Schweiz

Pascale Bruderer war die aktivste Rednerin. bild: screenhshot srf

«Rentenreform» – wenn SVP-Frehner und SP-Bruderer halbherzig aufeinander losgehen, gewinnen Unbekannte  

Publiziert: 01.10.16, 02:03 Aktualisiert: 01.10.16, 10:59

Das Thema der ersten Arena nach dem Abstimmungswochenende heisst «Rentenreform 2020: Rettung oder Reinfall?» Ein Überthema, ein Thema von immenser Wichtigkeit, aber auch ein komplexes Thema. 

Wird es künftig weniger Rente geben? Oder müssen allfällige Kürzungen anderswo kompensiert werden, damit Rentner auch weiterhin gleich viel im Geldbeutel haben wie bisher? 

Diesen Fragen gehen in der Sendung folgende «Gladiatoren» mit höchst verschiedenen Standpunkten nach: 

Wegen der Komplexität der Debatte rund um die Rentenreform ist es für die vier Politiker nicht ganz einfach ihre Standpunkte kurz und prägnant der Gegenpartei an den Kopf zu werfen. Verhältnismässig gesittet geht es deshalb zu und her. Doch nicht nur. SVP-Mann Frehner und Bruderer von der SP kreuzen nach kurzem Warmlaufen rasch ein erstes Mal die Klingen:  

Die Granate Frehners 

Video: streamable

Bruderer macht klar, ein Rentenalter 67 sei ganz und gar nicht vernünftig. Frehner kontert: «In der Schweiz haben wir seit 1948, als die AHV eingeführt wurde, dasselbe Rentenhalter.» Das Konzept sei immer noch dasselbe. In ein paar Jahren hätten wir aber doppelt so viele Rentner wie heute. Erhöhe man die AHV, komme in 20, 30 Jahren eine Granate auf uns zu. Die Jungen würden auf die Strasse gehen. 

Ein erstes Mal kommt das Publikum ins Spiel

Danach geht es hin und her, die Parteien verharren auf ihren Standpunkten. Farbe in die Sendung kommt aus dem Publikum. Von Sachbearbeiter Thomas Jauslin: 

Die Beruhigungspille Bruderers 

Video: streamable

Jauslin sieht keine andere Möglichkeit als das Rentenalter zu erhöhen. Er rechne mit nichts, müsse wohl selber für sich schauen. Bruderer, die Engagierteste der Runde, geht auf ihn ein. «Wir müssen wegkommen vom starren Rentenalter», sagt sie. Es brauche Flexibilität. Ihre Argumente kommen an. Jauslin ist beruhigt. 

«Zu den Ausländern»

Frehner muss sich in Sachen Redezeit nicht hinter Bruderer verstecken. Beim Thema Ausländer holt er aus und kritisiert die AHV: 

Die Korrektur der Expertin an Frehner 

Video: streamable

Die AHV sei ein Konstrukt, das nicht funktioniere, so Frehner. Man zahle immer viel weniger ein als man herausnehme. Je mehr Leute an diesem System partizipierten, desto grösser werde das Desaster für die AHV. Jetzt greift Expertin Silja Häusermann ein. Sie korrigiert Frehner: «Es ist nicht so, dass wir immer weniger einzahlen, als wir bekommen.» Die AHV funktioniere nach dem Umverteilungsprinzip. Es soll nicht das einzige Mal bleiben, dass Frehner den Kürzeren zieht. 

«Woher sollen wir das Geld nehmen?»

Das Publikum bleibt der unterhaltsamste Faktor der Sendung. Und es redet so, dass man es versteht:  

Klare Haltungen im Publikum 

Video: streamable

Der Pensionierte Hans Boll findet es – angesprochen auf einen allfälligen Generationenkonflikt – nicht in Ordnung, dass «Jung gegen Alt» ausgespielt werde. Das sei nicht das System der AHV. Kantonsschülerin Olivia Artho ist bereit «mehr zu zahlen». Allerdings fragt sie sich bei all den anderen Kosten, woher sie das Geld nehmen soll. 

Frehner und die Angst-Szenarien

Zurück zu den Politikern. Und die sind jetzt in Form. Frehner wiederholt, die AHV sei kein gutes Konzept. Man sollte die Säulen nicht vermischen. Dann kommt Bruderer in Fahrt: 

Der Höhepunkt bei Bruderer vs. Frehner und ein Zahlensalat 

Video: streamable

Die Angst-Szenarien, die er verbreite, die seien schon bei der Gründung der AHV dieselben gewesen, so Bruderer. Dann streiten die beiden um Zahlen. Es kommt zu einer vermeintlichen Einigung. Für einen kurzen Moment herrscht Stille.  

Und wieder eine Zuschauerin

Bezeichnenderweise ist es dann wieder jemand aus dem Publikum, der eine klare Meinung hat. Madeleine Weisskopf nimmt – mit Blick auf das Duo Frehner/Sauter – die Politik ins Gebet: 

Weisskopf redet Klartext 

Video: streamable

Sie habe gegen AHVplus gestimmt. Dass jetzt auf einmal alles gut sein soll, das glaube sie schlicht nicht. Dass die zweite Säule keine Probleme habe, nehme sie niemandem ab.  

Weisskopf setzt zum Schlussbouquet an

Und Weisskopf ist noch nicht fertig. Sie legt nach. Das Volk werde angehalten, einen Egoismus zu leben. 

Frehner outet sich als Egoist 

Video: streamable

Moderator Mario Grossniklaus nimmt den Ball auf. «Sind Sie ein bisschen egoistisch, Herr Frehner?» fragt er. «Das sind wir alle», entgegnet dieser. 

Fazit:

Es gab schon aggressivere Arenen. Während sich Frehner und Bruderer immer wieder duellieren und keiner so richtig als Gewinner aus der Arena steigt, bleiben Landolt und Sauter eher zurückhaltend und blass. Alle bekundeten Mühe, einfach zu reden. Der Sieger heisst deshalb «Publikum». Die Stimmen aus den Rängen waren vor allem eins –  verständlich.  

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39 Kommentare anzeigen
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  • Ludwig von Mises 01.10.2016 19:28
    Highlight Sola titi tät
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  • grandvlad 01.10.2016 12:02
    Highlight keine gleichen Löhne ergo kein gleiches Rentenalter ....
    5 24 Melden
    • chicadeltren 01.10.2016 13:26
      Highlight Dafür 5 Jahre höhere Lebenserwartung...
      16 5 Melden
    600
  • rodolofo 01.10.2016 09:17
    Highlight Mir ist in der gestrigen Diskussion so richtig aufgegangen, dass unsere Altersvorsorge auf zwei komplementären- und sich darum ergänzenden Säulen steht, ergänzt von einer dritten Säule, dem privaten Sparen.
    Währenddem die erste Säule der AHV auf dem Solidarität-Prinzip basiert, bei dem Reiche mehr einzahlen, als sie zurückerhalten und Ehe-Frauen dank dem Splitting keine Nachteile erleiden, weil sie mehr unbezahlte Arbeit geleistet haben, basiert die Pensionskasse auf dem Ego-Prinzip: Jeder spart für sich selbst!
    So wollen die Reichen mit dem FDP-SVP-Vorschlag im Alter noch reicher werden...
    31 23 Melden
    • deleted_418478629 01.10.2016 10:04
      Highlight Ich wäre vorsichtig mit der Äusserung, dass Reiche mehr einzahlen als sie zurück bekommen. Ein Reicher (zB Frehner) hat in der Regel weniger anstrengende, körperliche Arbeit als bzw. ein Eisenleger, der gerade wegen seines geringen Einkommens bis 67 arbeiten müsste. Somit ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass der Eisenleger vermutlich früher stirbt als der bestens versorgte Reiche – der damit die AHV auch um Jahre länger beansprucht...
      26 16 Melden
    • FrancoL 01.10.2016 11:22
      Highlight @reezee; Vielleicht ist es nicht besonders dienlich Einzelgattungen zB Eisenleger und Reiche miteinander aufzuwiegen. Da könnte man ja zB den Beamten mit dem Reichen aufwiegen und das wäre der Gegenpart zum Eisenleger. Das bringt nun aber wirklich nichts.
      Es ist tatsächlich bei der AHV ein kleiner sozialer Ausgleich der stattfindet und natürlich wie alles was über eine ganze Gesellschaft gestülpt wird nicht in jedem Fall griffig, aber meistens greift es für den grösseren Teil der Gesellschaft.
      Ich bin klar der Meinung dass ein Modell wie die AHV ein Grundpfeiler bleiben muss.
      26 4 Melden
    • FrancoL 01.10.2016 11:27
      Highlight @rodolfo und sich finde diese 2 1/2 Säulen (denn das Sparen ist wohl bei vielen schlichtwegs nicht möglich) machen Sinn und eine starke solidare Ebene wie die AHV muss für mich zwingend erhalten und gefördert werden, ausser man wolle dass im Alter immer mehr Menschen von der Fürsorge, also den Steuern leben sollen. Diese solidare Schiene federt zumindest ein wenig die wirtschaftliche Ungleichheit ab. Das System muss klar überdenkt werden aber nicht was die Solidarität betrifft.
      17 5 Melden
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  • _kokolorix 01.10.2016 08:55
    Highlight Die bürgerlichen Politiker tun immer so als ob ihre Lösungen vernünftig wären und funktionieren würden. Dabei zeigt doch die Realität offensichtlich, dass dem nicht so ist. Während die AHV bisher gut funktioniert hat, ist die zweite Säule erwiesenermassen ineffizient und anfällig fur Missbrauch. Wieviele Pensionskassen mussten schon mit Steuergeldern saniert werden? Wieviel Pleiteunternehmen haben ihre Kassen schon geplündert?
    Das Einzige was wirklich geht, ist Umverteilung von Vielen auf Wenige.
    Aber zwei drittel der Abstimmenden sind leider zu dumm um das zu erkennen
    44 18 Melden
    • Adrian Bühlmann 01.10.2016 09:47
      Highlight Der Plan hat perfekt funktioniert:
      1. Ständerat beschliesst Lösung "+70 Franken AHV" zur Kompensation der Reduktion der Renten im BVG ("breit abgestützter Kompromiss").
      2. Volk glaubt brav dem Ständerat ("die machen eine taugliche Lösung") und lehnt AHVplus-Initiative brav ab.
      3. Nationalrat streicht umgehend die 70 Franken.
      34 10 Melden
    • rodolofo 01.10.2016 09:49
      Highlight Viele Bürgerliche Nationalräte sind mit den Pensionskassen eng verbandelt, als Verwaltungsräte z.B..
      Also haben sie ein Eigen-Interesse daran, dass möglichst viel Geld in diese Pensionskassen fliesst, über das sie dann verfügen können, indem sie bestimmen, wo diese Gelder investiert werden.
      Daraus entsteht mehr Macht!
      Das andere Eigen-Interesse liegt darin begründet, dass Bürgerliche Nationalräte ihre Altersvorsorge für sich selbst sparen wollen und nicht für Leute, die sie möglicherweise sogar gewählt haben!
      Die AHV ist für solche "knallharten Verhandler" natürlich völlig uninteressant...
      30 10 Melden
    • chicadeltren 01.10.2016 13:33
      Highlight Naja ab einem Lohn von 4000Fr. wäre man mit einem privaten Kapitaldeckungsverfahren rechnerisch gesehen besser dran als mit der AHV... Betrifft also bei Weitem nicht nur die Reichen.
      Ich bringe dann jeweils noch Variante X: Für jedes Kind zur Geburt 60'000 Franken anlegen und dann hat man bis 65 auch eine AHV-Rente auf 20 Jahre angespart, kostet den Bund aber nur 5 statt 10Mrd und die Lohnbeiträge könnten gestrichen werden. Think about it!
      4 4 Melden
    • _kokolorix 01.10.2016 16:48
      Highlight @chicadeltren
      Rein rechnerisch kannst du von einem Lohn um die 4000.- gar nichts sparen wenn du 3 Kinder hast. Erklär mir mal wie du so für jedes Kind 60000.- anlegen willst?
      Mir scheint du lebst entweder vollkommen asketisch, oder du verdienst eher gegen 10000.-
      1750.- für Miete, 700.- Krankenkasse, 800.- fürs Essen, 200.- für Handy und Internet, 400.- für Mobilität, dann bleibt wieviel fürs Sparen übrig? Genau.
      11 2 Melden
    • chicadeltren 01.10.2016 22:32
      Highlight @kokolorix: Ohje... wenn du 4000 verdienst zahlst du ja bereits heute in AHV (und PK) ein... Wenn du die GLEICHE Summe (die heute in die AHV geht) stattdessen in ein privates Kapitaldeckungssystem einzahlen würdes kämst du eben auch ganz alleine auf deine AHV-Rente...
      Variante X: Die 60'000 könnten eben für 5Mrd vom Bund finanziert werden ergo 5Mrd Einsparungen weil heute jedes Jahr 10Mrd in die AHV gebuttert werden. Insgesamt also 35Mrd, die wieder in der Tasche der Bürger landen, da ja auch Lohnbeiträge wegfallen würden. Tscheggt?
      1 6 Melden
    • _kokolorix 02.10.2016 08:34
      Highlight @chicadeltren
      Nicht wirklich. Das wären dann ja so um die 300.- im Monat. Laut meiner PK Hochrechnung gibt das eine Altersrente von ca. 18000 im Jahr. Das Gleiche in AHV würde wohl etwa 25000 ergeben. Die AHV arbeitet mit der Hälfte der Verwaltungskosten welche die PK abzweigen. Die Steuereinschüsse der AHV sorgen dafür, dass sich auch unsere geizigen Freunde, die Reichen, daran beteiligen.
      Das Sparverfahren ist volkswirtschaftlich gesehen eine Katastrophe. Es entzieht der allg. Nachfrage viele Mia. welche stattdessen ins Börsenkasino fliessen wo sie keinerlei Mehrwert erwirtschaften
      1 1 Melden
    • chicadeltren 02.10.2016 11:35
      Highlight Deswegen rede ich ja von einem PRIVATEN Kapitaldeckungsverfahren. PK sind zu stark reguliert,
      intransparent und ja, teuer. Einfache alternative Investitionsstrategien können ziemlich sicher mehr erwirtschaften. Das mit dem Kaufkraftenzzug ist Humbug, das fördert nur das "über seinen Verhältnissen leben". Viele unserer Schweizer Firmen gehören heute arabischen Investoren, da wäre es z.B. wohl günstiger diese gehörten dem "Schweizer Volk" in Form von Altersinvestitionen, als vorsichtige Sparer würden wir wohl auch das nachhaltige Wirtschaftswachstum eher fördern.
      1 0 Melden
    • _kokolorix 02.10.2016 12:38
      Highlight Wahrscheinlich glaubst du auch daran, dass jedes Angebot seine Nachfrage schafft?
      Wieso sollten Private mehr Gewinn erzielen? Die Erfahrung und die Vernunft zeigen doch eindeutig, dass langfristig nicht mehr als der Produktivitätszuwachs als Kapitalerttag zu erwarten ist. Und der liegt etwa bei 4-5%, dahin wird der Umwandlungssatz gesenkt werden müssen und auch von allen Vorschriften befreite Börsenzocker erzielen im Schnitt nicht mehr. Die die mehr erzielen ernten nur die Verluste Anderer oder quantitatives Wachstum
      1 2 Melden
    • chicadeltren 02.10.2016 17:35
      Highlight Jap, 4-5% reichen auch völlig, habe mein System mit 3% berechnet. Das macht aber auf 45-65 Jahre extrem viel aus, mit Umverteilung wirfst du diesen Kapitalgewinn zum Fenster raus, respektive überlässt ihn den Reichen, die zusätzliche Investitionen zur AHV und PK tätigen können.
      1 1 Melden
    • chicadeltren 02.10.2016 17:36
      Highlight P.S. Nein, das Angebot schafft nicht die Anfrag, da machst du es dir etwas einfach.
      1 1 Melden
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  • deleted_418478629 01.10.2016 08:54
    Highlight Das verlogene an der ganzen Diskussion um die Erhöhung des Rentenalters ist, dass niemand ernsthaft daran denkt, zwei Jahre länger Arbeiten zu wollen. Es geht darum, die Renten zwei Jahre später auszuzahlen. Bedeutet, dass man bei Frühpensionierung eine um weitere zwei Jahre reduzierte Rente bekommt und zwei weitere Jahre seine AHV voll selber einzahlen muss. Für Reiche wie Frehner ist dies natürlich kein Problem. Für Seinesgleichen ist die AHV im Rentenalter die Portokasse. Alter 67 bedeutet, um zwei Jahre des wohlverdienten, finanziellen Rentenlebens betrogen zu werden.
    28 9 Melden
    • rodolofo 01.10.2016 09:58
      Highlight Landolt hat ja gesagt, dass wir diese Diskussionen noch führen müssen!
      Und Pasquale Bruderer hat gesagt, dass ihr eine Flexibilisierung zwischen 62 und 70 vorschwebt.
      Aber solche Diskussionen müssen nicht JETZT geführt werden!
      Jetzt geht es darum, dass die Reform von der breiten Bevölkerung gutgeheissen wird!
      Wie Landolf ebenfalls sagte, muss den Ü50- ArbeitnehmerInnen glaubhaft vermittelt werden, dass sie bei einer Erhöhung des Rentenalters auch realistische Aussichten auf Stellen haben!
      Sonst haben wir dann nur eine Überforderung der Sozialämter!
      Aber das käme wohl der SVP gerade recht...
      24 3 Melden
    • deleted_418478629 01.10.2016 11:06
      Highlight 62 bei voller AHV-Rente? Ok! Aber das glaubt ja nicht einmal Frau Bruderer selbst. Heute kann sich Frau bereits mit 62, Mann mit 63 AHV-pensionieren lassen - mit einer jährlichen Kürzung von 6,8%! Und wer auf die AHV-Rente nicht angewiesen ist (wie zB Frehner), der kann sie jetzt schon bis Alter 70 aufschieben, erhält dafür auch um so mehr...
      9 2 Melden
    • Adrian Bühlmann 01.10.2016 11:07
      Highlight @rodolfo
      Die Flexibilisierung zwischen 62 und 70 ist bereits beschlossene Sache. Ständerat und Nationalrat haben ihr zugestimmt. Das Geschäft kann nur noch in der Schlussabstimmung im Parlament (am allerletzten Tag der Session, nachdem alle Differenzen zwischen den Räten bereinigt sind) oder in der Volksabstimmung (bei einem Referendum) durchfallen.
      8 0 Melden
    • Adrian Bühlmann 01.10.2016 11:32
      Highlight @reezee
      Wer vor dem Referenzalter (neu 65 für Frauen und Männer) in Pension geht, erhält mit der Reform der Altersvorsorge 2020 (wie bisher) die Rente versicherungsmathematisch korrekt gekürzt. Wer länger arbeiten kann (und will), erhält eine höhere Rente. Die Referenz ist neu die Rente mit 65. Deshalb heisst es neu Referenzalter.
      6 1 Melden
    600
  • MarZ 01.10.2016 08:12
    Highlight Vielen Dank für die interessante und für einmal neutral gehaltene Berichterstattung! Nach der Abstimmungspropaganda in den letzten Wochen ein echter Lichtblick! Weiter so Felix Buch!
    35 3 Melden
    • MarZ 01.10.2016 08:23
      Highlight Sorry, das r ist wohl verloren gegangen ;)
      15 0 Melden
    • Felix Burch 01.10.2016 10:54
      Highlight Ich danke.
      9 0 Melden
    • rodolofo 01.10.2016 16:43
      Highlight Willst Du Watson auf Mainstream-Kurs bringen?
      Das war keine Abstimmungspropaganda, sondern profilierte Meinungen mit Charakter!
      Ist es für JournalistInnen verboten, einen Standpunkt zu haben?
      Aber JournalistInnen müssten auch die Fähigkeit haben, diesen Standpunkt zu wechseln und andere Perspektiven einzufangen!
      Mit "neutralem Neutrum" hat das weniger zu tun, als mit "Chamäleon" plus "Menschen-Immitator".
      Hauptmethode bei der Arbeit eines solchen "action-anthropologist" ist die "Teilnehmende Beobachtung".
      3 8 Melden
    600
  • Adrian Bühlmann 01.10.2016 08:06
    Highlight Der Nationalrat will ausschliesslich die Einzahlungen in die 2. Säule (BVG) stärken, hat aber gleichzeitig auf Antrag der FDP die vom Bundesrat und Ständerat vorgesehene Möglichkeit gestrichen, dass Versicherte ihre Löcher im BVG mit freiwilligen Einkäufen selber stopfen könnten. Die FDP predigt immer Selbstverantwortung, klemmt dann aber bei der Umsetzung https://abuehl.ch/2016/09/29/altersvorsorge-2020/
    19 5 Melden
    • LeChef 01.10.2016 08:23
      Highlight Weil die Einkäufe deutlich tiefer sind, als die danach bezogene Rente. Wer spät nachzahlt, verhindert auch eine ausreichende Verzinsung des Kapitals, erhält aber gleichzeitig eine deutliche Rentenaufbesserung.. Das ist für mich nicht Eigenverantwortung.
      4 10 Melden
    • Adrian Bühlmann 01.10.2016 08:34
      Highlight @LeChef
      Was für ein Quatsch! Beim BVG spart jeder für sich selber, das ist ja der Witz des BVG. Es spielt doch keine Rolle, ob jemand sein BVG-Kapital bei einer vorhergehenden Stelle angespart hat (kann er beim Eintritt gemäss Freizügigkeitsgesetz und BVG in die Pensionskasse einbringen), oder fehlendes Kapital selber nachzahlt. Löcher im BVG kommen besonders häufig bei Einwanderern und Frauen (Erwerbsunterbrüche) vor.
      15 4 Melden
    • LeChef 01.10.2016 09:38
      Highlight PK ist grundsätzlich für das Eigensparen konzipiert, ja. Trotzdem wird faktisch auch in der BVG umverteilt. Der zu hohe technische Zins sorgt für eine überhöhte Verzinsung des Sparkapitals seitens der Pensionskassen. Der zu hohe Umwandlungssatz führt zu einer jährlichen Ausschüttung, die im Schnitt das angesparte Kapital übersteigt. Beide Mechanismen bevorteilen heutige Rentner. Zudem lohnt sich durch den politisch festgelegten Umwandlungssatz eine späterer Einkauf überproportional, weil die erwarteten Auszahlungen gegenüber der Einzahlung umso stärker steigt, je später diese erfolgt.
      4 10 Melden
    • Adrian Bühlmann 01.10.2016 09:54
      Highlight @LeChef
      (Nachtrag zum Thema Zinsen) Die "fehlenden Zinsen" gehen voll zu Lasten desjenigen Versicherten, der den Einkauf macht. Es sind nicht die anderen Versicherten, welche demjenigen, der einen Einkauf macht, irgendwelche Zinsen finanzieren müssen. Die Zinsen auf dem BVG-Kapital werden individuell für jeden einzelnen Versicherten in einer Pensionskasse nachgeführt. Wer später einzahlt, hat weniger Zinsgutschriften.
      8 1 Melden
    • Adrian Bühlmann 01.10.2016 10:48
      Highlight @LeChef
      Der BVG-Umwandlungssatz wird in der genau gleichen Gesetzesvorlage (Reform 2020 der Altersvorsorge) von 6.8% auf 6% gesenkt und das Rentenalter der Frauen auf 65 erhöht. Die Mindest-Verzinsung wird vom Bundesrat festgelegt. Ich habe nicht gerade den Eindruck, als sei dieser ein linkes Gremium. Bekanntlich haben dort FDP und SVP jetzt sogar die absolute Mehrheit.
      9 1 Melden
    • Vosi 01.10.2016 16:35
      Highlight Kannst du mir auf die Sprünge helfen? Ich habe kurz die av2020 Debatte im tv verfolgt. Eine Politikerin hat gesagt, dass bereits heute die jungen 11% Prozent ihrer 2. Säule für die Rentner gebraucht werden, da der umwandlungssatz mit 6.8% zu hoch sei. Richtig oder falsch?
      1 0 Melden
    • Adrian Bühlmann 01.10.2016 17:09
      Highlight @Vosi
      Ehrliche Antwort: Das weiss ich nicht. Die Renten-Experten sind der Ansicht, 6.8% sei zu hoch. Viele PKs haben den Umwandlungssatz bereits gesenkt, teilweise sogar unter 6%. Das sind sog. umhüllende Kassen, die mehr als nur das BVG-Obligatorium versichern. Wegen dem vom Bundesgericht festgelegten Anrechnungsprinzip, dürfen sie das. Die Höhen der Renten im BVG sind nur im Obligatorium vom Gesetz überhaupt vorgeschrieben. Das theoretische Maximum im BVG-Obligatorium ist ca. Fr. 2'400 Altersrente p. M. (Pensionierung mit 65 im Jahr 2025, ohne Beitragslücken, immer Max-Lohn).
      0 0 Melden
    600
  • LeChef 01.10.2016 08:05
    Highlight Felix, es ist ja schön und gut, wenn das Publikum "einfach" reden kann und die Politiker nicht. Aber bei einer so technischen Thematik muss man leider, wenn man genügend tief schürfen will, auch komplex argumentieren. Wenn jemand der Debatte nicht folgen kann, soll er oder sie sich halt ein bisschen einlesen in das Thema.
    7 21 Melden
    • Adrian Bühlmann 01.10.2016 08:44
      Highlight Es braucht nicht viel "Einlesen", um festzustellen, dass die Lösung des Ständerates wesentlich günstiger ist, als der Last-Minute-Murks des Nationalrates. Selbst KMU-Verbände jammern über den Murks des Nationalrates. Über 55 Stunden Arbeit in der vorberatenden Kommission, und dann bringt man einfach ein völlig neues, vorher unbekanntes Konzept des Arbeitgeberverbandes in den Rat zur Abstimmung. Absolut unseriös!
      24 3 Melden
    • LeChef 01.10.2016 09:39
      Highlight Günstiger ist die Lösung des Ständerats bestimmt nicht. Die Frage der politischen Akzeptanz und Referendumsfähigkeit ist natürlich eine andere.
      2 14 Melden
    600
  • Töfflifahrer 01.10.2016 07:13
    Highlight Na ja vor lauter Ideologie ist es dann für Politiker auch nicht mehr einfach den Mist selbst noch zu verstehen und auch anderen verständlich zu machen. Auch wenn sich populistische Sprüche als Lüge entlarven, wird immer noch daran festgehalten. Ich habe zufällig reingetappt und habe mir das angesehen. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass einerseits die Politiker die Übersicht über das Thema verloren haben und andererseits auch der Bezug zu den Wählern immer weniger wird.
    Es sind aber auch die Medien die einen nichtvorhanden Generationenkonflikt postulieren, den es gar nicht gibt.
    22 5 Melden
    600

Frauen sind schwach und dumm. Jedenfalls in der «Weltwoche». Chillt mal, Kollegen!

Auf sieben Seiten beweist uns unser Lieblingsblatt, allen voran der gute Philipp Gut, dass Frauen einfach nicht so viel wert sind. Eine grossartige Lektüre.

Ich frag mich oft, wie glücklich unsere lieben Kollegen und Quartier-Nachbarn von der «Weltwoche» eigentlich sind. Aus ihren Texten spricht stets so viel Angst, Hass und Verbitterung. Ich mach mir deshalb Sorgen. Ja! Zum Beispiel um den «Weltwoche»-Vizechef Philipp Gut. Mit dem ich mir vor vielen Jahren einmal beim «Tages-Anzeiger» ein Büro teilte. Unglaublich, aber wahr.

Ich würde gern behaupten, dass er damals schon so war wie neulich in der «Arena», war er aber nicht. Er war okay. Er …

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