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Feiert im April wieder der SC Bern den Meistertitel?
Feiert im April wieder der SC Bern den Meistertitel?Bild: TI-PRESS
Eismeister Zaugg

Wer wird Schweizer Meister? Hier kommen die vier Playoff-Menüs des Eismeisters

Der sicherste Weg in die Blamage ist die Playoff-Prognose. Die NLA ist die unberechenbarste Liga ausserhalb Nordamerikas.
04.03.2017, 11:4704.03.2017, 14:56

SCB-Cheftrainer Kari Jalonen ist ein weitgereister Mann des Eishockeys. Und doch hat er das Staunen nicht verlernt. Beispielsweise das Staunen über unser Hockey. Vor den Playoffs sei ihm so richtig bewusst geworden, wie ausgeglichen die NLA sei: «Diese Chancengleichheit gibt es in Finnland nicht.» Zu gross seien die Unterschiede bei der wirtschaftlichen Situation der Klubs.

In der NHL ist die Ausgeglichenheit durch ein komplexes Regelwerk garantiert, das die Gesetze der freien Marktwirtschaft weitgehend ausser Kraft setzt. Das Draftsystem (die sportlich schwächsten Klubs haben Zugriff auf die besten Nachwuchsspieler), die Lohnobergrenze, eine Transferordnung, die dafür sorgt, dass Klubwechsel Gegengeschäfte sein müssen (erst ab einem bestimmten Alter sind Spieler frei handelbar) und ein reglementierter finanzieller Ausgleich zwischen den Klubs (der in etwa dem Lastenausgleich in der eidgenössischen Politik entspricht) sorgen für eine erstaunliche sportliche und wirtschaftliche Chancengleichheit.

Welches Playoff-Szenario ist das wahrscheinlichste?

Die Ausgeglichenheit im helvetischen Hockey ist zerbrechlicher. Sie hat sich erst im Laufe der letzten 15 Jahre entwickelt. Sie ist das Produkt guter Klubführung, wirtschaftlicher Zwänge (mit Ausnahme von Lugano und Lausanne versuchen die Klubs mit mehr oder weniger Erfolg, nur noch so viel Geld auszugeben wie sie einnehmen), freundlicher Mäzen und einem konstanten Wachstum an Werbe- und TV-Einnahmen.

Wer die Blamage scheut, wagt es nicht mehr, sich auf eine Prognose festzulegen. Mit vernünftigen Argumenten können mindestens vier verschiedene Prognosen begründet werden. Wir können sie bildhaft als Produkte der Gastronomie charakterisieren.

Gewöhnliches Menü nach Hausfrauenart

Viertelfinal

SC Bern – Biel 4:1: Jonas Hiller war ein guter, aber kein grosser Goalie.

ZSC Lions – Lugano 4:2: Wer im Sommer zu wenig trainiert, im Frühjahr nicht triumphiert.

Lausanne – Davos 3:4: Gilles Senn wird der neue Leonardo Genoni.

Zug – Servette 4:2: Servette war zu böse, die Refs waren zu aufmerksam.

Halbfinal

SC Bern – Davos 4:2: Gilles Senn ist doch noch kein Meistergoalie.

ZSC Lions – Zug 4:1: Tobias Stephan kann einfach keine Meisterschaften gewinnen.

Final

SC BERN – ZSC Lions 4:3: Die Hockeyhauptstadt ist und bleibt Bern.
Direkte Auswirkung: Harold Kreis bleibt Trainer in Zug. Lausannes Dan Ratushny bekommt mit dem neuen Assistenten John Fust einen Aufpasser zur Seite gestellt. Lars Leuenberger sagt: «Ich bin bereit für eine neue Herausforderung.» Kevin Schläpfer sagt: «Ein Job in der NLA wäre für mich eine grosse Herausforderung.»

Der Schweizer Eishockey-Meisterpokal im Wandel der Zeit

Menü Surprise

Viertelfinal

SC Bern – Biel 4:1: Tapferes Biel, grosser Jonas Hiller, übermächtiger SCB.

ZSC Lions – Lugano 2:4: So wird Elvis Merzlikins ein NHL-Goalie.

Zug – Servette 3:4: Harold Kreis wird von Chris McSorley gnadenlos ausgecoacht.

Lausanne – Davos 4:2: Cristobal Huet macht die Differenz.

Halbfinal

SC Bern – Lugano 4:2: Die Berner sind böser.

Lausanne – Servette 4:1: Lausanne ist die welsche Antwort auf den HCD.

Final

SC BERN– Lausanne 4:0: Die Energietanks sind leer, Lausanne kann dem SCB nicht davonlaufen.
Direkte Auswirkungen: Zug verlängert den Vertrag mit Harold Kreis nicht. In Zürich wird Hans Wallson ins Provisorium versetzt und im November gefeuert. Lars Leuenberger sagt: «Ich bin bereit für eine neue Herausforderung.» Kevin Schläpfer sagt: «Ein Job in der NLA wäre für mich eine grosse Herausforderung.»

Gewöhnliches Menü nach Hausfrauenart, scharf gewürzt

Viertelfinal

SC Bern – Biel 4:3: Im 7. Spiel macht Leonardo Genoni den Unterschied.

ZSC Lions – Lugano 4:3: Die Früchte des herbstlichen Konditionstrainings: Inti Pestoni sorgt in der Verlängerung des 7. Spiels für die Entscheidung.

Zug – Servette 4:3: Zug kann im 7. Spiel 28 Minuten in Überzahl spielen.

Lausanne – Davos 3:4: Die Davoser haben im 7. Spiel mehr Energie.

Halbfinal

SC Bern – Davos 4:0: Die grosse mächtige Maschine SCB überrollt den HCD.

ZSC Lions – Zug 3:4: Hans Wallson hätte im 7. Spiel Niklas Schlegel einsetzen sollen.

Final

SC BERN– Zug 4:0: Der beste SC Bern seit der «Ära Gilligan».
Direkte Auswirkungen: Zug verlängert den Vertrag mit Harold Kreis um drei Jahre. Lars Leuenberger sagt: «Ich bin bereit für eine neue Herausforderung.» Kevin Schläpfer sagt: «Ein Job in der NLA wäre für mich eine grosse Herausforderung.»

Nouvelle «Cuisine», Menü Surprise

Viertelfinal

SC Bern – Biel 3:4: Jonas Hiller besser als Leonardo Genoni.

ZSC Lions – Lugano 1:4: Spieleraufstand gegen Hans Wallson.

Lausanne – Davos 4:3: Gilles Senn war der Nervenbelastung im 7. Spiel nicht gewachsen.

Zug – Servette 1:4: Josh Holden und Timo Helbling rasten im 3. Spiel aus und bleiben bis Saisonende gesperrt.

Halbfinal 

Lausanne – Biel 4:0: Biels Batterien sind leer.

Servette – Lugano 4:3: Damien Brunner und Linus Klasen gelingt gegen das raue Servette kein einziges Tor.

Final

Lausanne – Servette 4:2: Cristobal Huet ist besser als Robert Mayer.
Direkte Auswirkungen: Marc Lüthi spricht Kari Jalonen und Peter Zahner Hans Wallson das Vertrauen aus. Wallson wird im November, Jalonen im Januar gefeuert. Zug verlängert den Vertrag mit Harold Kreis nicht. Lars Leuenberger sagt: «Ich bin bereit für eine neue Herausforderung.» Kevin Schläpfer sagt: «Ein Job in der NLA wäre für mich eine grosse Herausforderung.»

P.S. Lars Leuenberger und Kevin Schläpfer bekommen für die Saison 2017/18 keinen Trainerjob in der NLA.

Welches Playoff-Szenario ist das wahrscheinlichste?

Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Playoffs 1985/86

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Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Playoffs 1985/86
quelle: keystone / ennio leanza
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