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Israelischer Luftangriff auf den TV-Sender der radikalislamischen Hamas, Al-Aqsa TV.
Israelischer Luftangriff auf den TV-Sender der radikalislamischen Hamas, Al-Aqsa TV.
Bild: AP/AP

Eskalation in Nahost: Palästinenser feuern weitere Raketen und Granaten auf Israel 

13.11.2018, 08:59

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Dienstag ihre heftigen Raketenangriffe auf Israel fortgesetzt. In der Nacht seien rund 70 Geschosse aus dem Küstenstreifen abgefeuert worden, teilte das israelische Militär mit.

Als Reaktion habe die Luftwaffe etwa 50 weitere Ziele der dort herrschenden Hamas und seiner militärischen Einrichtungen angegriffen. Bei den Luftangriffen wurden seit Montagabend vier militante Palästinenser getötet, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte.

Fehlgeschlagener Einsatz der Israeli

Die Situation eskalierte, nachdem bei einem fehlgeschlagenen Einsatz einer israelischen Spezialeinheit im Gazastreifen am Sonntag sieben militante Palästinenser und ein israelischer Offizier getötet worden waren.

Israels Militär meldete unterdessen mehr als 300 Raketen und Granaten, die aus der palästinensischen Enklave auf israelisches Gebiet gefeuert worden seien. Dabei wurde demnach auch ein Reisebus getroffen, ein 19-jähriger Israeli wurde nach Angaben von Ärzten schwer verletzt und schwebte in Lebensgefahr.

Die israelische Armee erklärte, etwa 60 Raketen und Granaten hätten abgefangen werden können. Drei Menschen seien in der südisraelischen Stadt Sderot verletzt worden. In Ashkelon und Netivot wurden Häuser durch den Beschuss aus dem Gazastreifen zerstört.

Israel habe im Gegenzug bisher rund 150 Ziele im Gazastreifen angegriffen, teilte die israelische Armee mit. Mehr als 20 Stellungen der im Gazastreifen regierenden radikalislamischen Hamas und der Palästinensergruppe Islamischer Dschihad seien getroffen worden.

Eine Panzerabwehrgranate hatte am Montag einen Bus nordöstlich des Gazastreifens getroffen, in dem mindestens ein israelischer Soldat schwer verletzt wurde.
Eine Panzerabwehrgranate hatte am Montag einen Bus nordöstlich des Gazastreifens getroffen, in dem mindestens ein israelischer Soldat schwer verletzt wurde.
Bild: AP/AP

Die militante Volksfront zur Befreiung Palästinas erklärte, bei zwei der getöteten Palästinenser handle sich um ihre Kämpfer. Ein drittes Opfer gab es im Norden des Gazastreifens. Das Gesundheitsministerium meldete zudem neun Verletzte.

Der militärische Arm der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas bekannte sich dazu, Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert zu haben. «Das gemeinsame Kommando palästinensischer Gruppen verkündet den Beginn von Bombardierungen von Siedlungen des Feindes mit einer grossen Anzahl Raketen», erklärten die Essedin-al-Kassam-Brigaden.

TV-Sender bombardiert

Die israelische Luftwaffe bombardierte zudem den Fernsehsender der radikal-islamischen Hamas-Bewegung im Gaza-Streifen. Die Gebäude von Al-Aksa-Television in Gaza-Stadt wurden dabei zerstört, wie Palästinenser-Vertreter mitteilten. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Rauch steigt vom Gebäude von Al-Aksa-Television auf.
Rauch steigt vom Gebäude von Al-Aksa-Television auf.
Bild: EPA/EPA

Die Angestellten hatten vor dem Bombardement die Fernsehstation verlassen, nachdem Israel den Sender telefonisch zur Evakuierung des Gebäudes aufgefordert hatte. Auch warnte die Luftwaffe vor dem Angriff mit dem Abfeuern von fünf Raketen, die in der Nähe einschlugen und nicht detonierten.

Die israelische Armee rechtfertigte den Angriff damit, dass Al-Aksa ein «Instrument» der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas sei.

Der Sender trage zu den militärischen Aktivitäten der Hamas bei und rufe zu Terrorangriffen gegen Israel auf. Al-Aksa-Television nahm nach einer kurzen Unterbrechung den Betrieb wieder auf und sendete Archiv-Aufnahmen zu martialischer Musik.

Bei den Luftangriffen wurde auch ein früheres Hotel in Gaza-Stadt bombardiert, das von der Hamas als Sicherheitsbüro genutzt wurde, wie der AFP-Journalist berichtete.

Zehnjährige Haftstrafe für eine Videoaufnahme?

Video: srf

Uno und EU warnen

Der Uno-Nahostgesandte Nikolay Mladenov schrieb auf Twitter: «Die Eskalation in den vergangenen 24 Stunden ist extrem gefährlich und rücksichtslos.» Die Vereinten Nationen arbeiteten eng unter anderem mit Ägypten zusammen, um die Lage zu beruhigen. Die EU rief beide Seiten auf, alles zu vermeiden, was zur Eskalation beitrage oder Zivilisten gefährde. «Alle gewalttätigen Handlungen müssen unverzüglich aufhören», sagte eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini.

Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, schrieb auf Twitter: «Der israelischen Regierung sollte bewusst sein, dass alle Angriffe auf das palästinensische Volk beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gemeldet werden.»

Saeb Erekat.
Saeb Erekat.
Bild: AP/AP

Die erneute Gewalteskalation war vom Einsatz israelischer Spezialkräfte im Gazastreifen ausgelöst worden. Dabei starben sieben Palästinenser und ein israelischer Offizier. Nach palästinensischen Angaben war unter den getöteten Palästinensern ein Kommandant der Kassam-Brigaden. Die Hamas hatte nach dem israelischen Einsatz vom Sonntag Rache geschworen.

Ungeplanter «Schusswechsel»

Die israelische Armee teilte mit, der Einsatz der Spezialkräfte sei nicht wie geplant verlaufen. Bei einem «Schusswechsel» im Süden des Gazastreifens nahe der Stadt Chan Junis sei ein Oberstleutnant getötet und ein weiterer Offizier leicht verletzt worden.

Die Kassam-Brigaden erklärten, die israelischen Soldaten seien in einem Zivilfahrzeug in den Gazastreifen eingedrungen. Die im Gazastreifen herrschende Hamas sprach von einem «feigen israelischen Angriff».

Eine Bodenoperation israelischer Soldaten im Gazastreifen ist ein relativ seltener Vorgang. Der israelischen Armee zufolge nahmen die Soldaten an einer «Geheimdienstoperation» teil. Die Streitkräfte bestritten zugleich Angaben der Hamas, wonach bei dem Einsatz Palästinenser ermordet oder gefangengenommen werden sollten. (sda/afp/reu)

Millionen Liter Öl aus Pipeline in Israel ausgelaufen:

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Millionen Liter Öl aus Pipeline in Israel ausgelaufen
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