Zürich
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Staunen über dieses sexistische Plakat in Schweizer Städten – dabei ist alles ganz anders



Ein Plakat sorgt derzeit in allen grösseren Städten der Schweiz für Verwirrung. Es wirbt für eine Internet-Seite, auf der Mädchen die Mathe-Hausaufgaben für Jungs machen – gegen Bezahlung. Auf dem Plakat steht:

«Der neue Service, bei dem Mädels für Geld den Jungs die Mathe-Aufgaben lösen.»

Oder:

«Mädels, macht die Mathe-Aufgaben der Jungs und verdient gutes Geld damit.»

Das ist eines der Plakate:

Besucht man die Webseite, sind folgende Angebote zu finden:

Ausserdem soll Ende März eine entsprechende App lanciert werden. Wer sich frühzeitig anmelde, bekomme ein Startguthaben von 15 Franken.

Bild

screenshot math-dealer.ch

Auf Twitter wunderte man sich bereits, was hinter den kuriosen Plakaten steckt:

Der Domain-Halter verrät nicht viel:

Dass die Seite kein Impressum hat, verwundert die User:

Sexistische Werbung?

Math/Meth Dealer? Bullshit-Detektor schlägt an ...

Was steckt also dahinter?

Wie watson in Erfahrung bringen konnte, steckt die Schweizerische Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen (USIC) hinter den Plakaten. Die Medienstelle der USIC bestätigt dies.

Gibt es Math Dealer wirklich? Nein, sagt Lea Kusano von der USIC-Geschäftsstelle. Die Plakate sollen mit den umgekehrten Geschlechter-Stereotypen irritieren und zum Nachdenken anregen.

«Mädchen sind in den MINT-Fächern bereits in der Primarschule gegenüber Jungen benachteiligt», sagt Kusano. Zu den MINT-Fächern gehören Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik-Studiengänge.

Und weiter: «Mädchen und Jungs haben von klein auf ein verzerrtes Selbstbewusstsein bezüglich Mathe. Jungs trauen sich mehr zu, während sich Mädchen weniger zutrauen. Diese Vorstellungen werden von den Eltern und Lehrpersonen verstärkt, fand eine Studie heraus. Das wollen wir ändern.»

Die Plakate seien Teil einer Kampagne die am 15. März, dem Tag der Ingenieurinnen und Ingenieure, ihren Höhepunkt erreichen soll. Man wolle die Leute auf das Thema sensibilisieren und eine Debatte über Geschlechter-Stereotypen hervorrufen. Kusano ergänzt: «Gleichzeitig wollen wir zeigen, dass Ingenieurin ein toller Beruf ist, in dem man viel für die Gesellschaft tun kann.» (jaw)

Kein Platz für weibliche Vorbilder in Schweizer Schulbüchern

abspielen

Video: srf/SDA SRF

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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Eh Doch 08.03.2019 13:45
    Highlight Highlight meth dealer
  • Cityslicker 08.03.2019 08:10
    Highlight Highlight Mein Anspruch an Werbekampagnen ist, dass sich die Urheber zu erkennen geben, direkt auf dem Medium (zumindest der Website), und nicht erst 2 Wochen später. Bei politischen Kampagnen (als solche ist diese ja eher einzustufen) sollte es verpflichtend sein, auch die Finanzierung transparent zu machen. Beeinflussung der Öffentlichkeit ohne sich selbst der Öffentlichkeit zu stellen ist aus meiner Sicht ein no-go (auch wenn es in diesem Fall eine eher harmlose Kampagne ist).
  • Thomas Bollinger (1) 07.03.2019 23:29
    Highlight Highlight Ein Longread zu dem Thema: https://www.wireltern.ch/artikel/eine-klasse-fuer-sich
  • stanislav.petrov 07.03.2019 22:55
    Highlight Highlight hallo heute: konzipiere zur abwechslung eine kampagne mit genderthematik, generiere so gewünschtes earned media und gewinne dann einen würfel oder leuen damit, obwohl die idee bzw. der insight garnichtmal soooo brilliant ist. irgendwie doch wie gestern und wahrscheinlich auch morgen.
  • LeChef 07.03.2019 21:39
    Highlight Highlight Inwiefern wäre das denn sexistisch?
  • ch2mesro 07.03.2019 21:10
    Highlight Highlight gäääähn......
    • Bene86 07.03.2019 21:22
      Highlight Highlight Dem kann ich mir nur anschliessen.
  • sowhat 07.03.2019 19:21
    Highlight Highlight Also mein Sexismus Detektor hat nicht angeschlagen. Ich finds lustig. Und ja es kann die Eine oder andere durchaus dazubringen, etwas mehr für Mathe zu tun. Allein deswegen, weil es da draussen irgendjemanden gibt, der davonausgeht, dass sie es können.
    Manchmal reicht das, Selbszweifel auszuräumen.
  • Markus97 07.03.2019 18:39
    Highlight Highlight Warum sind Mädchen in MINT-Fächern benachteiligt? Schliesslich gehen Mädchen und Jungs in die gleichen Schulen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • MSpeaker 07.03.2019 17:15
    Highlight Highlight Wirkung erzielt!
    In den meisten Newsportalen kann man bereits von der Kampagne lesen und auch in den Sozialen Medien ist es ein Thema.

    Ob es nun sexistisch ist... ich finde nicht, vorallem wenn man den Hintergrund kennt und noch eine Aufklärung kommt.
    • Heidi73 07.03.2019 17:29
      Highlight Highlight Auch das männliche Geschlecht weniger intelligent darstellen ist sexistisch. Und es soll ja sexistisch sein, sonst kann man ja auch nicht zum Nachdenken anregen.
    • Phönix3 07.03.2019 17:53
      Highlight Highlight Höchstens weniger begabt in Mathe. Mit Intelligenz hat das nichts zu tun.
    • phreko 07.03.2019 18:55
      Highlight Highlight Weiss ja nicht, was Hausaufgaben mit Intelligenz zu tun haben. Dachte da eher an Zuverlässigkeit...
  • elnino 07.03.2019 17:12
    Highlight Highlight Interessanterweise hat Skandinavien gezeigt, dass trotz gesellschaftlicher und bildungstechnischerGleichheit Frauen prinzipiell den MINT-Jobs fernbleiben!


    Mehr zum diesem Nordic Gender Equality Paradoxon: http://nordicparadox.se/quick-facts-about-the-nordic-gender-equality-paradox/
    • R. Peter 07.03.2019 21:41
      Highlight Highlight Es ist kein Paradoxon. Gleichberechtigung ist nicht gleich Gleichheit. Diese wird aber als Indikator genommen...
  • Topoisomerase 07.03.2019 16:50
    Highlight Highlight Inwiefern ist das so stark anders - diese Plakate repräsentieren schlussendlich trotzdem Geschlechterklischees.
    • Herr Ole 07.03.2019 17:31
      Highlight Highlight Die Plakate machen bloss auf die Klischees aufmerksam.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 07.03.2019 16:42
    Highlight Highlight Schade, mein 14 ich hätte sich über einen Ähnlichen Service bezüglich Franz sehr gefreut.
  • Alnothur 07.03.2019 16:25
    Highlight Highlight "Mädchen und Jungs haben von klein auf ein verzerrtes Selbstbewusstsein bezüglich Mathe. Jungs trauen sich mehr zu, während sich Mädchen weniger zutrauen. Diese Vorstellungen werden von den Eltern und Lehrpersonen verstärkt"

    Entweder bin ich auf skurril fortschrittliche Schulen gegangen, oder das ist eine neue Entwicklung.
    • Crank 07.03.2019 21:26
      Highlight Highlight Bei uns waren die Klassenbesten auch immer Mädchen. Aber das ist auch schon 40 Jahre her, vielleicht sind die Jungs mittlerweile schlauer geworden. :-)
    • trichie 08.03.2019 07:35
      Highlight Highlight Absolut... auch in meinem Jahrgang waren die drei besten Abschlussnoten allesamt Mädels - eine sogar mit Hauptfächern Mathe und Chemie 😉

      Gleiche Chancen für alle sind wichtig aber solange es (messbar) ungleiche Interessen gibt wird sich an einer Ungleichverteilung auch wenig ändern - weil die Leute es im Einzelfall gar nicht unbedingt wollen.
  • inmi 07.03.2019 16:22
    Highlight Highlight Jungs sind sonst überall untervertreten. Wieso gibts keine Kampagnen um mehr Männer für Geisteswissenschaften oder alles andere zu begeistern?
  • Okabe Rintarou 07.03.2019 16:18
    Highlight Highlight Find ich jetzt irgendwie unnötig.
  • who cares? 07.03.2019 16:18
    Highlight Highlight Coole Idee! Vor allem die älteren Semster können sich dann mal etwas hinterfragen.
  • Loeffel 07.03.2019 16:01
    Highlight Highlight Hä? Bei uns in der Primar und Sek (90er Jahre) waren immer die Mädels die besseren Schüler in Mathe. Mädchen sind doch generell fleissiger. Daher zeigt für mich das Plaket keine umgekehrten Stereotypen.
    • EinePrieseR 07.03.2019 20:27
      Highlight Highlight Bei meinen Kindern ist es genau umgekehrt. Der Junge ist fleissig, das Mädchen eher faul. In Mathe und logisch Denken ist der Junge viel besser. Sie dafür in Sprache..
      Ich selber war auch eher faul, aber Klassenbester in Mathe..

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