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Gesellschaft & Politik

Gut 62 Prozent der Genfer wollen Maudets Rücktritt

Gut 62 Prozent der Genfer wollen laut Umfrage Maudets Rücktritt

11.02.2019, 19:4311.02.2019, 19:43
ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS DAS GENFER KANTONSPARLAMENT MAUDETS RUECKTRITT FORDERT --- Le conseiller d'Etat genevois Pierre Maudet redescend de scene durant l'assemblee generale extraordina ...
Bild: KEYSTONE

Über 62 von 100 Genferinnen und Genfer fänden es angemessen, wenn der zu weiten Teilen entmachtete und angezählte FDP-Staatsrat Pierre Maudet seinen Rücktritt einreichen würde. Das zeigt eine am Montag publizierte Umfrage im Auftrag von RTS, «Le Temps» und Radio Lac.

Demnach bezeichnen nur 26 Prozent der Befragten einen Rücktritt als den falschen Weg. 12 Prozent sind unentschlossen. Sowohl FDP-Wähler (65 Prozent) als auch Personen, welche bei den Kantonswahlen im April 2018 für Maudet gestimmt haben (62 Prozent), würden einen Rücktritt des ehemaligen Bundesratskandidaten befürworten.

Die Gründe, die laut den Befragten für einen Rücktritt sprechen, sind zahlreich: Für viele soll er gehen, weil «er das Volk belogen hat». Andere sagen, dass er «nicht mit gutem Beispiel vorangegangen ist».

Dagegen argumentieren treue Maudet-Unterstützer, dass eine «unerbittliche Medienkampagne gegen seine Person» laufe. Einige unterstreichen gemäss der Umfrage seine trotz allem «hervorragende Politik» oder die geltende Unschuldsvermutung.

Imageschaden angerichtet

Fast Einigkeit herrscht darüber, dass der Imageschaden angerichtet ist. 94 Prozent der Befragten finden, dass Genfer Politiker nun generell einen weniger guten Ruf geniessen. Fast zwei Drittel sehen auch einen Imageschaden für die FDP Schweiz.

Maudet ist seit Monaten unter Druck aufgrund eines Verfahrens wegen Vorteilsnahme im Zusammenhang einer Reise nach Abu Dhabi. Das Vertrauen der Parteiführung auf kantonaler sowie nationaler Ebene hat der einstige Hoffnungsträger des Freisinns längst verspielt. Er weigert sich jedoch, als Staatsrat zurückzutreten. Ein Amtsenthebungsverfahren gibt es im Kanton Genf nicht.

Für die repräsentative Umfrage wurden zwischen dem 29. Januar und 5. Februar 1032 Genfer Bürgerinnen und Bürger über 18 Jahren befragt. (tam/sda)

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