Schweiz

Vandalen und Unfallverursacher werden von der SBB kräftig zur Kasse gebeten

Wer fahrlässig einen Unfall baut oder vorsätzlich Dinge beschädigt und damit Verspätungen im Zugverkehr auslöst, wird von der SBB seit Anfang Jahr zur Kasse gebeten. Insgesamt sind im laufenden Jahr bereits 100'000 Franken eingefordert worden.

Publiziert: 18.09.16, 14:48 Aktualisiert: 18.09.16, 18:26

SBB-Sprecher Reto Schärli bestätigte am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda einen Bericht der «SonntagsZeitung». Die eingeforderten Verspätungskosten beliefen sich im Schnitt auf über 3000 Franken, insgesamt verschickte die SBB rund dreissig Rechnungen.

Bisher konnte die SBB von Unfallverursachern oder Saboteuren nur Ersatz für die direkten Schäden einfordern, etwa die Kosten für die Reparatur beschädigter Bahnschranken. Dank eines neu entwickelten Verfahrens können die Bundesbahnen die Höhe der Kosten bei Betriebsunterbrüchen und Zugverspätungen berechnen.

SBB ist meistens selber schuld

Aktiv wird die SBB laut Schärli, wenn die SBB Betriebsunterbrüche zu beklagen hat, die wegen fahrlässigen Verhaltens oder Vandalismus von Dritten zustande gekommen sind. Das kommt immer wieder vor. Beispiele sind Autofahrer, die betrunken in Bahnschranken oder auf die Gleise fahren und so Zugausfälle verursachen – oder Rowdys, die Gleise sabotieren.

Insgesamt entstehen der SBB durch Verspätungen jedes Jahr Kosten in zweistelliger Millionenhöhe, wie Schärli sagte. Den überwiegenden Teil der jährlich 28'000 Störungsfälle verursacht die SBB aber selber – etwa, weil Strecken wegen Unterhaltsarbeiten gesperrt werden müssen.

Ausdrücklich von der Weiterverrechnung ausgenommen sind Verspätungen, die durch versuchte oder vollendete Suizide verursacht werden. Verrechnen lassen sich zudem nur Ereignisse, bei denen die Verantwortlichen klar benannt werden können. Fussballrowdys, die in Gruppen auftreten, kann die SBB mit der neuen Methode nicht in die Pflicht nehmen. (wst/sda)

So sieht der neue SBB-Hochgeschwindigkeitszug aus

Schwarzfahrer bei den SBB und Co.

Das kommt teuer: Über 300'000 SBB-Schwarzfahrer bezahlen ihre Bussen nicht

Schwarzfahren, aber keine Busse bezahlen? Stockholm und Paris machen es vor – mit einer Versicherung

Bundesgericht verurteilt Schwarzfahrer zu fünf Jahren Stehpendeln 

Good News für Schwarzfahrer: Mit dem neuen Swisspass dauern die Kontrollen länger – mehr Zeit also für dich, den Fisch zu machen  

Schwarzfahrer werden ab 1. Januar 2016 in einem nationalen Register gespeichert

Alle Artikel anzeigen
Themen

Meistgelesen

1

Der PICDUMP ist da! 💪

2

Beim Absturz eines «Super Puma» am Gotthard sterben beide Piloten ++ …

3

Dieses Restaurant in Zürich führt als erstes der Schweiz …

4

Ich mach seit 20 Jahren Interviews. Keins war so ein Desaster wie das …

5

So wahr! Wie sich der erste Tag bei der Arbeit anfühlt vs. 100 Tage …

Meistkommentiert

1

Nationalrat will Verhüllungsverbot selber an die Hand nehmen

2

Frauen sollen länger arbeiten: Nationalrat beschliesst Rentenalter 65

3

Donald Trumps kreativer Umgang mit der Wahrheit: 5 krasse Lügen aus …

4

Rentenalter 65 für Frauen ist nichts als gerecht

5

«Das Problem bei Gölä ist, dass er einen Mund hat»

Meistgeteilt

1

SC Bern scheitert blamabel an Ticino Rockets – Davos ohne Probleme

2

«Nicht als fehlende Wertschätzung zu verstehen» – die …

3

Barnetta ist St.Gallens Antwort auf Beckham und der beste Transfer, …

4

Ralph Krueger und die unwahrscheinliche Erfolgsstory des Team Europa

5

So aktivieren iPhone- und Android-Nutzer die geheimen Facebook-Chats

13 Kommentare anzeigen
13
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • pamayer 19.09.2016 00:11
    Highlight Aktion - reaktion.
    Wer scheiss baut muss mit folgen rechnen.
    Sonst würden die nicht beschädigenden, bezahlenden Passagiere die Schäden berappen, was unfair ist.
    10 2 Melden
    600
  • Philu 18.09.2016 19:39
    Highlight Und wann liebe SBB bezahlt ihr endlich mal Geld an die Pendler, wenn ihr einen Zugsausfall oder grössere Verspätungen (sagen wir ab 5-10 Minuten und mehr) habt? Ihr habt immer defekte Zugkompositionen und Türen, Stellwerkstörungen etc., die uns massive Verspätungen oder sogar Zugausfällen bescherren Wohl gar nie, wir Kunden gehen immer leer aus!
    12 49 Melden
    • marsupi 18.09.2016 20:01
      9 2 Melden
    • Madison Pierce 18.09.2016 20:04
      Highlight Dein Billett deckt nur 40% der Kosten, Du hast also quasi 60% Rabatt. Da wäre eine weitere Entschädigung fast zu viel des Guten.
      18 4 Melden
    • jhuesser 18.09.2016 20:34
      Highlight "Grosse Verspätungen (ab 5-10 Minuten)"

      Am HBF in Hamburg auf der Anzeigetafel begann es bei 30 Minuten und hörte bei 2 Stunden auf...
      24 1 Melden
    • paper 18.09.2016 20:40
      Highlight Bei Verspätungen ab 60 Minuten hast du ein Anrecht auf Entschädigung.
      Ich möchte aber auch erwähnen, dass ein grosser Teil der Verspätungen durch Kunden verursacht werden, insbesondere: Türblockierer (auch der Grund für die meisten Türstörungen), Im-Eingang-Steher, Nicht-Aussteigen-Lasser, Alle-Durch-Eine-Tür-Gruppen, Nicht-Auf-Dem-Perron-Verteiler, Schirm-3-Mal-Ausschüttler, usw. Ein Bisschen Respekt und gesunder Menschenverstand würde viele Verspätungen reduzieren. Beim Rest geht es meistens darum, dass die Sicherheit eine höhere Priorität als die Pünktlichkeit hat.
      43 1 Melden
    • Philu 19.09.2016 02:57
      Highlight @paper wann bist du denn das letzte mal mit der SBB gefahren? Deine Aufzählungen betreffen hauptsächlich nur Regionalverkehr mit S-Bahnen, sprich ZVV, A-Welle, BLS usw. Das ist nicht die SBB. Auf den Intercityzügen/Interregionalzügen pfeift der Reisebegleiter und hält da eine gelbe Signalkarte in die Luft. Da gibt es kaum Türblockierer. Die Züge haben da locker gemäss Zeitplan 3-5 Minuten Standzeit pro Bahnhof, meist reicht die Zeit locker zum ein und aussteigen. Wie oft verzögern denn die Türblockierer denn den direkten Zug von Zürich nach Bern? Hat ja nicht gerade viele Bahnhöfe dazwischen.
      0 3 Melden
    • paper 19.09.2016 06:00
      Highlight Ich fahre nicht mit der SBB, ich steuere die SBB ;)
      Nein, natürlich fahre ich auch Zug, aber ich bin eben der Typ der in der Betriebszentrale für deine Sicherheit verantwortlich ist. Dabei habe ich auch die Kompetenz zu entscheiden, welcher Zug wann wodurch fährt.
      Nun bei der Eisenbahn ist das mit dem Überholen etwas schwierig. Es kann also gut sein dass dein Zug einige Minuten Verspätung erhält wegen der Verspätung eines vorausfahrenden Zuges. Gerade auf der Strecke Zürich-Bern fahren wir ziemlich am Kapazitätslimit. Die Züge fahren da teilweise mit einem Abstand von 100 Sekunden (...)
      10 0 Melden
    • paper 19.09.2016 06:07
      Highlight (...) das ist ziemlich das Minimum, weil Züge sehr lange Bremswege haben.
      Jetzt kannst du dir vorstellen, wenn dein Intercity ab Zürich zwei - drei Minuten Verspätung hat wegen beispielsweise dem Abwarten eines Anschlusses, lassen wir je nach dem einen anderen Zug zuerst fahren, sonst haben nachher alle Verspätung. Aber da wäre eigentlich auch schon ein anderer Zuge geplant. Du siehst, Verspätungen übertragen sich immer. Oder wir leiten deinen Zug um, dann sind alle anderen pünktlich, du aber 30 Min später in Bern.
      7 0 Melden
    • paper 19.09.2016 06:12
      Highlight Und dann gibt es natürlich noch die Störungen, die von uns "Hausgemacht" sind, z.B. Technische Störungen an der Anlage oder am Zug. Das kann alles sein von einer kaputten Lampe an einem Signal (häufig) bis zu rauchenden Bremsen an einem Zug (selten). Nur kann ich dem Lokführer nicht einfach so sagen er dürfe an einem roten / dunkeln Signal vorbeifahren, das ist ein definierter Prozess der je nach Anlage idR 2-5 Minuten dauert. Wie gesagt, Priorität hat da immer die absolute Sicherheit.
      7 0 Melden
    • Howard271 19.09.2016 06:59
      Highlight Danke für die interessanten Ausführungen, paper!
      5 0 Melden
    • Philu 19.09.2016 08:04
      Highlight @paper:
      Liesst sich tatsächlich interessant. Da frag ich mich wieso nicht eher damit rausgerückt wird und der Kunde erst mit so Begründungen wie "Verspätungen wegen 3 mal Schirmausschüttler" argumentiert wird.
      0 2 Melden
    • paper 19.09.2016 09:10
      Highlight Verspätungen entstehen auf diverse Arten. Ich gebe mir Mühe, von meiner Seite aus die Verspätungen so gering wie möglich zu halten. Was ich oben geschrieben habe sind Massnahmen / Tipps, wie auch du zum pünktlichen Bahnverkehr beitragen kannst. Im Endeffekt braucht es beides.
      3 0 Melden
    600

Der Zuwanderungs-Murks zeigt es klar: Die Schweiz ist eine Kolonie der EU

Die Zuwanderungs-Initiative soll ohne Zustimmung der EU umgesetzt werden. Die vermeintlich clevere Lösung belegt nur eines: Die «souveräne» Schweiz ist längst nicht mehr Herrin ihres eigenen Schicksals.

Zwei Männer standen in der ersten Woche der Herbstsession in Bern im Zentrum des medialen Interesses: Der Solothurner FDP-Nationalrat Kurt Fluri und CVP-Präsident Gerhard Pfister. Sie sind aktuell die Hauptdarsteller eines Schauspiels, das sich seit mehr als zweieinhalb Jahren dahinschleppt: Die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative.

Nach zahlreichen Wendungen und Wirrungen hebt sich der Vorhang zum letzten Akt der Tragikomödie. Die Schweiz steht vor einer Woche der Wahrheit: Heute Montag …

Artikel lesen