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Schülerin erfindet Kopftuch-Emoji, wird ausgezeichnet und erntet Hass

Dieser Schülerin verdanken wir das Kopftuch-Emoji – nun erntet sie Hass und Häme

Eine junge Frau in Österreich bringt Apple und Co. dazu, ein Kopftuch-Emoji einzuführen. Das «Time Magazine» zählt sie darum zu den 30 einflussreichsten Teenagern der Welt. Und die Hater haben ein neues Ziel.
15.11.2017, 17:4816.11.2017, 16:34

Mit Beharrlichkeit und Idealismus hat eine junge Muslima erreicht, dass Apple ein Kopftuch-Emoji einführt.

Es sei die typische David-gegen-Goliath-Geschichte, konstatiert die ARD: Eine 16-jährige Schülerin bringe einen Grosskonzern dazu, eine Idee umzusetzen, die ihr auf der Seele brenne.

Die junge Frau heisst Rayouf Alhumedhi und besucht in Wien eine Privatschule. Anfang November wurde sie vom renommierten «Time Magazine» ins diesjährige Ranking der 30 einflussreichsten Teenager der Welt aufgenommen.

Rayouf erzählt, sie habe beim Erstellen einer WhatsApp-Gruppe mit Freundinnen festgestellt, dass es kein Kopftuch-Emoji gab. Das wollte sie ändern, doch bei Apple reagierte man nicht auf ihre erste Anfrage. Die junge Frau gab nicht auf:

«Sie recherchierte, wie man dem Unicode Consortium – jener Organisation, die für die Entwicklung der Emojis zuständig ist – einen offiziellen Vorschlag unterbreitet. In dem siebenseitigen Antrag erzählt sie von der jüngeren Geschichte des Kopftuchs und argumentiert: ‹550 Millionen muslimische Frauen tragen Hijab. Trotz dieser enormen Zahl ist für die Leute nicht einmal eine Taste auf der Tastatur reserviert.›»
quelle: kurier.at

Für ihre Kampagne The Hijab Emoji Project erhielt sie viel Unterstützung, auch von Reddit-Gründer Alexis Ohanian.

«Person mit Kopftuch»: So sieht das Emoji auf iOS-Geräten wie dem iPhone aus.
«Person mit Kopftuch»: So sieht das Emoji auf iOS-Geräten wie dem iPhone aus.bild: emojipedia.org

Hasserfüllte Reaktionen

Der Hidschab sei wichtig für ihre Identität, sagt die Tochter eines saudischen Diplomaten. Und ihre Schule schreibt in einer Mitteilung, das Emoji sei «ein Schritt vorwärts, um die ‹Diversity› zu feiern und den Islam in der Gesellschaft zu akzeptieren».

Ihr Engagement bringt Rayouf allerdings nicht nur Lob und Ehre ein, sondern auch Hass und Häme. Nachdem österreichische Online-Medien über ihr Kopftuch-Emoji berichten, hagelt es in den sozialen Netzwerken negative Kommentare.

Rayouf Alhumedhi.
Rayouf Alhumedhi.screenshot: derstandard.at

Der Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ) bezeichnet die Auszeichnung durch das «Time Magazine» als «Irrsinn».

Dazu muss man wissen, dass in Österreich seit Herbst ein «Anti-Verhüllungsgesetz» gilt. Dieses richtet sich vor allem gegen verschleierte Musliminnen. In der Praxis sorgt es aber für Irritationen – weil es auch Clowns, Fahrradfahrer und Maskottchen trifft.

Abgesehen von vielen gehässigen Rückmeldungen, die das Hidschab-Symbol als «Rückschritt ins Mittelalter» bezeichnen, gibt's bei Facebook aber auch besonnene Reaktionen:

«Die meisten, die sich hier abschätzig zu Wort melden, wären wohl schon am Englisch gescheitert, um mit Apple Kontakt aufzunehmen. Hat das Mädel doch einwandfrei gemacht. Jetzt gibt's ein Kopftuch-Emoji. Stört euch das wirklich?»
quelle: facebook
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An dieser Umfrage haben insgesamt 1989 Personen teilgenommen

Erst ab Android 8.0

Als Apple im Sommer neue Emojis präsentierte, die das Unicode-Konsortium bewilligt hat, war darunter – neben einer stillenden Mutter und einem kotzenden Smiley –  eine Frau mit Hijab.

Das Kopftuch-Emoji ist Teil von Unicode 10 und seit dem Update auf iOS 11.1 auf iPhone und Co. verfügbar. Die meisten Android-User müssen sich hingegen noch etwas gedulden: Von Google gibt es das Kopftuch-Emoji erst ab Android 8.0.

Bild
screenshot: emojipedia.org

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