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Kommen wir bald in den «Genuss» einer europaweiten Superliga?<br data-editable="remove">
Kommen wir bald in den «Genuss» einer europaweiten Superliga?
Bild: Tony O'Brien/REUTERS
Kommentar

Eine «European Super League»? Damit wäre der Klub-Fussball vollends dem Untergang geweiht

In England werden Gespräche über eine «Super League», in der die europäischen «Top-Klubs» automatisch gegeneinander antreten, wieder aufgenommen. Klingt nach Spektakel, ist aber in Wahrheit nur ein weiterer Schritt in Richtung totale Kontrolle der finanzstarken Fussball-Mäzene.
03.03.2016, 15:2704.03.2016, 11:27
Tobias Wüst
Tobias Wüst
Tobias Wüst
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Dienstagabend, London: Eine Handvoll verschmitzt grinsender Hugo-Boss-Träger mit weissen Haaren verlässt das Nobel-Hotel Dorchester. Sie haben gerade im stillen Kämmerchen über die Zukunft des europäischen Fussballs debattiert. Und den falschen Entscheid getroffen.

Es sind die Klubbosse der «Big 5» der englischen Premier League. Wie die britische «Sun» berichtet, haben sich die fünf Bonzen zum Kaffeetratsch getroffen und dabei die Planung einer europaweiten «Super League» für Top-Klubs vorangetrieben. Eine Schnapsidee sondergleichen, getrieben von Machtgier und Geldhunger.

Die «European Super League»
Noch ist wenig über das Konzept der «European Super League» bekannt. Sie soll ein Konkurrenzwettbewerb zur Champions League darstellen. Teilnahmeberechtigt ist ein fixer Pool an Teams aus den grossen europäischen Ligen.
Wie die Teilnehmer bestimmt würden, ist noch nicht definiert. Klar ist, dass es sich um die «Top-Klubs» des europäischen Fussballs handeln würde.

Die Besten müssen gegen die Besten spielen

Doch der Reihe nach: Bereits vor der Jahrtausendwende ist die Idee erstmals angedacht worden, im Juli 2009 meinte Real-Madrid-Präsident Florentino Perez gegenüber dem «Daily Telegraph»: «Wir brauchen eine ‹European Super League›, damit sichergestellt ist, dass die Besten immer gegen die Besten spielen – etwas, dass in der Champions League nicht gegeben ist.»

Auch Real-Boss Florentino Perez würde das neue Klub-Format begrüssen.<br data-editable="remove">
Auch Real-Boss Florentino Perez würde das neue Klub-Format begrüssen.
Bild: Getty Images Europe

Und tatsächlich: Mit Dynamo Kiew und KAA Gent haben sich heuer zwei Fussballzwerge bis in die Achtelfinals der Champions League gekämpft, zudem ist auch der PSV Eindhoven – ehemals gross, heute maximal mittel-prächtig – noch im Rennen.

Vor dem Fernseher sitzen dienstags und mittwochs dagegen Klubs wie Manchester United oder Chelsea, die gemäss Papierform zu den Besten der Welt gehören. Und genau da liegt der Hund begraben.

Wer die K.o.-Runde der Champions League nicht erreicht, gehört nicht zu den Besten. Punkt.

Kein Wettbewerbsgedanke mehr

Fussball ist immer auch eine Momentaufnahme: Kräfteverhältnisse können sich verschieben, die «Schlechteren» zu den «Besseren» werden. Eine «Super League» würde diese Verhältnisse festigen und damit völlig dem Wettbewerbsgedanken entgegenlaufen. Dabei macht genau dieser den Fussball aus.

Ein Dorn im Auge der englischen Gross-Klubs: Das aufmüpfige Leicester City.&nbsp;<br data-editable="remove">
Ein Dorn im Auge der englischen Gross-Klubs: Das aufmüpfige Leicester City. 
Bild: Getty Images Europe

In der Premier League geben in dieser Saison Leicester City und Tottenham den Ton an, die Grossklubs müssen wieder einmal um die europäische Bühne zittern. Mit der automatischen Qualifikation für die «European Super League» wäre dieses Problem ein für alle Mal vom Tisch, die Grossen könnten weiter fleissig Moneten scheffeln und sich vom Rest absetzen.

Die Champions League würde ohne Europas Top-Teams natürlich nicht mehr funktionieren und vom Erdboden verschwinden. Damit wären die Millionen aus dem europäischen Geschäft einzig für die bereits jetzt finanzstarken Klubs reserviert.

Eine unheimliche Vorstellung.

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