DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schweizer sind so optimistisch wie nie zuvor (und mögen die Armee)



A child waving a Swiss flag through a car window between rapeseed fields with bright-yellow flowers during the fifth and last stage, a 181,8 km race between Mont-sur-Rolle and Geneva during the 72th Tour de Romandie UCI ProTour cycling race in Bottens, Switzerland, Sunday, April 29, 2018. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Bild: KEYSTONE

Die Schweizerinnen und Schweizer fühlen sich sicher und blicken optimistisch in die Zukunft – so optimistisch wie noch nie seit Beginn der Befragungen. Sie vertrauen auch den Behörden und Institutionen überdurchschnittlich stark.

Das Sicherheitsempfinden wird jährlich von der Militärakademie und dem Center for Security Studies an der ETH Zürich erhoben, in der heutigen Form seit 1999. Manche Fragestellungen reichen indes weiter zurück. Am Freitag sind die Resultate der Studie «Sicherheit 2018» präsentiert worden.

Aktuell beurteilen 87 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer die Zukunft der Schweiz optimistisch. Das sind 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zukunftsoptimismus habe 2018 einen historischen Höchstwert erreicht, heisst es in der Studie.

Weniger Angst vor Terror

Leicht gestiegen ist auch das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum: 83 Prozent der Befragten fühlen sich dort sicher, 4 Prozent mehr als 2017. Die Autoren der Studie erklären sich das damit, dass es weniger terroristische Anschläge in der Nähe gab.

Dem Thema «Terrorismus» messen die Befragten aber nach wie vor grosse Bedeutung zu. Wie im Vorjahr sind 89 Prozent der Auffassung, Terrorismus sollte stärker bekämpft werden als bisher.

Sicherheit vor Freiheit

Eine ambivalente Haltung haben Schweizerinnen und Schweizer bei der allgemeinen Gewichtung von Freiheit versus Sicherheit. Werden diese beiden Begriffe in Verbindung zur Terrorismusbekämpfung gesetzt, geht jedoch die Sicherheit klar vor: Einschränkungen der persönlichen Freiheit werden von 64 Prozent der Befragten befürwortet.

Auch Extremismus sollte aus Sicht der Stimmbevölkerung stärker bekämpft werden. Beim Rechtsextremismus stimmten dieser Aussagen 80 Prozent der Befragten zu, ähnlich viele wie in den letzten Jahren. Beim Linksextremismus sprachen sich 68 Prozent für eine stärkere Bekämpfung aus. Das ist der höchste bisher gemessene Wert.

Vertrauen in Medien steigt

Das Vertrauen in die Institutionen und Behörden bleibt hoch – und liegt 2018 über dem langjährigen Schnitt. Auf einer 10er Skala liegt es bei 6,7, der langjährige Durchschnitt beträgt 6,3. Das höchste Vertrauen geniesst nach wie vor die Polizei, gefolgt von den Gerichten. An dritter Stelle folgt der Bundesrat. Die mittleren Positionen belegen die Wirtschaft, die Armee und das eidgenössische Parlament.

Erstmals vertrauen die Befragten den Medien mehr als den politischen Parteien, die neu den letzten Platz belegen. Das gestiegene Vertrauen in die Medien könnte laut den Forschern mit dem Abstimmungskampf zur No-Billag-Initiative zu tun haben. In diesem Zusammenhang wurde über den Wert einer hochwertigen Berichterstattung für die Demokratie diskutiert.

Junge für die Armee

Zur Armee haben die Schweizerinnen und Schweizer nach wie vor eine positive Einstellung. Aktuell erachten 81 Prozent die Armee als notwendig. Generell sind die 18- bis 29-Jährigen skeptischer eingestellt. Dieser Befund zeigt sich 2018 jedoch nicht mehr: 79 Prozent der 18- bis 29-Jährigen finden, die Schweizer Armee sei notwendig. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

ZUR ARMEEBOTSCHAFT 2018, STELLEN WIR IHNEN HEUTE, 20. MAERZ 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Morgens beim Antrittsverlesen wird die Schweizer Flagge gehisst, in Achtungstellug gestanden und die Fahne gegruesst,  waehrend der Ausbildung zu Swisscoy Soldaten, in der Naehe der Kaserne in Stans, aufgenommen am 5. Maerz 2014. Die SWISSCOY ist der Verband der Schweizer Armee im Kosovo. Er wird im Rahmen der friedensfoerdernden Militaermission KFOR der NATO im Kosovo mit einem Kontingent von maximal 220 Personen von der Schweiz zur Verfuegung gestellt und finanziert. Die Ausbildung dauert je nach Funktion bis zu 3 Monate. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Soldiers of the Swiss Army gather for the morning company formation, where the Swiss flag is hissed, during their training to be Swisscoy soldiers, near the casern of Stans, Switzerland, March 5, 2014. The Swisscoy is an association of the Swiss Army in Kosovo. It is provided as part of the KFOR of NATO military mission to promote peace. The association contains a contingent of more than 220 people who are available and funded from Switzerland. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Bild: KEYSTONE

Die Autoren der Studie erklären sich dies zum einen mit der aktuellen instabilen weltpolitischen Lage. Die junge Generation sehe, wie rasch Veränderungen möglich seien. Zum anderen ist diese Generation generell konservativer als frühere, wie auch andere Studien zeigten. Die Zustimmung zu einem EU-Beitritt bleibt tief und liegt aktuell bei 16 Prozent.

Ein Viertel in der Filterblase

Erstmals erhoben wurde dieses Jahr, mit wem sich Schweizerinnen und Schweizer über Politik unterhalten. Dabei ging es den Forschern um das Phänomen der Filterblase oder Echokammer, über das besonders im Zusammenhang mit Social Media diskutiert wird.

Eine grosse Mehrheit der Stimmbevölkerung pflegt gemäss der Befragung den Austausch mit Personen, die eine andere politische Überzeugung vertreten. Ein Viertel zeigt hingegen die Tendenz, sich in einer Echokammer oder Filterblase zu bewegen.

Unabhängig vom Alter

Die beiden Gruppen unterscheiden sich nicht nach Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Bildung, politischer Einstellung oder Einkommen. Echokammer existierte demnach unabhängig von diesen Faktoren und könnten in jeder Gruppe entstehen, schreiben die Forscher.

Jene Schweizerinnen und Schweizer, die sich vor allem mit Personen der eher gleichen politischen Überzeugung unterhalten, fühlen sich im Allgemeinen unsicherer als Personen, die auch mit politisch anders Gesinnten diskutieren. Dies veranschauliche den Effekt von Filterblasen, heisst es in der Studie.

Die Daten wurden zwischen dem 4. und dem 30. Januar durch das Forschungsinstitut LINK erhoben. Dabei wurden 1209 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger telefonisch interviewt. (sda)

Nicht alle sind positiv: «Ihr Zürcho sind huorä Laggaffä! Wixxo! Losers!»

Video: watson/Emily Engkent

Alle Welt behauptet, die Schweiz sei für Touristen eine Traumdestination. Von wegen!

27 Fotos, die beweisen, dass Winti die hässlichste Stadt der Schweiz ist

Link zum Artikel

30 Fotos, die beweisen, wie überbewertet Bern ist

Link zum Artikel

21 Gründe, NICHT in die Schweiz zu reisen ;-)

Link zum Artikel

25 Fotos, die beweisen, wie überbewertet Luzern eigentlich ist

Link zum Artikel

30 Fotos, die beweisen, wie überbewertet Zürich ist

Link zum Artikel

24 Fotos, die beweisen, wie überwertet das Appenzellerland ist 😉

Link zum Artikel

27 Fotos, die beweisen, wie überbewertet Basel ist 😉

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

CO₂-Gesetz könnte kippen: Städte verzeichnen tiefe Stimmbeteiligung

Die Städte melden tiefe Stimmbeteiligungen. Das CO2-Gesetz wird angesichts Umfragewerte durch die Schlussmobilisierung entschieden werden.

Am kommenden Sonntag steht fest, wie sich die Klimapolitik der Schweiz entwickeln wird. Die Stimmbevölkerung entscheidet in einem Referendum über das CO2-Gesetz, dessen Chancen derzeit alles andere als gut stehen. Dies zeigen die repräsentativen Umfragen von gfs.bern und SRF, die vor der Abstimmung veröffentlicht wurden.

Gründe für die schlechten Chancen dürften in der urbanen, städtischen Bevölkerung zu finden sein: Diese befürwortet zwar gemäss jüngsten Umfragen mehrheitlich das …

Artikel lesen
Link zum Artikel