International

Der «IS» ist zwar angeschlagen, aber immer noch gefährlich

11.08.17, 09:39

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich trotz militärischer Rückschläge wichtige Aktionsmöglichkeiten bewahrt. Das geht aus einem Bericht von Experten für den UNO-Sicherheitsrat vom Donnerstag hervor.

Ungeachtet des von der Anti-IS-Koalition ausgeübten Drucks sei die Miliz weiterhin in der Lage, ihren Kämpfern ausserhalb der Konfliktzone in Syrien und im Irak Gelder zukommen zu lassen. Der Transfer der entsprechenden Summen sei schwer aufzudecken, weil er häufig in kleinen Beträgen erfolge.

Der IS zerstört ein 1400 Jahre altes Kloster im Irak

Die Finanzierungsquellen des IS sind dem Bericht zufolge weiterhin die Einnahmen aus dem Ölgeschäft und die Steuern, welche die Dschihadisten der Bevölkerung in den von ihnen kontrollierten Gebieten auferlegen. Die finanzielle Lage des IS verschlechtere sich aber zusehends aufgrund des militärischen Drucks.

Die Miliz sei nach wie vor in der Lage, Angriffe ausserhalb des Nahen Ostens zu motivieren und zu ermöglichen, hiess es weiter. Das gelte beispielsweise für Europa, das für die Extremisten weiterhin eine vorrangige Rolle spiele.

Die Dschihadisten bemühen sich den UNO-Experten zufolge auch, ihren Einfluss in Südostasien zu verstärken. Das zeigten die jüngsten Kämpfe im Süden der Philippinen.

Zustrom von «Terrorkämpfern» nimmt ab

Der Zustrom «ausländischer Terrorkämpfer» nach Syrien und in den Irak nehme indes ab. Aus den dortigen Kampfgebieten zögen zunehmend jugendliche IS-Kämpfer ab. Diesen Rückkehrern müsse besondere Aufmerksamkeit gelten, weil sie über Erfahrungen im Kampf und mit extremer Gewalt verfügten.

Der hartnäckige Widerstand der Dschihadisten bei der Rückeroberung der irakischen Grossstadt Mossul durch die Anti-IS-Koalition im Juli zeige, dass die Kommando- und Kontrollstruktur des IS nicht vollständig zusammengebrochen sei. Die Gruppe stelle weiterhin eine erhebliche militärische Bedrohung dar. (sda/afp)

Terror des sogenannten Islamischen Staates

Intelligent, homophob, autoritätsgläubig: Warum Ingenieure die besten Dschihadisten sind

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Gute Frage: Weshalb werden französisch sprechende Muslime öfter radikal als alle anderen?

«Islamischer Staat», Chemie- und Nuklear-Waffen: Wie real ist die Gefahr?

Amerikas Schattenkrieger jagen «IS»-Anführer

Wir sollten uns an den Terror gewöhnen, aber das können wir nicht

Bilal reist in den Dschihad und rechnet dann mit dem «IS» ab – Kurz darauf ist der Deutsche tot

Kein Mensch versteht Syrien, weil alle von Syrien sprechen, aber etwas anderes meinen

Perfide Propaganda: Wie der «IS» mit «JiHotties» und Social Media westliche Frauen fängt

«Schwangere dürfen nicht verkauft werden»: So grausam regelt der «IS» den Umgang mit den Sex-Sklavinnen

Nein, Herr Trump, Obama ist NICHT der Gründer des «IS» – aber ganz unschuldig ist er auch nicht

Ulrich Tilgner: «Saudi-Arabien ist weltweit einer der Hauptunterstützer radikal-islamischer Strömungen»

Studie zeigt: So denken Muslime weltweit über den «Islamischen Staat»

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1Kommentar anzeigen
1
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Hausmeister krause 11.08.2017 12:40
    Highlight Und wo ziehen diese "jugendlichen" Kämpfer hin? Fürs erste vermutlich nach Südostasien wo sie weitere Erfahrungen im urbanen Kampf sammeln. Die Strategie sich dort festzusetzen wo schon salafistische Lebensweisen herrschen und ganze Regionen in Chaos stürzen scheint sehr effektiv zu sein. Da bin ich schon froh dass wir in der Schweiz eine starke Milizarmee haben welche diese Art der Kriegsführung ziemlich effektiv bekämpfen kann.
    1 2 Melden
    600

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Weltweit gab es seit 1970 über 156'000 Terroranschläge. In der Schweiz ist seit 20 Jahren niemand mehr einem Attentat zum Opfer gefallen. Doch in den 70er- bis 90er-Jahren ermordeten Terrorgruppen teils Hunderte Menschen jährlich in Westeuropa. Eine Übersicht von 1970 bis Manchester 2017.

Zusammenfassung: In den 70er- bis 90er-Jahren töteten meist europäische Terrorzellen jährlich 100 bis 400 Menschen in Europa. Seit der Jahrtausendwende nehmen die Attentate in Westeuropa und in der Schweiz stark ab. Von 2001 bis 2015 entfielen nur 0,3 Prozent der Terroropfer auf Westeuropa. Hauptsächlich aufgrund der Attentate in Paris und Nizza stieg die Opferzahl zuletzt wieder auf rund 150 Menschen pro Jahr, sprich auf das Niveau der 80er-Jahre. Weltweit nimmt der Terrorismus seit 2005 zu …

Artikel lesen