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In this March 2020 photo provided by Gilead Sciences, rubber stoppers are placed onto filled vials of the investigational drug remdesivir at a Gilead manufacturing site in the United States. Given through an IV, the medication is designed to interfere with an enzyme that reproduces viral genetic material. (Gilead Sciences via AP)

Ein weltweit günstig erhältliches Medikament senkt die Sterblichkeit von Covid-19-Patienten: «Es ist ein grosser Durchbruch.» Bild: AP

«Grosser Durchbruch»: Briten entdecken erstes lebensrettendes Coronavirus-Medikament

Ein kostengünstiges und bereits einfach erhältliches Medikament namens Dexamethason kann Menschen helfen, die schwer an Covid-19 erkranken – sagt eine britische Studie.



Dem britischen Forschungsteam der Recovery-Studie zufolge ist die niedrig dosierte Behandlung mit Dexamethason ein wichtiger Durchbruch im Kampf gegen das Coronavirus. Das Medikament hat das Todesrisiko für die teilnehmenden Erkrankten mit Beatmungsgeräten um ein Drittel gesenkt. Für diejenigen Patientinnen und Patienten, die Sauerstoff benötigten, wurden die Todesfälle um ein Fünftel reduziert.

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Das Medikament Dexamethason ist Teil der weltweit grössten Corona-Studie namens Recovery, die bereits entwickelte Behandlungen testet, um festzustellen, ob sie auch gegen Covid-19 wirken. Forschende schätzen, dass bis zu 5000 Menschenleben allein in Grossbritannien hätten gerettet werden können, wenn das Medikament bereits zu Beginn der Pandemie zur Behandlung eingesetzt worden wäre.

«Dies ist das einzige Medikament, das die Sterblichkeit nachweislich senkt. Es ist ein grosser Durchbruch.»

Peter Horby

Da es kostengünstig ist, könnte das Medikament auch in ärmeren Ländern, die mit einer hohen Anzahl Covid-19-erkrankter Personen zu kämpfen haben, von grossem Nutzen sein – darauf weisen die vorläufige Ergebnisse der klinischen Studie hin. Die Resultate sind noch nicht veröffentlicht und bisher auch nicht von anderen Experten begutachtet worden.

Ungefähr 19 von 20 am Coronavirus erkrankende Personen erholen sich von der Ansteckung, ohne auf zusätzlichen Sauerstoff oder einen Platz auf der Intensivstation angewiesen zu sein. Für Hochrisikopatienten, die teils mechanische Beatmung benötigen, zeigte Dexamethason vielversprechende Ergebnisse:

Den Testversuchen zufolge – durchgeführt von einem Forscherteam der Universität Oxford – könnte Dexamethason von acht Patienten, die mit Beatmungsgeräten behandelt werden, durchschnittlich ein Leben retten.

Was ist Dexamethason?

Dexamethason ist ein entzündungshemmender und antiallergischer Wirkstoff, der das Immunsystem hemmt. Das Medikament bindet an sogenannten Glucocorticoid-Rezeptoren im Innern der Zellen. Dexamethason-Tabletten werden unter anderem bei Krebstherapien, bei Polyarthritis, bei schwerem Asthma und Hauterkrankungen verabreicht.

quelle

Da Dexamethason das Immunsystem unterdrückt, kann es den bei Covid-19 manchmal auftretenden und lebensbedrohlichen Zytokinsturm verhindern: Dabei reagiert das körpereigene Immunsystem so heftig auf die Erkrankung, dass es zu Organversagen kommen kann.

Bei Patienten mit Beatmungsgeräten wurde das Todesrisiko von 40 auf 28 Prozent gesenkt. Bei Patienten, die Sauerstoff benötigen, wurde das Todesrisiko von 25 auf 20 Prozent gesenkt. Der leitende Forscher, Professor Peter Horby, sagt dazu: «Dies ist das einzige Medikament, das die Sterblichkeit nachweislich senkt – und es senkt sie erheblich. Es ist ein grosser Durchbruch.»

Die Vorteile von Dexamethason gegenüber den anderen getesteten Medikamenten wie Ritonavir (bei HIV) oder Hydroxychloroquine (gegen Malaria) seien die relativ kurze Behandlungsdauer und die niedrigen Kosten: Die Medikation dauere zehn Tage und koste etwa fünf britische Pfund (sechs Schweizer Franken) pro Patient. Die Rettung eines Lebens koste im Wesentlichen also 35 britische Pfund (rund 42 Schweizer Franken). Und: «Es ist ein Medikament, das weltweit erhältlich ist», sagt Horby.

(adi)

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kaspar Floigen 17.06.2020 09:35
    Highlight Highlight Das wird nicht lange so günstig bleiben...
  • Lokutus 17.06.2020 03:58
    Highlight Highlight Das hört sich stark nach „Ente“ an. Dexamethason ist ein jahrzehntelang in der Medizin gut bekanntes und oft benutztes Kortison. Keineswegs ein „neues“ Wundermittel. Es wirkt genau in Fällen mit solchen Symptomen, wie sie auch von Covid 19 erzeugt werden.
    Es ist unvorstellbar, dass es erst jetzt zum ersten Mal bei dieser Krankheit eingesetzt worden ist. Das muss schon öfter passiert sein. Sorry, kein Wundermittel
  • Gubbe 17.06.2020 00:12
    Highlight Highlight Dexamethason ist ein Kortikoid, und wird intravenös oder intramuskulär gespritzt. Das Mittel ist nicht neu, wird gegen Asthma, zwischen OPs gegeben. Höchstens die Abgabe an Coronapatienten könnte neu sein, weil die Lunge betroffen ist.
  • Asmodeus 16.06.2020 23:03
    Highlight Highlight Hmm.

    Dexamethason hilft, bei Actemra (ebenfalls ein Medikament welches bei rheumatoider Arthritis gegeben wird) vermutet man eine Wirkung..

    Ich bin so frei und schätze Methotrexat wird auch bald auf die Liste kommen.

    Wenigstens ein Vorteil für Erkrankte mit RA.
  • Keller101 16.06.2020 21:47
    Highlight Highlight Wahnsinnige Erkenntnis, Kortison hilft immer kurzfristig und wird bei ARDS routinemässig eingesetzt. Die Engländer haben also nix erfunden, hätte mich auch gewundert.
    • ulmo 17.06.2020 14:20
      Highlight Highlight Also bist du gegen grossangelegt Doppelblindstudien verschiedener Medikamente, da du bereits weisst, welche Behandlungsmethode bei COVID-19 am effektivsten ist und die meisten Todesfälle verhindert?
      Wieso hast du dich nicht im März beim BAG gemeldet?
    • ulmo 17.06.2020 14:28
      Highlight Highlight Korrektur: es ist eine randomisierte kontrollierte studie, aber anscheinend keine Doppelblindstudie
    • Weiter denken! 17.06.2020 15:56
      Highlight Highlight Aviptadil ist ein Kandidat der derzeit in mehreren Kliniken in den USA und Israel getestet wird um die auftretende ADRS bei Covid-19 erkrankten zu behandeln. Das klingt vielversprechend!
  • Maya Eldorado 16.06.2020 21:28
    Highlight Highlight "Den Testversuchen zufolge – durchgeführt von einem Forscherteam der Universität Oxford – könnte Dexamethason von acht Patienten, die mit Beatmungsgeräten behandelt werden, durchschnittlich ein Leben retten. "
    Also, so umwerfend ist das auch wieder nicht, wenn von 8 Patienten an Beatmungsgeräten, die das Medikament erhalten gerade mal einer gerettet werden kann.
    Gut - besser als nichts.
    • ulmo 17.06.2020 14:15
      Highlight Highlight Wenn man das gewusst und von Anfang an gewusst hätte, würden evtl. 5'000 Briten noch leben, und 250 Schweizer.
      Es kommt wahrscheinlich regelmässig vor, das ein Medikament nicht bei allen Patienten wirksam ist, dann wird halt ein anderes gegeben.
  • givemeajackson . 16.06.2020 21:15
    Highlight Highlight das ist bisher eine einzelne studie. der versuchsaufbau scheint jedoch solide zu sein, RCT mit 2100 versuchspersonen und 4000 kontrollen. gute nachricht, aber ich hadere immer wieder mit der sensationalisierten berichterstattung

    noch ein wort an die big pharma verschwörungstheoretiker: wenn die studie zu profitzwecken hätte gefälscht werden sollen wäre dabei nicht ein billiges allerweltsmedi von dem es hunderte generika gibt rausgekommen...
  • Fischra 16.06.2020 20:28
    Highlight Highlight Solche Meldungen hört man immer mal wieder. Leider ist dann auch schon Schluss. Hoffen wir mal das bald eine Bestätigung folgt für ein wirksames Mittel gegen Covid 19.
  • c_meier 16.06.2020 20:25
    Highlight Highlight es sei die grosse "Hoffnung" für die Patienten...

    und wohl die "Befürchtung" der Pharma-Industrie, falls es effektiv in grossen Stil helfen sollte.....
    • givemeajackson . 16.06.2020 21:22
      Highlight Highlight Ja, wir sind alles Bösewichte, und nichts würde uns mehr freuen als das Aussterben der Menschheit damit wir endlich auf einem Thron aus Geld und Schädeln sitzen können. Ich trainiere mein fieses Lachen schon seit jahren und kanns kaum erwarten.

      LG, dein Superbösewicht, der Laborant.
  • MGPC 16.06.2020 20:12
    Highlight Highlight Warum sollte gerade jetzt ein Medikament helfen. Es gibt noch nicht mal eins gegen Covid 02/03 und das ist 18 jahre her.
    • Nate Smith 17.06.2020 06:29
      Highlight Highlight Weil bis jetzt kein Bedarf bestand nach einem zu suchen.
    • MGPC 17.06.2020 21:01
      Highlight Highlight Gutes Argument.
  • Couleur 16.06.2020 18:07
    Highlight Highlight Bei nur einer Studie ist Vorsicht geboten. Es gab die vergangenen Monate zig Medikamente, die ein Durchbruch darstellen sollten und es im Endeffekt nicht waren. In der Wissenschaft herrscht leider immer mehr eine Verkäufermentalität, da oft Interessen der Pharmaindustrie mitspielen. Ich freue mich, wenn das mehrere Studien verifizieren, aber bis dahin bleibe ich skeptisch.
    • Pbel 16.06.2020 19:34
      Highlight Highlight Bei einem Behandlungspreis von unter 100 Franken hätte die Pharma-Lobby wohl grob versagt. Aber ja, man muss Studien validieren. So funktioniert normale Wissenschaft.
    • Turicum04 16.06.2020 22:46
      Highlight Highlight Mensch, Deutschland, das Pharmaland #1, hat schon lange ein Medi gegen Corona.
    • Klirrfactor 16.06.2020 23:06
      Highlight Highlight Ganz banal erklärt. Im Fall von COVID werden Studien mit Absicht noch vor dem Peer Review bekannt gegeben, mit entsprechendem Hinweis. Das ist so gewollt bei COVID, damit sich andere daran orientieren können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • REM 16.06.2020 17:47
    Highlight Highlight ... im moment noch günstig, falls es tatsächlich so gut wirkt, wird der preis bestimmt steigen ....
    • AGirlisNoOne 16.06.2020 23:26
      Highlight Highlight Kaum, ist eines der weit verbreitesten Medikamente, auch bekannt als "Kortison".
  • broccolino 16.06.2020 17:23
    Highlight Highlight Es ist wohl noch zu früh zu sagen, dass das effektiv hilft, aber wenn dem effektiv so ist, ist das endlich eine gute Nachricht! Danke all den Forschern, die unermüdlich an einer Lösung arbeiten.
    • dmark 16.06.2020 18:14
      Highlight Highlight Es ist immerhin mal ein Ansatz.
      Danke aber auch an die Patienten, welche in dieser Studien beteiligt waren und ebenso an diejenigen, welche es nicht schafften zu einem positiven Ergebnis beizutragen...

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