DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Er kann sich freuen: Donald Trumps Republikaner erhalten einen finanziellen Zustupf aus der Schweiz.
Er kann sich freuen: Donald Trumps Republikaner erhalten einen finanziellen Zustupf aus der Schweiz.
Bild: EPA/EPA

Schweizer Firmen spenden 1,7 Millionen an Trumps Partei

Tochterfirmen hiesiger Konzerne spenden bei den Zwischenwahlen für beide Parteien. Allein die Lobbygruppe der UBS hat im Wahlzyklus 2018 bis Ende September eine Million Dollar an amerikanische Politiker gespendet.
13.10.2018, 09:23
Lorenz Honegger / Schweiz am Wochenende

Die amerikanischen Gesetze sind eigentlich glasklar. Ausländische Personen, seien es Individuen oder Firmen, dürfen sich nicht finanziell im Wahlkampf engagieren. Wer gegen diese Auflage verstösst, gerät schnell ins Visier der Strafverfolgungsbehörden. Doch es gibt Schlupflöcher.

US-Tochtergesellschaften von ausländischen Konzernen etwa dürfen bei ihren Mitarbeitern Spenden einsammeln und an Politiker verteilen. Bedingung ist: Das Geld muss von US-Bürgern stammen. Und nur US-Bürger dürfen über die Verwendung entscheiden.

UBS spendet am meisten

Schweizer Unternehmen nutzen diesen Freiraum des amerikanischen Wahlrechts intensiver als Konzerne aus fast allen anderen Staaten. Knapp drei Millionen Franken haben ihre Lobbygruppen im Hinblick auf die am 6. November stattfindenden Zwischenwahlen bereits gespendet, um die Zusammensetzung des Repräsentantenhauses und des Senats zu beeinflussen. Der Betrag wäre noch höher, wenn man jene Spenden dazuzählen würde, welche Mitarbeiter auf individueller Basis getätigt haben. Die Daten stammen von der Bundeskommission zur Wahlkampffinanzierung.

Eine besonders grosse Kriegskasse hat die Schweizer Finanz- und Pharmabranche. Im Wahlzyklus 2018 hat das UBS Political Action Committee (die Lobbygruppe der gleichnamigen Schweizer Grossbank) bis Ende September eine Million Dollar an amerikanische Politiker gespendet. Damit führt sie die Spendenrangliste ausländischer Tochterfirmen an. An zweiter Stelle folgt der japanische Autohersteller Toyota mit 679 000 Dollar.

Im Wahlzyklus 2018 hat das UBS Political Action Committee eine Million Dollar an amerikanische Politiker gespendet.

Wie schon 2014 und 2016 floss die Mehrheit des UBS-Geldes – 598 500 Dollar – an die Republikaner, die Partei von Präsident Donald Trump. Für die Demokraten blieben 461 000 Dollar übrig. Das ist kein Zufall, sondern ein bekanntes Muster: Tochtergesellschaften von Schweizer Konzernen unterstützen zwar meistens beide Parteien mit hohen Beträgen, aber die als besonders wirtschaftsfreundlich geltenden Republikaner immer noch etwas mehr. Daran hat auch Donald Trumps unkonventionelle Art zu regieren nichts geändert: Der Anteil der Republikaner an den Schweizer Firmenspenden ist 2018 gegenüber 2016 von 58 auf 56 Prozent gesunken. Der Rückgang liegt in der normalen Schwankungsbreite, wie ein Blick auf frühere Wahlzyklen zeigt.

Die Spenden garantieren den Firmen Einfluss, sind aber mit Reputationsrisiken verbunden. Im Jahr 2011, als die UBS wegen des Steuerstreits und des Libor-Skandals in den Schlagzeilen stand, veröffentlichte die «Washington Post» einen kritischen Bericht über die Spendenaktivitäten der Schweizer Grossbank. Die UBS betonte damals wie immer in solchen Fällen, dass die Mitarbeiter freiwillig an die UBS PAC spenden und dass das Geld gleichmässig an beide Parteien verteilt werde. Ausserdem würden Präsidentschaftskandidaten nie direkt unterstützt. 

Trump hat 413 Millionen Dollar Steuern hinterzogen

Video: srf

Kanye West trifft Donald Trump

1 / 8
Kanye West trifft Donald Trump
quelle: epa/bloomberg / john taggart / bloomberg / pool
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Es ist Zeit, dass sich etwas ändert» – Zukunft der katholischen Kirche wird diskutiert

Bis im Frühling 2022 können sich Gläubige zur Zukunft der Kirche äussern. Einige Schweizer Bischöfe haben einen Fragebogen vorgestellt, der auch heikle Fragen anpackt. Die heissesten Eisen aber fehlen. Und ein berühmt-berüchtigter Bischof will gar nicht mitmachen.

Wie viel Mut bringen die Schweizer Bischöfe auf? Denn bis im Frühling 2022 sollen die Gläubigen, im Rahmen einer weltweiten Synode, die Zukunft der Kirche diskutieren – in Kleingruppen in den Bistümern. So will es Papst Franziskus. 2023 dann sollen die Bischöfe in Rom die Rückmeldungen der katholischen Kirchenbasis diskutieren.

Die grosse Frage war bisher: Welche Fragen stellt der Papst den Gläubigen überhaupt? Und vor allem: Wie passen die einzelnen Bistümer diese Fragen für ihre Gläubigen …

Artikel lesen
Link zum Artikel