Interview
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Millioneneinnahmen neben dem Rasen: Bei Cristiano Ronaldos Wechsel zu Juventus geht es nicht nur um Tore.

Interview

Sportökonom zum Mega-Transfer: «Ronaldos Follower sind ein Segen für Juventus»

Von Real Madrid zu Juventus Turin: Professor Sebastian Uhrich spricht im Interview über die wirtschaftlichen Folgen des Wechsels von Cristiano Ronaldo, die Bedeutung von Instagram & Co. und die Klub-Untreue von asiatischen Fussballfans.



Herr Uhrich, Juventus bezahlt 112 Millionen Euro für Cristiano Ronaldo. In den nächsten vier Jahren zahlt ihm der Verein ein Jahresgehalt von 30 Millionen Euro. Kann sich dieser Transfer für Juventus wirtschaftlich überhaupt auszahlen?
Sebastian Uhrich:
Prinzipiell schon. Man müsste dafür allerdings messen können, welchen Anteil Ronaldo nach seinem Wechsel zu den allfälligen sportlichen Erfolgen von Juventus beiträgt. Diesen Beitrag genau zu beziffern ist allerdings kaum möglich. Es ist aber auf jeden Fall so: Erzielt Juventus dank Ronaldo mehr sportliche Erfolge, generiert der Verein damit automatisch finanzielle Mehreinnahmen. Mehr sportliche Erfolge bedeuten z.B. mehr Einnahmen aus TV-Geldern, mehr Champions-League-Prämien. Noch viel wichtiger sind aber die indirekten Einnahmen.

Was meinen Sie damit?
Ronaldos Transfer verschafft Juventus eine kaum bezifferbare mediale Aufmerksamkeit. Cristiano Ronaldo ist möglicherweise der bekannteste Fussballspieler des Planeten. Er hat Fans in aller Welt. Von der Aufmerksamkeit, die Juventus dank Ronaldo zuteil wird, profitiert der Verein mannigfaltig: Sie steigert die Trikotverkäufe, erhöht die Anzahl Follower in den Sozialen Medien und macht Juventus generell attraktiver für Sponsoren. Dadurch kann der Verein bei Werbe- und Sponsoringverträgen mehr verlangen.

Bild

Sebastian Uhrich ist Professor am Institut für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule in Köln. Bild: zvg

Ganz konkret: Kann Juventus Turin die rund 230 Millionen Euro, die es für Ronaldo insgesamt ausgibt, refinanzieren?
Das kann man nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Im Gegensatz beispielsweise zum Neymar-Transfer von Barcelona zu Paris St-Germain im vergangenen Jahr gab es bei Juventus aber durchaus auch rationale, ökonomische Abwägungen, die schliesslich zum Entscheid für diesen Transfer geführt haben. Die 112 Millionen Euro Ablöse sind bloss die fünfthöchste je bezahlte Summe. Für Ronaldo, der weiterhin einer der absolut besten Fussballspieler der Welt ist, lässt sich dieser Preis durchaus rechtfertigen.

Das war beim Neymar-Deal anders?
Der Neymar-Transfer fand nicht aus irgendwelchen ökonomisch begründbaren Motiven heraus statt. Den katarischen Eigentümern des PSG dient der Verein als Eintrittsticket in die Pariser Gesellschaft, der Klub ist ein Spielzeug unter anderen. Sie wägen lediglich ab, ob sie nun 222 Millionen Euro für Neymar ausgeben oder eine neue Luxusjacht kaufen wollen. Bei ihrem Ziel, dank Neymar endlich die Champions League zu gewinnen, sind sie in der vergangenen Saison kläglich gescheitert.

Juve-Trikot-Boom in der Schweiz

Der Wechsel von Cristiano Ronaldo dürfte die Beliebtheit von Juventus Turin auch hierzulande steigern. Stefan Heiniger, Vorstandsmitglied von ASMAS, dem Verband des Schweizer Sportfachhandels, rechnet mit einer Absatzsteigerung bei den Juve-Trikots von 30 bis 50 Prozent. Das bringe den italienischen Rekordmeister in die Nähe der bisherigen Spitzenreiter Barcelona, Real und Bayern München. Auch die Wechsel von Neymar zum PSG und von James Rodriguez zu Real hätten für einen Umsatzboom gesorgt. Beim Juve-Ausrüster Adidas richtete man Sportfachmann Heiniger am Mittwochmorgen aus, neue Trikots seien erst im November wieder lieferbar. Der Juve-Webstore ist unter der Belastung zwischenzeitlich zusammengebrochen. (cbe)

«Im Sponsoring geht es immer weniger um traditionelle Formen wie Trikot- oder Bandenwerbung.»

Die Sponsoring-Analysefirma Hookit berechnete den Wert, den Ronaldo zwischen Mai 2016 und Mai 2017 für seine und Real Madrids Sponsoren auf Social Media erzielte, auf knapp 1 Milliarde US-Dollar. Gemäss Hookit ist er damit der wertvollste Sportler der Welt. Wie sehr kann Juventus davon profitieren?
Im Sponsoring geht es immer weniger um traditionelle Formen wie Trikot- oder Bandenwerbung. Firmen stellen sich die Frage, wie sie ihr Sponsoring «aktivieren» können, wie man im Fachjargon sagt. Eine Möglichkeit dazu besteht darin, die Stars mit ihren Fans interagieren zu lassen und dabei die Produkte des Sponsors subtil zu bewerben. Juventus kann nun darauf verweisen, dass Cristiano Ronaldo bei Twitter 74 Millionen, bei Facebook 122 Millionen und auf Instagram 134 Millionen Follower hat. Diese Follower sind ein Segen für Juventus: Sie bringen Aufmerksamkeit, die härteste Währung im Sponsoring – was die Verhandlungsposition bei Gesprächen mit Sponsoren eindeutig stärkt.

Das sind die 34 teuersten Fussball-Transfers der Welt

Entscheiden sich Vereine aus sportlichen Gründen für einen Spieler wie Ronaldo oder geht es um die Vorteile im Sponsoring?
Sportliche Kriterien stehen nach wie vor im Vordergrund. Sonst hätten die grossen Klubs schon längst spielerisch limitierte Spieler aus China verpflichtet – dem interessantesten neuen Absatz- und Werbemarkt. Aber es ist zweifellos so, dass man sich nebst den sportlichen Überlegungen natürlich auch Gedanken dazu macht, welche Vorteile ein Spieler dem Klub im Sponsoring oder allgemein medial bringen kann. Das geschieht bei vielen Transfers im Profifussball, nicht nur bei Superstars wie Ronaldo.

«Die Fussballfans in Asien sind häufig sehr viel mehr auf einzelne Stars fokussiert als auf Vereine.»

Und was bringen Cristiano Ronaldo seine Millionen Follower bei Vertragsverhandlungen?
Über die Details solcher Transfergespräche wird ja meistens Stillschweigen vereinbart. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Ronaldo und sein Berater die Aufmerksamkeitssteigerung, welcher er Juventus bringt, aufs Parkett gebracht und entsprechende finanzielle Gegenleistungen eingefordert haben.

Sie haben vorhin China erwähnt. Asien gilt als Eldorado für europäische Spitzenklubs, wo sich mit Trikotverkäufen, TV-Geldern und Werbepartnerschaften Milliarden verdienen lassen. Was bedeutet der Ronaldo-Wechsel für Juventus und für Real in Bezug auf Asien?
Die Fussballfans in Asien sind tatsächlich häufig sehr viel mehr auf einzelne Stars fokussiert als auf Vereine. Insofern ist Ronaldo für Juventus ein Glücksfall: Viele seiner asiatischen Fans werden ihre Real- nun gegen Juventus-Trikots austauschen und auf den sozialen Medien nun den Turinern folgen. Das war etwa beim Transfer von David Beckham von Manchester United zu Real Madrid der Fall: Millionen Beckham-Fans in Asien wurden über Nacht von ManUnited- zu Real-Anhängern.

So würden sich deine Fussball-Stars in der Badi verhalten

abspielen

Video: Angelina Graf

Das könnte dich auch interessieren:

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

Link zum Artikel

Stell dir vor, das Bundesliga-Topspiel steht an und es spielen mehr Schweizer als Deutsche

Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

Link zum Artikel

Sportlerpics auf Social Media: Jack Sock hat ein süsses Date

Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

Link zum Artikel

Wie Erdogan innenpolitisch vom Krieg profitiert

Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Diese 13 Bücher machen dich schlau(er)

Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

Link zum Artikel

Noch einmal: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

Link zum Artikel

Trumps rechte Hand bestätigt aus Versehen, was nie passiert sein soll

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

120
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

75
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Stell dir vor, das Bundesliga-Topspiel steht an und es spielen mehr Schweizer als Deutsche

6
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

17
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Sportlerpics auf Social Media: Jack Sock hat ein süsses Date

321
Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

28
Link zum Artikel

Wie Erdogan innenpolitisch vom Krieg profitiert

5
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Diese 13 Bücher machen dich schlau(er)

57
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

41
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

142
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Noch einmal: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

57
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

45
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

21
Link zum Artikel

Trumps rechte Hand bestätigt aus Versehen, was nie passiert sein soll

66
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

120
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

75
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Stell dir vor, das Bundesliga-Topspiel steht an und es spielen mehr Schweizer als Deutsche

6
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

17
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Sportlerpics auf Social Media: Jack Sock hat ein süsses Date

321
Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

28
Link zum Artikel

Wie Erdogan innenpolitisch vom Krieg profitiert

5
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Diese 13 Bücher machen dich schlau(er)

57
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

41
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

142
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Noch einmal: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

57
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

45
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

21
Link zum Artikel

Trumps rechte Hand bestätigt aus Versehen, was nie passiert sein soll

66
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Hörner wegen Smartphones? Was uns sonst noch so wachsen könnte (oder sollte)

Wie eine Studie angeblich zeigt, schlägt unser Lebensstil mit Smartphone und Co. bereits auf unsere Anatomie durch. Wir fragen uns, was als nächstes kommen könnte.

Australische Forscher wollen herausgefunden haben, dass uns aufgrund unseres Handy-Konsums (oder eher: durch die dadurch geänderte Körperhaltung) Hörner am Hinterkopf wachsen. Wir wollen den Teufel aber so schnell nicht an die Wand malen, auch wenn Hörner womöglich ein wenig dazu verleiten mögen.

Veränderungen können ja auch eine erleichternde Komponente beinhalten, da unnötiger Ballast abgeworfen wird. Aber Hörner? Am Hinterkopf? Naja. Darum stellt sich nun die dringliche Frage, welche …

Artikel lesen
Link zum Artikel