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epa08246746 A woman wearing a protective mask is waiting for arriving passengers at airport of Chisinau, Moldova, 25 February 2020. Moldova's government decided to increase border crossing control measures because of recent Coronavirus cases in Italy.  EPA/DUMITRU DORU

Auch junge Menschen ohne Vorerkrankung sind nicht immun gegen das Coronavirus. Warum es einige härter trifft als andere, ist aber noch unklar. Bild: EPA

Woran liegt es, wenn gesunde Junge an Covid-19 sterben? An diesen 5 Punkten wird geforscht

Das Coronavirus betrifft vor allem die über 65-Jährigen und Menschen mit (mindestens) einer Vorerkrankung. Doch es kann auch junge und völlig gesunde Menschen treffen. Warum, das ist noch nicht klar.



Das Coronavirus ist insbesondere für ältere Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Atemkrankheiten gefährlich. Das zeigen die Zahlen aus allen Ländern. Doch das sind Durchschnittswerte. Denn klar ist auch: Es kann auch junge Menschen ohne Vorerkrankung schwer treffen oder in seltenen Fällen zum Tod führen.

Mike Ryan, Exekutivdirektor der WHO-Programme für gesundheitliche Notfälle, nannte kürzlich einige Zahlen. In Südkorea ist einer von sechs Betroffenen unter 60 Jahre alt, in Italien sind 10 bis 15 Prozent auf der Intensivstation unter 50. Auch aus den USA gab es in den letzten Tagen vermehrt Berichte, dass auch Junge schwer erkranken und sterben. Rund die Hälfte der Spitaleinlieferungen wegen des Coronavirus in Nordamerika ist unter 50 Jahre alt, rund 800 Personen unter 50 starben.

Und schliesslich betonte auch Daniel Koch an der Pressekonferenz am 17. März erneut: «Es ist eine gefährliche Krankheit – nicht nur für Risikopatienten. Es werden auch immer wieder jüngere Patienten krank und müssen beatmet werden, die keine Vorerkrankungen haben.» In der Schweiz hatten 23 Prozent der Infizierten zwischen 15 und 64 Jahren keine Vorerkrankungen.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Warum dem so ist, daran wird fleissig geforscht. Wissenschaftler versuchen, dem Virus auf die Spur zu kommen. Mit verschiedenen Tests und dem Sammeln von DNA von Covid-19-Patienten versucht man, die Risikogruppe zu bestimmen. Aktuell stehen unter anderem diese fünf Punkte im Fokus:

Grosse virale Belastung

In Italien sind schon über 50 Ärzte und weiteres medizinisches Personal in Spitälern an Covid-19 verstorben, rund 10'000 wurden infiziert. Untersucht wird deshalb, ob hohe virale Belastung das Immunsystem überfordert.

Ein gesundes Immunsystem reagiert zwar auf das Virus und bekämpft dieses. Doch durch den häufigen Kontakt mit Covid-19-Patienten kommt man immer wieder in Kontakt mit neuen Viren, noch bevor der Körper die ersten besiegen konnte. Irgendwann ist das Abwehrsystem nicht mehr fähig, alle Viren zu bekämpfen.

epa08321910 A patient suffering from Covid-19 is admitted to the Helios hospital in Leipzig, Germany, 25 March 2020. The two patients, who are now to be treated in the intensive care unit of the heart centre, were flown from Bergamo to Saxony in an Italian Air Force aircraft. Saxony on 23 March announced that it would accept Corona patients from Italy in its hospitals.  EPA/Hendrik Schmidt / POOL ATTENTION EDITORS: Patients face was pixelated by source

Fehlt dem medizinischen Personal die entsprechende Schutzausrüstung, sind sie besonders hohen Virusladungen ausgesetzt. Bild: EPA

Überreaktion

Es kann auch vorkommen, dass ein Immunsystem eigentlich «zu gut» funktioniert, wie das vom Deutschen Ärzteverlag herausgegebene «MTA Dialog» berichtet. Wird das Virus im Körper entdeckt, produzieren Zytokine ein ungeeignetes Umfeld für die Infektion – im besten Fall bleibt der Mensch gesund. Allerdings können sie auch überreagieren, was zu einem Entzündungssturm führen kann.

Das Immunsystem kann sich vereinfacht gesagt nicht mehr selbst abstellen, die Lunge und andere Organe werden überfordert, Flüssigkeit gelangt in die Lunge und es kommt zu einer Lungenentzündung. Dies stellten Ärzte in einigen Fällen von Covid-19-Patienten auf der Intensivstation fest.

ACE2-Gen

Eine weitere Möglichkeit, warum das Coronavirus sich in einigen Menschen besser ausbreiten kann als in anderen, könnte an den Genen liegen. «Wir sehen grosse Unterschiede in verschiedenen Ländern. Wie viel das mit unterschiedlichen Genen zusammenhängt, ist noch offen», sagt Andrea Ganna vom Institut für Molekulare Medizin an der Universität Helsinki (FIMM). Zusammen mit einigen Kollegen sammelt er genetische Informationen.

Verdächtigt wird dabei ein Gen, das für «das Zelloberflächenprotein Angiotensin-konvertierendes Enzym 2 (ACE2) kodiert, mit welchem das Coronavirus in die Atemzellen kommt. Variationen von ACE2 könnten es dem Virus erschweren oder vereinfachen, um in die Zellen zu kommen», wie Immunologe Philip Murphy vom National Institute of Health (NIH) erklärt.

Fehlender Schutzfilm

Eine weitere Möglichkeit ist gemäss CNN, dass das Coronavirus dafür sorgt, dass ein Surfactant, welches dafür sorgt, dass die Lunge weich und beweglich bleibt, bei einigen Menschen verschwindet.

Stellt man sich die Lunge als Schwamm vor, bedeutet dies, dass das Surfactant die Lunge weich und beweglich macht. Fehlt dieser körpereigene Schutzfilm, wird die Lunge dagegen steif und härter. Die Atmung fällt dadurch schwerer, was auch am Beatmungsgerät nicht sofort behoben werden kann.

Blutgruppe A

Kann auch die Blutgruppe eine Rolle spielen, wie eine Coronainfektion verläuft? Chinesische Forscher haben mit Proben aus Wuhan und Shenzen genau dies Ende März herausgefunden. So sollen Menschen mit Blutgruppe A besonders anfällig, solche mit Blutgruppe 0 weniger betroffen sein. Die Studie wurde mit 2000 Covid-19-Patienten durchgeführt.

Allerdings schreiben die Forscher selbst, dass der Zusammenhang zwischen Covid-19 und den Blutgruppen «nur vorläufig und noch unbestätigt» sei. Weitere Abklärungen sind auch hier nötig.

Fazit

Noch ist zu wenig über das Coronavirus bekannt, um sagen zu können, was schwere Verläufe auch bei jüngeren Patienten beeinflusst. Die oben erwähnten Möglichkeiten könnten einen Teil zur Lösung beitragen. In allen Bereichen braucht es aber mehr Forschung, um dem SARS-CoV-2-Virus auf die Spuren zu kommen.

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So kam das Coronavirus in die Schweiz – eine Chronologie

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Das Coronavirus in der Schweiz – eine Chronologie
quelle: keystone
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