Sport

Champions League, die Spiele von heute (20.45 Uhr)

A: Manchester United – FC Basel
A: Benfica Lissabon – ZSKA Moskau

B: Celtic Glasgow – Paris St-Germain
B: Bayern München – RSC Anderlecht

C: AS Roma – Atlético Madrid
C: Chelsea – Karabach Agdam

D: Olympiakos – Sporting Lissabon
D: FC Barcelona – Juventus Turin

Der FC Basel hat den schlechtesten Ligastart seit 2011 hingelegt – wie damals wollen die Basler nun in der Königsklasse gegen Manchester United brillieren.  Bild: EPA/KEYSTONE

FCB-Streller: «Wenn du du zehnmal gegen Manchester spielst, hast du zweimal eine Chance»

Heute um 20.45 Uhr steigt Schweizer Meister FC Basel in seine achte Champions-League-Saison. Nach dem schwächsten Start in die Super League seit 2011 wartet zum Auftakt der Königsklasse ausgerechnet der Gruppenfavorit Manchester United im Old Trafford auf den FCB.

12.09.17, 06:45

1:1 gegen Lugano, 1:1 in Sitten und 1:2 gegen Lausanne lauten die letzten Resultate des FC Basel in der Super League. Der Saisonstart des Serienmeisters unter Trainer Raphael Wicky ist alles andere als geglückt. Nicht nur Platz 3 in der Tabelle, sondern auch die Leistungen genügen den hohen Ansprüchen in Basel (noch) nicht.

Nach dem nüchternen, national aber erfolgreichen Fussball unter Urs Fischer sollte mit der neuen Trainercrew das Spektakel in den St.Jakob-Park zurückkehren. Doch anstatt Toren und Siegen sieht sich die neue operative Führung mit der ersten sportlichen Krise konfrontiert. Die anfängliche Euphorie ist gewichen, Ernüchterung bereits zu spüren.

«Die Vorzeichen zu Beginn einer Champions League waren sicher schon besser», sagte Marco Streller. Der Sportchef nahm nach dem Flug im Cockpit von Basel in den Norden Englands kein Blatt vor den Mund. Als «Tiefpunkt» bezeichnete er die Heimniederlage am Samstag gegen den Tabellenletzten Lausanne, die mediale Kritik kann er nachvollziehen. «Dass diese nach einer solchen Niederlage kommt, ist klar. Damit muss man umgehen können.»

Wicky unter Druck – ManUtd bereit

Auch wenn der FCB in der Meisterschaft seinen eigenen Ansprüchen hinterher hinkt, «den Kopf nun hängen zu lassen, bringt nichts», so Streller. Trainer Raphael Wicky muss sich nach nur acht Pflichtspielen als Cheftrainer einer Profimannschaft als Krisenmanager beweisen. «Wir haben nun zwei Möglichkeiten: Entweder lassen wir den Kopf hängen und hadern, oder wir sagen ‹Kopf hoch› und schauen vorwärts», so der Walliser.

FCB-Trainer Raphael Wicky würde ein Erfolgserlebnis in Manchester sicher gut tun. Bild: EPA/KEYSTONE

Im Hinblick auf die europäischen Herausforderungen war die Niederlage gegen den Tabellenletzten dem Selbstvertrauen zwar nicht dienlich, von der Qualität seiner Mannschaft und der Chance auf ein positives Resultat in Manchester ist Wicky aber überzeugt: «Wir wollen etwas holen – im Wissen, dass es gegen ein Team aus den Top 10 der Welt, das in anderen finanziellen Sphären schwebt, schwierig ist.»

«Manchester United ist der Gruppenfavorit. Es ist ein fantastischer Klub mit einer fantastischen Mannschaft.»

FCB-Trainer Raphael Wicky

Für Streller ist klar: «Wenn du du zehnmal gegen Manchester spielst, hast du zweimal eine Chance. Dies musst du auf dem Feld spüren – und dann zupacken.»

Im Gegensatz zu Basel ist Manchester United der Start in die Meisterschaft geglückt. Das Team von José Mourinho führt nach vier Runden die Premier League an. Nach drei Siegen ohne Gegentor kassierte der diesjährige Europa-League-Sieger am Samstag beim 2:2 auswärts gegen Stoke City die ersten Punktverluste der Saison.

Das Starensemble wird vom Franzosen Paul Pogba angeführt, vor dem Transfer-Wahnsinn in diesem Sommer mit 105 Millionen Euro Ablöse der teuerste Spieler der Welt. Der Belgier Romelu Lukaku, vor Saisonbeginn für knapp 85 Millionen Euro aus Everton gekommen, hat sich mit vier Toren in vier Meisterschaftsspielen gut eingeführt.

Das sagt José Mourinho über den FCB:

Video: streamable

«Wir sind stark, spielen gut und haben Selbstvertrauen.»

José Mourinho

Das sagt David de Gea über den FCB:

Im Gegensatz zum 2:2 am Samstag in der Premier League auswärts gegen Stoke City muss Mourinho gegen Basel seine Innenverteidigung ersetzen. Phil Jones und Eric Bailly sind gesperrt, der Mittelfeldspieler Marouane Fellaini ist angeschlagen. Bei Basel fehlt der verletzte Geoffroy Serey Die, der sich bei der Niederlage gegen Lausanne-Sport eine Fleischwunde am Fuss zugezogen hat.

Die Erinnerung an 2011

Obwohl sich der FC Basel enorm steigern muss, um nicht wie vor einem Jahr gegen Arsenal (0:2) auf der Insel vorgeführt zu werden, sieht Sportchef Streller das Spiel im Old Trafford auch als Chance. Der langjährige Captain verweist auf die Vergangenheit. Vor sechs Jahren und dem legendären 3:3 auswärts gegen die United sei der Start in die Saison ebenfalls nicht nach Mass geglückt. «Auch damals hatte uns niemand etwas zugetraut.»

Die Highlights vom 3:3 im September 2011.

Die turbulente zweite Halbzeit, als der FCB ein 0:2 in ein zwischenzeitliches 3:2 verwandelte, stand am Anfang einer Erfolgsserie gegen Teams aus der Premier League. Im Rückspiel im Dezember 2011 siegten Streller und Co. 2:1 und qualifizierten sich auf Kosten des zweimaligen Champions-League-Siegers für die Achtelfinals. Später folgten auch Erfolge gegen das von Mourinho trainierte Chelsea, gegen Tottenham und Liverpool. «Im Fussball kann es schnell gehen – und zwar in beide Richtungen», sagte Streller. «Manchmal braucht es dafür nur ein einziges Spiel.» (pre/sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • Triumvir 12.09.2017 15:31
    Highlight Ein Fussballwunder braucht es heute Abend wirklich, falls der FCB nicht verlieren will. Ich sage abwarten und Tee (oder ein Bierchen) trinken :-P
    1 0 Melden
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  • John Smith (2) 12.09.2017 09:34
    Highlight Nachdem Basel die letzten beiden Male eine Chance hatte, sind gemäss Streller die nächsten 8 Spiele also verloren.
    13 0 Melden
    600
  • derEchteElch 12.09.2017 07:24
    Highlight «Wenn du du zehnmal gegen Manchester spielst, hast du zweimal eine Chance»

    Wenn Streller Sportchef und Wicky Trainer sind hat man gleich Null chancen. Streller mag ei. Guter Fussballer und guter Basler sein, als Sportchef ist er ungeeignet.

    Wicky mit seinem Sprung von U21 zu 1. Mannschaft, Top Liga hingegen nur unqualifiziert. Man hätte gleich einen Hobbytrsiner vom FC Oberwil oder FC Lausen nehmen können...
    9 21 Melden
    • Switch_On 12.09.2017 09:33
      Highlight Jaja, wir wissen jetzt, dass du Wicky und Streller nicht magst. Aber denkst du nicht, dass es ein wenig früh ist das so zu beurteilen?

      Mir gehen momentan vor allem viele Fans auf die Nerven: Letztes Jahr hat man gemotzt es sei nicht attraktiv und jetzt wird gejammert weil die Resultate fehlen...

      Mir wärs eigentlich recht wenn der FCB mal nicht Meister wird und dann Europa League spielt. Dies würde einigen Zuschauern mal gut tun bzw. die kommen dann nicht mehr...

      Und in der EL ist man in Zukunft sowieso besser aufgehoben...mal abgesehen von den Finanzen.
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    • Pajassfan 12.09.2017 09:39
      Highlight Und wenn er "Wenn du du du du ..." gesagt hätte, dann hätte er vier Mal eine Chance?
      1 3 Melden
    • dho 12.09.2017 12:27
      Highlight Es wird nicht gejammert, weil die Resultate fehlen. Es wird einfach schlecht Fussball gespielt. Eine Folge aus der Kombination des Verlustes an Erfahrung auf der Mannschaftsebene sowie einer kompletten Fehlbesetzung auf den drei Führungsebenen (Trainer, Sportchef und Präsidium). Die einzige Überraschung ist das Tempo, mit dem der FCB auf dem Rasen in sich zusammenbricht. Nach der Leistung gegen Lausanne gewinnt ManU 4:0
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