – und warteten sehnlichst auf das Osterfest im Frühjahr.

«Halt, halt, halt!», mag die Stimme im Kopf des Abendländers nun protestieren, «Christen mochten Weihnachten nicht, also die Saturnalien, beziehungsweise die Sonnenwendfeiern – das heisst, Pfarrer Müller hat gelogen und in die Kirche ging ich die ganzen Jahre vergebens?»

Aber dann kam Konstantin …

Wer den Geschichtsunterricht nicht verpennt hat, weiss: Kaiser Konstantin ist der Grund, wieso das Dorfbild einer jeden zentraleuropäischen Gemeinde ein Kirchturm ziert, wir getauft werden, den Religionsunterricht über uns ergehen lassen und wieso wir Weihnachten feiern.

Angeblich war dem römischen Imperator während einer Schlacht Gott begegnet, weswegen er sein Reich vollständig «verchristlichen» liess und alle anderen Religionen verbot.

http://www.roma-antiqua.de/forum/galerie/data/500/P10200781.JPG

Konatntins Erleuctung

Konstantins Erleuchtung: Seine Truppen waren in der Unterzahl. Aber dann kam Gott mit seinem Kreuz und führte ihn zum Sieg. bild: roma antiqua

Zunächst versuchte er auch die feriae saturnalia zu streichen, womit er wohl ein ähnliches Ergebnis erzielte, wie wenn man einem Achtjährigen die Geburtstagsparty zu verbieten versucht.

Doch eigentlich kam das Fest um den 25. Dezember den christlichen Missionaren sehr gelegen. Im ganzen Reich von Konstantinopel bis Schottland hatten die verschiedenen Ethnien zu diesem Zeitpunkt ihre eigenen Feste.

Allen zu verklickern, dass mit der wachsenden Sonne, die sie seit Jahrtausenden feiern, eigentlich Jesus Christus gemeint ist, war politisch gesehen eine geniale Strategie zur Missionierung.

354 n. Chr. legte Papst Liberius schliesslich den 25.12. als offizielles Geburtstagsfest des Erlösers fest. Diesen Tag zu feiern, war von nun an obligatorisch.

Die Mythologie ist tot und Gott ebenso

Die verschiedenen Bräuche um die geweihte Nacht schmolzen zum Fest zusammen, wie wir es heute kennen.

Die Römer zogen sich Kleider an und frassen weiter, die Lichter der Germanen brennen noch heute in Form von bunten Kerzen in der Adventszeit und als Menschenopfer halten heute Gritti-Bänze den Kopf hin.

Die religiösen Hintergründe verschwanden zwischen Mittelalter und Neuzeit immer mehr und machten Platz für überdrüssige Festtagsmenüs (gell, Baroni), kitschige Blockbuster und übertriebene Weihnachtsgeschenke.

Das ist das richtige Weihnachten! Checksch?

algazina cola truck http://2.bp.blogspot.com/-ycNLGuBPBgQ/UNSUH9uuyxI/AAAAAAAAB7I/kX0PNgqS2XU/w1200-h630-p-nu/223951-2362x1541.jpg

Stellvertretend für die fehlenden Götter: Der Coca Cola Truck ist der zeitgenössische Botschafter von Weihnachten. bild: algazina

Dem X-Mas-Fest kommerziellen Charakter vorzuwerfen, ist etwa genauso lächerlich, wie deinem Grosi zu unterstellen, sie trage altmodische Klamotten.

Heiligabend und Weihnachten drehten sich also schon immer darum, sich selbst und seinen Nächsten etwas Besonderes zu gönnen. Früher war das eine Massenorgie – und heute ist es halt Glühwein.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kupetzky 25.12.2019 14:21
    Highlight Highlight Das schöne an Weihnachten ist, dass die Familie zusammen kommt. Dass Andere zum Teil Fragwürdiges daraus machen darf einem egal sein.
  • Pat the Rat, einfach nur Pat the Rat 25.12.2019 13:01
    Highlight Highlight Sehr interessanter und humorvoller Artikel, danke schön!

    Wir haben die Schenkerei zu Weihnachten abgeschafft, als meine Nichte 14 war (und nicht mehr unbedingt beschenkt werden wollte).
    Daraus resultierte ein gemütlicher Familientag mit gemeinsamem Brunch (Mamis hausgemachte Züpfe 😋 ), einem langen gemeinsamen Spaziergang, Spielen, Kerzen am Baum entzünden, ein feines Nachtessen und sich einfach auf das Wesentliche (Familie) konzentrieren.

    Aber so eine Orgie wäre auch nicht verkehrt 😜
  • DrDeath 25.12.2019 12:35
    Highlight Highlight Jaja, die streng religiösen Eifferer und Sektierer waren halt schon immer spassbefreite Miesepeter...





























    Finger weg von dem Blitz!!! Es hat noch keinem geschadet, mal in den Eulenspiegel zu schauen und über das Bierernste Gesicht darin zu schmunzeln!
  • Gummibär 25.12.2019 09:49
    Highlight Highlight Und so wünsche ich denn allen und speziell der watson.ch Redaktion, recht fröhliche Saturnalien, zwar ohne Opfer aber wenigstens wie früher so:

    "und zum Schluss der ganzen Handlung besprengt
    man alles Vieh , intinctis testiculis canis in aquam benedictam"
    Benutzer Bild
  • Beeee 24.12.2019 13:07
    Highlight Highlight Fänd ich auch gut.
    Sogar für die Menschenopfer.
    Man denke an gewisse Politiker und geldgierige Machthaber.
  • dmark 24.12.2019 12:56
    Highlight Highlight Orgien, wir brauchen mehr Orgien...
    • Thorium 25.12.2019 10:21
      Highlight Highlight „Ils sont fous ces romains.„
  • ray c 24.12.2019 11:45
    Highlight Highlight an den Verfasser: Was ist ein Hardcore-Christ?
  • RichiZueri 24.12.2019 11:43
    Highlight Highlight Ob Weihnachten schön ist oder wird, liegt meistens an uns selbst. Also geniesst doch einfach die Zeit und macht das Beste daraus, egal an was ihr glaubt oder nicht.
    Und wem die weihnachtliche Nettigkeit und gute Stimmung auf den Sack geht, der ist wohl unterm Jahr zu mürrisch oder asi, dass das über die paar Tage eine so grosse Umstellung ist ;)
    In diesem Sinne frohe Weihnachten und vergesst nicht, auch unterm Jahr mal Gutes zu tun!
  • lilie 24.12.2019 11:24
    Highlight Highlight Bin ich die einzige, die findet, die Saturnalien klingen eher nach Hallowe'en und Fasnacht als nach Weihnachten? 🤔
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 24.12.2019 13:08
      Highlight Highlight Hat was. 🤔
      Wenn man aber sich die geschichtlichen Grundlagen dazu anschaut, bekommt das ganze eher den Geschmack eines Anlasses um die pure Dekadenz zu feiern.
      Ähnlich wie Weihnachten heute fast zu einem reinen Fest des Konsums verkommen ist.

      Man sollte aus alten Fehlern lernen.....
    • lilie 24.12.2019 14:36
      Highlight Highlight Lieber @Bambusbjörn: Sicher hatte das einen grossen Hang zur Dekadenz (wobei das allgemein ja der Sinn und Zweck von Festen ist - oder jedenfalls zum Teil), aber es ging eben auch darum, gesellschaftliche Regeln über den Haufen zu werfen und die (scheinbar) feste Weltordnung auf den Kopf zu stellen. Männer verkleideten sich als Frauen, Sklaven liessen sich von ihren Herren bedienen, und man rannte nackt herum, wo man sonst nur züchtigt bedeckt war.

      Dieser Aspekt finden wir weder in traditionellen noch in modernen Interpretationen der Weihnacht.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 24.12.2019 16:53
      Highlight Highlight Jetzt habe ich es, so glaube ich, wirklich verstanden.
      Danke viel mals liebe Lilie, dass du mir diese Erkenntnis zu Weihnachten geschenkt hast. 🤗
      Das ist mir mehr wert, als so manches auf der Welt. 🥰
      Ich wünsche dir und deinen liebsten ein ganz ganz schönes Fest. 🤗🤗🤗
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tonkatsu 24.12.2019 10:45
    Highlight Highlight Konstantin war nur der Steigbügel für die christliche Religion. Er legalisierte das Christentum und wurde zu dessen Fürsprecher. Kaiser Theodosius, der erste christliche Kaiser, machte das Christentum erst zur Staatsreligion und verbot das Heidentum.
  • bbelser 24.12.2019 10:28
    Highlight Highlight Und doch... Und doch... Ist da die unverwüstliche Erzählung "von einem rettenden Kind", das nicht den Palästen der Macht entstammt, das nicht in den Dynastien der Herrschenden beheimatet ist, sondern von einem "ganz Anderen" herkommt und nur mit der ohnmächtigen Kraft der Liebe und des Angewiesenseins"bewaffnet" ist.
    Gar kein so falsches Narrativ gegen das Evangelium des immerwährenden Wachstum und des alleinseligmachenden Konsumismus dieser Zeit.
    Und ja: auch das rettende Kind hat seine Parallelen und Vorläufer in allen möglichen antiken Kulturen. Verliert dadurch aber nicht seine "Wahrheit".
    • Klaus07 24.12.2019 11:26
      Highlight Highlight Die Christen feiern einen Mann, der behauptet Stimmen zu hören.

      Das nennt man Schizophrenie
    • lilie 25.12.2019 14:08
      Highlight Highlight @Klaus07: Das ist ein weit verbreiteter Irrtum.

      Stimmenhören allein ist noch kein Krankheitssymptom. Es gibt Leute, die aus psychiatrischer Sicht gesund sind, aber trotzdem Stimmen hören.

      Umgekehrt tritt Stimmenhören nicht nur im Rahmen einer Schizophrenie auf. Auch bei anderen schweren psychischen Erkranken kann es das geben.

      Aber im Falle von psychischen Erkrankungen tritt das Stimmenhören meist nur in krankhaften Episoden auf. Selten ist es ein dauerhaftes Symptom, dann aber immer kombiniert mit anderen Krankheitssymptomen.
  • tobler-max 24.12.2019 10:17
    Highlight Highlight Super Beitrag, Barrer. Herrlich tiefsinnig, leichtsinnig, elegant.
  • rönsger 24.12.2019 10:16
    Highlight Highlight Also ich finde es verantwortungslos, hier die Werbekeule für Orgien zu schwingen. Denn: Habt ihr schon einmal überlegt, was das kostet, all diese Mahlzeiten, all dieser Schampus und Wein? Und gleich eine Woche lang? Also das hält weder meine Gesundheit noch unsere Volkswirtschaft durch. - Aber lustig wär's ja schon.
    • Walter Sahli 24.12.2019 10:57
      Highlight Highlight Man kann auch ohne Scjampus vögeln...
    • mike2s 24.12.2019 12:27
      Highlight Highlight Da hat Jesus eine Lösung gefunden. Nach drei Tage durch Feiern merkt eh keiner mehr den Unterschied zwischen Wasser und Wein. Und man kann sich als grosser Wundertäter Feiern lassen.
      Einfach wenn ihr diesen Trick zu christlicher Zeit gemacht wäret ihr wegen Hexerei auf dem Scheiterhaufen gelandet.
    • dmark 24.12.2019 12:58
      Highlight Highlight Ob ich das ne ganze Woche durch halten würde, weiss ich nicht.

      Aber einen Versuch wäre es mir wert ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Glenn Quagmire 24.12.2019 10:10
    Highlight Highlight Wieder mal ein Journi-Grinch der es geniesst unzufrieden zu sein.

    Wünsche allen schöne Festtage, ob mit oder ohne Orgie.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 24.12.2019 13:14
      Highlight Highlight Mein werter Glenn, du weißt ich schätze deine Meinung sehr.
      Aber wenn man sich die geschichtlichen Ursprünge der Saturnalien ansieht, scheint es leider, im gesamten betrachtet, ein reines Fest des Konsums zu sein.
      Ich weiß, es ist ziemlich zynisch und ich will niemandem die Festtage versauen.
      Wir sollten uns einfach insgesamt wieder mehr darauf besinnen, dass solche Feste dafür genutzt werden sollten, um einfach alle seine liebsten um sich zu haben.
      Nicht um Reichtum zur Schau zu stellen oder um des reinen Konsums Willen.
      Ganz frohe Festtage wünsche ich dir. 🤗
    • Glenn Quagmire 24.12.2019 14:25
      Highlight Highlight Lieber Björn, klar hat alles einen heidnischen Hintergrund. Mir geht mehr dieses "mimimi, blablabla imphal" auf die Nerven. Andere Quellen sagen, dass die Christbaumkugeln ursprünglich heidnische Äpfel waren.

      Es ist Weihnachten, ich geh zwar auch heute nicht zur Kirche, aber ich mag Weihnachten so wies ist. Nur die Lebkuchen im September müssen nicht sein. Und die Gläubigen sollen erst recht feiern.
    • Lucida Sans 25.12.2019 06:41
      Highlight Highlight Angesichts der Orgien würde ich den Ursprung der Christbaumkugeln ganz woanders verorten. ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rockabilly 24.12.2019 10:03
    Highlight Highlight Die Frage ist wie korrekt die Fakten sind? War es wirklich so oder waren die Geschichte von Menschenopfern und Massenorgien von der Kirche um die "Unzivilisiertheit" der alten Heiden zu verdeutlichen? Sonnenwendenfeste gab es so oder so überall und wurden meist von der Kirche auch toleriert. Ich weiss dass bei katholischen Albanern und teils auch muslimischen Albanern immer noch am 22.12 das "Buzmi"-Fest gefeiert wird, an dem Tag wenn die Sonne wieder anfängt länger zu scheinen und es immer von der Kirche toleriert und gefördert wurde.
    • Palpatine 25.12.2019 10:57
      Highlight Highlight Dochdoch, ich als Historiker kann bestätigen, dass die dargelegten Fakten stimmen. Der eine oder andere kleine Fehler im Detail hat sich wohl eingeschlichen: Konstantins' Toleranzedikt war wohl viel unwichtiger - es war eher Theodosius, der das Christentum förderte; Ursprünglich mag es wohl bei den Saturnalien Menschenopfer gegeben haben, aber das war weit vor Beginn unserer Zeitrechnung - die Römer im 2. und 3. oder gar 4. Jahrhundert hätten nie Menschenopfer dargebracht.

      Aber summa summarum stimmt es so.
  • Sandokan 26.12.2016 13:48
    Highlight Highlight Naja, dieser Link zu den römischen Saturnalien ist doch all zu gewagt.
  • Shin Kami 25.12.2016 12:53
    Highlight Highlight Von anfang bis ende korrekt und nichts neues.
  • dmark 25.12.2016 11:53
    Highlight Highlight Orgien, wir brauchen wieder mehr Orgien...
  • St. Just 25.12.2016 11:19
    Highlight Highlight Der Artikel ist durchaus unterhaltsam, allerdings geht er viel zu locker mit der Historie um. Da habe ich schon weit besser recherchierte Artikel auf Watson zum Thema Geschichte gelesen. Z. B. gabs bei den Römern Menschenopfer höchstens in der Republik, und dann noch den Link zu Grittibänzen zu machen ist wirklich haarsträubend und tönt brutal pseudowissenschaftlich.
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 25.12.2016 10:44
    Highlight Highlight Ich erwartete sinnloses Weihnachts/Religions-Bashing, fand aber akkurater geschichtlicher Hintergrund. Danke.
  • Pirat der dritte 25.12.2016 01:27
    Highlight Highlight bin für orgien aber gegen menschenopfer
    • Beeee 24.12.2019 12:05
      Highlight Highlight mer chan ned alles ha.
    • Thorium 25.12.2019 10:29
      Highlight Highlight Es würde aber das Problem mit den leeren AHV Kassen lösen.
  • Sib Cheshire 25.12.2016 01:16
    Highlight Highlight Ein toller Artikel der mir die Festtage versüsst. Danke!
  • Mia_san_mia 25.12.2016 01:12
    Highlight Highlight Solche Artikel sollten verboten sein, vor allem jetzt...
    • Klaus07 24.12.2019 10:25
      Highlight Highlight hmmm, wie war das gleich noch einmal mit der ständig gepredigten Toleranz?

      Da passt dieser Tweet ausgezeichnet zu ihnen.

      Benutzer Bild
    • DemonCore 24.12.2019 10:38
      Highlight Highlight Im IS Territorium, in Saudi Arabien und im finsteren Mittelalter hätte diese Ansicht viel Applaus geerntet.
    • Scrj1945 24.12.2019 11:52
      Highlight Highlight Wieso den das? Blasphemie oder worum meinst du? Das die religion und bibel einem märchenbuch gleicht, sollten mittlerweile doch alle wissen
    Weitere Antworten anzeigen
  • michel. 25.12.2016 00:57
    Highlight Highlight Well done, Sir. Musst lachen beim Menschenopfer Grittibänz :)
  • azoui 25.12.2016 00:52
    Highlight Highlight Elegant zusammengefasst und stimmig.
    Bereits als Kind hatte für mich Weihnachten eher die im Artikel erwähnte römische Variante einfluss , auf was ich mich freute.
    Die Geburt eines vermeintlichen Erlösers war für mich nie relevant.
    Die 2000 jährige Geschichte, nach dieser omminösen Geburt, bestätigt meine Intiution bereits damals, als ich noch Kind war.
    • azoui 25.12.2016 11:07
      Highlight Highlight Verdammt! War schon ziemlich spät, als ich das geschrieben hab.
      Kam von einem frivolen Gelage, die Gastgeberin bat ich, mir den Digestive abzufüllen, damit ich ihn zuhause fertig trinken kann.
      Muss mich wohl heute noch bei ihr entschuldigen....
  • Tropfnase 24.12.2016 22:19
    Highlight Highlight Und da ist es wider das all jährliche, anti religions, Komerz mimimimi. Lasst doch den Menschen ihren Glauben wenn sie das wollen. Hier Hat Watson eine hervorragende Gelegenheit verpasst seinen Lesern einfach mal frohe Weihnachten zu wünschen und sich für ihre Treue zu bedanken...
    • Gustav.s 25.12.2016 09:55
      Highlight Highlight Die Geschichte sollte trotzdem nicht vergessen werden. NIE
    • DemonCore 24.12.2019 10:42
      Highlight Highlight Gerade weil Watson nicht in dieses rührselige Weihnachtsgesülze einstimmt halte ich ihnen die Treue. Frohe Wintersonnenwende allen Lesern, Autoren und sonstigen Watsonier.
    • Scrj1945 24.12.2019 11:54
      Highlight Highlight Wieso soll man die menschen anlügen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • kliby 24.12.2016 19:00
    Highlight Highlight die einzige orgie, die die heutigen religionen/moralvorstellungen zulassen, ist das shopping.
    • Aged 24.12.2016 20:02
      Highlight Highlight Leider 😈
    • Eskimo 25.12.2016 11:43
      Highlight Highlight Zum Glück ist niemand verpflichtet sich an die Moralvorstellungen zu halten.
  • Raphfa 24.12.2016 18:32
    Highlight Highlight Toller Artikel. Ist mit Spass geschrieben.

    Wenn man einmal von den Menschenopfern absieht, würde mir die römische Variante des Festes doch mehr zusagen als als Feiern der Geburt eines Kindes, dessen Mutter ohne überlieferte Einwilligung durch göttliches "Wirken" zur Mutterschaft kam. Wo sind die Proteste der Feministinnen?
    Jesu Leben begann laut der Bibel schon schrecklich. Herodes liess auf der Suche nach ihm alle Kleinkinder in Betlehem und Umgebung töten. Auch das Ende, der Tod am römischen Folterinstrument war grausam.

    Tolle Geschichte für unsere Kinder? Njet. Wir feiern nur Neujahr.
    • _kokolorix 24.12.2016 19:36
      Highlight Highlight Und Neujahr ist wie genau definiert?
    • Piwi 24.12.2016 19:50
      Highlight Highlight Feiern wir halt, dass Jesus der beste Schüler der Klasse war (leider auch der einzige, siehe oben).
    • Ich hol jetzt das Schwein 25.12.2016 02:59
      Highlight Highlight Dann feierst du Neujahr? Also konkret die Aufnahme Jesu in der jüdischen Gemeinde durch Beschneidung am achten Tag nach seiner Geburt? Ansonsten bin ich mit dir einverstanden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Momo_1 24.12.2016 18:24
    Highlight Highlight 😊Wünsche trotz des ernüchtetnden Berichtes allen schöne Weihnachtstage😊
  • Edel Weiss 24.12.2016 18:00
    Highlight Highlight Ich finde wir sollten diese alten Traditionen pflegen. Gut, die Menschenopfer sind nicht unbedingt nötig. Eine zehntägige Orgie an Weihnachen würde das Fest aber definitiv aufwerten und den Stress etwas vermindern.
    • pamayer 25.12.2016 00:28
      Highlight Highlight Street Parade.
      Einfach die falsche Jahreszeit.
    • Rockabilly 24.12.2019 10:27
      Highlight Highlight Klar. Auch die Zahl von Geschlechtskrankheiten würde aufwerten. Und neun Monate später auch die Vaterschaftstests, Alimenteforderungen ect ect X-D
    • Sarkasmusdetektor 24.12.2019 12:21
      Highlight Highlight Keine Menschenopfer? Dann macht es doch nur halb so viel Spass.

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

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