Schweiz

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150 Millionen Franken Zustupf: Bundesrat Schneider-Ammann will digitale Bildung fördern

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann will eine digitale Bildungsoffensive starten. Er beantragt dem Gesamtbundesrat einen Zusatzkredit «in der Grössenordnung von 150 Millionen Franken». Damit solle die digitale Grundbildung gestärkt werden.

20.06.17, 06:20 20.06.17, 07:06

«Ja, Sie haben das Gras wachsen hören, stelle ich fest», sagte Schneider-Ammann zu Recherchen der Sendung «HeuteMorgen» von Radio SRF. Wichtig sei, in den kommenden Monaten die Bildungsvoraussetzungen zu schaffen, «damit wir uns später nicht den Vorwurf machen lassen müssen, wir hätten irgendetwas verschlafen».

Im Januar hatte der Wirtschaftsminister vom Bundesrat den Auftrag erhalten, die Konsequenzen der Digitalisierung auf die Bildung zu untersuchen. Menschen aller Bildungsstufen müssten mit der Digitalisierung konfrontiert werden, sagte Schneider-Ammann damals. «Es gilt, den Menschen die Angst zu nehmen.»

Der beantragte Zusatzkredit von rund 150 Millionen Franken für die sogenannte digitale Bildungsoffensive ist in der vom Parlament erst gerade verabschiedeten Botschaft für Bildung, Forschung und Innovation (BFI-Botschaft) für die Jahre 2017-2020 nicht enthalten. Schneider-Ammann ist sich deshalb bewusst, dass die Finanzierungsdiskussion noch «in epischer Breite» geführt werden wird.

Noch vor den Sommerferien

Im Moment gehe er davon aus, dass er das Geld als plafonderhöhende Zusatzmittel beantragen werde, «weil wir in der Bildung nicht beliebig kompensieren können». Er könne aber auch damit leben, wenn die Bildungsoffensive etappiert werde oder ein kleiner Teil davon andernorts eingespart werde.

«Aber das Wesentliche ist: jetzt, flächendeckend, intensiv. Das kostet. Und die Mittel müssen bereitgestellt werden», sagte Schneider-Ammann. Der Bundesrat wird den Antrag womöglich noch vor den Sommerferien behandeln. (viw/sda)

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Galghamon, 3.12.2016
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  • Vachereine 20.06.2017 13:48
    Highlight Subventionen damit die Kinder ihren Eltern die neueste App erklären?
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  • TheDude10 20.06.2017 09:27
    Highlight Es ist gut, dass im breich der Bildung bezüglich digitale Technologie und den umgang mit den einhergehenden Herrausforderungen investiert wird.
    Ich finde es noch viel dringlicher Rahmenbedingungen für die Gesellschaft schaffen, damit sie nich im Zuge der Digitalisierung in zwei lager auseinaderdrifftet, die mit den zwei gruppen der hochspezialisirten Berufstätigen und den nicht digitalisierbaren Handwerksberufen, und der grössere teil, die Abgehängten Arbeitslosen.
    Durch diese Entwicklung wird es immer weniger möglich sein, Lohn zu besteuern und für mehrheiten sich das Leben zu finanzieren.
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  • Tsunami90 20.06.2017 08:39
    Highlight Soll noch einer sagen er mache seinen Job nicht. Seine herangehensweise, mit runden Tischen und Arbeitsgruppen an die verschiedensten Themen ist halt nicht glamurös aber richtig und effektiv. Das JSA die digitale entwicklung nicht verschläft, ist ihm hoch anzurechnen!
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    • oXiVanisher 20.06.2017 11:22
      Highlight Ach ... IMHO ist das schon viel zu spät. In anderen Ländern wird das schon viel länger gefördert. Wir sind hinterher was als "Hochschul Insel" mit gut ausgebildeten Leuten tragisch ist.
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    • dracului 20.06.2017 16:26
      Highlight Im 2007 liess sich Frau Leuthard mit Microsoft Balmer abbilden und predigte, wie wichtig digitale Kompetenzen seien. Der Blick lachte dann über den (MS-)Fitness-Test. Vor 2 Jahren wurde den Unternehmen fehlende digitale Fitness attestiert, letztes Jahr wurden die Lehrer als ditigale Bremsklötze ausgerufen. Und nun kommt, der digital outsider Bundesrat und bringt dieses Thema wieder auf? Tönt wie beste Vaporware! Steht da jemand auf der Analogleitung im Bundeshaus? In Europa gibt es längst Arbeitsgruppen, während man in der CH das digitale Rad neu erfindet, was ich niemandem hoch anrechnen mag.
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    • sowhat 24.06.2017 21:38
      Highlight @oxivanisher: natürlich ist es zu spät, da wir aber immer noch Schulen haben, die einen Computerraum haben für alle Klassen und sonst nichts, muss eben endlich was geschehen. Nix tun weil zu spät wäre kreuzfalsch.
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  • Bonzino 20.06.2017 08:26
    Highlight Der war gut, "den Menschen die Angst nehmen". Ist ja io, wenn man in Schulen investiert, aber Menschen kann man nicht die Angst nehmen. Die ist auch bei gut ausgebildeten da, wenn es um ihren Job geht. Eigentlich finde ich viel dramatischer, dass ein BR so einfach 150 Mio. aufwerfen kann. Mit fremdem Geld lässt sich halt besser leben. Ich freue mich schon auf den Artikel, wo BR Sommaruga halb Afrika zu uns locken will, um die Sozialen Arbeitsplätze zu fördern. Ein Beruf mit grosser Zukunft.
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  • Frau Dr. Holla die Waldfee 20.06.2017 07:58
    Highlight wow - der kommt ja früh *kopfschüttel*
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  • Joël 20.06.2017 07:49
    Highlight Digitalisierung darf dann aber nicht nur technisch verstanden werden, sondern philosophisch hinsichtlich der Konsequenzen auf die Lebensgestaltung vermittelt werden.
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  • oXiVanisher 20.06.2017 07:37
    Highlight Ist ja lächerlich! Erstens ist es schon 5 NACH 12 zu diesem Thema in der Schweiz und zweitens ist das wenig für Bildung Schweizweit. Wie wäre es z. B. mit den ca. 750 Mio. welche bei den Bauern nicht gespaart oder sogar zusätzlich vergeben werden?
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