International

Katar kauft US-Kampfflugzeuge für zwölf Milliarden Dollar

15.06.17, 10:32

F-15-Jets für Katar Bild: VALDA KALNINA/EPA/KEYSTONE

Ungeachtet der schweren diplomatischen Krise am Golf haben die USA den Verkauf von Kampfjets vom Typ F-15 an Katar besiegelt. Verteidigungsminister James Mattis unterzeichnete am Mittwoch eine Vereinbarung mit seinem katarischen Amtskollegen Khalid al-Attiyah.

Das Golfemirat Katar zahlt für die Flugzeuge insgesamt 12 Milliarden US-Dollar. Hersteller Boeing lehnte eine Stellungnahme ab. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge handelt es sich um insgesamt 36 Maschinen.

Der Verkauf der Kampfjets war bereits seit längerem vorbereitet worden. Das Aussenministerium in Washington gab im vergangenen November dafür grünes Licht. Der Vollzug des Geschäfts kommt nun aber zu einem Zeitpunkt, an dem sich die diplomatischen Spannungen zwischen Katar und anderen arabischen Staaten dramatisch verschärfen.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Staaten hatten Anfang Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Damit ist das Golfemirat isoliert.

Die arabischen Staaten beschuldigen Katar, Terrororganisationen wie den sunnitischen Islamischen Staat (IS) zu helfen. Das Emirat weist die Anschuldigungen zurück und wird seinerseits vom Iran und der Türkei unterstützt.

Gespräche über Krise

Verteidigungsminister Mattis und sein katarischer Amtskollege al-Attiya hätten auch über den Kampf gegen die Terrormiliz IS gesprochen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Auch die Spannungen am Golf seien Thema gewesen.

Die USA unterhalten in Katar einen wichtigen Militärstützpunkt. Aus der Regierung in Washington kamen gemischte Signale zur diplomatischen Krise: Während sich Trump hinter die Forderungen stellte, Katar müsse die Terrorfinanzierung einstellen, rief Aussenminister Rex Tillerson zur Mässigung auf. (sda/dpa/reu)

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  • Gummibär 15.06.2017 13:56
    Highlight Die US Regierung ist so wahnsinnig integer und folgt einer derart transparenten und geraden Linie. Und die heißt:
    Waffenexport ist Priorität No 1.
    Waffenexport ist Priorität No 2.
    Waffenexport ist Priorität No 3.
    Wohin spielt keine Rolle.
    An wen spielt keine Rolle.
    Besser noch sie gelangen in falsche Hände weil dann der ursprüngliche Empfänger neu beliefert werden kann.
    Aegypten, Pakistan, Saudiarabien, UAE, Katar, Irak, alles Länder die für Menschenrechte und westliche Ideale stehen.
    9 1 Melden
  • Wilhelm Dingo 15.06.2017 13:08
    Highlight Trumps Plan geht auf: Waffenverkäufe für seine Klientel
    8 2 Melden
  • Thrasher 15.06.2017 11:22
    Highlight Dieser Katar-Konflikt scheint sich für die USA auszuzahlen. Erst ein Waffen-Deal mit KSA, jetzt noch ein paar Kapmfjets nach Katar. Jetzt gilt es nur noch zu warten bis die Sache eskaliert, dann haben die US-Waffenhersteller ihr Einkommen für die nächsten Jahre gesichert.
    25 2 Melden
    • Posersalami 15.06.2017 11:39
      Highlight Die USA hat erst letztes Jahr schon 72 F-15QA an Katar verkauft (noch nicht geliefert).

      "US Approves 72 Boeing F-15QA Fighter Aircraft Sale To Qatar For $21.1 Billion"
      http://www.defenseworld.net/news/17696/US_Approves_72_Boeing_F_15QA_Fighter_Aircraft_Sale_To_Qatar_For__21_1_Billion#.WUJVbWXIpW8

      Auch der Deal jetzt ist sicher nicht erst vor 2 Wochen eingetütet worden..
      17 1 Melden
    • Saraina 15.06.2017 11:52
      Highlight Trump generiert Jobs, und die neuen Freunde vom Golf helfen ihm dabei, dem Herrscher in Katar ein Angebot zu machen, das er nicht ablehnen kann. Und zum Schluss befindet ein Präsident nach ihm, dass die Saudis die Bösen seien, und man sie entmachten und entwaffnen müsse. Das Vorgehen hat schon im Irak funktioniert.
      18 4 Melden

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