Religion
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Pope Francis meets the husband of a Pakistani Christian woman, Asia Bibi, who was convicted of blasphemy by a Pakistani court, Ashiq Masiq and her daughter Eisham, right, at the end of his weekly general audience, in St. Peter's Square, at the Vatican, Wednesday, April 15, 2015. (AP Photo/L'Osservatore Romano, POOL)

Im Jahr 2015 traf Ashiq Masih den Papst. Bild: AP/L' Osservatore Romano Pool

«Wir sind nirgendwo sicher»: Ehemann von freigesprochener Christin bittet um Asyl



Nach dem Freispruch einer wegen Gotteslästerung verurteilten Christin in Pakistan hat ihr Ehemann westliche Staaten um Asyl gebeten. Er fürchte um das Leben seiner Frau, sagte er in einem Interview mit der Deutschen Welle.

Asia Bibi war am Mittwoch nach acht Jahren in der Todeszelle vom Obersten Gericht in Islamabad freigesprochen worden. Daraufhin hatte die radikalislamische Gruppe Tehreek-e-Labaik Pakistan (TLP) landesweite Strassenproteste organisiert.

Die Proteste endeten nach einem Abkommen der TLP mit der Regierung. Demnach will Islamabad einen Revisionsantrag gegen die Entscheidung des Obersten Gerichts zulassen und Bibi am Verlassen des Landes hindern.

«Wir sind nirgendwo sicher.»

Ashiq Masih

«Ich bitte die Premierministerin des Vereinigten Königreichs uns zu helfen und uns, soweit möglich, Freiheit zu gewähren», sagte Ashiq Masih laut dem britischen Sender BBC in einer Videobotschaft am Samstag. In dem Video habe er auch Kanada und die USA um Hilfe gebeten, hiess es.

Der Deutschen Welle sagte Masih: «Wir sind nirgendwo sicher.» Das Abkommen habe ihn erschauern lassen. Dazu hätte es nie kommen dürfen. «Meine Familie hat Angst, meine Verwandten haben Angst, und auch meine Freunde haben Angst», sagte Masih dem Sender.

Pakistans Informationsminister Fawad Chaudry sagte der BBC, das Abkommen mit den Islamisten sei notwendig gewesen, «um die Situation gewaltlos zu lösen». Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz Bibis seien erhöht worden. Ihr Leben sei nicht in Gefahr.

Die 51-jährige Bibi befindet sich demnach weiter im Gefängnis. Pakistanische Medien hatten in den vergangenen Tagen gemutmasst, sie könne das Land bereits verlassen haben.

Anwalt ausser Landes

Der Christin Bibi war vorgeworfen worden, sich bei einem Streit mit muslimischen Frauen in ihrem Dorf abfällig über den Propheten Mohammed geäussert zu haben. Die fünffache Mutter war 2009 festgenommen und im Jahr darauf nach einem umstrittenen Blasphemiegesetz in dem vorwiegend muslimischen Land zum Tode verurteilt worden.

Bibis Anwalt Saiful Malook hatte Pakistan bereits am Samstagmorgen verlassen, da er um sein Leben und das seiner Familie fürchte. Er werde aber zurückkehren, um Bibi vor Gericht zu verteidigen, wenn das Militär ihm Sicherheit gewähre.

Die gewaltsame Reaktion der Islamisten auf das Urteil sei «traurig, aber nicht unerwartet», sagte Malook. «Schmerzhaft» sei allerdings die Antwort der Regierung. «Sie können nicht einmal ein Urteil des Obersten Gerichts des Landes umsetzen», bedauerte er.

Kritik in den Medien

Auch pakistanische Medien kritisierten die Vereinbarung zwischen Regierung und Islamisten. «Eine weitere Regierung hat vor den gewalttätigen religiösen Extremisten kapituliert, die weder an die Demokratie noch an die Verfassung glauben», hiess es im Leitartikel der Zeitung «Dawn» vom Samstag.

Blasphemie ist im streng konservativ-islamischen Pakistan ein folgenschwerer Vorwurf. Wegen entsprechender Anschuldigungen verbüssen dort derzeit rund 40 Menschen nach Schätzungen eines US-Ausschusses zur Religionsfreiheit lebenslängliche Gefängnisstrafen oder warten auf ihre Hinrichtung. Immer wieder kommt es zu Lynchmorden wegen Vorwürfen der Gotteslästerung. (viw/sda/dpa/afp)

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DemonCore 05.11.2018 06:34
    Highlight Highlight Blasphemie ist auch unter der EMRK strafbar.
  • Nachteule 04.11.2018 16:51
    Highlight Highlight Rechtsnationalisten pochen doch gern auf die christlichen Werte des Abendlandes wenn es gegen nicht-christliche Flüchtlinge geht. Wär das jetzt nicht eine Gelegenheit für diese Leute, selbst die so oft bemühten christlichen Werte zu leben und die Gefährdeten einzuladen? Wenn nicht, kann man das als weiteren Beweis dafür werten, dass "religiöse Werte" nur eine weitere Ausrede für Fremdenhass sind.
    • Teslanaut 04.11.2018 21:39
      Highlight Highlight @ezclips: wäre jetzt interessant zu wissen, was der iranische Ajatollah mit der pakistanischen Regierung zu tun hat - Hauptsache die Linke ist Schuld ....
    • Braunhilde von Rotzberg 04.11.2018 22:03
      Highlight Highlight Solch einer bedrohten Person soll auch geholfen werden. Da werden Ihnen die wenigsten "Rechtsnationalisten" widersprechen. Das Problem sind die Wirtschaftsmigranten, welche umser Sytem ausnutzen und mit solchen Lügengeschichten versuchen Asyl zu beantragen. Ich hoffe, dass die Schweiz oder ein anderes Europäisches Land sich für diese Frau einsetzt und sie wieder ein normalesLeben führen kann.
    • Pisti 04.11.2018 22:14
      Highlight Highlight Wieso soll sich die Schweiz dafür einsetzen? Die wollen ja nach UK.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Füdlifingerfisch 04.11.2018 16:29
    Highlight Highlight Die gute alte Religion des Friedens hat wieder zugeschlagen
    • Klaus07 04.11.2018 18:33
      Highlight Highlight Ihr Kommentar ist zu einfach gestrickt. Es ist auch hier eine extremistisch-dschihadistische Partei die mit Drohungen und Gewalt versucht, eine liberalisierung das Staates zu verhindern. Die Religion ist nur das Gefäss für die Nationalistische und Erzkonservativen Machtansprücher dieser Partei. Der gösste Teil der Pakistani sind einfache Menschen wie Sie und Ich. Wenn man die Geschichte der Christlichen Religionen anschaut, sieht man keinen grossen Unterschied zu den Vorkommnissen in Pakistan. Nur einfach ein paar Jahtrehnte früher.
    • FrancoL 04.11.2018 19:07
      Highlight Highlight Zugeschlagen hat weniger die Religion als die Interpretation der Religion und da hat Klaus07 völlig recht wenn er auf die Interpretationen der christlichen Lehre in früheren Zeiten hinweist.
    • Neruda 04.11.2018 19:39
      Highlight Highlight Die Religion ist nicht einfach nur ein Werkzeug. Mit ihrem Machtanspruch ist sie in sich ein Hindernis für eine bessere Welt.
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