International

Eine Gedenkstelle für die ermordete britische Abgeordnete Jo Cox.  Bild: Matt Dunham/AP/KEYSTONE

Lebenslänglich für den Mörder der britischen Abgeordneten Jo Cox

23.11.16, 14:07 23.11.16, 15:02

Fünf Monate nach der Ermordung der britischen Abgeordneten und Brexit-Gegnerin Jo Cox hat das Londoner Strafgericht ein Urteil gesprochen. Es verurteilte den 53-jährigen arbeitslosen Angeklagten wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Die zwölf Geschworenen einigten sich am Mittwoch bereits nach knapp zweistündiger Beratung. 

Der Mann habe wegen «besonderer Schwere» der Tat keine Chance auf Freilassung, hiess es. Die Staatsanwaltschaft hatte den Täter als rechtsradikalen Extremisten bezeichnet.

Das Gericht hatte die Tat vor Prozessbeginn als möglicherweise politisch motiviert eingestuft. Die Parlamentarierin hatte sich für einen Verbleib des Landes in der EU und für die Rechte von Flüchtlingen eingesetzt.

Aufgeheizte Stimmung

In Grossbritannien herrschte damals zwischen Brexit-Anhängern und EU-Befürwortern eine aufgeheizte Stimmung. Das Verbrechen löste auch eine Debatte aus, ob Politiker und Medien mit aggressiven Wahlkampfslogans eine Mitschuld an der Tragödie tragen.

«Britain First» («Grossbritannien zuerst») soll der Angeklagte gerufen haben, als er vor einem Restaurant auf Cox schoss und einstach. Bei einer ersten gerichtlichen Vernehmung sagte er auf die Frage, wie er heisse: «Tod den Verrätern, Freiheit für Grossbritannien».

Die Polizei ging eigenen Angaben zufolge Hinweisen nach, dass der 53-Jährige früher Kontakte zu einer US-Nazigruppe sowie zu einer Rassistenorganisation in Südafrika gehabt habe. Andere Hinweise deuteten dagegen darauf hin, dass es sich bei dem Mann um einen Einzelgänger und Wirrkopf handelt.

Der Brexit-Wahlkampf war nach dem Mord an Cox vorübergehend ausgesetzt worden, wurde aber anschliessend mit kaum verminderter Härte fortgeführt. Nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der EU gab es einen deutlichen Anstieg fremdenfeindlicher Übergriffe in dem Land.

(gin/sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Wer in der EU Filme und Serien streamt, hat nun ein Problem. Schweizer haben vorerst Glück

«Alti, heb de Schlitte!» – Was, wenn du ehrlich zu deinem Chef wärst?

Ausverkauf des Feminismus – die 3 dümmsten Gründe, Feministin zu sein

Genau so ein schönes Gefühl ist es, den Picdump zu schauen

ETH-Professor: «Man müsste halt ein Tal mit Solaranlagen zupflastern»

«Biete Wohnung gegen Sex» – in England nehmen dubiose Wohnungsanzeigen zu

Die Bachelorette und ihr muskelbepacktes Egomanen-Rudel

WTF? UNO wählt ausgerechnet Saudi-Arabien in die Kommission für Frauenrechte

Du willst es doch auch: 22 Fail-Gifs, die deinen Tag besser machen

Wie Trumps EU-Kehrtwende der Schweizer Wirtschaft schaden könnte

Frankreich wagt den revolutionären Bruch – und hat nun eine echte Wahl

Die besten Reaktionen auf den denkwürdigen Clásico (inkl. wütendem Ronaldo)

Im Cockpit-Clinch: Die Swiss wird von deutschen Piloten überrannt

«Scheiss-Jugo» und «Nazi-Schweine» – diese Beschimpfungen wurden richtig teuer

Patriotismus, Macron-Hate und alte Chansons – so erlebte ich die Party von Marine Le Pen

«Wenn 10'000 Schweizer ihr Gast-WLAN öffnen, wird die staatliche Netz-Überwachung nutzlos»

Pisa-Studie: Schüler in der Schweiz ticken ein bisschen anders als in den übrigen Ländern

Info-Panne im Pentagon: US-Flugzeugträger fährt los, aber nicht nach Nordkorea

Facebook Live muss weg! 😡

19 Memes, die das Single-Dasein perfekt beschreiben

Die fiesen Tricks der Wahlbetrüger: Ein Oppositioneller erzählt

«Schlimmstes Datenleck seit Snowden»? Das sollten Windows-User wissen

Ein Schweizer Professor erklärt, wieso es mit deinem Leben ab 23 bergab geht

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
Micha-CH, 16.12.2016
Beste News App der Schweiz. News und Unterhaltung auf Konfrontationskurs.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0 Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Fertig mit FUCK, SHIT und Co.! Es gibt doch vieeeeeel bessere englische Fluchwörter, ihr TWATS

Es gibt da einige englische Ausdrucke, ohne die ich selbst nach mehr als einem halben Leben in der Schweiz nicht auskomme. Bollocks, etwa. Oder twat. Ja, es geht um die Kraftwörter, die einem über die kleineren und grösseren Ärgernisse des Alltags hinweghelfen. 

Nun ist Englisch selbstverständlich eine derart omnipräsente Weltsprache, dass Anglizismen derberer Natur sich längst in den Alltagssprachgebrauch der Schweiz eingenistet haben. «Föck isch das geil gsi! Shit, monn. Crazy.» …

Artikel lesen