DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Welt in Karten

Argentinien legalisiert Abtreibungen nicht – und ist damit nicht allein

Argentinien will die Abtreibung nicht legalisieren. Wie sieht es eigentlich sonst auf der Welt aus? Welches Land erlaubt was? Eine Übersicht: 
09.08.2018, 18:1410.08.2018, 08:22
Reto Fehr
Folgen

In der Schweiz ist die Abtreibung seit 2002 erlaubt – sofern dies in den ersten zwölf Wochen nach Beginn der letzten Regelblutung geschieht und die Frau ihren Wunsch schriftlich bestätigt. In Ausnahmefällen ist auch eine spätere Abtreibung möglich.  

Anders sieht dies in Argentinien aus. Das Parlament des südamerikanischen Staates lehnte eine Liberalisierung des Gesetzes ab. Somit gilt dort weiterhin: Abtreibungen sind nur erlaubt bei Vergewaltigungsopfern oder wenn das Leben oder die Gesundheit der Mutter oder des Kindes auf dem Spiel steht.

Die Regelungen sind also für jedes Land unterschiedlich. Grob kann in diese vier Kategorien unterteilt werden:

Die Farben zeigen den aktuellen Stand. <a href="https://www.watson.ch/international/gesellschaft%20&amp;%20politik/914348430--der-hoehepunkt-einer-stillen-revolution-iren-stimmen-klar-fuer-das-recht-auf-abtreibung" target="_blank">Irland beispielsweise stimmte im Mai 2018</a> für eine Lockerung des Gesetzes und dürfte dadurch «grün» werden. Erklärungen zu den Farbgruppen unten.
Die Farben zeigen den aktuellen Stand. Irland beispielsweise stimmte im Mai 2018 für eine Lockerung des Gesetzes und dürfte dadurch «grün» werden. Erklärungen zu den Farbgruppen unten.bild: watson
  • Abtreibung legal: In diesen Ländern ist die Abtreibung ohne medizinischen Grund grundsätzlich legal. In den meisten Ländern gilt dafür – wie in der Schweiz – eine Frist von zwölf Wochen. Es gibt allerdings diverse Ausnahmen.
  • Sozioökonomische Gründe: Abtreibungen sind grundsätzlich erlaubt, allerdings sind die Regeln strenger und es braucht eine Drittperson, welche den Entscheid fällt. 
  • Wenn Gesundheit in Gefahr: In diesen Ländern ist die Abtreibung nur möglich, wenn die Gesundheit der Mutter oder des Kindes auf dem Spiel steht.
  • Wenn Leben in Gefahr: In diesen Ländern ist die Abtreibung nur möglich, wenn das Leben der Mutter oder des Kindes auf dem Spiel steht. In wenigen Ländern sind die Gesetze gar so rigoros, dass eine Abtreibung nicht möglich ist.

Diverse Unterschiede der Gesetze

Innerhalb dieser «Obergruppen» kann es zudem grössere Unterschiede geben. In den USA, Australien und Mexiko können sich die Gesetze von Staat zu Staat unterscheiden. In der Karte haben wir uns für die Regelung im Grossteil des Landes entschieden.

So ist in einigen Ländern Abtreibung im Falle von Vergewaltigung oder bei Inzest explizit erlaubt, in China darf nicht aufgrund des Geschlechts abgetrieben werden, manchmal spielt das Alter der Frau eine Rolle oder teilweise braucht es die Zustimmung des Erzeugers. Alle Details sind hier ersichtlich.

Daten und Quellen
Die Angaben stammen alle von der Nonprofit-Organisation Center for Reproductive Rights, welche seit 1992 besteht und seit 1998 die Weltkarte der Abtreibungsgesetze (worldabortionlaws.com) publiziert. Die Daten dafür stammen, wo immer möglich, direkt aus offiziellen Staatsquellen, andernfalls von der WHO oder der Harvard School of Public Health.

Worin Kinder wirklich ganz miserabel sind: im Verstecken

1 / 13
Worin Kinder wirklich ganz miserabel sind: im Verstecken
quelle: http://imgur.com/gallery/rps8m
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Diese echt aussehenden Masken täuschen selbst dich

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

38 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
ubu
09.08.2018 20:32registriert Juli 2016
Freunde, ich bin gegen Abtreibungen. Wir sind alle gegen Abtreibungen. Abtreibungen sind scheisse, ich wünsche sie niemandem.

Nur: mit Verboten gibt es nicht weniger Abtreibungen, es gibt einfach sehr viel mehr illegale. Ihr wisst schon: Abführmittel, Kleiderbügel, die Geschichten.

Wenn schon eine Abtreibung, dann bitte eine legale, sichere in einem Krankenhaus und nicht irgendwo im Hinterhof.
1849
Melden
Zum Kommentar
avatar
Thom Mulder
09.08.2018 20:26registriert November 2014
Es geht niemanden etwas an was eine Frau entscheidet wenn es um ihr Baby geht. Wenn Andere vorhalten "das ist ja Mord" ist das absolut irrelevant. Jede(r) muss das für sich entscheiden als was sie das empfindet, man KANN das nicht jemand Anderem vorschreiben. Wer nicht abtreiben will hat die Freiheit nicht abzutreiben. Was will man noch mehr?
10144
Melden
Zum Kommentar
avatar
Lienat
09.08.2018 21:08registriert November 2017
Ich mag Abtreibungen nicht. Sie sind nichts gutes.

Und genau deshalb sollen sie legal sein. Denn wenn eine angehende Mutter (bzw. beide Elternteile) sich zu so einem schwierigen Schritt entscheiden müssen, dann ist es nicht nötig, dass sie noch kriminalisiert oder vom Staat bevormundet werden.

Ich mag Abtreibungen nicht. Sie sind nichts gutes. Aber manchmal eben leider notwendig.
7014
Melden
Zum Kommentar
38
So dürfte die Wirtschaft jedes Landes 2022 wachsen – oder eben nicht
Das Coronavirus, der Krieg in der Ukraine, Inflation – das alles setzt der Weltwirtschaft zu. Darum hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose 2022 kürzlich gesenkt. Das ist der Überblick über alle Länder der Welt.

Seit einigen Wochen konnten sich einige Staaten von der Corona-Pandemie erholen – doch da kam auch schon der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Die damit verbundenen erhöhten Kosten bei Energie- und Lebensmitteln treiben die Inflation an.

Zur Story