USA
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Jed Bush, 24, left, of Washington, a Hill staffer, Maria Praeli, 25, a DACA recipient, and Katie Aragon, 26, react to Democratic wins in the House of Representatives, during a Democratic party election night returns event at the Hyatt Regency Hotel, on Tuesday, Nov. 6, 2018, in Washington. (AP Photo/Jacquelyn Martin)

Demokratische Aktivisten jubeln in der Wahlnacht. Seither hat sich das Ergebnis noch verbessert. Bild: AP/AP

Vormarsch der Demokraten: Es gab doch eine «Blaue Welle» bei den Midterms

Eine Woche nach den Zwischenwahlen in den USA sieht das Bild für die Demokraten immer erfreulicher aus. Im Repräsentantenhaus holen sie mehr Sitze als erwartet, und die Verluste im Senat halten sich in Grenzen.



Ausgerechnet Florida! Einmal mehr wird der Sunshine State zum Schauplatz eines Nachzähl-Dramas. Ungute Erinnerungen kommen auf an die Präsidentschaftswahl 2000 zwischen George W. Bush und Al Gore. Damals hing alles vom Ergebnis in Florida ab, doch das Rennen war derart knapp, dass die Stimmen neu ausgezählt werden mussten.

Das Prozedere zog sich wochenlang dahin. Der Oberste Gerichtshof beendete das unwürdige Spektakel und erklärte Bush zum Sieger. 18 Jahre später wiederholt sich die Geschichte. Bei der Senats- und der Gouverneurswahl in Florida ist der Vorsprung der republikanischen Bewerber so gering, dass das Wahlgesetz eine maschinelle Nachzählung verlangt. Sie soll bis Donnerstag beendet sein, unabhängig davon, ob alle Stimmen erfasst sind.

Election workers place ballots into electronic counting machines, Sunday, Nov. 11, 2018, at the Broward Supervisor of Elections office in Lauderhill, Fla. The Florida recount began Sunday morning in Broward County. (Joe Cavaretta /South Florida Sun-Sentinel via AP)

In Florida muss wieder einmal nachgezählt werden. Bild: AP/South Florida Sun-Sentinel

Beide Seiten drohen mit Klagen, was die Verkündigung des Endergebnisses erneut in die Länge ziehen könnte. Donald Trump verdächtigt die Demokraten gewohnt faktenfrei des Wahlbetrugs. Offen ist auch die Gouverneurswahl im Nachbarstaat Georgia. Noch sind nicht alle Briefstimmen ausgezählt. Die Demokratin Stacey Abrams hofft auf eine Stichwahl am 4. Dezember.

Bis 40 Sitze mehr

Politanalysten in den USA bezweifeln in allen drei Fällen eine Trendwende zugunsten der Demokraten. Trotzdem kann sich die Partei freuen. Eine Woche nach den Midterms zeichnet sich ein wesentlich besseres Ergebnis ab, als noch in der Wahlnacht vermutet. Die im Vorfeld erhoffte «Blaue Welle» fand tatsächlich statt, nicht imposant zwar, aber dennoch bemerkenswert.

So haben die Demokraten im Repräsentantenhaus bislang 33 Sitze hinzugewonnen. Weil nicht alle Wahlkreise definitiv ausgezählt sind, dürften es am Ende 35 bis 40 Sitze werden, schreibt die «New York Times». Das ist der grösste Zuwachs für die Demokraten seit den 1970er Jahren. Mindestens 17 Sitze wurden in Wahlkreisen geholt, in denen Donald Trump 2016 gewonnen hatte.

Damit erhärtet sich der Befund, dass die Demokraten die einstige Dominanz der Republikaner in den wohlhabenden Vororten durchbrechen konnten. Auch im Senat sind die Perspektiven nicht so düster wie vor einer Woche befürchtet. Die Demokraten werden einen oder zwei Sitze an die Republikaner abgeben müssen, womit sich der Schaden halbwegs in Grenzen hält.

Midterms: Gewinner und Verlierer

In Arizona gelang ihnen sogar ein symbolträchtiger Erfolg. Am Montag gestand die Republikanerin Martha McSally ihre Niederlage gegen die Demokratin Kyrsten Sinema ein. Erstmals seit 30 Jahren hat deren Partei damit eine Senatswahl in dem konservativen Bundesstaat gewonnen. Zuvor hatte sie den Republikanern bereits im benachbarten Nevada einen Sitz entrissen.

«Verliererstrategie» der Republikaner

Diese beiden Erfolge illustrieren den demografischen Wandel im Südwesten der USA. Der Zuzug von jungen Leuten und das Wachstum der Latino-Bevölkerung haben diese einst roten in violette Staaten verwandelt. Sogar die konservative Hochburg Texas könnte diesen Weg gehen, wie die knappe Niederlage von Beto O'Rourke bei der Senatswahl gegen Ted Cruz zeigt.

«Der Extremismus der heutigen republikanischen Partei ist eine Verliererstrategie für die Zukunft», sagte Grant Woods der «New York Times». Der frühere Justizminister von Arizona ist aus Protest gegen Donald Trump von den Republikanern zu den Demokraten «übergelaufen». Der Präsident und seine Partei hätten sich für die immer jüngere und vielfältigere Bevölkerung im Südwesten zu weit nach rechts bewegt.

Landkarte bleibt ein Problem

In den traditionellen Industriestaaten im Nordosten – dem Rust Belt – ist das Ergebnis durchzogener. So driftet der gewichtige Swing State Ohio zunehmend nach rechts ab. Dafür legten die Demokraten in Michigan, Pennsylvania und Wisconsin deutlich zu. Die drei Staaten waren der Schlüssel zu Donald Trumps Wahlsieg vor zwei Jahren. Allerdings betrug sein Vorsprung jeweils nur einige zehntausend Stimmen – kein gutes Omen für die Wahl 2020.

Gewinner & Verlierer der Midterms

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Video: srf

Ein Problem für die Demokraten bleibt die politische Landkarte. Im ländlich-konservativen Amerika verlieren sie zunehmend an Terrain. Das wird es ihnen erschweren, die Mehrheit im Senat zu erobern. Ein weiterer Nachteil ist das Gerrymandering, die willkürliche Einteilung der Wahlkreise, das vorab von den Republikanern praktiziert wird, um möglichst viele rechte Mehrheiten zu kreieren.

Gewinne auch in den Bundesstaaten

Ohne diese umstrittene Praxis hätten die Demokraten den Republikanern im Repräsentantenhaus wohl mehr als 50 Sitze abgenommen, schätzt die «New York Times». Um dies zu ändern, müssen die Demokraten auch in den Regierungen und Parlamenten der Bundesstaaten deutlich zulegen.

Die gute Nachricht: Am letzten Dienstag ist ihnen auch das gelungen. In Wisconsin konnten sie den republikanischen Gouverneur Scott Walker, eine ihrer grössten Hassfiguren überhaupt, aus dem Amt jagen. Die «Blaue Welle» war eben nicht nur ein nationales Phänomen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • a.k.a.1896 15.11.2018 01:56
    Highlight Highlight https://www.theinvestigative.com/a-chart-exposing-how-the-bilderberg-group-controls-the-entire-world/
    noch fragen?
  • Herr Ole 14.11.2018 19:28
    Highlight Highlight Meiner Meinung nach ist das Majorzwahlsystem in den USA schlecht für die Qualität der dortigen Demokratie. Erstens führt es zu einem Zweiparteiensystem mit lächerlich grossen Parteien, die teilweise völlig unterschiedliche Flügel haben. Zweitens macht es das Gerrymandering viel effektiver.
    Da in einem Proporzwahlsystem beide grossen Parteien aber schwächer wären als heute, wird sich das kaum jemals ändern.
  • zeromaster80 14.11.2018 18:39
    Highlight Highlight Jahrzehnte lang leugnet man den "Austausch" der Bevölkerung, nun feiern ihn die Linken als Erfolg und wollen ihn weiter beschleunigen...
    Und bevor man die Demokraten feiert sollte man bedenken, was sie unter Obama alles verloren haben... Es ist ein ganz normales Bild der USA.
    • Sauäschnörrli 14.11.2018 20:52
      Highlight Highlight Die Linken wollen erneut Tausende afrikanische Leibeigene und südamerikanische Farmarbeiter einführen um die Gewinne der Industriellen und Grossgrundbesitzer zu maximieren? Dass ist ja fürchterlich. Warum redet nur niemand darüber? 😱
    • Juliet Bravo 15.11.2018 02:56
      Highlight Highlight Ich liebe die „Umvolkungs“-VTler😂
  • Karl Marx 14.11.2018 17:50
    Highlight Highlight Gerrymandering hat keinen Einfluss auf die Senatswahlen. Bitte nochmal über die Bücher.
    • Aladdin 15.11.2018 11:00
      Highlight Highlight @Slavoj: Natürlich hat das Gerrymandering nichts mit den Wahlen für den Senat zu tun. Das denkt aber auch niemand. Der Artikel handelt fast ausschliesslich von den Wahlen ins Repräsentantenhaus.
  • Pana 14.11.2018 16:44
    Highlight Highlight Das Foto von den Neugewählten sagt so ziemlich alles. Republikaner: Ältere, weisse Männer. Demokraten: Real Life USA 2018.
    • loquito 14.11.2018 18:47
      Highlight Highlight Ja, dies repräsentieren kaum "das Volk" sondern eben weisse alte Männer... Demokratie sieht mMn nichtvso aus...
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 15.11.2018 06:27
      Highlight Highlight Problem mit älteren, *reichen*, weissen Männern, die ihre Macht hauptsächlich dazu nutzen, um noch mehr Macht zu bekommen. Quasi politgewordenes Zamomin.
  • itsjustmepatc 14.11.2018 15:57
    Highlight Highlight Also man kann ja wirklich vieles und oft auch schlechtes über die Republikaner sagen, aber Gerrymandering so gut wie nur ihnen in die Schuhe zu schieben ist faul und auch einfach nicht wahr. BEIDE Parteien zeichnen, wenn sie können, jeweils die Wahlkreise so, dass sie ihr bestes Ergebnis erreichen. Das hat also ausnahmsweise mal nichts damit zu tun wer der “Böse” ist und ob die USA nun entlang der Parteilinien gespalten ist.
    • Platon 14.11.2018 18:37
      Highlight Highlight @itsjustmepact
      Halt stopp, was Blunschi sagt ist schon wahr. Zu behaupten Blunschi würde als Journalist absichtlich falsche Dinge herauszuposaunen ist schon eher faul, es gibt schliesslich einen Journalistenkodex.
      Aber zurück zum Thema. Es gibt Staaten, die Komissionen bei der Zeichnung einsetzen, die nicht politisch gesteuert werden. Zufällig sind es vor allem demokratischere Staaten. Ich sags ja schon lange: Den Demokraten fehlt einfach die politische Unverfrohrenheit, um die Reps in die Schranken zu weisen.
      https://en.m.wikipedia.org/wiki/Gerrymandering_in_the_United_States
    • Klaus07 14.11.2018 19:13
      Highlight Highlight Die USA sollte halt auch zur Proporzwahl umsteigen. Dann wäre Garrymandering Geschichte.
    • Anna Landmann 14.11.2018 19:23
      Highlight Highlight Es gibt ein (mathematisch berechnete) akzeptable Grenze der Unfairheit. Die Republikaner sind häufiger darüber als die Demokraten.
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