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Link hat endlich sein Schwert: Die Heldenreise kann weitergehen.
Link hat endlich sein Schwert: Die Heldenreise kann weitergehen.
bild: zvg

Warum «A Link to the Past» das beste «Zelda»-Game aller Zeiten bleibt

Anfang der 90er-Jahre erschien ein Abenteuer auf der Nintendo-Konsole Super NES, das nicht nur Videospielgeschichte schrieb, sondern sich auch bei vielen Spielerinnen und Spielern tief im Herzen einnistete. Ein subjektiver Rückblick.
01.09.2018, 21:09

Das erste «The Legend of Zelda» für das NES war 1986 ein kleiner, aber feiner Geniestreich. Magische Waffen finden, geheime Höhlen entdecken, Dungeons erkunden und sich als kleiner Pixelheld mit der Zeit immer grösser und stärker fühlen. Das war damals ganz grosse Videospielkunst. Gross war dann aber die Enttäuschung, als der Nachfolger «Zelda II: The Adventure of Link» die liebgewonnene Perspektive verliess und einen komplett anderen Weg einschlug. Spass hat es aber trotzdem gemacht, auch wenn die Designentscheidungen nur schwer verdaulich waren. Aber das ganz grosse Meisterwerk aus dem «Zelda»-Kosmos sollte ja erst noch über meinen Röhrenfernseher flimmern …

Das ist Blasphemie!

Ich höre sie schon, die Schreie da draussen. Skandal, Unsinn, Blasphemie! Ich weiss, dass es eine ganz grosse Gruppe von «Zelda»-Fans gibt, die «Ocarina of Time» aus dem Jahr 1998 als bestes «Zelda»-Spiel aller Zeiten ansehen und ihren Lieblingstitel bis aufs Blut verteidigen. Und dann ist da auch noch die jüngere Generation, die natürlich das famose «Breath of the Wild» abfeiert und auf dem Thron sehen will. Selbstverständlich sind beide genannten Abenteuer ganz wundervolle Videospiele, die stundenlang an den Bildschirm fesselten und einen legendären Moment nach dem anderen ablieferten. Und dennoch bleibt «A Link to the Past» für mich der heimliche Sieger. Warum? Darum …

Knuffiger Held, knuffige Gegner, knuffige Welt.
Knuffiger Held, knuffige Gegner, knuffige Welt.
bild: zvg

Eine Zeitschrift war schuld

Ich weiss nicht mehr genau, wie oft ich die damalige Zeitschrift Video Games im Jahr 1991 angeschaut und durchgeblättert habe. Sehr oft. Denn darin war ein Testbericht zu «A Link to the Past» mit vielen tollen Screenshots, das damals bereits in Japan auf dem Markt erhältlich war. Den Testbericht zum neuen Super NES-Abenteuer habe ich zigmal durchgelesen und mir die Bilder immer und immer wieder angesehen. Das arme Magazin musste ganz schön leiden. Ich besitze es übrigens immer noch, auch wenn es heute etwas ausgeleiert aussieht. Die Message dieses Artikels war aber ganz klar: Kauf mich, spiel mich, jetzt!

Mit Link verbrachten viele Spielerinnen und Spieler intensive Stunden.
Mit Link verbrachten viele Spielerinnen und Spieler intensive Stunden.
bild: zvg

Doch die Pal-Version war noch nicht im Laden meines Vertrauens erhältlich, also musste ich geduldig sein und mich mit den abgedruckten Bildern begnügen. Ja, früher gab es europäische, amerikanische und japanische Versionen der Spiele und der Release auf den Kontinenten war ebenfalls unterschiedlich. Wir haben aber trotzdem alle überlebt.  

Alleine bei diesem schlichten, wunderschönen Spielcover werden Erinnerungen wach.
Alleine bei diesem schlichten, wunderschönen Spielcover werden Erinnerungen wach.
bild: zvg

Dann war es endlich soweit. Im örtlichen Shoppingcenter war das neue «Zelda» endlich im Regal und schien auf mich zu warten. Alleine dieses wunderschöne Cover mit dem goldenen Hintergrund hat mich als Jugendlicher in seinen Bann gezogen. Ohne zu zögern wurde es natürlich gekauft. Endlich, endlich war es meins und ich konnte loslegen.

Es geht gleich los ...
Es geht gleich los ...
bild: zvg

Zuhause angekommen eilte ich sofort zu meinem kleinen aber feinen Röhrenfernseher und die Reise begann. Ich glaube vor lauter Aufregung habe ich vergessen die Schuhe auszuziehen und hockte mich sofort vor den Bildschirm. Das Intro startete. Drei goldene Dreiecke flogen mit lieblich klingenden Soundeffekten aufeinander zu. Ein magisches Schwert flog von oben herab. Eine heroische Musik setzte ein. Das Intro kam. Ein Königreich, ein Kampf, ein Held. Dann begann das Abenteuer.

Das epische Intro ...

Digitales Sauwetter

Hilferufe einer Prinzessin hallen durch das kleine Haus. Ich erwache als Link in einem Bett. Raus aus den Federn. Zuerst ein paar Töpfe herumschmeissen und Herzen einsammeln. Dann verlasse ich das Haus. Und dann das: Regen. Es regnet! Noch nie habe ich vorher in einem Videospiel erlebt, dass es regnet. Es blitzt und donnert zusätzlich, die passenden Soundeffekte dringen aus meinem Fernseher. Ich bleibe im Garten vor meinem trauten Heim stehen und geniesse das digitale Sauwetter. Ich irre ein bisschen herum, treffe auf Schlosswachen und zerstöre ein paar Büsche. Dann finde ich tatsächlich einen Geheimgang im Schlossgarten. Und draussen regnet es immer noch.

Eine Illustration aus der Spielanleitung, die im Paket dabei war. Ja, früher gab es noch zu jedem Spiel eine Anleitung!
Eine Illustration aus der Spielanleitung, die im Paket dabei war. Ja, früher gab es noch zu jedem Spiel eine Anleitung!
bild: zvg

Ein schmaler Gang, eine Treppe, ein Gefängnis, dramatische Musik und eine prägnante Erzählstruktur mit perfekter Geschwindigkeit. Ein Thronsaal, ein Geheimgang, ein lang gehütetes Geheimnis und die anstehende Heldenreise. Jeder einzelne Moment mit dem Pixelhelden brannte sich in meine Augen und ich konnte die Finger kaum vom Controller lassen.

Ein Abenteuer mit viel Herz

Es folgten viele, viele wundervolle Spielstunden in diesem knuffigen, detailverliebten Hyrule. Überall konnte ich etwas entdecken. Ich sah unter jeden Strauch, unter jeden Stein und klapperte jede Ecke ab in der Hoffnung, etwas Tolles zu finden. Die Motivation war stets sehr hoch etwas zu finden und die japanischen Designer sorgten für regelmässige Belohnungen. Schatzsucher mit einer hohen Ausdauer kamen immer auf ihre Kosten.

Die Weltkarte war für die damalige Zeit einfach nur riesig.
Die Weltkarte war für die damalige Zeit einfach nur riesig.
bild: zvg

Ich fand viele tolle Gegenstände, die ich an bestimmten Stellen mit Objekten oder Personen einsetzen konnte oder benutzen musste, um weiterzukommen. Die Flora und Fauna war eine Offenbarung. Alles präsentierte sich wie aus einem Guss. Auch die kleinste Biene, die einem um den Kopf flog, schien perfekt in diese Welt zu passen. Ich drang tief in neblige Wälder vor, kletterte auf Berge und schwamm vergnügt im Wasser herum. Als ich per Zufall versuchte unter einer Brücke durchzuschwimmen und dann einen Mann darunter entdeckte, kam der nächste Wow-Effekt. Schon damals haben es die japanischen Spieldesigner verstanden, wie man verliebte Details in Videospiele platziert.

Hand aufs Herz: Wer hat damals nicht auch die Hühner einfach nur herumgeworfen?
Hand aufs Herz: Wer hat damals nicht auch die Hühner einfach nur herumgeworfen?
bild: zvg

Ich bekämpfte Monster, unterhielt mich mit kauzigen Bewohnern und stahl Hühner, die ich über den Gartenzaun warf. Ich entdeckte immer wieder Geheimgänge, löste Rätsel in Dungeons und konsumierte Zaubertränke. Ich folgte der Geschichte, verlor mich aber auch oft einfach in dieser wunderschönen Pixel-Welt. Ein Highlight von vielen war das herzige Dorf im Westen, wo mir ständig einer wegrannte und ich lange nicht verstand, wie ich den Typen einholen konnte. Als ich dann auf die Rennstiefel traf, dämmerte es mir. Generell wurde man als Spieler nicht immer an die Hand genommen, sondern musste auch mal selbstständig auf die Lösung der Rätsel kommen und sich seinen Weg durch das Königreich bahnen. So vergingen denn damals die Stunden und ich erlebte ein intensives Abenteuer, das mich nicht mehr los liess.

Einige Gegner waren ganz schöne Brocken. Mit Ausdauer und Geschick konnten aber auch diese Gegner gebodigt werden.
Einige Gegner waren ganz schöne Brocken. Mit Ausdauer und Geschick konnten aber auch diese Gegner gebodigt werden.
bild: zvg

Ein zeitloses Meisterwerk

Fazit: Ja, «The Legend of Zelda: A Link to the Past» ist mein Lieblings-«Zelda». Mit keinem anderen Abenteuer, das in diesem Kosmos spielt, hatte ich so viel Spass und verbinde ich so viele wunderschöne, wahrlich magische Erinnerungen vor meinem geliebten, ersten Röhrenfernseher. Es bot für damalige Verhältnisse eine Vielzahl an Interaktionsmöglichkeiten, besass ganz viel Pixel-Charme und überraschte storytechnisch vor allem in der zweiten Hälfte. Auch wenn es viele knifflige Stellen gab, war das Spiel nie unfair, sondern gab im richtigen Moment einen Motivationsschub, um die Heldenreise zu vollenden. «A Link to the Past» war ein perfektes Zusammenspiel von äusseren und inneren Werten, demonstrierte die Fähigkeiten japanischer Designer und Entwickler und war trotz seiner Komplexität auch für Nichtkenner des Genres die perfekte Einstiegsdroge. Es ist und bleibt ein zeitloses Meisterwerk, das einfach jede und jeder mindestens einmal im Leben gespielt haben muss.

«The Legend of Zelda: A Link to the Past» ist erhältlich für Super NES, Game Boy Advance, Virtual Console und Super NES Mini.

Seid ihr total einverstanden oder habt ihr ein anderes Lieblings-«Zelda»? Rein damit in die Kommentarspalte!

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Jedes einzelne «Zelda»-Game im Überblick: Doch welches ist das beste?

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