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epa05382419 A handout picture provided by the British Broadcasting Corporation (BBC) shows a general view during the Great Debate on the EU referendum at Wembley Arena, London, Britain, 21 June 2016. Britons will vote on whether to remain or leave the EU in a referendum on 23 June.  EPA/JEFF OVERS / BBC / HANDOUT NOTE TO EDITORS: Not for use more than 21 days after issue. You may use this picture without charge only for the purpose of publicising or reporting on current BBC programming, personnel or other BBC output or activity within 21 days of issue. Any use afte HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

6000 Zuschauer verfolgen die finale TV-Debatte in der Londoner Wembley Arena.
Bild: EPA/BBC

Finaler TV-Schlagabtausch in Londoner Wembley Arena: Brexit-Gegner prangern Hass-Kampagne an

In der letzten grossen TV-Debatte vor dem historischen Brexit-Referendum haben sich Gegner- und Befürworter eines britischen EU-Austritts mit schweren Vorwürfen überzogen. In den Umfragen liegen beide Seiten gleichauf.



Londons Bürgermeister Sadiq Khan warf den Brexit-Fürsprechern eine Hasskampagne gegen Zuwanderer vor. Sein Amtsvorgänger Boris Johnson beschuldigte die Austritts-Gegner, bewusst Ängste vor den wirtschaftlichen Folgen eines EU-Austritts zu schüren. Kurz vor der Volksabstimmung am Donnerstag ergeben Umfragen noch immer kein klares Bild, wie das Ergebnis aussehen dürfte.

Die Debatte vor rund 6000 Zuschauern in der Londoner Wembley-Arena am Dienstagabend markierte das letzte grosse Wahlkampf-Ereignis vor dem Referendum über einen Austritt Grossbritanniens aus der EU. Bei dem live im Fernsehen übertragenen Schlagabtausch waren Khan und Johnson die prominentesten Köpfe der mit mehreren Vertretern teilnehmenden Lager.

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Möchte in der EU bleiben: Sadiq Khan. streamable

«Was das Thema Zuwanderung angeht, war Ihr Wahlkampf nicht das ‹Projekt Angst›, sondern das ‹Projekt Hass›», sagte Khan an die Adresse der Brexit-Befürworter gerichtet. Mehrfach warf er der Gegenseite vor, Wähler mit Lügen zu einem Votum für den EU-Austritt bewegen zu wollen: «Das ist Panikmache, Boris, und du solltest dich dafür schämen.»

Dramatischer Appell

Johnson, einer der entschiedensten Brexit-Verfechter, betonte dagegen, die Einwanderung müsse unter Kontrolle gebracht werden – innerhalb der EU sei das nicht möglich. Er warf Khan vor, ein «Angstprojekt» zu betreiben und eine übertriebene Furcht vor einem wirtschaftlichen Kollaps des Königreichs im Falle eines EU-Austritts zu schüren. «Ihr sagt, es gehe nicht anders, als sich Brüssel zu beugen», rief Johnson. «Wir sagen, dass Ihr dieses Land auf schändliche Weise unterschätzt.»

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Will aus der EU austreten: Boris Johnson.
streamable

Warnungen vor den wirtschaftlichen Folgen eines Brexit wies Johnson zurück. Jeder wisse, dass etwa ein Fünftel der deutschen Autoproduktion nach Grossbritannien gehe. «Glauben Sie wirklich, die wären so verrückt und würden Zölle zwischen Deutschland und Grossbritannien einführen?», fragte Johnson.

Premierminister David Cameron, der für einen Verbleib Grossbritanniens in der EU wirbt, war bei der TV-Debatte am Abend nicht dabei. Der Regierungschef hatte sich zuvor bereits in einem dramatischen Appell vor seinem Amtssitz Downing Street 10 direkt an die Wähler gewandt. «Für Sie, für Ihre Familie und für die Zukunft unseres Landes, stimmen Sie fürs Drinbleiben», sagte er.

Unentschlossene Wähler im Visier

Cameron warnte zugleich: Sollten die Briten bei dem historischen Votum an diesem Donnerstag für einen Austritt aus der EU stimmen, gebe es kein Zurück mehr.

Jüngste Umfragen ergeben kein klares Bild über den zu erwartenden Ausgang der Abstimmung. Eine am Dienstag veröffentlichte Studie des ORB-Instituts für die Zeitung «Daily Telegraph» ergab 53 Prozent für das Pro-EU-Lager und 46 Prozent für die Brexit-Befürworter. Dagegen sah das Institut YouGov das Brexit-Lager knapp vorn: 44 Prozent von mehr als 1600 Befragten wollten demnach für einen EU-Austritt stimmen, 42 Prozent dagegen. Auch diese Umfrage zeigt, wie wichtig es für beide Lager sein wird, die nach monatelanger Debatte noch immer unentschlossenen Wähler von ihren Argumenten zu überzeugen.

Die Wahllokale öffnen am Donnerstag um 7 Uhr und schliessen um 22 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr MESZ). Mit einem Ergebnis wird am Freitagmorgen gerechnet. (cma/sda/dpa/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • caschthi 22.06.2016 09:16
    Highlight Highlight Dieser Boris ist doch einfach 1:1 Trump. Mich würde es nicht wundern, würde er Trump mit absicht kopieren. Sogar der Anzug stimmt farbenmässig her..
  • fuegy 22.06.2016 07:51
    Highlight Highlight War eine spannende Debatte. Das pro EU Lager hat klar aufgezeigt, dass die pro Brexit Kampagne mit lauter Unwahrheiten und falsch dargestellten Zahlen, welche die Hauptargumente sind, dargestellt wird. Ich hoffe es hat gereicht, einige Menschen den Verstand vor dem "Nationalismus" wählen zu lassen.
    Spannend finde ich auch, dass die Brexit Befürworter ähnliche "Argumente" und einen ähnlichen Wahlkampf geführt hat wie hier die SVP. Ein bisschen an den Zahlen drehen, falsche Statistiken und Hass verbreiten aber keine Lösungen vorbringen.
    • fuegy 22.06.2016 09:35
      Highlight Highlight Natürlich werden auch da Dinge "schön geredet" aber die Türkei ist zur Zeit noch kein Mitglied der EU wie behauptet, es sind nicht 60% der Gesetzte aus dem letzten Jahr aus der EU sondern 13%, die Immigration kann nicht so einfach reguliert werden wie suggeriert weil die EU trotzdem etwas mitzureden hat, es gehen nicht 350 mio £ an jährlich an die EU. Dies sind die Hauptargumente der leave Kampagne, haben sich aber als nicht nur "schön geredet" sondern falsch herausgestellt.
      Aber wie in der Schweiz auch klären die Gegner diese Unwahrheiten nicht auf, es wird im nachhinein gejammert "unfair"...
  • Scaros_2 22.06.2016 07:38
    Highlight Highlight Wirklich - die sollen austretten. Mir geht es hierbei aber darum das es eine neue Situation wäre die eine betrachtung bräuchte und evtl. auch einmal ein ordentlichen Schlag an die Hinterköpfe der EU wäre endlich einmal von ihrem Weg abzukommen. Die EU muss sich einfach verändern und das könnte ein Startschuss sein. Unabhängig davon ob es für GB gut/schlecht wäre.
    • mortiferus 22.06.2016 13:09
      Highlight Highlight Es gibt viele Wege nach Rom. Die Insel wird schon nicht untergehen. Das Königreich gibt es schon viel länger als die EU. Wen sie bleiben wursteln die EU Politiker genau so weiter wie bisher und versuchen ihre EU durchzuziehen, egal was der Bürger will oder denkt. Meist Dinge die der Wirtschaft dienen. Gut oder schlecht, dem haben sich die Bürger unterzuordnen. Ein Austritt würde zeigen das auch ein Leben nach der EU existiert. Zusammenarbeiten ist gut, man darf aber nicht dazu gezwungen werden. Die EU sollte einen Gang runterschalten, "natürlich" Wachsen. Den Menschen Zeit geben.
  • rodolofo 22.06.2016 07:33
    Highlight Highlight Mir ist Cameron genauso wenig sympatisch, wie diverse andere Vertreter des "Big Business", die für den Verbleib Gross Britaniens in der EU plädieren.
    Auf der anderen Seite der Brexit-Befürworter tummeln sich jedoch rechtsextreme Neo-Imerialisten, die "The British Empire" restaurieren wollen, das mit seiner damaligen Kolonialverwaltung und deren künstlich gezogenen Grenzen für viele heutige Probleme und Konflikte z.B. in Afrika die Hauptverantwortung trägt. Wollen wir wirklich dahin zurück?
    Und die Schweiz sollte endlich mal ihre neutrale Komplizenrolle aufgeben und ehrenhafter mitarbeiten!
  • Tom Garret 22.06.2016 07:19
    Highlight Highlight Die werden niemals austreten. Die Angst überwiegt.
    • andersen 22.06.2016 08:39
      Highlight Highlight Nein, der Vernunft.
      Nur Zusammen kommen die Menschen in Europa weiter.
    • Namenloses Elend 23.06.2016 03:40
      Highlight Highlight Nein, die Angst. Wir kommen auch zusammen weiter ohne EU. Sonst wäre die Schweiz ja total im Abseits.

      Sie werden nicht austreten, weil niemand die genauen Konsequenzen kennt. Das Pro EU lager malt schonmal den Teufel an die Wand, ob die genannten Szenarien auch wirklich eintreten weiss niemand mit Sicherheit. Vielleicht wird die Gesamtsituation auch besser, weiss auch keiner so richtig.

      Schwierig, aber ich dene die Pommies stimmen nein.
    • andersen 23.06.2016 09:03
      Highlight Highlight Namenloses Elend

      Wir kommen auch zusammen weiter ohne EU.
      Sonst wäre die Schweiz ja total im Abseits.

      Wer ist wir?
      Nein, die Engländer machen bei ein Austritt sich somit abhängig, weil der EU das Monopol für der freie Flugverkehr in Europa hat.

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