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Pussy Riot nach wenigen Minuten auf freiem Fuss wieder festgenommen



Die Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot sind am Montag nur wenige Minuten nach ihrer Entlassung aus zweiwöchiger Haft erneut festgenommen worden. Vor dem Ausgang der Haftanstalt in Moskau führte die Polizei drei der gerade freigelassenen Musikerinnen ab.

Veronika Nikulshina, center, a member of the feminist protest group Pussy Riot, attends hearings in a court in Moscow, Russia, Monday, July 23, 2018.  Four members of the feminist protest group Pussy Riot, who had run onto the pitch dressed in police uniforms during the World Cup final, were sentenced in Moscow City Court on Monday. (AP Photo/Pavel Golovkin)

Veronika Nikulshina am 23. Juli 2018 vor dem Gericht in Moskau.  Bild: AP/AP

Polizisten fuhren sie anschliessend in einem Polizeitransporter weg, wie ein AFP-Reporter am Ort des Geschehens beobachtete. Ein viertes Bandmitglied, das aus einer anderen Haftanstalt entlassen wurde, wurde nach eigenen Angaben ebenfalls umgehend wieder festgenommen.

Die vier Musiker Veronika Nikulschina, Olga Kuratscheva, Olga Pachtusowa und Pjotr Wersilow waren wegen ihrer Protestaktion beim Finale der Fussball-Weltmeisterschaft in Moskau zu 15 Tagen Haft verurteilt worden.

Nach der neuerlichen Festnahme am Montag veröffentlichte Pachtusowa im Internetdienst Twitter Videoaufnahmen aus dem Inneren des Polizeitransporters. Die Polizei habe ihnen unmittelbar nach der Haftentlassung vorgeworfen, gegen Versammlungsgesetze verstossen zu haben, sagte sie. «Sie haben uns sonst nichts gesagt, sie haben uns einfach in den Transporter gesetzt und weggefahren».

Wersilow schrieb auf Twitter: «Sie haben uns gesagt, sie werden uns die Nacht über unter Arrest stellen.»

Übers WM-Spielfeld gerannt

Nikulschina, Kuratscheva, Wersilow und Pachtusowa waren bei dem Finale am Sonntag während des WM-Endspiels zwischen Frankreich und Kroatien in Polizeiuniformen auf das Spielfeld im Moskauer Luschniki-Stadion gerannt. Das Spiel wurde kurz unterbrochen, Sicherheitskräfte schleiften die Aktivisten vom Spielfeld. Während der Aktion war auch Russlands Staatschef Wladimir Putin im Stadion gewesen.

Pussy Riot ist vor allem bekannt für eine Protestaktion 2012 in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale: Dort hatten sie ein «Punk-Gebet» aufgeführt, in dem sie Putin offen kritisierten. Wegen «Rowdytums» und «Aufwiegelung zu religiösem Hass» wurden drei Bandmitglieder zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt. Bei Jekaterina Samuzewitsch wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt, Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Alechina kamen nach 22 Monaten frei. (sda/afp)

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38
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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Armend Shala 31.07.2018 11:05
    Highlight Highlight .
    Benutzer Bild
  • Sebastian Wendelspiess 31.07.2018 10:46
    Highlight Highlight Zwei Wochen Haft geht ja noch, auch in Deutschland wird mand mit 20‘000 Euri bestraft fürs flitzen. Das kann man etwa vergleichen.
    • Juliet Bravo 31.07.2018 11:32
      Highlight Highlight So ein Seich! Wieso verteidigst du eigentlich immer Autoritäre Regimes? Bist du demokratiemüde?
    • Echo der Zeit 31.07.2018 12:05
      Highlight Highlight Nee, überhaupt nicht kann man das Rechtssystem von Deutschland mit Russland vergleichen - die werden nicht fürs Flitzen Bestraft. https://www.srf.ch/play/radio/4x4-podcast/audio/in-russland-droht-ein-hungerstreik-im-wm-trubel-unterzugehen?id=7f07995f-656f-41ce-8d51-11ce5f6c6fde
    • Sebastian Wendelspiess 31.07.2018 13:32
      Highlight Highlight @juliet Putin wurde demokratisch gewählt, auch wenn du es nicht wahrhaben möchtest.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sebastian Wendelspiess 31.07.2018 10:27
    Highlight Highlight Im Juli 2010 entwendete eine Aktivistin von „Woina“ ein Suppenhuhn aus einem Petersburger Supermarkt. Mit einigen Männern und kleinen Kindern im Schlepptau wanderte sie im Markt umher, schließlich stopfte sie sich das Suppenhuhn so tief wie möglich in ihr Geschlechtsorgan und verließ den Laden.

    Solche Sache sind cool? Die erreichen doch nix mit ihren Provokationen.
    • Fabio74 31.07.2018 11:49
      Highlight Highlight Solange nicht rechtskräftig verurteilt gilt Unschuldsvermutung
    • Echo der Zeit 31.07.2018 12:00
      Highlight Highlight Äh , was hat das mit dem Artikel zu tun - Aaa genau - Onkel Putin ist der Beste.
    • Sebastian Wendelspiess 31.07.2018 13:10
      Highlight Highlight @echo es geht um Pussy Riot im Artikel, nicht gelesen?
  • Hopsala 31.07.2018 07:54
    Highlight Highlight Auch ich bewundere diese starken Frauen. Hut ab und weiter so, den Mutigen soll die Welt gehören!
  • Hexentanz 31.07.2018 07:22
    Highlight Highlight Ob man ihre Aktionen befürwortet oder nicht... Aber sich in Russland so zu benehmen hat doch was sehr mit Eiern oder Eierstöcken aus gehärtetem Titanstahl zu tun.

    Muss immer an die oben ohne Szenen denken auf nem politikeranlass wo Angela Merkel sichtlich erschrocken wirkt und Putin daneben "thumbs up" gibt :p

    Der wird wohl denken "ach die wieder" und "bis zum nächsten Mal" und gar nicht soviel dageben machen, da er weiss, dass ihre Aktionen normalerweise keinem Schaden (ausser wohl religiösen Gefühlen ab und zu).

    Man ist fast versucht zu denken, Putin hat Humor übrig für die Gruppe ^^
    • Butschina 31.07.2018 08:51
      Highlight Highlight Ich finde sie auch stark.
      Eierstöcke aus Titan brauchen sie nicht mal, Frauen haben anatomisch gesehen viel mehr Eier als Männer 😋
    • B0arder_King 31.07.2018 09:00
      Highlight Highlight So locker kann Putin es nicht hin nehmen, wenn man bedenkt, dass einzelne der Gruppe mehrmals in Gefängnissen gefoltert wurden..
    • Juliet Bravo 31.07.2018 10:14
      Highlight Highlight Putin lässt sie ja immer wieder festnehmen. So viel Humor hat der Führer dann doch nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dding (@ sahra) 31.07.2018 07:18
    Highlight Highlight Typisch russische Zermürbungstaktik. Hat Tradition. Zusammen mit den miesesten Gefängnissen der Welt.
  • Anam.Cara 31.07.2018 07:06
    Highlight Highlight Es ist eine Sache, mit seinen Überzeugungen etwas anzuecken oder dafür auf die Strasse zungehen. Aber es ist m.E. eine ganz andere Sache wenn man bereit ist, dafür in den Knast zu gwhen.
    Die Frauen erinnern mich ein bisschen an die grosse Aktivistin und Musikerin Joan Baez (die übrigens auch heute noch kein Blatt vor den Mund nimmt).
    Go, girls...!
  • Jesses! 31.07.2018 06:11
    Highlight Highlight Das sind starke Frauen! Das meine ich so.
    • LibConTheo 31.07.2018 07:30
      Highlight Highlight Stark ist offensichtlich nicht immer klug.
    • Valon Gut-Behrami 31.07.2018 08:40
      Highlight Highlight LibConTheo: Was wäre denn klug deiner Meinung nach?
    • LibConTheo 31.07.2018 08:48
      Highlight Highlight @Datsyuk: In Russland nicht ein Spiel durch einen Protest unterbrechen.

      Wen man zusätzlich noch weiss, dass Putin selbst im Stadion ist, ist es doch absehbar, dass so etwas passiert. Das muss man nicht mehr schönreden.
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