Justiz
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Zehn Jahre Haft für Ex-Cevi-Leiter – Zürcher Obergericht erhöht Strafmass



Zehn statt 9 1/3 Jahre: Das Zürcher Obergericht hat am Freitag das Strafmass für einen ehemaligen Cevi-Leiter erhöht. Der heute 53-Jährige hatte während vielen Jahren sexuelle Übergriffe auf zahlreiche Buben verübt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Parteien können noch das Bundesgericht anrufen.

Das Gericht hat das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Dietikon ZH vom Mai 2017 weit gehend bestätigt. Der Mann wurde schuldig gesprochen der mehrfachen sexuellen Nötigung, der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, der mehrfachen Pornografie und weiterer Delikte. Den Opfern muss er Entschädigungen zahlen und die Verfahrenskosten tragen.

ZUM PROZESS AM BEZIRKSGERICHT DIETIKON MIT DER URTEILSEROEFFNUNG GEGEN DEN PAEDOPHILEN CEVI-LEITER AM FREITAG, 19. MAI 2017, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- GERICHTSZEICHNUNG --- Von links nach rechts, Anwalt der Opfer, Staatsanwaeltin, der Angeklagte (in blau) und sein Verteidiger waehrend der Verhandlung am Bezirksgericht Dietikon, am Dienstag, 25. April 2017. Dem 51-jaehrigen Angeklagten werden zahlreiche Uebergriffe auf mehrere 8- bis 15-jaehrige Knaben vorgeworfen. Die Staatsanwaeltin beantragt eine 13-jaehrige Freiheitsstrafe und eine Therapie. Das Urteil folgt Mitte Mai. (KEYSTONE/Sibylle Heusser)

Der Angeklagte (in Blau) während des Prozesses vor Bezirksgericht. Bild: KEYSTONE

Bezogen auf einen Geschädigten erliess das Obergericht einen Freispruch. Dies «ganz und gar nicht», weil das Gremium von der Unschuld des Beschuldigten überzeugt wäre, sagte der Vorsitzende. Es gebe in diesem Fall aber ausschliesslich die Aussagen des damaligen Opfers, das sich nicht sicher war, ob er das Ganze nur geträumt habe. Das reichte nicht für eine Verurteilung.

Hunderte Übergriffe während 20 Jahren

Mit seinem Urteil berücksichtigte das Obergericht die Vielzahl der Handlungen - es waren mehrere hundert - , das hinterhältige Vorgehen des Beschuldigten und die «unglaublich lange Zeit» des Delinquierens. Anderseits habe der Mann ein sehr weit gehendes Geständnis abgelegt und er zeige Einsicht in das Unrecht seiner Taten.

Der damalige Cevi-Leiter hatte sich ab 1994 rund 20 Jahre lang an mehreren Buben zwischen fünf und 15 Jahren vergangen. Manche waren jahrelang immer und immer wieder betroffen. Teilweise filmte er seinen Taten. Die Ermittler stellten zehntausende einschlägige Bilder und Filme sicher, darunter auch die eigenen Videos.

Die meisten Übergriffe - von denen ein Teil verjährt ist - erfolgten in der Wohnung des Schweizers. Dieser erschlich sich zuvor jeweils gezielt das Vertrauen der Kinder und deren Eltern. Dabei wählte er bevorzugt Familien mit Problemen.

Sein Treiben flog erst auf, als ein ehemaliges Opfer ihn mit einem Buben im Auto sah und ihn daraufhin anzeigte. Seit Anfang 2015 sitzt er in Haft, er hat mittlerweile vorzeitig den Strafvollzug angetreten und eine Therapie begonnen.

Sedierung gestanden

In der Befragung vom Vormittag hatte der Beschuldigte versichert, wie sehr ihm die Therapie helfe, welche schon das Bezirksgericht angeordnet hatte. Dank ihr habe er erkannt, was er den Kindern angetan habe. Und er führte es auch auf die Therapie zurück, dass er vor dem Obergericht nach jahrelangem Leugnen eingestanden hatte, seine Opfer manches Mal mit einem Schlafmittel sediert zu haben.

Das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon hatten sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft ans Obergericht weitergezogen. Der Staatsanwältin waren die 9 Jahre 4 Monate Freiheitsstrafe zu wenig. Sie forderte vor Obergericht 12 Jahre.

Der Beschuldigte seinerseits wollte eine Reduktion des Strafmasses auf sieben Jahre erreichen. Er wisse zwar, dass es «nicht in Ordnung» sei, was er getan habe, sagte er. Er wisse auch, dass seine Taten durchaus betraft werden müssten. Aber das erstinstanzliche Strafmass finde er denn doch «extrem hoch». Mit seinem Anliegen der Strafreduktion scheiterte der Mann nun in der zweiten Instanz. (sda)

Gravierende Vorwürfe gegen Heim im Kanton Waadt

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Video: srf

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11
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Calvin Whatison 19.10.2018 13:51
    Highlight Highlight Schade sind es jetzt NUR 10 Jahre.
  • ralck 19.10.2018 11:17
    Highlight Highlight Solche Berichte sind ein Horror für jeden Verantwortlichen einer Pfadi-, Cevi- oder anderer Jugendgruppe…
    • stadtzuercher 19.10.2018 13:23
      Highlight Highlight @riqqo, ich denke, für die missbrauchten Buben wars der erheblich grössere Horror.
    • Raudrhar 19.10.2018 17:11
      Highlight Highlight Aye, aber die ständige Erwähnung in der direkten Bezeichnung war dennoch sinnlos und völlig unnötig.
  • Lina-Lou 19.10.2018 11:15
    Highlight Highlight Danke Staatsanwalt, aber auch 12 Jahre sind noch nicht genug!
  • Steven86 19.10.2018 11:05
    Highlight Highlight Nur 9 Jahre?
  • DerSimu 19.10.2018 10:53
    Highlight Highlight Pädophilie ist eine sexuelle Orientierung für die keiner verantwortlich ist. Wer aber Pädophilie auslebt, weiss, was er tut und gehört bestraft.

    9 Jahre für 8 (bekannte) Fälle finde ich persönlich nicht zu viel!
    • H. L. 19.10.2018 12:08
      Highlight Highlight Ohne irgendeine Wertung sei einfach auch mal wieder gesagt:
      Für seine Sexualität sozial geächtet zu werden und sie nicht ausleben zu dürfen, ist ein hartes Schicksal.
  • Burgfrohlein 19.10.2018 09:49
    Highlight Highlight Sozusagen pro missbrauchtem Bub ein Jahr Gefängnis. Sowas macht mich wütend, wenn ich daran denke wieviele Jahre diese Kinder danach darunter leiden.
  • hofma99 19.10.2018 09:31
    Highlight Highlight Ich weiss ja nicht, aber für mich sind die Strafen viel zu gering bei solchen Vergehen.

    Ich persönlich könnte solche Person nicht verteidigen vor Gericht.
  • dertypvonnebenan 19.10.2018 08:41
    Highlight Highlight Hoffentlich wird das Gericht eine angemessene Strafe verhängen.

Mann drückt Zürcher Polizistin brennende Zigarette ins Gesicht

Ein 45-jähriger Mann hat am Dienstagmittag eine Zürcher Verkehrspolizistin angegriffen und ihr eine brennende Zigarette ins Gesicht gedrückt. Der mutmassliche Täter konnte festgenommen werden.

Die Polizistin war wegen eines Verkehrsunfalls zum Hauptbahnhof gerufen worden. Als sie nach Abschluss des Falles auf ihr Motorrad steigen wollte, wurde sie vom Angreifer von hinten angesprochen und beleidigt. Als sie sich zu ihm umdrehte, drückte ihr der Mann plötzlich eine brennende Zigarette ins Gesicht.

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